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Fan-Fictions
Das Geheimnis des schwarzen Spiegels
Das Duell
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| Das Geheimnis des schwarzen Spiegels Das Duell |
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Die beiden Gegnerinnen belauerten sich und gingen seitwärts im Kreis herum. Jeder von ihnen hatte guten Grund den anderen zu hassen. Besonders Evil-Lyn war es sehr gelegen, ihre Gegnerin schnell wie es ging aus dem Weg zu räumen. Deswegen entschloss sie sich sofort die Initiative zu ergreifen. Sie stürmte auf Anti-Teelana zu, und schlug ihr mit der Faust in die Magengegend. Sofort setzte Evil-Lyn nach, und gab ihrer Kontrahentin eine kräftige Recht-Links-Kombination ins Gesicht. Tatsächlich sah es so aus, als ob die Schwarzmagierin dieses Gefecht schnell gewinnen könnte. Doch sie freute sich zu früh. Anti-Teelana blockte mit einem Mal einen Schlag Evil-Lyns ab, und konterte mit einem Kinnhaken, der die Dämonenhexe zurückschleudern ließ. Evil-Lyn griff erneut an, doch diesmal blieb die Anti-Sorceress völlig unbeeindruckt. Sie ließ die Hexe in eine offene Faust laufen, und rammte ihr Knie zwischen ihre Beine. Ein weiterer Schlag direkt in ihre Schusswunde an der Hüfte ließ sie unter Schmerzen zu Boden fallen. Anti-Teelana stürzte sich auf ihr drauf, und begann sie mit beiden Händen zu würgen. Sie drückte auch noch ihr Knie gegen ihre Brust, und schnürte ihr dabei noch zusätzlich die Luft ab. Es schien so, als ob die Hexe zu keinerlei Gegenwehr mehr fähig wäre. Zwar umklammerte sie mit ihren Händen die Arme der Anti-Sorceress, doch das war das Einzige, was sie noch tat.
?Du bist eine erbärmliche Gegnerin, Evil-Lyn. Dass es Skeletor mit dir solange ausgehalten hat, wundert mich.?, sagte die böse Zauberin, und drückte ihren Hals weiter zu. Doch Evil-Lyn war keineswegs am Ende. Sie sammelte alle Kraft zusammen, und ballte ihre Fäuste. Von einem Moment auf den Nächsten schlug sie mit beiden Fäusten gegen Anti-Teelanas Ohren. Die böse Zauberin hielt sich vor Schmerzen den Kopf, und ließ blitzartig von Evil-Lyn ab. Die Dämonenhexe setzte einen kräftigen Kniestoß nach, der ihre Gegnerin in die Magengegend traf. Jetzt hatte sie die Initiative, und das wollte sie nutzen. Sie packte Anti-Teelana am Nacken, und schleuderte sie mit dem Kopf gegen eine Wand. Zwar konnte die Anti-Sorceress sich mit den Händen abstützen, verhinderte aber dennoch nicht, dass sie mit dem Gesicht gegen die Wand schlug. Anti-Teelana sank zu Boden, nachdem Evil-Lyn ihr noch einige Tritte und Schläge verpasst hatte. Erleichtert über diesen positiven Verlauf dieses Duells suchte sie die Gegend nun nach etwas ab, womit sie ihrer Gegnerin den Rest geben wollte. Sie fand eine dicke Eisenstange, damit wollte sie ihre Widersacherin endgültig erledigen. Blitzartig nahm sie die Stange an sich, und wollte auf ihre am Boden liegende Gegnerin einschlagen. Doch Anti-Teelana rollte sich rechtzeitig weg, sodass der erste Schlag im staubigen Boden verpuffte. Evil-Lyn setzte nach, und holte zu einem weiteren kräftigen Schlag aus. Doch die Anti-Sorceress fing den Hieb mit beiden Händen ab, während sie mit dem Rücken auf dem Boden lag. Die böse Zauberin ergriff die Stange, und zog sie zusammen mit ihrer Gegnerin über sich hinweg auf den Boden. Evil-Lyn verlor die Kontrolle über ihre Waffe, und knallte äußerst unsanft mit dem Gesicht auf die Erde. Dort blieb sie erstmal liegen, und hielt sich den Kopf. Die böse Zauberin krabbelte geschwächt von ihrer Kontrahentin weg zu einer Häuserwand, an der ein zwei Meter hoher und sehr dicker Eisenträger angelehnt war. Sie zog sich daran hoch, um wieder auf die Beine zu kommen. Dabei kam das gewaltige Stück Stahl so sehr in Bewegung, dass es Wanken geriet. Anti-Teelana wollte im noch instinktiv ein Umfallen verhindern, indem sie sich dagegen stemmte, erkannt jedoch schon im nächsten Moment ihren Vorteil. Sie nahm ihre allerletzte Kraft auf, und ließ den Träger auf ihre Kontrahentin fallen. Der tonnenschwere Koloss fiel direkt auf Evil-Lyn drauf, und klemmte sie zwischen Hüfte und Brust ein. Auch ihr rechter Arm geriet unter den Träger, sodass die Hexe nun praktisch wehrlos gegenüber der Anti-Sorceress war. Die Hexe hatte Glück, dass der Träger auch noch mit auf einen direkt neben ihr liegenden Trümmerberg fiel, ansonsten hätte der Koloss sie möglicherweise erschlagen. Jetzt zappelte die Hexe herum, wie ein Fisch, den man gerade mit der Angel gefangen hatte und an Land zog. Anti-Teelana verschnaufte erst einmal eine Weile, während sie sich an eine Wand anlehnte. Sie konnte es sich jetzt leisten, denn Evil-Lyn war hoffnungslos eingeklemmt und konnte nicht mehr fliehen oder in irgendeiner Weise gegen sie vorgehen. Nach einer Weile nahm sie wieder die Eisenstange an sich, und begab sich zu der eingeklemmten Evil-Lyn, die sich immer noch vergeblich zu befreien versuchte. ?Damit wolltest du mir also das Licht auspusten. Zu dumm, dass diese Stange nun dir zum Verhängnis wird.?, sagte Anti-Teelana zu ihr. Sie holte mit der Stange aus, und schlug mit aller Kraft gegen Evil-Lyns rechtes Schienenbein. Die Hexe hörte förmlich ein knackendes Geräusch in ihrem Bein, gefolgt von äußerst starken Schmerzen an der getroffenen Stelle. Sie schrie laut auf, und wurde fast dabei ohnmächtig. Man sah richtig, dass die Knochenenden verschoben wurden. Damit war klar, dass Anti-Teelana ihr das Schienenbein mit voller Absicht gebrochen hatte. Die Anti-Sorceress holte zu einem weiteren Schlag auf die wehrlose Hexe aus, die nur noch vor Schmerzen schrie, und nur noch darauf hoffte, dass diese Quälereien bald ein Ende hatten. ?Sorceress, hallo!? Sorceress!?, ertönte plötzlich eine weibliche Stimme aus einer der vielen Häuserruinen. Anti-Teelana ließ vorerst von ihrem Tun ab, um zu sehen, woher diese Stimme kam. Sie sah jedoch zunächst in eine falsche Richtung. ?Sorceress, hier drüben bin ich.?, führte die Stimme weiter aus. Die böse Zauberin blickte sich weiter um, und jetzt sah sie die Person, zu der die Stimme eindeutig zuzuordnen war. Es war eine einfache Soldatin, die nach ihrer Rüstung zufolge zu den Evil-Masters gehören musste. Sie näherte sich den beiden weiterhin, und hielt eine Violettfarbende Kristallkugel in ihren Händen. Was hast du hier zu suchen, Soldat??, fragte Anti-Teelana böse. Ihr gefiel es nicht ausgerechnet jetzt von einem einfachen Krieger gestört zu werden. ?Ich bitte um Vergebung, Sorceress. Aber wir haben Silvias Kristallkugel in der Schlucht des Canyons gefunden. Mein Kommandeur hat mir befohlen, sie dir sofort zu überreichen.?, antwortete die Kriegerin etwas kleinlaut und mit vollem Respekt vor ihrer obersten Befehlshaberin. Sie streckte ihre Arme aus, und hielt der Hüterin von Anti-Grayskull den Kugelstab entgegen. ?Ja ist schon gut, bring das Ding nach Grayskull. Ich will jetzt nicht gestört werden?, erwiderte Anti-Teelana genervt und machte eine abweisende Handbewegung, bevor sich wieder zu Evil-Lyn zuwandte. Die Soldatin ließ sich nicht wegschicken, und erwiderte: ?Aber Sorceress, mit dieser Kristallkugel vollendest du das Polygon der Macht. Das war dir doch immer so wichtig.? Die böse Zauberin drehte sich wieder um, und fauchte ihre Untergebene an: ?Hör zu, du Blechmütze. Ich habe dir gesagt ...? Sie konnte ihren Satz nicht mehr zu Ende sagen, denn die Kämpferin zielte bereits mit dem Kugelstab auf sie und ein gigantischer Blitz schoss heraus, der die Anti-Sorceress über Evil-Lyn hinweg durch die Luft schleuderte. Sie konnte sich gerade noch so auf den Boden abrollen, um sich nicht zu verletzten. Blitzschnell sprang sie wieder auf. ?Du dreckige Verräterin, ich werde dich sofort kaltstellen.?, fauchte sie in äußerster Rage und stürmte auf ihre neue Gegnerin zu. Ein weiterer Blitz schoss aus der Kristallkugel und ließ Anti-Teelana gegen eine Wand schleudern. Jetzt rappelte sie sich schon sehr viel mühseliger auf, hielt sich ihren linken Oberschenkel und humpelte davon. Offenbar hatte sie sich bei diesem Sturz verletzt oder zumindest sehr wehgetan. Die Soldatin blickte der fliehenden Anti-Sorceress hinterher und sagte: ?Jeder kann sich nur allzu sehr glücklich schätzen, in deiner Truppe ein Verräter zu sein.? Die Kämpferin ging zu Evil-Lyn, und sah ihr tief in die Augen. Dann leuchtete sie in einem grellen Licht auf, und transformierte sich zu einer Person, mit der Evil-Lyn am allerwenigsten gerechnet hatte. ?Silvia, aber was machst du denn hier??, fragte die Dämonenhexe erstaunt. ?Ich war zufällig in der Gegend, und da dachte ich, ich schaue mal vorbei.?, erwiderte die Widerstandskämpferin salopp. ?Ich dachte, du seist tot.?, meine Evil-Lyn daraufhin. ?Das dachte die Sorceress wohl auch, als sie mich in den Abgrund stieß. Ich hatte Glück, und bin auf einem Felsabsatz mit weichem Laub gelandet. War eine ganz schöne Plackerei, da wieder hochzukommen. Als ich wieder oben war, nahm ich meine Kristallkugel wieder an mich und sah, wie sich die ganze Armee der Masters sich durch den Spiegel quetschte. Ich mischte mich also mit einem Tarnungszauber unter die Leute, um zu sehen, was hier los ist und was die Masters wohl vorhatten. Ich hörte deine Schreie, da bin ich schnell hierhin geeilt. Halt aus, Evil-Lyn. Ich werde versuchen, den Träger anzuheben.? Die Widerstandskämpferin verkeilte ihre Kristallkugel zwischen dem Träger und dem Boden und versuchte den schweren Stahlklotz unter Ausnutzung der Hebelwirkung und mit ihrer ganzen Kraft den Träger anzuheben. Das tonnenschwere Gewicht erhob fast wie in Zeitlupe von Evil-Lyns Körper. Die Schwarzmagierin versuchte sich daraufhin aus ihrer misslichen Lage herauszuschieben. Doch die Schmerzen in ihrem gebrochenen Bein, die mit jeder Bewegung ins Unerträgliche stiegen, erschwerten dies. Nur unter allergrößter Anstrengung konnte sich die Dämonenhexe in Richtung Freiheit robben. ?Na los doch, Lyn. Ich kann?s nicht mehr lange halten.?, knirschte Silvia angestrengt nach einer Weile. Auch sie war schon am Ende ihrer Kraft, und stütze sich mehr und mehr mit ihrem Körper auf ihre magische Waffe. Nur unter Einsatz ihrer letzten Kraftreserven konnte sich Evil-Lyn schließlich herausziehen. Silvia ließ kurz darauf den Stahlträger wieder zu Boden fallen. Die Widerstandskämpferin schnaufte einmal durch, und begab sich dann sofort zur Verletzten. Diese schaute sie mit schmerzverzerrtem Gesicht an. ?Silvia, sie hat mir das Bein gebrochen.?, jammerte sie und es war ihr wirklich anzusehen, dass sie nichts mehr geben konnte. Silvia blickte sie daraufhin in ihr Gesicht, und sah jetzt auch ihr ausgestochenes Auge. ?Und nicht nur das.?, bemerkte sie kurz, bevor sie sich das gebrochene Bein näher anschaute. Als sie es wagte, die Bruchstelle zu berühren, schrie Evil-Lyn vor Schmerzen wie eine Wahnsinnige. Jetzt war für Silvia endgültig klar, wie schwer die Verletzungen sein mussten. Sie organisierte sich aus den Trümmern eine ein Meter lange Holzstange, Seile und einen faustgroßen Holzklotz. ?Die Sorceress hat wirklich ganze Arbeit geleistet. Ich muss das Bein schienen, das wird nochmal mächtig wegtun. Hier, nimm das in den Mund, damit du dir nicht auf die Zunge beißt.?, sagte die Widerstandskämpferin und gab Evil-Lyn den Klotz, welches die Schwarzmagierin in den Mund nahm. Als Silvia einmal kräftig am Fuß zog, verkrampfte Evil-Lyn vor Schmerzen, grub ihre Hände bis tief in die Erde und bohrte ihre Zähne bis zum Zahnfleisch in den Holzklotz. Silvia band die Holzstange mit den Seilen um Evil-Lyns Bein, um den Bruch notdürftig ruhigzustellen. Dann legte sie beide Hände auf Evil-Lyns Bein, schloss die Augen und konzentrierte sich für einen Zauberspruch. ?Mächte des Guten aus meinem tiefsten Herzen, befreie Evil-Lyn von ihren Schmerzen!? Silvias Augen leuchteten rot auf, kurz darauf saugten sich rote Lichtblitze in das verletzte Bein. Schon bald wurde der ganze Körper von roten Blitzen durchzogen. Die Patientin atmete erleichtert durch, und spukte den Holzklotz aus ihrem Mund. Von ihren Schmerzen wurde sie zwar nicht vollständig befreit, doch sie gingen zurück auf ein gut erträgliches Minimum. ?Danke, Silvia.?, sagte die Hexe. Silvia nickte einmal kurz auf, und half der Verletzten dann wider auf die Beine. ?Komm jetzt Evil-Lyn, du brauchst dringend einen Arzt. Ich weiß nicht, wie lange der Betäubungszauber wirkt.?, erwiderte ihr Gegenstück. Evil-Lyn ließ sich auf Silvia aufstützen, um mit ihr das Gefechtsfeld zu verlassen. Trotz ihrer Schmerzfreiheit wagte sie es nicht, ihr gebrochenes Bein zu belasten. Deswegen ließ sie sich von der Widerstandskämpferin so gut wie es möglich war helfen. Gemeinsam verließen sie den Platz und gingen in eine schmale Seitenstraße. ?Ich war so frei und habe mir einen eurer Rotons ausgeliehen, er steht gleich am anderen Ende dieser Straße.?, meinte Silvia, während sie gingen. ?Wir müssen diese Sorceress aufhalten, Silvia. Sonst verwüstet sie den ganzen Planeten hier.?, erwiderte Evil-Lyn. ?Wir werden sie drankriegen, Evil-Lyn. Dieser Brocken ist zu groß für sie, daran verschluckt sie sich. Ich habe ihre Krähenkapuze hier gefunden, sie liegt im Roton. Wenn wir sie vernichten, ist sie besiegt.? ?Nein das dürfen wir nicht, bitte. Skeletor ist tot, und Keldor doch auch.? ?Ich weiß, Evil-Lyn. Ich weiß.? Silvia senkte traurig den Kopf, und wischte sich eine Träne aus dem Gesicht. Ihr war deutlich anzusehen, dass der Tod ihres Mannes sehr naheging. ?Aber was hat das mit der Krähenkapuze zu tun??, fragte sie dennoch. ?Teelana hat mir gesagt, dass man damit wieder alles rückgängig machen kann.?, sprach Evil-Lyn. Silvia dachte nach, sie schien die Worte der Schwarzmagierin nicht so ganz zu verstehen. Mit fragendem Blick blickte die Rebellin sie an. ?Silvia verstehst du denn nicht, unsere Männer würden wieder leben. Alles wäre wieder so, wie bisher.? ?Ich weiß nicht so recht. Mit dieser Kapuze wurde schon sehr viel Böses angerichtet. Ob man damit jemals wieder etwas Gutes tun kann?? Die Rebellin runzelte die Stirn und rieb sich auffallend am Kopf. Sie dachte äußerst auffällig nach. ?Dennoch werden wir es versuchen, Evil-Lyn. Ich gebe dir darauf mein Wort. Aber zunächst muss dich Webstor wieder zusammenflicken. Wenn es nötig wird, werden wir Hordak von der Hordes-Föderation und King Hiss von Schlangen-Allianz mit ins Boot holen. Sie werden uns sicherlich helfen.? Zum ersten Mal seit Langen zeichnete sich zumindest ansatzweise wieder ein fröhliches und zufriedenes Lächeln über Evil-Lyns Gesicht ab. Sie wusste aus ihrer eigenen Erfahrung, dass wenn eine gutherzige Person ihr Wort gibt, dieses auch zu 100% gehalten wird. Mit dieser Zuversicht ließ es sich schon viel besser mit Silvias Hilfe gehen. Die beiden Frauen erreichten eine Häuserruine, hinter der einer von Skeletors Rotons stand. Langsam und mit Mühen hiefte Silvia die verletzte Evil-Lyn auf den Co-Pilotensitz, und stieg dann selber ein. ?In Ordnung lasst uns von hier verschwinden. Ein Glück, dass eure Fluggeräte in der Bedienung genauso gestrickt sind, wie unsere. Ihr hättet allerdings die Dinger mit etwas fröhlicheren Farben gestalten können.?, sagte sie zur Schwarzmagiern. Sie stupste sie mit der Schulter leicht an, um zu symbolisieren, dass Letztgenanntes nicht sonderlich ernst gemeint war. Als der Roton sich in die Lüfte erhob und sich immer mehr von der Stadt entfernte, blickte sich Evil-Lyn um und sah nun das gesamte Ausmaß der zerstörten Stadt Eternis. Nur noch schwarze Rauchsäulen aus den fast ausnahmslos skelettierten Gebäuden waren zu sehen, die sich zusammen zu einer einzigen dicken schwarzen Wolke formierten. Zahlreiche Brände und Krater rundeten das schreckliche Bild ab. Der Palast wurde schwer beschädigt, aus ihm klaffte ein riesiges Loch in dessen Dach. Dieses Bild ging Evil-Lyn doch etwas nahe, denn sie wusste, König Randor würde es niemals zulassen, dass Eternis so dem Erdboden gleichgemacht würde. Eher würde er es vorziehen, sich frühzeitig zu ergeben, um sich selbst, die Stadt und seine Einwohner vor Tod und Zerstörung zu schützen. Doch die Anti-Sorceress und ihre Schergen hatten offensichtlich ihre wahre Freude daran, die Stadt mit voller Absicht bis auf das letzte Haus abzufackeln. Nur die Krähenkapuze, die sich auf der Hutablage sah, brachte etwas Zuversicht und Hoffnung in ihre zurzeit ziemlich heruntergekommene und traurige Gefühlswelt. Evil-Lyn wurde rasch aus ihren Gedanken gerissen, als plötzlich ein schrilles Alarmgeräusch ertönte, und ein rotes Lämpchen auf der Steuerkonsole des Rotons ertönte. Die Hexe wusste genau, was das zu bedeuten hatte, und auch Silvia schenkte dem Alarm ihre ganze Aufmerksamkeit. ?Wir bekommen Gesellschaft Evil-Lyn. Zwei schwarze Wind-Raider, sie nähern sich aus sieben Uhr.?, bemerkte die Pilotin, nachdem sie den Radarschirm begutachtet hatte. Die Dämonenhexe schaute Achtern, und sah auch schon die feindlichen Maschinen mit einem unheimlichen Tempo heranfliegen. ?Silvia tu was, schüttele sie ab.?, flechte sie. Silvia ließ sich das nicht zweimal sagen, und versuchte mehrere Ausweichmanöver. Doch die Feindmaschinen hingen wie Kletten am Heck des Rotons und eröffneten das Feuer. Laserschüsse flogen rechts und links an der Maschine vorbei, bis ein Schuss das untere Treibwerk traf und es mit einem heftigen Knall zum Explodieren brachte. Die Maschine wurde kräftig durchgeschüttelt, und taumelte zu Boden. ?Verdammt, wir wurden getroffen.?, fluchte Silvia und versuchte zumindest weiteren Beschuss der Feinmaschinen auszuweichen. ?Ich kann die Maschine nicht in der Luft halten. Festhalten, ich versuche eine Notlandung.?, sagte sie nach einer Weile und rüttelte wie verrückt am Steuerknüppel. Evil-Lyn hielt sich krampfhaft an allen möglichen Stellen fest. Der Roton flog beinahe wie ein Stein zu Boden. Beide Insassinnen sahen, wie sich die Erde vor ihnen mit einer erschreckenden Geschwindigkeit näherte. Der Roton setzte äußerst unsanft auf. Silvia schrie einmal kurz auf, und knallte mit dem Kopf gegen das Armaturenbrett. Beinahe der halbe rote Kranz mit seinen vielen Zacken wurde von der Flugmaschine gerissen. Der Roton selbst hinterließ eine ca. 100 Meter lange Schneise, bevor es endlich zu Stehen kam. Die beiden Feindmaschinen flogen in einer äußerst niedrigen Höhe über dem Flugzeugwrack hinweg. Sie entfernten sich rasch, doch Evil-Lyn konnte erkennen, dass sie wendeten, und zurückflogen. ?Silvia, sieh mal, sie kommen zurück. Wir müssen hier raus.?, sagte sie nervös. Doch Silvia reagierte nicht. Evil-Lyn wurde noch energischer. Sie rüttelte an ihr und zog sie vom Armaturenbrett weg. Da sah sie entsetzt auf ihre eigenen Hände, sie waren voller Blut, das nur von der Widerstandkämpferin stammen konnte. Silvia lag mit ihrem Kopf in der Lehne ihres Sitzes und hatte die Augen geschlossen. Ihr Kopf lag in einer unnatürlichen Haltung auf einer ihrer Schultern. Beim Aufprall auf die Erde hatte sie sich das Genick gebrochen. Jetzt war sie endgültig tot, doch Evil-Lyn blieb keine Zeit, um darüber nachzudenken. Sie musste aus der Maschine, denn die Wind-Raider näherten sich immer mehr. Schnell nahm sich Evil-Lyn Silvias Kristallkugel, und benutze sie als Gehhilfe, um irgendwie aus dem Flugzeugwrack herauszukommen. Der Betäubungszauber ließ nach, sodass die Schmerzen langsam wiederkehrten. Trotzdem schaffte es Evil-Lyn raus, bevor die Maschinen das Feuer eröffnen konnten, und den Roton zur Explosion brachten. Evil-Lyn war der Druckwelle schutzlos ausgeliefert. Sie wurde mitgerissen, verlor den Kugelstab und schleuderte 10 Meter weit weg zu Boden. Dort blieb sie liegen. Ihr Bein tat wieder so fürchterlich weh, als wäre es erneut gebrochen worden. Zu ihrem Entsetzen fiel ihr auch noch ein, dass sie die Krähenkapuze hätte mitnehmen sollen. Nun ging sie mit dem Roton in Flammen auf, und mit ihr sämtliche Hoffnungen, doch noch alles zum Guten zu wenden. Als wenn das jedoch nicht genug wäre, sah sie nun auch noch, wie die Wind-Raider landeten. Anti-Teelana, Anti-Ram-Man und einige schwarze Soldaten stiegen aus. Evil-Lyn lag hilflos da, während die feindliche Gruppe ihr langsam näherte. Ans Aufstehen war gar nicht zu denken, geschweige denn ans Fliehen. Anti-Teelana näherte sich ihr, sie humpelte und zog ihr linkes Bein immer wieder nach. Offenbar hatte Silvia sie am Oberschenkel ernsthaft verletzt. Sie zog ein äußerst bösartiges Gesicht auf, während sie sich zusammen mit Anti-Ram-Man der am Boden liegende Dämonenhexe näherte. In ihren Händen hielt sie eine Maschinenpistole. ?So, du wertloses Stück Dreck. Jetzt wird endgültig abgerechnet.?, sagte Anti-Teelana, und stellte sich direkt vor Evil-Lyn auf. ?Teelana, tue es bitte nicht.?, flennte die Schwarzmagierin in der Hoffnung ihrem Schicksal doch noch irgendwie entgehen zu können. ?Ruhe Evil-Lyn. Deine jämmerlichen Ausflüchte kannst du dir für die Hölle sparen.?, erwiderte ihre Widersacherin und zielte mit der Maschinenpistole auf sie. Bitte nicht, Sorceress. Ich wollte sie nicht töten, es war Notwehr. Teela hat auf mich geschossen.? ?Ach ja, geschossen. So etwa??, antworte Anti-Teelana böse. Sie lud ihre Waffe durch, und ließ mehrere Kugeln links und rechts von der Schwarzmagierin im Boden einschlagen. Ein Projektil traf direkt Evil-Lyns rechte Kniescheibe und ließ sie in tausend Stücke zerspringen. Evil-Lyn schrie auf und hielt sich ihr Knie. So, bevor ich dich jetzt endgültig abknalle, gibst du mir meine Krähenkapuze wieder. Wo ist sie?? ?Sie ist dort im Roton, ich habe sie dort vergessen.?, stammelte Evil-Lyn und zeigte auf das brennende Flugzeugwrack. Anti-Teelana wurde noch sehr viel zorniger, als sie ohnehin schon war. ?Das darf doch wohl nicht Wahrsein. Erst nimmst du mir meine Tochter, und dann auch noch meine Zauberkraft.?, fauchte die Peinigerin in voller Rage. Sie nahm das Magazin aus ihrer Maschinenpistole und schleuderte ihre Waffe direkt in Evil-Lyns Gesicht. Das Schießeisen prallte von der Stirn ab. Evil-Lyn hielt sich reflexartig beide Hände vors Gesicht. ?Rammy, töte diese Mörderin, und zwar auf der Stelle.?, befahl sie nun dem Anti-Titan, ohne sich zu ihm umzudrehen. ?Zu Befehl, Sorceress. Ich töte jetzt die Mörderin.? Anti-Ram-Man zog eine Pistole und lud sie durch. Er zielte damit jedoch nicht auf Evil-Lyn, sondern direkt auf Anti-Teelanas Rücken. Ein Schuss löste sich und schlug direkt im Bereich der Nieren in Anti-Teelanas Wirbelsäule ein. Die böse Zauberin verlor das Gefühl in ihren Beinen und fiel zu Boden, ohne dass sie etwas dagegen machen konnte. Irgendwie konnte sie sich auf den Rücken drehen, und hielt sich die Stelle am Rücken, wo die Kugel eingeschlagen war. Nach einer Weile nahm sie die Hand wieder weg, und sah mit Entsetzen, wie sie mit ihrem eigenen Blut getränkt war. ?Ram-Man, sag mal bist du verrückt geworden? Was tust du denn??, rief Anti-Teelana fassungslos. ?Ich nur deine Befehle aus, Teelana. Eine Mörderin töten.?, erwiderte Anti-Ram-Man. ?Ram-Man, ich verstehe nicht ganz.?, stammelte die böse Zauberin ängstlich. Sie versuchte sich wegzurobben, was ihr aber aufgrund ihrer gelähmten Beine nicht gelang. ?Sorceress, ich darf dir Folgendes melden: Deine Vorgängerin Veena und ich, wir standen uns sehr nahe und liebten uns. Gemeinsam herrschten wir über das Universum der Finsternis, bis du einfach so in unser Leben eingedrungen bist, ohne dass dich irgendjemand gerufen hat. So wie Evil-Lyn dir deine Tochter geraubt hat, so hast du mir auch meine Geliebte einfach weggenommen. Jahrelang habe ich deine Magie gefürchtet und auf den Moment gewartet, an dem ich mich für Veena rächen konnte. Dieser Augenblick ist nun gekommen, Teelana.? Nach diesem Vortrag lud der Anti-Titan noch einmal seine Waffe durch. Er zielte direkt auf Anti-Teelanas Kopf. ?Aber Rammy, das kannst du doch nicht machen. Was willst du haben, ich gebe es dir. Diesen Planeten hier oder das Universum des Lichts? Nein bitte, das darfst du ...? Anti-Teelanas verbale Versuche ihr Leben zu retten, nützten überhaupt nichts. Anti-Ram-Man schoss ihr direkt in den Kopf und beendete damit das Leben der einst so mächtigen und bösartigen Sorceress. Evil-Lyn sah sich das ganze Geschehen mit an. Ihr blieb auch nichts anderes übrig. Zunächst war sie erleichtert über Anti-Teelanas Tod, doch nun sah sie den Mann an, der über ihr weiteres Schicksal entscheiden sollte. Würde er auch sie töten, so wie eben zuvor ihre Widersacherin? ?Und was hast du jetzt mit mir vor, Ram-Man.?, fragte sie den Anti-Titan mit sorgenvollem Gesicht. ?Du Evil-Lyn wirst als Sklavin gute Dienste erbringen, und für mich arbeiten.?, lächelte Anti-Ram-Man. Er rief mit einer Handbewegung zwei schwarze Soldaten herbei. Sie führten eine Trage mit sich, auf der Evil-Lyn drauf gehoben und fixiert wurde. Dann brachte man die Verletzte in eines der Wind-Raider und flog sie in ein provisorisches Lazarett in der Nähe der zerstörten Stadt Eternis. Nach ihrer Genesung musste sie fortan für die neue Anti-Regierung arbeiten, ihr Aufgabengebiet umfasste die Infiltration und die Bekämpfung kleinerer Widerstandgruppen, die sich immer noch den Evil-Masters entgegenstellten und beinahe zu einer kleinen Rebellion zusammenwachsen konnten. Zwei Jahre nach der Invasion konnte sie mithilfe einer Bestechungsintrige vom Planeten Eternia fliehen. In einem Talon-Fighter verschlug es sie in das Primus-Sternensystem. Dort lernte Evil-Lyn den Kommandanten des Totenkopf-Raumschiffs Brakk kennen. Da Optikk zwei Monate zuvor bei einem Angriff auf den Planeten ums Leben kam, war dort gerade eine Stelle frei. Brakk engagierte Evil-Lyn und ersetzte ihr verlorenes Auge durch ein künstliches Allzweck-Auge, mehr der sie mehr sehen konnte, als jemals zuvor. So nahm sie zunächst Optikks Posten als Chefaufklärerin ein. Mit der Zeit erkannte Brakk auch Evil-Lyns magische Kompetenzen, und sie verliebten sich ineinander. Vier Jahre später wurde sie zur Stellvertreterin befördert. Seitdem versuchen sie den Planten Primus unter ihre Gewaltherrschaft zu bringen. ENDE |
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