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Fan-Fictions
Schleichendes Gift
Niedergang
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| Schleichendes Gift Niedergang |
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Niedergang
Duncan hatte mit Marlena verabredet, seine Tochter am Morgen nach dem Geschäftsessen abzuholen. Da sich Teela und Adam bei jeder Gelegenheit in die Haare gerieten würde es wohl nicht viel Überredungskunst brauchen, das Mädchen wieder zu einem Umzug nach Hause zu bewegen. Der Waffenschmied freute sich darüber, dass sich in seinem Leben allmählich wieder die gewohnte Ordnung einstellte. Nun musste er noch irgendwie den Abend im Wirtshaus überstehen. Der oberste Ingenieur schätze solche Veranstaltungen eigentlich nicht, doch er spürte, dass er seinen Arbeitern diese Geste schuldig war. Zum Glück schienen seine Leute tatsächlich die Fehltritte der letzen Zeit verziehen zu haben. Die Stimmung war gut, als sie zum Gasthaus aufbrachen, nur Trydor wirkte nervös, als stünde ihm eine wichtige Prüfung bevor. Der junge Arbeiter fühlte mehrere Male nach der Flasche mit der farblosen Flüssigkeit, die Lyn ihm zugesteckt hatte. Die angehende Hexenmeisterin hatte ihn mehrmals beschworen, selber keinesfalls auch nur an der Flasche zu riechen. Es musste eine brisante Mischung drin sein. Jetzt musste sich nur noch eine Gelegenheit finden, sie seinem Vorgesetzten auch einzuflößen. Die Sache lief nicht gut für Lyns Mitstreiter. Duncan war äußerst vorsichtig, was seinen Weinkonsum anging und hielt sich außerdem noch ständig an seinem Glas fest. Trike blieb nur noch eine Möglichkeit, den Plan in die Tat umzusetzen. Er musste seinen Vorgesetzten in Zugzwang bringen. Der junge Arbeiter ging lächelnd mit seinen beiden Kumpanen im Schlepptau auf seinen Lehrherren zu. ?Guten Abend. Stoßt Ihr mit uns auf die geretteten Aufträge an?? Duncan schüttelte den Kopf: ?Schon in Ordnung, Jungs, das könnt ihr ohne mich besser.? ?Schade?, lies sich Mikael vernehmen, ?mein Vater hat mir nämlich dafür einen besonders guten Tropfen mitgegeben. Aber ich kann Euch verstehen, bei den Gerüchten, die umgehen, würde ich an Eurer Stelle auch nichts trinken.? Der Waffenschmied wurde hellhörig: ?Welche Gerüchte meinst du?? ?Och, dass Ihr Schwierigkeiten habt, das rechte Maß beim Trinken zu finden. Wir geben da natürlich nichts drauf, die Leute quatschen eh zu viel.? Der angehende Spion des Bösen hatte bereits drei Gläser eingeschenkt und das Glas für seinen Chef entsprechend präpariert. Duncan gab sich einen Ruck und gesellte sich zu den drei jungen Männern. Trydor sorgte dafür, dass er das richtige Glas erhielt und stieß zusammen mit Kollegen und Vorgesetzten an. Mikael grinste die ganze Zeit so breit, dass Trike fast Angst bekam, der oberste Ingenieur würde die Aktion durchschauen. Arn wartete mit unbewegter Mine der Dinge, die kommen sollten. Lyns Mitstreiter versuchte, seine Nervosität zu überspielen und kniff den rothaarigen Mikael unauffällig in die Seite, damit er das Grinsen endlich sein lies. Eine ganze Weile geschah gar nichts. Duncan sagte nie sehr viel in Gesellschaft, von daher fiel den anderen zuerst nichts auf. Der Waffenschmied kämpfte jedoch bereits mit der Wirkung des Gebräus. Die Schwarzmagierin hatte nicht zu viel versprochen. Randors ältestem Freund stieg der Wein zu Kopfe, als hätte er nicht ein sondern mindestens acht Gläser geleert. Der Mann versuchte, tief durchzuatmen, aber das half nicht. Raus, hier, nur raus an die frische Luft, an mehr konnte er nicht denken. Duncan griff sich an den Kopf und ging mit schwankendem Schritt nach draußen. ?Tja, dem ist schlecht!?, kommentierte Trydor halblaut. Die Belegschaft wurde mit einem Schlag mucksmäuschenstill. ?Ich kümmere mich um ihn.? Tron hatte sich erhoben und warf den Lehrlingen einen scharfen Blick zu. ?Wenn das ein Scherz gewesen sein sollte, dann war es ein verdammt schlechter.? ?Hey, wir haben es ihm nicht eingetrichtert! Wenn er nichts verträgt, dann soll er nichts trinken!?, verteidigte sich Arn. Duncans Stellvertreter war bereits nach draußen geeilt und machte sich auf die Suche nach seinem Vorgesetzten. Duncan hatte sich gut hundert Meter vor dem Wirtshaus auf den Boden gesetzt und starrte vor sich hin. Der Vorarbeiter berührte den Waffenschmied vorsichtig am Arm. Die Luft war zum Glück nicht mehr so heiß wie die Tage zuvor, das würde beim Ausnüchtern hilfreich sein. ?Sie hat mich nicht gewollt. Alles, alles habe ich für sie getan und zum Dank hat sie sich mit irgendeinem dahergelaufenen Kerl eingelassen. Ich sage dir, alle Weiber sind falsch!?, lallte Duncan plötzlich. Tron fühlte sich unangenehm berührt. Mit Gefühlausbrüchen konnte er nicht umgehen und wenn eine Respektsperson einem etwas vorklagt, dann ist es doppelt schwer. Dem Vorarbeiter war klar, dass niemand den obersten Ingenieur in diesem Zustand sehen durfte, schon gar nicht die Lehrlinge. Sie würden ihn nie wieder achten können. Tron zog Duncan hoch. Zum Glück war er trotz seiner geringen Größe recht stark. Der Waffenschmied lies sich willig nach Hause führen. Er murmelte zwar noch ab und zu etwas von ?alle lassen mich alleine? immer ist irgendetwas wichtiger als ich??aber er blieb dabei wenigstens einigermaßen leise. Der Vorarbeiter behandelte seinen Chef, wie er es wohl auch mit einem seiner Lehrlinge getan hätte. Er nahm seinem obersten Ingenieur die Schlüssel ab, bugsierte ihn ins Haus und setzte ihn aufs Sofa. Mehr konnte er nicht tun. Duncan schlief bereits und schnarchte hörbar. Tron empfand plötzlich eine Mischung aus Wut, Verachtung und Mitleid. Er deckte seinen Vorgesetzten mit einer Jacke zu, die er auf dem Boden gefunden hatte und verlies das Haus. Nun musste er nur noch die Geschichte mit der plötzlichen Magenverstimmung verbreiten, dann würde dieser Ausrutscher vielleicht keine weiteren Folgen haben. Die anderen Kollegen glaubten das Märchen ohne weiteres Nachfragen. Vielleicht wollten sie es einfach glauben. Trydor fluchte unterdrückt. Sie hielten noch immer zu ihrem Vorgesetzten. Was hatte Duncan an sich, dass sie ihm ein solches Benehmen nachsahen? Er musste einen neuen Plan schmieden, um seinen Chef aus dem Weg zu räumen. Noch ahnte er nicht, dass ihm der Zufall zur Hilfe kommen sollte. Am nächsten Morgen wartete Marlena wieder vergeblich mit ihrer Ziehtochter auf deren Adoptivvater. Die Königin beschlich ein ungutes Gefühl, sie konnte nicht mal begründen, warum. Teela war ungewöhnlich still und in sich gekehrt. Irgendwas schien sie zu beschäftigen. Adam hatte sie im Streit eine unausstehliche Zicke genannt und gesagt, es wäre kein Wunder, dass ihr Vater sie nicht wieder abholte. Was, wenn der Prinz nun recht hatte? War sie wirklich so schlimm? Randors Frau konnte es schließlich nicht mehr mit ansehen, wie das Kind litt. Sie forderte das Mädchen kurzerhand auf, sie zu Duncans Haus zu begleiten. Der Sommer hatte eine Pause eingelegt, es war kalt und regnerisch. Das Wetter passte hervorragend zur gedrückten Stimmung. Vor der Haustüre zögerte Teela und sah ihre Ziehmutter bittend an. Marlena schloss die Türe auf. Stille. War Duncan etwa schon zur Arbeit gegangen? Entsetzt bemerkte die Königin die Unordnung im Hause. Teela schien es peinlich zu sein, sie sammelte rasch einige herumliegende Kleidungsstücke auf. Randors Gattin hatte inzwischen das Wohnzimmer betreten und erstarrte. Der engste Vertraute ihres Mannes lag, vollständig angezogen und ungepflegt auf dem Sofa und schlief. Im ersten Moment dachte Marlena an eine Krankheit. Sachte näherte sie sich dem vermeintlichen Patienten. Bis sie seinen Atem roch. Diese Art von ?Krankheit? kannte sie noch gut aus den Jugendjahren ihres Mannes. Blitzschnell schlug ihr Mitgefühl in Zorn um. Jetzt musste sie sich beherrschen. Teeala durfte ihren Vater so nicht sehen. ?Teela? Teela, bleib draußen! Dein Vater hat sich offenbar eine Grippe gefangen, ich will nicht, dass du dich ansteckst!? Das Mädchen wollte ungeachtet der Warnung ins Wohnzimmer stürmen, doch die Frau war schneller und hielt sie am Arm fest. ?Lass mich los. Wenn er krank ist, dann braucht er mich doch. Ich war schlecht zu ihm, das muss ich wieder gut machen.? Marlena lockerte ihren Griff nicht. ?Du hilfst ihm jetzt am besten, wenn du ihn eine Weile in Ruhe lässt. Ich verspreche dir, dass ich mich kümmere. Du gehst jetzt zu Adam, verstanden?? Das Kind fügte sich, zwar mit Tränen in den Augen, aber ohne Widerworte. Marlena wartete, bis ihre Ziehtochter das Haus verlassen hatte. Umgehend wandte sie sich Duncan zu und schüttelte ihn unsanft wach. ?Aufwachen! Wir hatten heute Morgen eine Verabredung! Du wolltest deine Tochter abholen, weißt du das noch?? Der Waffenschmied blinzelte sie an und stöhnte schmerzgepeinigt auf. ?Mein Kopf! Lena, bitte, sei nicht so laut.? ?Noch bin ich gar nicht laut, mein Lieber, aber ich kann es noch werden. Sollte jemand in deinem Alter nicht wissen, wann er genug gefeiert hat?!? Der Mann zog es vor, das Thema zu wechseln. ?Wie spät ist es? Wo ist Teela?? ?Es ist spät genug. Schaffe hier Ordnung, wasch dich und dann werden wir sehen, wann Teela zu dir zurück kann.? Marlenas Stimme wurde leiser: ?Warum hast du uns nichts von deinem Problem gesagt? Wir könnten versuchen, dir zu helfen.? ?Ich habe nichts gesagt, weil ich keine Probleme habe. Vermutlich war irgendetwas mit meinem Essen gestern nicht in Ordnung. Jetzt lass mich alleine, ich muss mich für die Arbeit fertig machen.? Die Königin zog sich kopfschüttelnd zurück. Duncan wusste noch nicht, dass die richtigen Schwierigkeiten ihm noch bevorstanden. Ein Offizier von niedrigem Rang hatte König Randor um eine dringende Unterredung gebeten. Der König hatte ihn kurzerhand zwischen zwei Termine geschoben, denn er konnte sich nicht vorstellen, dass der Mann etwas wirklich Wichtiges zu erzählen hatte. Der Soldat wirkte nervös, die prunkvolle Umgebung des Palastes und Randors Anwesenheit schienen ihn einzuschüchtern. Schließlich griff er in seine Tasche und hielt dem Regenten ein paar Pläne von den neuesten Entwicklungen aus seiner Waffenschmiede hin. Randor stutzte. Woher hatte ein einfacher Soldat Zugriff auf diese brisanten Unterlagen? Der Offizier erklärte mit wenigen Worten, dass die Pläne zwei seiner Untergebenen zum Kauf angeboten worden waren. Die beiden hatten sich in einer Gaststätte mit schlechtem Ruf vergnügt, die die Königstreuen in der Regel mieden. Die beiden Palastwachen waren zivil gekleidet gewesen, daher hatte sie der Verkäufer unbehelligt angesprochen. Nach einem kurzen Handgemenge hatten sie sich zwar die Pläne sichern können, doch der Anbieter, der die Gegend einfach besser kannte, war geflohen. Den König überlief es bei der Geschichte eiskalt. In seiner Werkstatt befand sich ein Verräter. Randor wusste nicht, dass vorübergehend viele, von Trydor organisierte Hilfskräfte in der Waffenschmiede ein- und ausgegangen waren, um die vernachlässigten Aufträge aufzuarbeiten. Was, wenn alle Welt bereits von dem geheimen Großauftrag des Volkes von Avion wusste? Der Regent sagte umgehend alle Termine ab und machte sich auf den Weg in die Werkstatt. Sein Freund musste umgehend über die Lage informiert werden. |
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