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Fan-Fictions    Schleichendes Gift    Ende
Schleichendes Gift
Ende

Der dickliche blonde Lehrling biss die Zähne zusammen und klopfte bei seinem ehemaligen Ausbilder an die Tür. Duncan war mehr als erstaunt über den unerwarteten Besuch. Arn schluckte und sprach den Waffenschmied direkt an:
?Ich will mich entschuldigen. Ich war es. Ihr seid weder ein Trinker, noch verrückt. Ich weiß, dass das nicht richtig war, aber ich war so wütend, da wollte ich mich nur noch rächen.?
Der oberste Ingenieur verstand nicht, während Adam sich schon denken konnte, worum es ging.
?Du hast die Nachricht an Teela verfälscht und all die Aufträge verschwinden lassen, oder??, äußerte der Prinz seinen Verdacht. Der ältere blonde Junge wühlte in seiner Tasche, holte Papier und Bleistift hervor und schrieb eine Nachricht, in der er Teela bat, sich zur Drachenhöhle zu begeben. Duncan nahm das Papier und studierte es fassungslos. Seine Schrift war exakt kopiert, hätte er nicht gewusst, wer das Schreiben verfasst hatte, er hätte es selbst für sein eigenes Werk gehalten.
?Und die Weinflaschen? Woher kamen die??, forschte Randors Berater vorsichtig. Arn wurde rot. Jetzt wurde es schwer, die anderen zwei nicht zu verraten. Er entschied sich für die halbe Wahrheit. ?Der Vater eines Freundes hat ein Wirtshaus. Da war es leicht, massenhaft an leere Flaschen zu kommen. Weil ich ja immer aufräumen musste, war es auch einfach, Werkzeuge die Ihr Euch bereitgelegt hattet, fortzuschaffen.

Den Waffenschmied schien eine ganz andere Sache zu mehr zu interessieren: ?Ist das alles wirklich allein dein Plan gewesen? Mikael und Trydor haben nichts damit zu tun?? Arn starrte zu Boden und schwieg.
Duncan sah seinen Lehrling ernst an: ?Ich werde nicht weiter fragen, aber du musst dein Geständnis vor König Randor wiederholen. Es ist für mich die einzige Möglichkeit, meinen Ruf wieder herzustellen und wieder arbeiten zu können.? Der pummelige Blonde nickte. Dem Prinzen war es gar nicht recht, dass Trike ungeschoren aus der Sache herauskommen sollte. Der Zelasianer sollte zusammen mit seiner unheimlichen Freundin ebenfalls bestraft werden!
?Warum schützt du Scope und Mikael? Die haben genauso mitgemacht!?
Teelas Ziehvater fuhr dazwischen: ?Dafür fehlen die Beweise, Adam. Es ist auch nicht wichtig, wenn ich meine Stellung wieder habe, dann regele ich das selbst! Komm mit, Arn!?
Der ältere Junge wand sich an Adam: ?Scope hat eh Probleme genug. Seit dem Unfall heute Morgen traut ihm keiner mehr. Ist ja auch komisch, dass allen Vorgesetzten von ihm etwas zustößt und er jedes Mal ein Stück in der Rangfolge aufrückt? Jetzt trifft er sich mit seiner Bekannten, die ist wohl noch die einzige, die zu ihm hält.? Dem Prinzen lief es eiskalt über den Rücken, wenn man die Sache zu Ende dachte, würde Jona das nächste Opfer sein. Randors Sohn versuchte, Arms davon zu überzeugen, mit ihm zu dem Haus des Schlossers zu gehen. Duncan winkte ab, zu dünn erschien ihm die Beweislage. Adam beschloss, mit Teela die Verfolgung aufzunehmen. Auf die Freundin war bei solchen Unternehmungen bisher immer Verlass gewesen. Er wartete ab, bis der Waffenschmied und sein Lehrling außer Sichtweite waren, dann rannte er zum Übungsplatz, um die Kameradin in sein Vorhaben einzuweihen.

Teela war zwar erschöpft vom Training, doch die Gelegenheit, den Mann zu entlarven, der ihren Vater so bloßgestellt hatte, wollte sie sich nicht entgehen lassen. Außerdem hatte sie Sorge, dass der Prinz nicht allein mit Trike und der Tochter von Faceless-One fertig wurde. Sie hatten schon fast das Haus von Jona erreicht, als das Mädchen eine unangenehme Entdeckung machte: ?Adam, dein Stinke-Tiger ist uns gefolgt!? Der Thronfolger dreht sich um, tatsächlich, Cringer kam ihnen nach. Vergeblich versuchte der Junge, sein Haustier zu verscheuchen.
?Cringer, hau ab! Geh nach Haus! Sch!? Der grüne Tiger setzte sich gemächlich hin und sah Adam ungerührt bei seinen Bemühungen zu, ihn loszuwerden. In seiner Not warf der Prinz ein paar kleine Steine nach dem Tier. Der Palasttiger reagierte ganz nach Katzenart. Er verschwand im Unterholz, um dann aus der Deckung heraus den Kindern weiter hinterherzulaufen. Der Thronfolger war sich jedoch sicher, dass ihm sein Haustier gehorcht hatte.

Trydor war im Laufschritt ebenfalls zu dem Haus des Schlossers geeilt. Er hatte Lyn gezwungen, mitzukommen, damit sie ihre Teufelei wieder rückgängig machen konnte. Einen weiteren Unfall eines seiner Vorgesetzten konnte er sich erst wieder erlauben, wenn das Vertrauen zu den Kollegen erneut hergestellt worden war.
?Jetzt reg dich ab, ist doch noch gar nichts passiert!?, keuchte die Hexe. Der künftige Spion Skeletors ließ sie plötzlich los und spurtete zur Haustür, um seinen derzeitigen Vorgesetzten abzufangen. ?Jona! Geh nicht ins Haus! Bleib, wo du bist!? Der kräftige Arbeiter schüttelte verständnislos den Kopf: ?Bist du übergeschnappt? Du willst mir mein eigenes Haus verbieten?? Trydor riss den Mann, der gerade seine Tür aufschließen wollte, heftig zurück. Der Schlosser erstarrte plötzlich und sank in sich zusammen. Lyn grinste, als hätte sie die größte Tat ihres Lebens vollbracht.
?Vergiss den Spinner, der schläft erst mal für eine Weile. Schade, die Auswirkungen des Versteinerungszaubers wären höchst interessant gewesen, aber wenn du nicht magst? Wir könnten uns die Zeit noch bisschen anders vertreiben, wenn du verstehst, was ich meine?? Wie zufällig berührte Lyn den künftigen Spion am Arm und entblößte ihre perfekten, perlweißen Zähne zu einem verführerischen Lächeln. Wiederum musste die Tochter von Faceless-One bemerken, dass ihr Kamerad ihr Angebot ignorierte. Seine Gleichgültigkeit machte sie fast rasend vor Zorn. Was stimmte mit diesem Kerl nicht? Kein Mann durfte es wagen, sie zu missachten!

Adam und Teela hatten inzwischen ihr Ziel erreicht und mussten erkennen, dass ihre Gegner schneller gewesen waren. Nun galt es, ein gutes Versteck zu finden. Falls Trike und seine Freundin sie hier bemerkten, konnte es verdammt unangenehm für sie beide werden. Teela wies stumm auf einen alten Geräteschuppen, der Prinz verstand und beide schlüpften hinein. Das Schicksal meinte es gut mit ihnen, hier gab es ausreichend Platz und die Tür, obwohl alt, knarrte kaum hörbar. Ihnen blieb nur noch übrig, zu hoffen, dass es Jona nicht allzu arg erwischt hatte und die beiden anderen Erwachsenen bald von sich aus die Gegend verließen. Plötzlich zerriss ein Maunzen die Stille. Cringer stand vor dem Schuppen und forderte lautstark Einlass. Während Adam noch überlegte, wie er seinen vierbeinigen Freund zum Schweigen bringen konnte, näherten sich Schritte dem Schuppen und Trikes Stimme wandte sich honigsüß an Cringer: ?Na, mein Schöner, was gibt es denn da so Interessantes?? Anstatt den Feind anzugreifen, umkreiste der grüne Tiger freudig den vermeintlichen Spielkameraden. Die Kinder hielten die Luft an und hofften das Adams Haustier Trike ablenken würde. Zu spät, die Tür wurde geöffnet und Lyn grinste beide höhnisch an. ?Sie da, das Prinzchen und seine kleine Freundin!? Ehe Adam reagieren konnte, packte die junge Frau ihn hart am Arm und zog ihn nach draußen. ?Da wird sich dein Onkel Keldor aber freuen, dass er endlich seinen Neffen sehen kann!?
Ohne zu überlegen rannte Teela auf die wesentlich größere Lyn zu und verpasste ihr einen gezielten Tritt vors Schienbein. Der Hexe schrie kurz auf und streckte das Mädchen mit einem rötlichen Energieblitz nieder. Sie hatte den Jungen kurz loslassen müssen, jedoch nutzte Adam die kurze Freiheit nichts. Der Zelasianer packte ihn mit geübtem Griff und hielt ihn eisern fest. Alle Gegenwehr blieb zwecklos. Trike lachte, offenbar amüsierte ihn das Ganze.
Er blickte kurz zur bewusstlosen Teela: ?Schneid hat die Kleine ja, alle Achtung!? ?Sag bloß, dass du das Gör auch noch bewunderst!? Mit schmerzverzerrtem Gesicht rieb sich die Tochter von Faceless-One das Bein. ?Mit dem Prinzchen haben wir allerdings Randor vollkommen in der Hand ? was Besseres kann uns gar nicht passieren! Ich sorge jetzt mal dafür, dass er etwas transportfähiger wird. Schau mich an, mein Kleiner, schau mich an!? Gegen seinen Willen sah Adam Lyn tief in die fast violetten Augen. Er wurde plötzlich sonderbar müde und der Gedanke, dieser Frau aus freien Stücken zu folgen, erschien ihm höchst angenehm. Die Hexe deutete ihrem Komplizen an, den Thronerben loszulassen. Der Junge startete keinen Fluchtversuch, als er frei war, sondern bewegte sich roboterhaft auf die Schwarzmagierin zu. Es wäre ein perfekter Plan gewesen, wenn die junge Frau nicht plötzlich auf den Gedanken gekommen wäre, auch ihren Kameraden gefügig zu machen. Trike sollte ihr zu Keldor folgen und unter Trance einwilligen, für ihren Meister zu arbeiten. Falls das gelänge, wären ihr der Respekt und die Liebe des Gars sicher. Lyn fixierte Trike und lockte: ?Komm mit! Ich weiß, dass du es willst!? Den jungen Arbeiter traf die Attacke völlig unvorbereitet. Scope näherte sich der magisch begabten Frau ebenfalls willig und wie im Trance. Wie einfach das war! Lyns Herz klopfte in wilder Freude. Sie allein hatte hier die Macht, ohne den geringsten Einsatz von Muskelkraft. Plötzlich veränderte sich der Gesichtsausdruck der Hexe jäh. Sie hatte das Gefühl, ersticken zu müssen. Entsetzt sah sie auf den grünen Tiger, der sich vertrauensvoll an ihre Beine schmiegte. Die Magierin war nicht mehr fähig, ihren Bann länger aufrecht zu erhalten. Sie hustete und keuchte jämmerlich. Cringer, der nicht kapiert hatte, dass er die Ursache der Beschwerden war, blieb vor seiner unfreiwilligen Spielkameradin sitzen und musterte sie erstaunt. Durch ihre tränenden Augen erkannte Lyn, dass Duncan zusammen mit mehreren Soldaten und ihrem Vater auf sie zusteuerten. Zu jedem anderem Zeitpunkt hätte sie die Männer verflucht, jetzt fühlte sie fast so etwas wie Dankbarkeit. ?Nehmt das Vieh weg! Nehmt endlich das Vieh weg!?, röchelte sie mühsam. Der oberste Waffenschmied nahm den grünen Tigerwelpen auf den Arm und brachte ihn rasch außer Reichweite. Trike, Jona, Teela und Adam erwachten aus Evil-Lyns Zauber und sahen sich verwundert um. Faceless-One vergewisserte sich, dass keiner durch den Zauber seiner Tochter Schaden genommen hatte. Der sonst so zurückhaltende, menschenscheue Magier zeigte das erste Mal in der Gegenwart anderer Leute Regung. Er packte seine Tochter hart am Arm und brüllte sie an: ?Ich hoffe, das war dir eine Lehre, unsere Gabe zu missbrauchen! Die nächsten Wochen gibt es keine Ausflüge mehr zu deinen Freunden, du hilfst mit im Kräutergarten, bis du zur Vernunft gekommen bist!? Lyn, die solch einen Tonfall von ihrem nachgiebigen Vater nicht gewohnt war, hauchte mühsam: ?Ja, Papa!? Widerstandslos ließ sie sich von dem Mann mit der Maske in Richtung Karg ziehen.

Duncan blickte beiden nachdenklich hinterher. War das ein Vorgeschmack zu dem, was ihm in Zukunft mit Teela bevorstand? Seine Adoptivtochter hatte sich vom dem Zauber noch nicht ganz erholt und war noch ein bisschen wackelig auf den Beinen. Sie ließ es zu, dass ihr Vater sie stützte. Der Waffenmeister nahm dies als Geste der Versöhnung. Adam folgte den beiden, Cringer, den Helden des Tages, dicht an seiner Seite. Trike ging unter der Aufsicht der Wachen zum Schloss. Er gab zu, die Lehrlinge bei einem Streich unterstützt zu haben, der dann außer Kontrolle geraten war. Mehr konnte man ihm auch nicht nachweisen. Der oberste Waffenschmied befahl dem Zelasianer, sich am nächsten Tag zu einer Aussprache bei ihm einzufinden. Soweit sollte es nicht kommen. Es war das letzte Mal, dass Duncan den Arbeiter als Trydor Scope vor sich sehen sollte.

Als sich Trydor allein auf den Weg zu seiner Unterkunft begab, klopfte ihm jemand auf die Schulter. Der künftige Knecht Skeletors sah sich um, und erblickte eine Gestalt in einer lila Kutte. Der Fremde hielt ihm ein Päckchen unter die Nase. ?Öffne es!?, befahl der Mann mit rauer Stimme. Trike gehorchte und hielt plötzlich mehrere rötliche Kristalle in der Hand. Kerium, das seltenste und energiereichste Element Eternias. Andächtig ließ der Zelasianer seine Finger über das kostbare Metall gleiten. Der Fremde lachte und nahm die Kapuze ab. Es war Keldor, Halbbruder des Königs und Anführer der neuen Bewegung, der sich Lyn angeschlossen hatte. ?Wenn du zu uns gehörst, dann erhältst du jedes Material, das du dir wünschst! Du könntest auch sofort das Kommando in meiner Werkstatt und meinem technische Labor übernehmen. Wenn du allerdings noch warten möchtest, bis Duncan hier in zehn oder zwanzig Jahren abdankt?? Scope brauchte jedoch keine weitere Überredungskunst. Er packte seine Sachen zusammen und sorgte dafür, dass der Waffenschmied am nächsten Tag vergeblich in der Werkhalle auf ihn wartete.

Mikael durfte nach einer Verwarnung weiter in der Werkstatt lernen. Arn erhielt auf die Empfehlung von Arms eine neue Lehrstelle in der Gärtnerei, wo ihm die Arbeit leichter fiel.

Ein paar Tage später hatte Lyn es geschafft, sich wieder zu Keldors Bewegung zu begeben. Erstaunt stellte sie fest, dass Trydor Scope nun als festes Mitglied galt.
?War das wirklich klug, ihn einzustellen??, wand sie sich an den Gar. ?Er ist zu intelligent und eigensinnig! Anders als bei diesem Wissenschaftler hier musst du seinen Verstand erhalten, wenn er dir nützen soll!? Die Hexe blickte kurz auf den sabbernden Affenmann, dem die Folter den einst brillanten Verstand fast ausgelöscht hatte. Lediglich die Fähigkeit, besonders gut mit Tieren umzugehen, war ihm geblieben.
Keldor lachte gehässig: ?Sei unbesorgt, meine Liebe! Es kommt die Zeit, da wird er mir BLIND gehorchen!?

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