Jeder Masters Fan weiß, dass Hordak der Anführer der Wilden Horde ist. So stand es auf der Verpackung seiner Figur, so war es in Comics und Magazinen zu lesen, und so erfuhr man es auch in "Das Geheimnis des Zauberschwertes". Die Sache ist also glasklar, richtig? Naja, nicht ganz. Denn im Verlauf des
She-Ra Cartoons wurde Horde Prime, oberster Führer des intergalaktischen Horde Imperiums, vorgestellt. Hiermit wurde Hordak zum General "reduziert", was bis heute bei großen Schichten der Hordefans für Unmut sorgt.
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: Horde Prime im Cartoon (Bild unten von James Eatock)
Zugleich wurde Horde Prime von zahlreichen Geheimnissen umgeben. So trat in
The Peril of Whispering Woods sein Sohn, Prinz Zed, auf, der Hordak Onkel nannte, was suggerierte dass Hordak und Horde Prime Brüder sind. In
For the Want Of A Horse wurde zudem erklärt, dass Prime zwei Köpfe habe. Dabei war Horde Prime im Zeichentrick nie wirklich zu sehen. Lediglich eine gigantische, von Dunstschwaden verhüllte Gestalt und ein gigantischer Robotarm wurden hier gezeigt, was zu zahlreichen Spekulationen führte. Angesichts dessen völlig verwirrt wurden zudem die britischen Fans, da Horde Prime in diversen englischen Magazinen auftrat, jedoch als normalgroßes Wesen mit höchst eigentümlichen Design, dessen Farbgebung zu allem Übel auch noch je nach Heft variierte.
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: Horde Prime in den UK Magazinen
Dies sorgte nicht unbedingt zu einer Steigerung jenes Charakters, der für viele die Rolle Hordaks schmälerte. Nichtsdestotrotz rankten sich über Jahrzehnte viele Spekulationen, wie Horde Prime nun tatsächlich aussähe. Dem setzen Mattel und die Four Horsemen im Herbst 2011 ein Ende, als die erste Figur des Imperators präsentiert wurde. Laut Mattel hatte man Horde Prime ursprünglich als Club Eternia Abo-Exclusive geplant, was zugunsten von
Shadow Weaver aber geändert wurde. Überdies gelang es, bis nahezu unmittelbar vor erscheinen einen der beiliegenden Köpfe geheim zu halten. Trotzdem blieb die Figur eine der umstritteneren des 2012er Abonnements.
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: Horde Prime Prototyp mit Stab
Verpackung & Biografie
Horde Prime ist standesgemäß mit Hordewappen auf dem Blister verpackt und mit dem Untertitel "Supreme Leader of the Horde Empire" versehen - selbiges ein Verweis auf die Biografie von
He-Ro, in welcher Prime aus Rechtsgründen noch als
Horde Supreme bezeichnet werden mußte. Die Figur selbst ist in Standardposte verpackt, wobei leider der Großteil des gewaltigen Helms vom Masters Logo verdeckt ist. Die Armbrust ist wenig, der Wechselkopf wie meist gar nicht sichtbar. Kurios ist das Profilbild der Biografie - statt eines wirklichen Motivs prangt hier lediglich ein großes Fragezeichen. Schön und gut, dass Horde Prime in Cartoon, Comic und nun als Figur jeweils unterschiedlich aussieht. Aber selbst eine (sicherlich vorliegende) Designskizze der Four Horsemen wäre besser gewesen als gar nichts.
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: Front- & Rückseite der Verpackung
Nachdem Hordak schon zu Hec-Tor Kur getauft wurde, heißt Horde Prime nun in Wahrheit Anillis Kur. Mittlerweile ist es müßig, darüber zu diskutieren, inwieweit diese "wahren" Namen besonders Charaktere wie Horde Prime entmystifizieren können. Immerhin ist Primes Name eine ordentliche Abwandlung des Begriffs
Annihilation ("Ausradierung, Vernichtung"). Laut seiner Biografie regiert der tyrannische Diktator Horde Prime sein intergalaktisches Imperium von Horde World aus - jener Welt, welche schon im She-Ra Cartoon die Heimatwelt der Wilden Horde war. Der Rest ist hingegen völlig neu, indem erzählt wird, dass Prime nicht nur systematisch die
Cosmic Enforcer ausrottete, sondern seinen Erzfeind He-Ro mit dem techno-organischen Virus infizierte und auf den weit entfernten Planeten Eternia verbannte. Seinen größten Fehler beging er jedoch im Anschluss, als er seinen machtgierigen Bruder darauf ansetzte, sicher zu stellen dass He-Ro wirklich besiegt war - was eine Kette von Ereignissen in Gang setze, die schließlich 5000 Jahre später darin in Horde Primes Niederlage durch
He-Man und She-Ra gipfelte.
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: Biografie
Letzteres basiert auf ähnlichen, groben Plänen, die schon für das nie realisierte
Finale der 200X Comicserie bestanden. Dies wird nicht unbedingt jedem Fan gefallen, ist aber im Grunde konsequent im Kampf der Helden gegen ein intergalaktisches Imperium. Jedoch stecken in der Biografie einige Problemstellen. So ist es zunächst etwas fadenscheinig, dass ein techno-organischer Virus auch He-Ros Gedächtnis löschen kann. Völlig unverständlich ist aber, dass Horde Prime seinen Erzfeind(!) auf eine fremde Welt schiesst und um sicher zu gehen dass er wirklich keine Gefahr mehr ist, auch noch Hordak hinterher schickt. Warum hat er He-Ro dann nicht gleich umgebracht? Leider wird auch nichts über Horde Primes verschiedene Designs gesagt. Scott Neitlich erwähnte lediglich, dass Primes Darstellung im Cartoon mit dem Zauberer von Oz vergleichbar wäre. Warum die Figur dann zwei deutlich unterschiedliche Köpfe beiligen hat, wird hier dennoch offen gelassen. Somit ergibt sich eine Biografie, die zwar einerseits interessant zu lesen ist, andererseits aber im Detail schwächelt und vieles unbeantwortet lässt.
Modellierung
Wer in treuem Glauben an den Zeichentrick ein riesiges, zweiköpfiges Robotmonstrum erwartete, wird bei dieser Figur eher enttäuscht. Zwar liegen hier zwei Köpfe bei, jedoch "lediglich" Wechselköpfe. Und Horde Prime ist (ähnlich wie
King Grayskull) auch nur einen Deut größer als die Standardfiguren. Letzteres liegt an der speziellen Kombination aus neuen und alten Formen, wovon es jeweils reichlich gibt. So wurden neben den Standardformen von Oberkörper, Bauch und Oberschenkeln auch Hordaks Füße und die Knie von
Trap Jaw recycelt. Hinzu kommen die Schultern, Oberarme und Unterarme von Roboto, während Hände und Waden neu modelliert wurden. Gleichsam neu sind neben den Köpfen auch Rüstung, Umhang, Helm und Kragen, während der Lendenschurz wiederum von
The Faceless One stammte. Somit wirkt Horde Prime insgesamt sehr dick bekleidet und zugleich mechanisiert. Hierzu passt einzig nicht der Sixpack-Bauch - warum dieser eingesetzt wurde, verwundert umso mehr, da der Prototyp noch mit Hordaks glattem Bauch ausgestattet war. Dafür sind immerhin Robotos Schultern an den korrekten Seiten platziert.
Während die roten Fledermausflügel der Stiefel etwas zuviel des guten scheinen, ist der Helm sehr massiv geraten, um den Kopf auch möglichst gut zu überdecken. Tatsächlich wirkt das Konstrukt ungeheuer klobig, sitzt aber wenigstens fest auf dem Kopf und ist in der Grundform eine nette Hommage an Horde Primes Zeichentrick-Silhouette. Auch die Hände basieren auf dem Cartoon und bieten den wohl größten Detailreichtum der gesamten Figur. Der Kragen wiederum ist in der Grundform zwar von Hordak übernommen, aber mit zusätzlichen Einkerbungen versehen. Interessant ist, dass die Rüstung zwar wie der Kragen grundlegend auf der Hordak basiert, das Fledermauswappen jedoch glatt ist, da die rote Fledermaus des Umhangs darüber hängt. Dieses ungewöhnliche Design wirkt jedoch nur überzeugend, wenn der Umhang nicht verrutscht. Selbiger liegt lose auf der Rüstung und bekommt einen begrenzten Halt durch Einkerbungen, die sich exakt an Hervorhebungen des Brustpanzers anpassen. Dennoch hätten die Four Horsemen gut daran getan, eine Art Pinhalterung einzuarbeiten, um die Fledermaus an der Rüstung zu fixieren.
Wie zuvor erwähnt war Horde Primes Kopf eines des bestgehüteten Geheimnisse aller MotU Classics Figuren. Zwar waren zuvor einige Ausschnitte erkennbar, jedoch konnte nicht sicher gesagt werden, was sich wirklich bieten würde. Letztlich schufen die Four Horsemen ein Antlitz, das deutliche Anleihen von Hordak bezieht, sich zugleich aber durch größere Ohren und einige weitere Details unterscheidet, welche an
Hordaks Mini-Statue angelehnt sind. Unverkennbar wurde auch versucht, an die Grundstruktur des Hordewappens zu erinnern, und Horde Prime nochmals deutlich älter als sein Bruder wirkt.
Bemalung
Kaum überraschend, wird die Figur von den typischen Hordefarben Rot und Schwarz dominiert. Lediglich die offenkundig techno-organischen Hände sind silbern bemalt, während die Hervorhebungen an Rüstung und Schulterpolstern einen dunklen Grauton erhalten haben. Nun ist diese Farbgebung grundlegend gelungen, und besonders die roten Details an Kragen und Füßen heben beide deutlich von den Elementen der Hordak Figur ab. Jedoch fehlt insgesamt doch ein farblicher Detailreichtum. Tatsächlich waren zahlreiche Partien des Prototyps noch mattschwarz gefärbt, während lediglich Details wie die Kabel der Arme oder Applikationen des Lendenschurzes glänzend schwarz bemalt waren. Dies wurde für die Finalversion fallen gelassen, wo nun alle schwarzen Partien glänzend sind und die zuvor silbernen Nieten unbemalt blieben.
Hierdurch geht etwas "Tiefe" verloren, und Mattel hätte gut daran getan, beispielsweise den Lendenschurz durch das an der Rüstung zu sehende Dunkelgrau hervorzuheben. Mit dem Ergebnis lässt sich dennoch leben. Problematischer ist der Kopf, welcher überwiegend rot mit nur wenigen dunkelgrauen Details ist. Dies fügt sich zwar nahtlos ins das Gesamtdesign ein und sorgt auch dafür, dass Primes Gesicht unter dem Helm nicht zu deutlich erkennbar ist und die Ohren als Teil des Helms scheinen. Zugleich aber wirkt die Kopfbemalung etwas "faul", da nicht einmal die Augen und Zähne farblich abgegrenzt werden. Besser wäre eine Bemalung nach Vorbild von Hordaks Gesicht gewesen - nicht zuletzt, da Horde Primes Kopf dann zugleich als 200X- oder älterer Hordak hätte verwendet werden können.
Beweglichkeit
Horde Prime verfügt über alle 27 Standardgelenke. Beim Aufstellen sollte beachtet werden, dass die Figur aufgrund des Gewichts und massigen Umhangs je nach Pose umfallen kann. Ein "Immerstürzler" ist sie dank der festen Gelenke aber keinesfalls. Wie zu erwarten war, sind die Beine durch den Lendenschurz eingeschränkt, während die Arme jedoch dank des unbefestigten Umhangs mehr als genug Freiraum besitzen. Auch das Bauchgelenk kann genutzt werden. Problematisch ist der Kopf, der ähnlich wie schon der von
Hordak zwar beweglich ist, durch den Kragen jedoch stark eingeschränkt wird.
Zubehör
Bereits erwähnt wurde, dass Cape, Rüstung, Kragen und natürlich der Helm abnehmbar sind. Ebenfalls abgenommen werden können aber auch beide Hände. Dies war auch schon für
Roboto geplant, konnte aber vor der Endfertigung nicht mehr für den linken Arm umgesetzt werden. Im Fall von Horde Prime kann nun die beiliegende Armbrust beliebig rechts oder links angebracht werden, und natürlich passen auch andere Waffenaufsätze wie die von Hurricane Hordak problemlos. Die silberne, mit roten und schwarzen Applikationen versehene Armbrust selbst wurde gegenüber dem Prototyp nochmals um diverse Details ergänzt und wirkt in der Tat als habe Horde Prime die Hand transformiert. Seltsam mutet einzig das Hordakgesicht am Lauf an, was aber auch schon beim Umhang etwas eigenartig scheint. In beiden Fällen hätte für Prime ein stärker an ihn selbst angelehntes Gesicht gepasst.
Die Armbrust ist dennoch sehr gelungen, wenngleich die zweite Waffe in Form eines Stabs leider aus Kostengründen nicht mehr produziert werden konnte. Während das Konstrukt nachgereicht werden soll, liegt ein weiteres Zubehör in Form eines Wechselkopfes bei. Dieser basiert auf Horde Primes Aussehen im UK-Magazin, was die britischen Fans sicher freuen dürfte. Wer hier aber nicht von Nostalgie angespornt wird, kann mit dem eigentümlichen, Design nur begrenzt etwas anfangen, zumal der orange Helm nicht im geringsten zur restlichen Figur passt. Auch wirkt der Kopf etwas "verloren" auf der dick bekleideten Figur, da der Kragen entfernt werden muß. Potential hat der UK-Prime dennoch, da sich hier auch die Möglichkeit bietet, einen neuen Hordekämpfer zu erschaffen oder gar den vollständigen Comiclook durch ein Custom nachzustellen.
Fazit
Designs für zuvor im Grunde nur namentlich bekannte Charaktere zu entwickeln, ist immer eine Herausforderung, dessen Ergebnis niemanden völlig zufrieden stellen kann. Auch im Fall von Horde Prime hatten Fans zu lange Zeit, sich ihr eigenes Bild des Imperators zu schaffen. Dennoch haben die Four Horsemen durch einen cleveren Mix von neuen und alten Formen eine interessante Figur erschaffen. Während der Wechselkopf eher ein Bonus als eine wirkliche Option für die Figur ist, enttäuscht vor allem die spartanische Bemalung insbesondere des Standardkopfes. Somit wird Horde Prime sicher im unteren Beliebtheitsdrittel des Jahres 2012 rangieren, ist aber dennoch eine insgesamt passable Figur.
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