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Fan-Fictions    Schleichendes Gift    Auflösung
Schleichendes Gift
Auflösung

Auflösung

Die beiden Kinder begaben sich unverzüglich auf den Heimweg, nachdem Trikes vermeintliche Freundin das Haus des Magiers betreten hatte. Beide schwiegen und hingen ihren Gedanken nach. Es schien einen Zusammenhang zwischen dem jungen Arbeiter, seinen komischen Freunden und Duncans Verhalten zu geben. Nur welchen?

Bevor der Prinz und seine Kameradin ein weiteres Vorgehen planen konnten, türmte sich vor dem Thronerben ein weiteres Problem auf. Solange Duncan beurlaubt war, übernahm ein anderer Ausbilder aus der Palastwache das Training beider Kinder. Er schien Adam nicht besonders gut leiden zu können. Für den Jungen war es zwar keine ganz neue Erfahrung, von Teela bei Übungskämpfen besiegt zu werden, doch der Waffenschmied hatte ihn bei solchen Niederlagen nicht verspottet. Der Neue schien es allerdings als seine Pflicht anzusehen, den Königssohn mit besonderer Härte anzufassen.
?Guck sich mal jemand unseren künftigen Herrscher an! Er lässt sich von einem Mädchen besiegen!?
Seine Kameradin sah unangenehm berührt zu Boden, doch viel schlimmer war es, dass Adams Vater die Szene mitbekommen hatte. Die Enttäuschung in seinem Gesicht war schwer zu ertragen, härter als jeder Spott, beißender als jede Kritik. Der Thronerbe rappelte sich auf, spuckte aus und verließ ohne ein weiteres Wort den Trainingsplatz.

Eternias oberster Waffenschmied stellte fest, dass er mit allzu viel Freizeit nichts anfangen konnte. In den ersten Tagen hatte er das Haus gründlich aufgeräumt und geputzt. Als jedoch wirklich nichts mehr zu tun war, verfiel Duncan in eine eigentümliche Starre. Früher hatte er sich auf den Feierabend gefreut, jetzt verging die Zeit unendlich langsam. Niemand brauchte ihn, es gab keine neuen Aufgaben. Zudem fühlte sich der oberste Befehlshaber der Waffenschmiede das erste Mal seit langer Zeit allein und wertlos. Seit Teelas Adoption war das nicht mehr vorgekommen und der Mann hatte geglaubt, sich nie mehr damit auseinandersetzen zu müssen.

Ein Klopfen an der Tür riss Teelas Ziehvater aus seinen Gedanken. Für einen Moment überlegte er, einfach nicht zu öffnen, doch nach mehreren Tagen Einsamkeit sehnte er sich doch wieder nach etwas Gesellschaft. Duncan ordnete rasch die Haare und öffnete die Tür. Vor ihm stand, trotzig und sichtlich verzweifelt der künftige Herrscher Eternias.
Ohne Begrüßung platzte Adam heraus: ?Ich geh nicht mir zu diesem Idioten! Du musst wiederkommen und uns unterrichten! Ich halte das da keine Sekunde länger mehr aus! Teela ist auch kein Hilfe, die freut sich höchstens, wenn sie besser sein kann und sich überlegen fühlen darf!? Der unerwartete Besuch lenkte Randors Berater von seinem eigenen Sorgen ab.
?Jetzt beruhige dich und erzähle was los ist!? Der Prinz setzte sich und schilderte kurz den Vorfall. Duncan hörte zu und lächelte leicht.
?Das ist nicht lustig! Weißt du, wie es ist, vor allen lächerlich gemacht zu werden?!?
Statt einer Antwort holte der Waffenschmied eine alte, fast vergilbte Fotografie hervor. Sie zeigte eine Reihe von jungen Soldaten.
?Wer, glaubst du, bin ich davon gewesen?? Adam zögerte keine Sekunde und zeigte auf einen stattlichen Rekruten vorne in der ersten Reihe. Duncan schüttelte den Kopf.
?So hätte ich damals gerne ausgesehen. Leider sah ich aber so aus.? Adam sah auf einen langen, schmächtigen jungen Mann, der es krampfhaft vermied in die Kamera zu schauen. Der Prinz betrachtete sein sportliches, kräftiges Gegenüber. ?Das glaube ich nicht. Du willst mich nur trösten.?
?Du kannst es ruhig glauben. Ich habe mich durch viel Training, viel körperliche Arbeit und durch die Hilfe meines Mentors entsprechend verändert. Von dem habe ich mir auch einiges anhören müssen, manchmal habe ich ihn sogar regelrecht dafür gehasst. Heute weiß ich, dass er mir bloß helfen wollte.?
Adam horchte auf. ?Hast du schon mal jemanden besonders hart behandelt, um ihm zu helfen??
Der Waffenschmied schüttelte den Kopf. ?Nein. Natürlich kann man als Ausbilder auch mal die Geduld verlieren, wenn jemand ständig Fehler macht, obwohl man sich mit ihm abmüht. Wenn es gar nicht geht, muss man dann eben einfachere Aufgaben verteilen. Den dicklichen blonden Jungen lasse ich überwiegend die Schreibarbeit erledigen, weil er nicht mal eine Schraube festziehen kann, ohne etwas zu ruinieren.?
Der Prinz überlegte. Arn hatte also für Duncan sämtlichen Schriftverkehr erledigt. Der Trottel hatte die Fähigkeit, Unterschriften zu fälschen. Er steckte ständig mit diesem Trydor zusammen, der offensichtlich ehrgeizige Ziele verfolgte und dafür jedes Opfer bringen würde.

Der künftige Spion Skeletors ließ inzwischen seine Wut an einem unschuldigen Stück Metall aus. Wie besessen schlug er mit dem Schmiedehammer darauf ein. Seine Kameradin hatte sich nicht als besonders hilfreich erwiesen. Die einzige Reaktion von ihr war ein ?Warte erst mal ab!? gewesen. Scope bereute insgeheim seine Intrige gegen Arms. Nicht aus Mitleid, sondern weil er von Duncan trotz allem mehr lernen konnte als von Tron. Der neue Vorgesetzte war zwar ein guter Arbeiter, doch an das Genie seines Vorgängers reichte er nicht heran. Ein lautes Krachen gefolgt von einem Schmerzensschrei riß den jungen Arbeiter aus seinen Gedanken. Plötzlich entstand eine große Hektik in der Werkstatt, alles rannte herüber zu den Regalen, auf denen schwere Werkzeuge lagerten. Eines war umgekippt und hatte den derzeitigen Vorarbeiter halb unter sich begraben. Trike lief es eiskalt über den Rücken. Die Regale waren noch recht neu und mehrfach überprüft worden. Selbst ein kräftiger Mensch hätte allein keines umstoßen können. Lyn hatte ihre Hand im Spiel, kein Zweifel! Jona und ein anderer Schlosser hoben das Stahlungetüm an, zwei andere zogen den Verletzten vorsichtig darunter weg. Seine Beine waren übel gequetscht worden, es war kein schöner Anblick. Die beiden Lehrlingen waren bei dem Anblick kreideweiß geworden und Skeletors künftige Gefolgsmann nutze die Chance, sie nach draußen zu bringen und damit in den Hintergrund zu treten.
Arn schnappte nach Luft. ?Das war nicht abgemacht! Wir wollten uns an Arms rächen, wegen seiner Überheblichkeit, aber dass du Tron auch aus dem Weg räumen willst, davon war nie die Rede! Ich mache nicht mehr mit!?
Mikael, der sonst seinen Spaß an kleinen Gemeinheiten hatte, sah aus, als müsste er sich jeden Moment übergeben. ?Am linken Bein konnte man ein Stück vom Knochen sehen! Mensch, wenn der jetzt nie wieder richtig laufen und arbeiten kann! Was machst du als nächstes?
Willst du eine Bombe zünden? Ich bin auch nicht mehr dabei. Das war zu heftig!?
Trike versuchte sich zu verteidigen. Klar, dass jetzt jeder der Kollegen ihn verdächtigte!
?Unfälle passieren halt! Wenn ihr das nicht einkalkuliert, dann arbeitet doch lieber als Rosenzüchter oder bleibt daheim bei Mami! Aber eines sollte euch klar sein: Ihr habt genauso an der Sabotage von Arms gearbeitet wie ich. Falls ihr mich verpetzt, seid ihr mit von der Partie. Auf meine Hilfe für die Prüfung könnt ihr dann ja auch wohl verzichten. Viel Glück, ihr könnt es brauchen.? Leider waren die jungen Männer nicht die einzigen, die Scope nun misstrauisch beäugten. Nachdem der Vorarbeiter auf die Krankenstation gebracht worden war, betrachtete Jona den Kollegen mit einer Mischung aus Abscheu und Erschrecken. Durch Trons Unfall war Trike auf den Stellvertreterposten vorgerückt. Die anderen Arbeiter aus der Werkstatt zogen sich von Lyns Freund zurück. Die Angst, die sie vor ihm hatten war offensichtlich. Niemand sprach mehr mit ihm als unbedingt nötig. Der junge Arbeiter hatte andere Sorgen. Er musste seine magisch begabte Kameradin aufhalten. Falls Jona jetzt auch noch ein ?Unglück? treffen würde, brauchte sich der Zelassianer hier nicht mehr blicken zu lassen.

Nach dem Unfall hatte der Werkstattstrottel keine Ruhe mehr. Immer wieder verfolgten ihn die Bilder des Verletzten, sein Schrei, als das Regal auf ihn fiel. Nie hätte Arn vermutet, dass Rache derart außer Kontrolle geraten könnte. Vielleicht hatten für Duncan ihre Späße genauso üble Folgen wie für der Unfall für Tron. Dem Lehrling war es ein Bedürfnis aufzuklären, was es mit der Vergesslichkeit und der Trunksucht seines ehemaligen Ausbilders auf sich hatte. Der Junge war bereit, notfalls allein die Schuld dafür zu übernehmen und Scope und Mikael nicht damit hineinzuziehen. Mit festen Schritten begab sich Arn zu Duncans Haus.

Trydor hatte sich ohne Umwege zu einem Treffen mit Lyn begeben. Er war zornig über ihr eigenmächtiges Handeln, dass seinen beruflichen Aufstieg womöglich ganz verhindert hatte.
Skeletors künftiger Knecht packte die Hexe und schüttelte sie. ?Bist du wahnsinnig geworden? Drei Mal darfst du raten, wer von allen verdächtigt wird, Schuld an Trons Unglück zu sein!?
Lyn schnappte nach Luft. ?Reg dich ab! Du bist bereits auf der Stellvertreterposition, oder? Weißt du, wie lange andere für solch einen Aufstieg ackern müssen? Ich hätte nie gedacht, dass es so gut klappt ? schwere Dinge ohne körperlichen Einsatz zu bewegen, können nämlich meist nur erfahrene Zauberer.? Selbstgefällig betrachtete die Schwarzmagierin ihre Hände. Dann schenkte sie Scope einen gekonnten Augenaufschlag: ?Du siehst sehr männlich aus, wenn du wütend bist!? Der junge Arbeiter hatte allerdings schon vor längerer Zeit aufgehört, die Attraktivität seiner Kameradin wahrzunehmen. Frauen mit magischen Fähigkeiten waren ihm zu suspekt. Trike spuckte aus und knurrte verächtlich: ?Hast du dich schon jemals eine Sekunde mit etwas anderem beschäftigt, außer mit dir selbst??
?Klar habe ich das! Womit, wird dein jetziger Vorgesetzter erfahren, wenn er nach Haus kommt und die Tür öffnet!?
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