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Fan-Fictions    Die Verschwörung    Orkos Fluchtversuch
Die Verschwörung
Orkos Fluchtversuch
Castle Grayskull, Chemikalienraum


?Orko kannst du mich hören. So antworte doch, kleiner Freund.? Mekaneck beugte sich über den bewusstlosen Trollaner, und versuchte ihn aufzuwecken, indem er ihn immer wieder ansprach. Es dauerte noch eine Weile, bis seine Bemühungen von Erfolg gekrönt wurden. Dann öffnete der kleine Zauberer langsam seine kleinen Augen und kam wieder zu sich.

?Mekaneck, was ist passiert? Was ist mit Man-At-Arms??, fragte er zaghaft und noch leicht benommen. ?Er, Ram-Man und Man-E-Faces haben uns angegriffen und hier eingesperrt.?, antwortete der Kundschafter. Der Trollaner reagierte entsetzt, und ihm fiel jetzt auch wieder ein, was eigentlich geschehen war. ?Aus irgendeinem Grund wollen sie Skeletor ins Schloss lassen, und He-Man und die Zauberin in der Ebene der Ewigkeit in eine Falle treiben .?, berichtete Mekaneck weiter. ?Was!? Skeletor ins Schloss lassen??, reagierte Orko und fuhr sofort hoch. Wenn man dem Trollaner mit irgendetwas Angst einjagen konnte, dann brauchte man den Namen des Hexenmeisters in seiner Anwesenheit nur zu erwähnen. Fast verstört schwebte Orko umher und wurde dabei immer nervöser. Er wollte irgendetwas zaubern, und erhob dazu auch schon die Hände. Doch der Trollaner erkannte schon im Vorfeld, dass es keinen Sinn machte.

?Oh nein, meine Magie ist weg. Ich kann mich nicht aus der Burg beamen. Sie haben den Magieschild wieder eingeschaltet. Ich spüre, wie es meine Kräfte aufsaugt.?, stammelte er entsetzt. Ohnehin meinte Orko immer von sich selbst, dass er kein herausragender Kämpfer war. Ohne seine Magie fühlte er sich noch schwächer und verwundbarer. Er ließ sich hängen und sank designiert zu Boden. ?Aber wir müssen doch hier irgendwie raus. Wir können doch nicht einfach zulassen, dass das Knochengesicht in die Burg kommt.?, sprach Mekaneck, ?Wir müssen sofort in die Ebene der Ewigkeit und He-Man warnen. Sonst ist alles aus.? ?Aber was können wir tun, wir sind hier eingesperrt und kommen nicht heraus.?, erwiderte Orko. Der Zauberer begab sich zur Tür und rüttelte an der Klinke, doch es hatte keinen Sinn. Logischerweise war sie abgeschlossen. Fast schon verzweifelt sah er sich im Raum um, seine Aufmerksamkeit widmete sich schon bald einem großen und breiten Regalschrank an der Wand. Seine verbitterte Mine verwandelte sich mit der Zeit immer mehr in eine hoffnungsvoll drein schauende Visage, je mehr er das Möbelstück ansah. ?Mekaneck, hilf mir. Ich habe mal zusammen mit der Sorceress diesen Raum renoviert, und ich meine mich zu erinnern, dass hinter diesem Schrank soetwas wie ein Lüftungsschacht ist.? Orko versuchte das Möbelstück zu verschieben, was ihn aber absolut nicht gelang. Erst mit der Hilfe des Langhalses konnte er ihn von der Wand wegbewegen. Tatsächlich war dahinter ein Lüftungsschacht, sie war jedoch mit einem Gitter abgedeckt, welches fest angeschraubt war. Orko öffnete seine Kapuze, und kramte hörbar darin herum. Alles Mögliche hatte er in seiner als Tragetasche verwendbaren Kopfbedeckung, die einen fast unendlich großen Stauraum für Dinge aller Art bot. Er brachte ein Zauberbuch, einen Sonnenhut, einen übergroßen Becher, eine Sicherheitsnadel und einen Kompass hervor, bis er schließlich einen Schraubendreher in seinen Händen hielt. Damit versuchte er die schon leicht angerostete Abdeckung abzuschrauben. Da er in der Waffenwerkstatt Duncans mit mehr oder weniger großem Erfolg öfters aushalf, hatte er eine gewisse technische Erfahrung, und so gelang ihm sein Werk relativ schnell und einfach. Das Gitter gab ein rechteckiges Loch in der Wand frei, was nicht sehr groß war. Mekaneck schaute zunächst sehr skeptisch drein, streckte aber dann seinen Kopf hindurch und ließ ihn so tief wie es ging in den Schacht fahren. Es dauerte eine ganze Weile, bis der Kopf des Kundschafters wieder in die ursprüngliche Lage gesetzt wurde. Gespannt wartete der Trollaner auf seinen Bericht, der auch nicht lange auf sich warten ließ.

?Dieser Schacht ist an machen Stellen sehr eng. Ich komme dort unmöglich durch, aber du könntest es schaffen.?, meinte der Kundschafter zu Orko.
?Irgendwie habe ich es geahnt, dass du so etwas sagst.?, antwortete der Zwerg unsicher zurück.
?Der Schacht führt direkt in den Kontrollraum. Du wirst also unweigerlich mit Ram-Man konfrontiert werden.?
?An dem muss ich wohl irgendwie vorbeikommen, mir wird schon was einfallen.?

Ein allerletztes Mal schaute sich der Trollaner im Raum um, und registrierte eine fast kreisrunde Flasche mit einem gelben schleimartigen Inhalt. ?Und ich weiß auch schon was.?, sagte er zuversichtlich und nahm sich dieses Gefäßes an, um es unter seiner Kapuze verschwinden zu lassen.

?Ich wünsche dir viel Glück mein kleiner Freund.?, sagte Mekaneck noch.
?Danke, das kann ich wirklich sehr gut gebrauchen.?, antwortete Orko sentimental.

Beide hielten sich kurz in den Armen. Sie waren sich nicht sicher, ob sie sich jemals wiedersehen würden. Mekaneck hob Orkos Sicherheitsnadel auf. Auch in seinem Sonnenhut fand er eine weitere Nadel, die aufgesteckt war. ?Ich werde mal versuchen, mit deinen Nadeln das Türschloss zu knacken. Vielleicht gelingt mir das, und dann komme ich so schnell wie es geht nach, um dir zu helfen.? Orko nickte kurz bestätigend zu ihm zu, bevor er in den Schacht schwebte und darin verschwand. Der Langhals machte sich ebenfalls an sein Werk und versuchte mit Orkos Nadeln Herr über das Türschloss zu werden.


Eternis, Randors Büro

Nachdenklich schritt der Waffenmeister im Arbeitszimmer seines ehemaligen Vorgesetzten auf und ab, und schaute dabei immer wieder aus dem Fenster. Eine versteinerte Mine zeichnete sich in seinem Gesicht ab. Ihm gefiel es nicht, was er machte, dennoch war er sich nach wie vor sicher, dass das was er tat richtig war, und nur zum Wohle Eternias diente. Nach einer sehr langen Zeit wandte er sich vom Bereich des Fensters ab, und begab sich zum Tisch. Nur widerwillig setzte er sich auf den Bürosessel, wo eigentlich der König immer Platz nahm und von dort aus seine Arbeit machte. Er wusste ganz genau, dass er dort zu Unrecht saß, und sich diesen Platz mit Gewalt einfach so geraubt hatte. Das machte ihn etwas missmutig und auch ein wenig traurig.

Duncan nahm ein aufgestelltes Foto vom Tisch und betrachtete es genau. Darauf waren er, die Sorceress und Orko abgebildet. Mehrmals strich er mit einem Finger über die Oberfläche. Er schien sich jede Linie und jede Farbschattierung genaustens einzuprägen. Die Tür ging auf, und der Wespenmensch betrat das Büro. Arms legte das Foto wieder beiseite und erwartete das Anliegen des Wespenmenschen. Buzz-Off war garantiert nicht umsonst in das Büro gekommen.
?Duncan, es ist schon kurz nach 13:00 Uhr. In einer knappen Stunde erwarten wir Skeletor vor der Burg. Sollten wir nicht langsam aufbrechen??, fragte der Kämpfer mit den Facettenaugen. Duncan stand von seinem Platz auf und ging erneut zum Fenster hin, um hinauszuschauen.
?Hast du Gefangenen noch einmal befragt, ob einer von ihnen überlaufen möchte??
?Ich habe mir jeden Einzelnen vorgenommen, niemand ist bereit dich zu unterstützen.?, antwortete Buzz-Off trocken.
?So weit, so gut.?, sprach Duncan etwas erleichtert.
?Dann sollten wir jetzt den zweiten Teil unseres Plans durchführen??, fragte der Wespenmensch.
?Ja, das halte ich für angebracht. Halte hier die Stellung. Ich breche zusammen mit Teela und Man-E-Faces nach Grayskull auf.?

Duncan wandte sich vom Fenster ab, und ging zur Tür.
?Wollen wir nur hoffen, dieser Teil genauso reibungslos verläuft wie der Erste. Dann hat dieser ganze Spuk endlich ein Ende.?, meinte Buzz-Off hoffnungsvoll.
?Es wird gut gehen, Buzz-Off. Spätestens jetzt habe ich keinerlei Zweifel mehr.?, erwiderte Arms. Dann verließ er den Raum, um sich mit den zwei genannten Kämpfern zu treffen.


Castle Grayskull, Lüftungssystem

Nur mit allergrößter Mühe und unter Aufbringung seiner gesamten körperlichen Kraft zwängte sich Orko durch den engen Lüftungsschacht, der von seinem ehemaligen Gefängnis zum Kontrollraum führen sollte. Trotz seines ohnehin schon sehr kleinen Körpers musste er teilweise sogar auf seinem Bauch vorran robben, um überhaupt vorwärtszukommen. Mekaneck hatte wahrlich nicht übertrieben, was die Enge dieses Schachtes anbelangte. Schlussendlich erreichte er jedoch das andere Ende des Schachtes und war im Kontrollraum. Es war hier nicht mit einem Gitter versehen. Eine übergroße Blumenvase verdeckte den Eingang, die auf einem Schaltschrank stand. Orko blinzelte vorsichtig und vor allem leise hinter dieser Vase hervor, und beobachtete Ram-Man am Radarschirm. Direkt dahinter war der offene Ausgang zu den Korridoren und somit der Weg in die Freiheit.

Der Trollaner wusste jedoch ganz genau, dass er sich nur bis zu einer gewissen Entfernung Ram-Man unbemerkt nähern konnte. An ihm vorbei würde er es wohl nicht schaffen, ohne gefasst zu werden. Deswegen hatte er sich die Flasche mit der gelben Flüssigkeit mitgenommen. Zusammen mit der Sorceress hatte er damit mal ein Zauberexperiment vollzogen, und wusste um die Eigenschaften gut Bescheid. Er nahm es aus seiner Kapuze und verbarg es hinter seinem Rücken. Dann schwebte der kleine Zauberer bis vor den Schaltschrank, um auf sich aufmerksam zu machen.

?Huhu, Ram-Man. Hier bin ich, komm her und fang mich.?, rief er und winkte dabei energisch mit einem Arm. Der wandelnde Rammbock bemerkte den kleinen Zauberer sofort, es riss ihn regelrecht aus seiner Überwachungsarbeit am Radarschirm. ?Verdammt, Orko. Er darf unter keinen Umständen aus der Burg entkommen.?, fluchte der Titan zu sich selbst. Er stürmte sofort los, um den Trollaner irgendwie zu fassen zu kriegen. Orkos Kalkül ging zu einhundert Prozent auf. Er schwebte tiefer auf den Boden zu, ohne großartig seine Position zu verändern und ließ Ram-Man bis auf eine bestimmte Entfernung näher kommen. Als sein Gegner nur noch wenige Meter entfernt war, schoss Orko wie aus heiterem Himmel in die Höhe und warf das Gefäß zwischen sich und Ram-Man auf den Boden. Das Glas zersprang und die geleeartige Flüssigkeit breitete sich mit rasender Geschwindigkeit aus. Ram-Man kam auf dem daraufhin spiegelglatten Boden ins Straucheln und rutschte mit voller Wucht an die Wand. Jetzt war der Weg zum Ausgang frei, und Orko verlor keine Zeit den Raum zu verlassen. Als er den Ausgang erreichte und schon fast aus dem Kontrollraum hinaus war, drehte er sich noch mal zu Ram-Man um. Er war leicht besorgt und hoffte, dass der Titan sich nicht allzu stark verletzt hatte. Als der Trollaner merkte wie sich er sich langsam wieder auf die Beine stellte, und ihm offensichtlich nichts Ernsthaftes zugestoßen war, beschloss er sich endgültig zurückzuziehen.

Plötzlich packte jemand von hinten seinen Arm und drehte ihn gewaltsam auf seinen Rücken. Orko zischte vor Schmerzen, und versuchte sich im ersten Moment reflexartig loszureißen. Doch der Haltegriff saß bombenfest und der Trollaner wurde zurück in den Kontrollraum gezerrt.

?Na sieh mal einer an, wer wollte denn hier einfach so aus der Burg verschwinden?? Es war Teelas Stimme, die einen beinahe sadistischen Unterton hatte. Die Befehlshaberin der königlichen Wache hatte den Trollaner vollkommen überrascht, als sie mit Duncan und Man-E-Faces die Burg betrat und den Kontrollraum erreichte. Nun hatte sie Orko im wahrsten Sinne des Wortes fest im Griff. ?Teela lass mich los, du tust mir weh!?, ächzte der Trollaner verzweifelt. Er strampelte mit seinem gesamten restlichen Körper und versuchte sich zu befreien, was ihm allerdings nur noch mehr Schmerzen einbrachte. ?Es wird noch viel schlimmer für dich, wenn wir erstmal die Macht über Eternia besitzen.?, gab sie lächelnd zurück. Duncan kam in Begleitung von Man-E-Faces hinzu. Mit einer gewissen Portion Genugtuung sah der Waffenmeister den erneut Gefangenen an.

?Na Orko, wolltest du einen kleinen Ausflug machen??, fragte er eher obligatorisch.
?Soll ich ihn im Verließ anketten, dann kann er sich nicht mehr davon machen??, schlug Teela vor.

Duncan dachte kurz über die Worte seiner Ziehtochter nach. Er reibte sich an seinem Bart, um zu überlegen, was zu tun war. ?Eine sehr gute Idee, meine Tochter. Bring ihn dorthin, und kette ihn fest.?

?Halt! Duncan warte! Ähm ... ich habe gehört, dass ihr Skeletor hier reinlassen wollt. Warum eigentlich?? Auf gar keinen Fall wollte Orko ins Verließ, denn von dort aus gab es in der Tat kein Entrinnen mehr. Er hoffte den Waffenmeister in ein Gespräch verwickeln zu können, bevor er von Teela aus dem Raum gezerrt werden würde. Tatsächlich gab Duncan eine Antwort. Er erzählte ihm das, was die Gefangenen von Eternis schon gehört bekommen haben. Dass der Waffenmeister den Knochenkopf in die Burg locken wollte, um ihn innerhalb Grayskulls durch eine Hinterlist zu töten. Auch berichtete er, dass er Herrscher über den Planeten werden wollte, und He-Man und die Zauberin in eine Falle treiben wollte. Orko hörte sich die Ausführungen Duncans genaustens an. Obwohl er entsetzt über seinen Plan war, versuchte er sich nichts anmerken zu lassen. Er hatte nach wie vor nur ein einziges Ziel vor Augen, so schnell wie möglich aus Grayskull zu fliehen und sich zu He-Man durchschlagen. Nachdem was der Waffenmeister ihm berichtet hatte, war er dazu nur noch viel entschlossener. Er versuchte sich auf die Schnelle irgendetwas einfallen zu lassen, schon alleine um aus Teelas Klauen zu kommen, die ihm schon sehr zusetzte. Schlussendlich schoss ihm etwas durch den Kopf, er sagte:

?Wie wäre es denn, wenn ich dir dabei helfe? Bitte erlaube mir das, Duncan. Ich bin dir doch früher in der Werkstatt auch immer zur Hand gegangen. Na gut, ich war dabei nicht immer sehr geschickt und manchmal ist dabei das ein oder andere zu Bruch gegangen. Aber du hast meine Hilfe immer sehr gerne angenommen. Das hier ist doch nicht viel anders, im Gegenteil. Skeletor ist ein Tyrann, das weiß jeder hier in diesem Raum. Sein einziges Ziel ist es, Städte und Dörfer auszuplündern und Leute zu quälen. Ich finde auch, dass er tot keinem Einzigen mehr irgendwelchen Schaden anrichten kann. He-Man und die Zauberin haben es bislang leider nicht geschafft Skeletor umzubringen, und haben deshalb in ihrer Aufgabe als Verteidiger Eternias vollkommen versagt. Das macht auch mich sehr traurig und wütend. Von daher finde ich es gut, dass du eine andere Richtung zu Erlangung des Friedens auf diesem Planeten anstrebst und selbst Herrscher werden willst. Aber wenn denn du erfolgreich sein willst, dann brauchst die Hilfe eines Magiers. Eines Magiers wie mich, sozusagen.?



Orko war beileibe kein guter Lügner, und auch während seines Vortrages merkte er schon selbst, dass er wohl nicht sehr überzeugend rüberkam. Trotzdem schien es dem Waffenmeister zu beeindrucken. Er hörte dem Trollaner aufmerksam zu, ohne ihm auch nur ein einziges Mal ins Wort zu fallen. Er dachte dabei nach und ging dabei auffällig im Raum herum. Schließlich sagte er: ?Ja Orko, du hast recht. Ich habe immer deine Hilfe immer gerne angenommen, und ich bin bereit dir eine Change zu geben. Las ihn los, Teela.? Die Kämpferin schaute ihren Ziehvater fassungslos an, und machte zunächst keinerlei Anstalten den Anweisungen zu folgen.

?Vater, du glaubst ihm tatsächlich? Er wollte fliehen, vergiss das nicht.?, gab sie zu bedenken.

?Er soll die Gelegenheit bekommen, seine Loyalität unter Beweis zu stellen.?, meinte er nur und es war klar, dass er auf seinen Standpunkt bleiben würde. Teela machte ein verbittertes Gesicht, nur sehr langsam und widerwillig ließ sie den Trollaner los. Orko schnaufte erstmal erleichtert durch, und hielt sich eine Weile seinen Arm, der von Teela stark überdehnt worden war. Duncan trat an ihn heran. ?Setze dich an die Kommunikationsanlage, und überwache den Funkverkehr.?, befahl er ihm. Der Zauberer blickte zunächst in Richtung Ausgang, doch schon im nächsten Moment gab ihm Teela einen unsanften Schubs in Richtung des besagten Arbeitsplatzes. ?Na los beweg dich, Orko. Tu, was der Waffenmeister dir gesagt hat.?, forderte sie barsch. Orko blieb nichts anders übrig als sich zu fügen, und setzte sich ans Funkgerät. Er spürte förmlich, wie ihn Teela mit Argusaugen anstarrte. Unter diesen Umständen war die Möglichkeit zu fliehen, trotz der Tatsache, dass er nicht wieder eingesperrt werden würde, erstmal wieder in weite Ferne gerückt.

Ram-Man, der sich während des Gesprächs zwischen Orko und Man-At-Arms mithilfe seines Freundes Man-E-Faces wieder hochrappelte, hatte inzwischen wieder Platz am Radarschirm genommen, und überwachte den Luftraum um und über Grayskull. Nach einiger Zeit fiel ihm ein grüner Punkt auf dem Schirm auf, der sich Grayskull näherte. ?Duncan, ein Wind-Raider nähert sich aus 270 Grad. Es sind He-Man und die Zauberin.?, berichtete er. Teela eilte sofort zu Ram-Man, um sich selber ein Bild davon zu machen. Mit aufgerissenen Augen schaute sie auf den Schirm und sie musste erkennen, dass dem wirklich so war. ?Vater, hast du nicht erzählt, dass sie in einer Falle gefangen wurden. Wie kann es sein, dass sie hier plötzlich auftauchen??, fragte sie entzürnt. Kurze Zeit später blinkte an Orkos Arbeitsplatz eine kleine gelbe Lampe und ein leises Piepen ertönte. Der Trollaner wusste ganz genau, dass jemand versuchte eine Verbindung zu Grayskull herzustellen. Und er kombinierte anhand von Ram-Mans Bericht auch, dass es nur He-Man sein konnte. Erleichtert schnaufte er durch, denn nun musste er sich nicht mehr selbst zu He-Man durchschlagen. Er malte sich gute Changen aus, dass er ihn da rausholen würde. ?Sie wollen mit uns sprechen.?, sagte er laut noch bevor der Waffenmeister auf Teelas Bemerkung reagieren konnte. ?Schalte sie auf den großen Monitor, Orko.?, bat Duncan. Der Trollaner machte sich umgehend ans Werk. Er drückte einige Knöpfe auf seiner Konsole und legte einen kleinen Hebel um. Das Ergebnis seiner Arbeit war, dass ein riesiger Bildschirm aus der Decke fuhr, und sich kurze Zeit später einschaltete. Darauf waren die Zauberin und He-Man im Inneren
des Luftfahrzeuges zu erkennen.

?Hallo ihr beiden, wie ist es da draußen so gelaufen??, wollte Man-At-Arms wissen.
?Unsere Mission war erfolgreich, Duncan. Danke der Nachfrage.?, erwiderte He-Man zufrieden.
Man-E-Faces brachte sich in das Gespräch ein. Sichtlich erleichtert war das Dreigesicht, dass die Zwei wohl auf waren.

?Seid ihr wirklich in Ordnung, oder ist jemand verletzt??, fragte er dennoch leicht besorgt die Zauberin.

?Uns geht es gut, Man-E-Faces und wir hatten keine Probleme. Skeletor war wohl der Ansicht, uns mit einer technischen Falle aufhalten zu können. Doch das hat nicht geklappt, He-Man hat wieder einmal bewiesen, zu welchem Zweck ihm das Schicksal auserwählt hat. Wir befinden uns im Landeanflug. Lass bitte die Zugbrücke herunter, Duncan.?

?Tut mir leid Zauberin, aber das kann ich nicht tun.?, wiegelte Duncan ab.
?Warum nicht, ist irgendetwas mit der mechanischen Steuerung??, fragte der Blondschopf verdutzt.
?Die Zugbrücke funktioniert voll und ganz. Trotzdem kann ich euch nicht in die Burg lassen.?

?Das muss du uns genauer erklären, Arms.?, forderte die Zauberin und auch sie machte jetzt ein wesentlich angespannteres Gesicht als eben.
?Tu nicht so Teelana, du weißt ganz genau, wovon ich spreche. Du und He-Man, ihr habt bei der Verteidigung Eternias vollkommen versagt. Deswegen übernehme ich ab sofort die Herrschaft über diesen Planeten, und ich werde dafür sorgen, dass nun wirklich Frieden auf dieser Welt herrscht.?

?Ich verstehe nicht ganz.?, erwiderte die Burgherrin leicht angezürnt aber auch in voller Sorge.

?Ach nein!? Dann werde ich es dir in aller Deutlichkeit sagen, du bist hiermit als Hüterin von Grayskull abgesetzt. Ich erlaube dir, dich zurückzuziehen und mit He-Man irgendwo anders ein neues Leben anzufangen. Ich hingegen werde als neuer Burgherr Eternia von dem Knochengesicht endgültig befreien, und zwar hier und jetzt. Ich werde ihn in die Burg locken, und anschließend töten. Ich gebe dir hiermit den guten Ratschlag mich nicht daran zu hindern.?
?Du weißt, dass ich das nicht zulassen kann, Duncan. Jedes Leben ist wertvoll und muss bewahrt werden, auch das von Skeletor. Und Herr über das Schloss wirst du schon mal gar nicht. He-Man, direkten Kurs auf das Schloss nehmen. ?, fauchte die Zauberin böse.
?Du wirst dich Grayskull nicht weiter nähern, Zauberin. Ziehe dich mit He-Man zurück, und zwar sofort! Anderenfalls werde ich den Wind-Raider zerstören.?, brummte der Waffenmeister wütend. Und jetzt wurde auch das Gesicht der Zauberin äußerst verbittert. Sie sprühte nur so vor Zorn, und jeder in der Kommandozentrale merkte, dass sie das nicht auf sich sitzen lassen wollte. ?Du hast gerade die falsche Sorceress bedroht, Man-At-Arms.?, sagte sie boshaft und beendete mit einem Knopfdruck die Verbindung. Der Bildschirm wurde vom einen Moment auf den nächsten schwarz. Kurz darauf gab Ram-Man eine alarmierende Meldung.

?Der Wind-Raider verringert seine Flughöhe und erhöht seine Geschwindigkeit. Sie greifen uns an, Duncan.?, berichtete er besorgt.

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