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Fan-Fictions
Die Verschwörung
Hinter der Fassade
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| Die Verschwörung Hinter der Fassade |
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Angst machte sich beim Trollaner wieder breit. Ganz offensichtlich waren auch He-Man und die Zauberin mit in diese Verschwörung verstrickt. Orko malte sich bereits ein schlimmes Szenario für diesen Planeten aus, auf dem man Probleme einfach durch die Ausführung eines Verbrechens lösen würde, und auf dem Freundschaft und Vertrauen so gut, wie keinen Wert mehr hätte. Er war verbittert und auch enttäuscht über seine zwei Kameraden. Aber schon im nächsten Moment versuchten Orkos Freunde seine Befürchtungen zu zerstreuen.
?Orko, es ist nicht so, wie du denkst. Weder Duncan noch wir wollen Skeletor ernsthaft in die Burg lassen. Und töten wollen wir ihn schon gar nicht.?, sagte He-Man beruhigend. ?Mit Sicherheit hast auch du die Einsatzberichte vom vergangenen Monat gelesen und weißt, wie erfolgreich Skeletor gegen uns zurzeit ist??, fügte die Zauberin fragend hinzu. ?Ja, er ist sogar sehr erfolgreich in letzter Zeit. Er konnte einige Vororte Eternis ausradieren, es gab einen Anschlag auf den Außenminister von Avion, bei dem er fast getötet worden ist. Duncans Konstruktionspläne für den neuen Talon-Fighter wurden gestohlen und ein Medikamententransport in eines kleines Dorf wurde vernichtet. Dazu wurden auch noch mehrere Goldbarren aus dem königlichen Palast geklaut, und eine Eternium-Lieferung wurde komplett abgefangen. Ich muss zugeben, das Glück hat es mit ihm in letzter Zeit sehr gut gemeint.?, erinnerte sich Orko. ?Zuerst dachte ich auch an reines Glück zugunsten Skeletors. Aber irgendwann wurde mir das Ganze doch zu mysteriös.?, sprach die Zauberin weiter, ?Ich beauftragte He-Man und Man-At-Arms die Vorkommnisse näher zu untersuchen.? ?Wir haben herausgefunden, dass die Erfolge Skeletors nicht ausschließlich das Ergebnis seiner eigenen Arbeit waren.?, berichtete He-Man, ?Vielmehr sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass es in unseren Reihen eine undichte Stelle gibt, die absichtlich sensible Informationen an den Knochenkopf weitergibt.? ?Mit meinen telepathischen Fähigkeiten habe ich versucht, den Maulwurf zu entlarven. Es ist mir nicht gelungen, irgendeine fremde Macht blockiert meine Kräfte. Nur Ram-Man und Buzz-Off konnte ich sicher als Verräter ausschließen, sie waren zwei Monate lang nach Etheria abkommandiert. Dort halfen sie She-Ra bei der Abwehr einer Hordes-Großoffensive.?, ergänzte die Sorceress. Die Zauberin erzählte weiter, dass sie, He-Man, Duncan, Ram-Man und Buzz-Off diese Verschwörung inziniert hatten, um den Täter zu entlarven. Die Mission in die Ebene der Ewigkeit war in Wirklichkeit überhaupt keine. Die beiden waren nur ein Stück weit geflogen, um das Ganze aus sicherer Entfernung beobachten zu können. Die von Duncan mehrfach erwähnte Falle existierte nicht. Sie war eine reine Erfindung, um den Verräter zu täuschen. Auch der Angriff auf Grayskull war fingiert. Sowohl Angreifer als auch Verteidiger schossen mit Übungsmunition aufeinander. He-Man zündete eine kleine Rauchbombe und ließ den Wind-Raider kontrolliert abstürzen, nachdem die Sorceress beide hinausgebeamt hatten. Nur der Magieschild war echt. Er wurde eingerichtet, um eine eventuelle magische Komponente auszuschließen und wurde später von Man-At-Arms effektvoll deaktiviert. Dem Trollaner zog ein wahrer Schrecken durch seine Knochen, als er den Bericht der Sorceress vernahm. Ihm war jetzt klar, welches Ziel diese Intrige wirklich hatte. Und er war auch gleichzeitig äußerst enttäuscht, über den Spitzel in den eigenen Reihen, ganz gleich, wer es nun war. ?Deshalb diese Verschwörung. Für Skeletors Maulwurf wäre es natürlich das Größte, wenn er die Tore Grayskulls öffen und dem Knochenkopf darin den roten Teppich ausrollen könnte.?, sprach der schwebende Zauberer. ?Soweit wollten wir es dann doch nicht kommen lassen. Deswegen ließ ich mich von der Sorceress in die Burg hineinversetzen. Unsere Hoffnung war es, den Maulwurf insoweit gereizt zu haben, dass er mich völlig alleine angreift. Aber niemand konnte damit rechnen, dass sich doch so viele der Verschwörung anschlossen.?, sagte He-Man resigniert. ?Naja, eigentlich wollte ich ja nicht. Aber ich sah mich dazu gezwungen in dieser Situation, so wie vielleicht auch viele andere. Was machen wir denn jetzt??, fügte Orko reumütig hinzu. Ihm war jetzt auch klar, dass er die Pläne der Sorceress unwissentlich vereitelt hatte. Die Zauberin kam hinzu und legte beruhigend und verzeihend ihre Hand auf seine Schulter. ?Es gibt noch eine Möglichkeit, wie wir dem Spion auf die Schliche kommen können. Und dazu brauche ich deine Hilfe, Orko.?, sagte sie. Grayskull, Kommandozentrale Während He-Man, die Sorceress und Orko das weitere Vorgehen zur Entlarvung des Verräters besprachen, begutachtete Duncan das von Orkos Magie beschädigte Robotergesicht von Man-E-Faces. Er hielt eine Art Pinzette in der Hand und entfernte damit nach und nach einige kleine Teile. Teela kümmerte sich währenddessen um Man-E-Faces angeknacksten Knöchel, den sich der Schauspieler beim Kampf gegen He-Man zugezogen hatte. ?Wie schlimm ist es??, fragte die Kämpferin den Waffenmeister. ?Orkos Zauber hat ein paar Plasmadioden geschmolzen. Ich kann sie ersetzen, aber ich muss die optischen Sensoren danach neu kalibrieren. Das kann ich nur in meiner Werkstatt.? Während Duncan diese Worte sprach, griff Teela unter Man-E-Faces gebrochenen Knöchel und drückte einmal kräftig zu. Die Folge war ein hefig stehender Schmerz, der sich fast bis zum Oberschenkel hinzog. Man-E-Faces schrie auf, und hielt sich instinktiv das betroffene Bein. ?Willst du nicht lieber doch nach Eternis auf die Krankenstation? Mit deinem Fuß und dem defekten Robotergesicht kannst du hier nichts mehr ausrichten.? Teela wollte mit ihrer Aktion das Dreigesicht dazu bewegen Grayskull zu verlassen, wogegen Man-E-Faces sich verbal heftig wehrte. Zuvor hatte die Kämpferin schon beim Waffenmeister einen eher fragwürdigen Bericht über den Kampf gegen He-Man abgeliefert. Besonders am Trollaner ließ sie kein gutes Haar, sie bezeichnete ihn als Kollaborateur und kam dabei auch noch sehr überzeugend rüber. Duncan glaubte ihren Worten mehr als Man-E-Faces, der Orko in Schutz nehmen wollte. Und er wollte auch schon ihrem Rat nachkommen, und den Schauspieler zum Königspalast bringen. Doch zuvor galt es, Teela und Man-E-Faces über etwas aufzuklären. ?Teela, Man-E-Faces, Ram-Man und ich müssen euch etwas sagen.?, sagte er einleitend und bat den mauerbrechenden Titan an sich heran. Ram-Man stand von seinem Platz auf, und trat an den Waffenmeister heran. ?Du hast recht, Teela. Orko ist ein Verräter, er hat in den letzten Wochen sensible Informationen an Skeletor weitergegeben. Diese Verschwörung gegen He-Man und die Zauberin ist in Wirklichkeit überhaupt keine, und war nur Mittel zum Zweck, um ihn zu entlarven.? Duncan erzählte weiterhin genau das, was die Sorceress bereits zu Orko gesagt hatte. Während Teela sich ein süsshaftes Lächeln nur sehr schwer zurückhalten konnte, war Man-E-Faces geschockt und konnte kaum glauben, was er da hörte. Im nächsten Moment blickte auf dem Radarschirm ein rotes Licht und ein Alarmgeräusch ging los. Der Titan drehte sich sofort wieder um und erschrak. ?Ist das schon Skeletor? Der ist aber mehr als pünktlich. Es ist gerade mal 13:45 Uhr, er sollte erst um 14 Uhr da sein.?, wunderte sich der Waffenmeister und auch Ram-Man war mehr als erstaunt. Als er die Umgebung des Schlosses auf einem Bildschirm schaltete, sah er Orko auf die Burg zuschweben. ?Duncan, das ist erstaunlich. Orko ist wieder da. Er nähert sich der Burg, ist jetzt bei der Zugbrücke.?, sagte der mauerbrechende Titan und sah erstaunt in die Runde. ?Das ist wirklich sonderbar.?, murmelte Arms vor sich hin. Genau wie Ram-Man konnte er sich nicht vorstellen, dass er sich dem Zugriff He-Mans und der Zauberin entziehen konnte und es ihn dann auch noch ausgerechnet zurück zur Burg trieb. Er überlegte kurz, was jetzt wohl am besten zu tun wäre und traf dann eine Entscheidung. ?Wir lassen ihn rein, mal sehen was weiter passiert.?, sagte er und wollte gerade den Hebel für die Zugbrücke bedienen. Doch Teela funkte dazwischen. ?Er ist ein Verräter. Das hast du selbst gesagt, Vater. Wir können ihn nicht einfach wieder reinlassen.? Teela hielt beinahe krampfhaft Duncans Hand fest, damit er nicht den Hebel betätigen konnte. Man-E-Faces schaltete sich ein, und ergriff erneut Partei für den Trollaner. ?Wenn er tatsächlich ein Verräter und Handlanger Skeletors wäre, würde er dann aus freien Stücken wieder vor der Burg auftauchen??, fragte er die Kämpferin provozierend. Auch Ram-Man ließ es sich nicht nehmen, etwas dazu zu sagen. Auch er äußerte sich jetzt sehr zugunsten des kleinen Zauberers: ?Eins ist sicher. Wenn wir ihn draußen lassen, ist er eine wehrlose Zielscheibe, wenn Skeletor kommt.? Duncan löste sich sanft von Teelas Griff, und betätigte den Hebel für die Zugbrücke. ?Wir lassen ihn rein, und damit hat sich das.?, sagte er, ?Hier drinnen kann er weitaus weniger Unsinn machen, als wenn er draußen bleibt. Hier haben wir ihn unter Kontrolle, und können ihn festsetzen falls nötig.? Die Zugbrücke öffnete sich für den kleinen Zauberer und es dauerte auch nicht lange, bis er den Kontrollraum erreichte. Mit gesenktem Kopf schwebte Orko in den Raum hinein, in seinen Händen hielt er He-Mans Zauberschwert. Blut tropfte von der Klinge herunter, so als wenn damit gerade jemand erstochen worden sei. Der Trollaner sah in die Runde seiner Kameraden und versuchte dabei ein trauriges Gesicht zu machen. ?Ich musste es tun, es tut mir so leid. Ich musste He-Man töten, sonst hätte er mich umgebracht.?, sagte er nur. Die Masters blieben erstmal starr stehen. In ihren Gesichtern zeichneten sich Ratlosigkeit und Trauer ab. Nur Teela schien es mit Fassung zu nehmen, und ging sofort auf Orko zu. Die Kämpferin beugte sich zum Trollaner herab, und streckte zu ihm die Hand aus. ?Ist schon gut, Orko. Diese Situation ist für uns alle sehr schwierig. Du hast dich in einem Kampf um Leben und Tod verbissen, da kann soetwas schon einmal vorkommen. Gib mir das Schwert, damit nicht noch jemand zu Schaden kommt.? Orko zögerte zunächst, drückte ihr aber dann He-Mans magische Waffe in die Hände. Sekundenbruchteile später packte Teela Orkos Arm und schleuderte den trollanischen Zauberer um sich herum in Richtung Man-At-Arms. ?Hahahar, du kleiner Dummkopf. Du hast soeben Eternias Schicksal besiegelt.?, lachte sie boshaft und fuchtelte vor ihren Freunden mit dem Schwert herum. Der Waffenmeister hatte Mühe, den kleinen Zauberer sicher aufzufangen. Sofort suchte Orko Schutz hinter Duncans Rücken, denn jetzt musste er mit ansehen, wer die junge Frau wirklich war. Die Person vor ihnen, die sich wochenlang gegenüber den Masters als Teela ausgegeben hatte, leuchtete auf einmal in einem grellen Lichtschein auf, der alle blendete. Entsetzen zeichnete sich in den Gesichtern aller Anwesenden ab, als sie wieder etwas sehen konnten. Es war Evil-Lyn, die gefürtete Magierin und Skeletors rechte Hand. Jetzt hatte sie das Zauberschwert erbeutet, und fühlte sich damit so gut wie unbesiegbar. Von daher hielt sie es auch nicht mehr für nötig, sich hinter der Maske Teelas zu verbergen. ?Da staunt ihr, was. Da habe ich euch ganz schön an der Nase herumgeführt.?, jubelte die Hexe. ?Der Magieschild. Warum hat dich der Magieschild nicht entlarvt??, wollte Orko von Evil-Lyn wissen. ?Ich konnte vorgestern zwei der drei Generatoren, die das Ding mit Energie versorgen, sabotieren. Ich hätte auch den Dritten geschafft, aber diese Burghexe hätte mich beinahe erwischt.?, erklärte Evil-Lyn lässig. ?Deshalb war Orkos Magie blockiert, deine jedoch nicht.?, mutmaßte Man-E-Faces. ?Ganz recht, du dreigesichtiges Dinsbums. Und jetzt gehört die Macht über Eternia endlich uns. Skeletor wird jeden Augenblick vor der Burg erscheinen. Es ist bereits kurz vor 14 Uhr. Mit dem Zauberschwert werde ich ihm den Zugang zu Castle Grayskull gewähren. Jetzt kann uns nichts und niemand mehr aufhalten, Wahahar.? ?Das werden wir noch sehen. Du hast noch nicht gewonnen, du Schattenhexe.?, rief Ram-Man. Der wandelnde Rammbock nahm Anlauf und wollte die Schwarzmagierin rammen. Evil-Lyn erkannte sein Vorhaben rechtzeitig. Mit einem gekonnten Salto rückwärts brachte sie sich auf Abstand und löste sich in einem Feuerball auf, bevor der Titan sie erreichen komme. Ram-Man konnte nicht mehr abbremsen und knallte mit dem Kopf gegen die Wand, wo er erstmal liegen blieb. Evil-Lyn materialisierte sich wieder in unmittelbarer Nähe des Waffenmeisters und griff ihn sofort an. Arms zog seinen Strahler und wollte die Dämonenhexe betäuben. Doch er reagierte zu spät, Evil-Lyn schlug ihm die Waffe mit einem Schwerthieb aus der Hand. ?Duncan hier, fang auf!?, schrie Man-E-Faces und warf ihm Teelas Kobrastab zu. Wegen seiner Verletzung am Fuß und seinem beschädigtem Robotergesicht sah der dreigesichtige Kämpfer sich nicht in der Lage selbst in den Kampf einzugreifen. Arms wich etwas zurück, fing den Stab sicher auf und konnte im allerletzten Moment einen weitere Attacke Evil-Lyns damit abwehren. Es entstand ein Nahkampfduell. Die Dämonenhexe griff den Waffenmeister immer wieder an, musste aber mit zunehmender Skepsis feststellen, dass sie mit He-Mans Zauberschwert merkwürdigerweise nicht sehr effektiv war. Die Schwarzmagierin fluchte und tobte. Als sie mit all ihrer Kraft erneut gegen den Kobrastab einschlug, zerbrach das Schwert in zwei Teile. Die Klinge flog im hohen Bogen in eine Ecke und Evil-Lyn hatte nur noch den Griff in ihrer Hand. Mit weit aufgerissenen Augen und einem entgeisterten Gesicht sah sie zuerst auf ihre Hand, und dann in die Richtung des Trollaners. ?Orko, aber du hast doch gesagt dass ...?, stammelte sie. ?Das kommt davon, wenn ein Trollaner mit seiner Magie versucht, ein zweites Zauberschwert zu kreieren. Das ist ein Holzschwert, hihihi?, unterbrach Orko sie, und konnte sich den Bauch vor Lachen fast nicht halten. Arms nutze Lyns Schrecksekunde und ihre Konversation mit Orko aus, um sich seines Strahlers wieder zu bemächtigen. Damit zielte er auf die Schwarzmagierin, und wollte sie zur Aufgabe zwingen. ?So, Evil-Lyn. Das Spiel ist aus. Wo ist Teela?.?, fragte er sie. Doch in den Augen der Dämonenhexe konnte man schon ablesen, dass Evil-Lyn sich nicht einfach ergeben wollte. Sie griff unter ihrem Gürtel, und brachte einen faustgroßen Diamanten hervor. Er glänzte in einem feurigen Rot und hatte eine ovale Form mit zwei Spitzen. In seinem Inneren konnte man schemenhaft den Körper einer jungen Frau erkennen. ?Keinen Schritt näher Duncan, oder du wirst deine Tochter niemals wiedersehen. Sie ist in diesem Zauberstein gefangen. Wenn ich betäubt werde oder sonst irgendwie hinfalle und dieser Stein zerbricht, dann verschwindet Teela in den Weiten des unendlichen Nichts und ist für immer verloren. Und dieser Stein hat die dumme Eigenschaft schon bei der kleinsten Erschütterung zu zerbrechen. Also keine Plankeleinen mehr, verstanden?? Ram-Man hatte sich inzwischen von seinem mißlungenen Rammstoß wieder erholt, und holte zu einem weiteren Schlag gegen die Schwarzmagierin aus. Duncan konnte ihn gerade noch so zurückhalten. ?Sei vernünftig Ram-Man. Nicht!?, befahl er ihm. Zu groß war die Sorge um seine Ziehtochter, und da er von Magie so gut wie nichts verstand, musste er die Drohung Evil-Lyns ernst nehmen. Er legte seine Waffe ab, und wich zurück. Der Titan hörte auf seinem Kameraden, und stoppte rechtzeitig ab. ?Los, in die Ecke mit euch, wo ich euch alle sehen kann. Keine Dummheiten!?, forderte die Hexe und deutete mit einem Finger auf einen weit entfernten Winkel des Raumes, ganz in der Nähe des Lüftungsschachtes, aus dem Orko gekommen war. Während der kleiner Zauberer bereits mit erhobenen Händen zur besagten Ecke schwebte, stützen Ram-Man und Man-At-Arms das verletzte Dreigesicht und brachten ihn ebenfalls dorthin. Jeder von ihnen vermied irgendwelche ruckartigen oder sonst provozierenden Bewegungen, denn das Leben der Befehlshaberin lag ihnen allen sehr am Herzen. Evil-Lyn verlieh ihrer Drohung noch einmal Nachdruck, indem sie den Diamanten jetzt nur noch mit Daumen und Zeigefinger festhielt. Als sie erkannte, dass sich die Masters fügten, ging sie zur Radarkontrolle, um einen Blick darauf zu werfen. Genau in diesem Moment erschien auf dem Schirm ein Roton, der sich der Burg näherte. ?Da ist ja schon Skeletor, jetzt dauert es nicht mehr lange.?, grinste sie. Ohne ihre Feinde aus den Augen zu lassen und ohne den Diamanten abzulegen, glitt sie mit ihrer freien Hand langsam zum Hebel, mit dem man die Zugbrücke herunterfahren konnte. Sie sollte ihn aber nicht mehr bedienen können. Im selben Moment ertönte aus der Richtung des Ausgangs ein angriffslustiges Geschrei. Kurz darauf kam Mekaneck in den Kontrollraum hineingestürmt. Es hatte zwar einige Zeit gedauert, aber der Kundschafter konnte mit Orkos Nadeln erfolgreich das Türschloss im Chemikalienraum knacken. Mit voller Wucht rannte er Evil-Lyn von hinten an, die davon vollkommen überrascht wurde. Die Schwarzmagierin wurde ein gutes Stück nach vorne geschleudert und verlor dabei den Diamanten, der in Richtung der Masters flog und über deren Köpfe hinweg. ?ARG, nein!?, fluchte sie ärgerlich und gab dem Langhals mit ihrem Ellenbogen einen Schlag in die Magengegend. Evil-Lyn drehte sich blitzartig um die eigene Achse und versetzte Mekaneck einen weiteren Tritt, der ihn endgültig zurücktaumeln ließ. Dann erschuf die Schwarzmagierin mit ihrer Zauberkraft ein Dimensionstor. ?Diesmal mögt ihr gewonnen haben, aber eure Teela werdet ihr niemals wiedersehen.?, lachte sie noch, bevor sie hindurch verschwand. Das Tor löste sich wieder blitzartig auf, und die Verteidiger Eternias waren wieder alleine im Kontrollraum. Mekaneck krümmte sich in unmittelbarer Nähe des Radarschirms und stütze sich auf einen Tisch. Besonders der Tritt von Evil-Lyn hatte ganz schön gesessen. ?Ist ja eine nette Party, die ihr hier veranstaltet. Habt ihr neben Skeletor auch noch Evil-Lyn eingeladen, ich bin echt beeindruckt??, meinte er leicht verbittert als Ram-Man zu ihm hinkam und ihn aufstützen wollte. ?Ich weiß, dass du sehr enttäuscht von uns sein musst. Bitte verzeih uns, wir konnten nicht anders handeln. Evil-Lyn hatte sich in der Gestalt von Teela bei uns eingenistet. Die Zauberin konnte sie nicht erkennen, deshalb mussten wir diese Verschwörung inszenieren. Nur so konnten wir sie enttarnen.?, sagte der Titan zu ihm in der Hoffnung, dass er es glauben würde. ?Aprobos Teela. Wo ist der Stein, den Evil-Lyn hatte? Hat irgendeiner gesehen, wo er hingeflogen ist. Hoffentlich ist er noch ganz.?, sorgte sich Man-At-Arms. Hastig schaute er sich im Raum um, und begann den Diamanten überall zu suchen. Der Tod Teelas wäre für ihn das Schlimmste. Deswegen hoffte er inständig, dass der Diamant noch an einem Stück hier in diesem Raum war. ?Ich habe den Stein, Freunde.?, ächzte Orko. Er lag lang auf dem Boden und hielt den roten Diamanten wie ein Torwart, der einen hart geschossenen Elfmeter abgewehrt hatte, fest in seinen Händen. Nur sehr langsam rappelte er sich wieder auf, und behandelte dabei den Diamanten wie ein rohes Ei. Dem Waffenmeister fiel im wahrsten Sinne des Wortes ein Stein vom Herzen. Alle versammelten sich um den Trollaner herum und sahen sich den Diamanten an. Tatsächlich konnten sie nach genauem Betrachten Teela im Inneren erkennen. Jedem von ihnen war klar, dass wohl nur die Sorceress sie da rausholen könnte. Grayskull, Außenbereich vor der Zugbrücke Skeletors Roton landete direkt vor der Burg. Erwartungsvoll stieg der Knochenkopf in Begleitung von Tri-Klops aus, und begab sich zum Eingangsbereich unmittelbar vor der Zugbrücke. Als Skeletor nach einiger Zeit bemerkte, dass man sie nicht für ihn herunterließ, wurde er stutzig aber auch wütend. ?Verdammt noch mal, warum geht die Zugbrücke nicht herunter? Es ist doch schon kurz nach 14 Uhr.?, fluchte er und ging nervös auf uns ab. Einige Male feuerte er mit seinem Widderstab gegen die Burg, mit ausbleibendem Erfolg. ?Komm mit Tri-Klops. Ich werde mit Man-At-Arms Funkkontakt aufnehmen. Irgendetwas stimmt da drinnen nicht.?, forderte der Hexenmeister von seinem Begleiter. Als die schon fast wieder an ihrem Luftfahrzeug waren, kreiste Tri-Klops Helm und er blickte kurzerhand in Richtung Königspalast. Seine künstlichen Augen hatten etwas am Himmel entdeckt. ?Skeletor, da kommen min. zehn Sky-Sleds und zwei Wind-Raider aus Richtung Eternis.?, meldete er. ?Unmöglich! Duncan hat alle in den Palastkerker eingesperrt, das kann überhaupt nicht sein.?, brummte der Knochenkopf zurück. Er konnte und wollte nicht glauben, was ihm Tri-Klops da erzählt hatte. Unbeirrt ging Skeletor weiter auf den Roton zu, musste aber schon im nächsten Moment erkennen, dass das Dreiauge die Wahrheit gesagt hatte. Eher zufällig blickte er in Richtung der Hauptstadt und sah He-Man, Mossman, Marlena, Buzz-Off und alle anderen Masters auf ihn zurasen. Die erste Welle bestehend aus He-Man, Randor und Roboto stürzte sich sofort auf Skeletors Roton und nahm ihn unter Beschuss. Dem Hexenmeister und seinem Untergebenen blieb nichts anders übrig, als vom Luftfahrzeug weg in Deckung zu begeben. Der Roton wurde getroffen, und flog in einem gigantischen Feuerball in die Luft. Die zweite Welle griff an, und nahm den Knochenkopf direkt unter Feuer. Skeletor wehrte sich, indem er mit dem Widderstab das Feuer erwiderte. Kurze Zeit später musste er einen magischen Schutzschild um sich herum aufbauen. Tri-Klops beeilte sich, um darin ebenfalls Schutz zu suchen, er schaffte es jedoch nicht mit hinein und musste sich hart auf den Boden werfen, um nicht getroffen zu werden. Der Dämonenfürst erkannte, dass die Lage für ihn aussichtslos war. ?Ich komme wieder, He-Man. Verlass dich drauf.?, fauchte er in Richtung des Helden. Aus seinem Widderstab kam eine dicke schwarze Rauchwolke hervor, die das Skelettgesicht einnebelte. ?Nein, Herr warte! Nimm mich mit!?, flehte Tri-Klops seinen Herren an. Er wusste, dass dies eines der Fluchtzauber des Dämonenfürsten war. Doch Skeletor hörte nicht auf ihn und verschwand vollständig im Rauch. Kurze Zeit später kollabierte Skeletors Schutzschild unter dem fortdauernden Feuer der Luftschlitten und Wind-Raider. Der Qualm verflüchtigte sich rasch und von Skeletor war weit und breit nichts mehr zu sehen. Tri-Klops blieb nichts anderes mehr übrig, als die Hände zu erheben und sich in die Gefangenschaft der Masters zu begeben, die nun nach und nach mit ihren Luftschlitten und Wind-Raidern in seiner unmittelbaren Nähe landeten. Kurz, nachdem He-Man von seinem Gefährt abgestiegen war, kam Zoar angeflogen. Der Adler der Giganten landete mitten in der Gruppe der Masters, und verwandelte sich in die Zauberin. ?Wie ich sehe, ist hier soweit alles gut gegangen. Das war der einfache Teil des Plans. Wollen wir nur hoffen, dass der Schwierige genauso reibungslos verlaufen ist. Anderenfalls haben wir jetzt ein dickes Problem.?, bemerkte sie zum Blondschopf. He-Man zog sein Zauberschwert. Zusammen mit der Zauberin ging er zu Zugbrücke. ?Bei der Macht von Grayskull. Zugbrücke senke dich!?, rief er in Richtung der Burg und strecke sein Schwert danach aus. Langsam senkte sich die Zugbrücke. He-Man und Teelana beobachteten das Geschehen mit sorgenvollen Mienen und kampfbereiter Haltung. Ihre Kameraden standen dicht hinter ihnen. Mit gezogenen Strahlern, Schwertern und Keulen waren sie bereit den Zweien im Kampf beizustehen, sollte es nötig werden. Als die Zugbrücke ganz unten war, standen ihnen auf der anderen Seite Duncan, Orko, Mekaneck, der verletzte Man-E-Faces und Ram-Man gegenüber. ?Nun Duncan hast du den Verräter entlarven können??, wollte sie wissen. Man-At-Arms bestätigte mit einem kurzem ?Ja?. Da die Zauberin nicht wissen konnte, was sich genau in der Burg abgespielt hatte, sah sie argwöhnisch Mekaneck, Man-E-Faces und auch ein wenig Orko an. ?Welcher von ihnen ist es??, fragte sie. Der Waffenmeister gab eine kurze, aber glasklare Antwort. ?Es war Evil-Lyn.? Verwundert sah Teelana Duncan an, mit einer solchen Antwort hatte sie nicht gerechnet. Orko kam hinzu, und zeigte der Zauberin den roten Diamanten. ?Sie hat die Gestalt von Teela angenommen, und sie in diesem Stein gefangen.? Hilfesuchend sah der Trollaner die Burgherrin an, er wusste dass nur sie Teela aus diesem glitzernden Gefängnis befreien konnte. Die Sorceress nahm den Stein und musterte ihn genau, sie konnte den Körper ihrer Tochter darin erkennen. ?Deshalb habe ich mit meiner Telepathie nichts bewirken können. Das ist ein ganz spezieller Zauberstein. Ein böser Magier kann damit nicht nur sein Opfer darin einschließen und seine äußere Gestalt annehmen. Er kopiert damit auch seine komplette Aura, seine Seele, sein Wissen und seine Fähigkeiten. Ein ideales Werkzeug, um Spione in die Reihen der Feinde zu infiltrieren. Kein Magier könnte sie ohne weiteres entlarven.?, sagte sie. ?Kannst du sie da herausholen, Zauberin.?, fragte He-Man. ?Ich werde es versuchen, aber es wird nicht leicht. Auf jeden Fall brauche ich Orkos Hilfe.?, erwiderte die Sorceress. Orko schwebte sofort heran. Sowieso war der Trollaner sofort zur Stelle, wenn ihn jemand um Unterstützung bat. Und in diesem Fall ging es um Teela, und dass sie lebend aus diesem Stein herauskam. ?Sehr gerne werde ich dir helfen, Sorceress. Sage mir nur was ich machen soll.?, sprach er. ?Verschmelze deine Magie mit meiner. Dann werde ich eine Formel aussprechen, um Teela zu befreien.? Der schwebende Zwerg wusste ganz genau, was nun von ihm verlangt wurde. Wenn zwei oder mehrere Zauberer ihre Magie vereinigten, konnte sich einer von ihnen der Magie der anderen bedienen, um so schwierige und auch gefährliche Zauber wirken zu lassen. Es war eine Routineoperation unter den Magiern. Schon duzende Male hatte Orko eine solche Magieverschmelzung mit der Sorceress geübt. Dies war nun der Ernstfall und es hing jetzt auch sehr viel von ihm ab. ?In Ordnung dann lasst uns beginnen, Zauberin.? Orko schwebte hinter die Sorceress und legte seine Hände auf ihre Schulter. Er schloss die Augen, konzentrierte sich und versuchte an nichts anderes mehr zu denken als an die Aufgabe, die vor ihm lag. Schon bald umhüllte eine Art weißer Schleier den Trollaner, durchzogen von magischen Blitzen, die auf den Körper der Sorceress übergriffen. Teelana spürte Orkos Magie und wie sie mit ihrer Eins wurde. Sie richtete ihren Falkenstab auf den Diamanten und sprach eine magische Formel. Ein kurzer konzentrierter Blitz schoss heraus und traf den Stein. Kurz darauf wurde Orko fast ohnmächtig. Mit seiner letzten Kraft stützte er sich auf eine Schulter der Sorceress, um nicht hinunterzutaumeln. Auch die Zauberin selbst spürte, wie sehr es ihr an Kraft gekostet hatte. Beide Magier mussten sich schlussendlich erschöpft an eine Burgwand setzten. Sie hatten ihre ganze Magie in diesen Zauber gelegt, und waren nun erstmal ihrer magischen Macht beraubt. Nach einer Weile leuchtete der Diamant auf wie ein Strahler. Er wuchs heran, und nach einiger Zeit nahm der Stein die Form von Teelas Körper an. Als es vorbei war, öffnete die Befehlshaberin ihre Augen, stand auf und schaute verwundert in die Menge und zu ihrer Mutter. Sie war völlig perplex, und musste sich erstmal orientieren. Sie sah in zufriedene Gesichter, jeder war froh, dass sie wohl auf war und alles gut überstanden hatte. ?He-Man, Vater, Zauberin. Aber was macht ihr denn alle hier? Was mache ich hier vor Grayskull??, fragte sie verdutzt. ?Das ist eine lange Geschichte, meine Tochter. Gut, dass du wieder da bist.?, erwiderte Duncan erleichtert und ließ es sich nicht nehmen ihre Ziehtochter in die Arme zu schließen. Teela wunderte das noch viel mehr, lies es aber über sich ergehen. ?Teela, an was kannst du dich erinnern.?, fragte He-Man sie. Teela dachte kurz nach, gab dann aber eine sichere Antwort. ?Ich war auf dieser Erkundungsmission und gerade wieder auf dem Weg zurück nach Eternis. Plötzlich raschelte es in einem Gebüsch. Als ich mich umdrehte, stand plötzlich Evil-Lyn vor mir. Ich wollte noch meinen Stab hochnehmen, aber die Hexe war schneller. Sie hat mir eins mit ihrer Magie verpasst. Mir wurde auf einmal schwarz vor Augen, und dann bin ich hier aufgewacht.? ?Das muss vor vier Wochen gewesen sein. Evil-Lyn hat deine Gestalt angenommen und uns infiltriert. Wir müssten ganz schön was auf uns nehmen, um sie zu entlarven. Aber gut, dass es jetzt vorbei ist.?, erklärte der blonde Hüne. ?Nein, es ist noch nicht vorbei, He-Man.?, sagte die Sorceress auf einmal. Zusammen mit Orko rappelte sie sich auf und ging zu den Anderen hin. ?Noch nicht vorbei, Zauberin??, erwiderte der Held verdutzt. ?Es ist erst vorbei, wenn der Waffenmeister seinen technischen Kram aus meiner Burg entfernt hat.?, meinte sie leicht neckend zu Duncan, aber auch mit einer gewissen Ernsthaftigkeit. ?Orko und ich, wir müssen uns jetzt erst einen magischen Regenerierungstrank zu uns nehmen. Komm mit, mein kleiner Freund.? Keineswegs ließ sich der Trollaner diese Anweisung von der Zauberin zweimal geben, und folgte ihr in lauter Vorfreude ins Innere der Burg. Er wusste ganz genau, dass ein solcher Trank ihm nicht nur seine Zauberkraft wiedergab, sondern auch noch besonders gut schmeckte. ENDE. |
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