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Kapitel 6: Neue Spuren
„HALTET DIE KLAPPE!!!“ brüllte Skeletor die Treppe hinunter, als ihm der Lärm aus dem Wohnzimmer, hervorgerufen von Beast-Man und Kevin, wieder einmal zu laut wurde. „Entschuldigung Herr! Aber der Kampf wurde gerade richtig spannend!“ schrie Beast-Man zu ihm nach oben. Als der Lärmpegel sich wieder senkte, ging Skeletor zurück in das Schlafzimmer von Kevin´s Bruder. Auf dessen Schreibtisch, hatte er die Drohne vor sich liegen und dessen Koffer stand direkt daneben auf dem Boden. Nach all den Konstruktionen, Maschinen und weiteren mechanischen Spielereien, schien es ihm ein leichtes zu sein, was er in diesem Moment vorhatte, um für den Fall der Fälle einen Plan-B zur Verfügung zu haben. Im Erdgeschoss saßen Beast-Man und Kevin vor dem Fernseher und sahen sich wie am Tag zuvor Wrestling an. Beast-Man fieberte mit den Kämpfern mit, während Kevin sich wie gewohnt seinem Marihuanakonsum widmete und über Beast-Man`s Reaktionen über den Kampf amüsierte. „Machst du das den ganzen Tag“ wollte er von Kevin wissen. „Sonst hast du nichts zu tun?“ „Hey, ich habe Ferien. Was könnte besser sein als einfach abzuhängen und gechillt zu sein? Die Uni startet erst wieder in einer Woche. Sofern ich hingehe. Ich bin nicht so ein Streber wie mein Bruder, der unseren Eltern in den Hintern kriecht, obwohl ich sagen muss, dass er es wirklich drauf hat.“ „Wie meinst du das? Was macht dein Bruder überhaupt?“ fragte Skeletor`s Knecht nach. „Kennst du dich mit Computern aus, Beasti?“ „Nein.“ antwortete dieser. Also mein Bruder ist so eine Art Genie auf dem Gebiet, wenn du mich fragst. Computer eröffnen dir alle Tore. Wenn man sich damit auskennt, kann man eine Menge anstellen. Richtiges Chaos. Verstehst du, was ich meine?“ „Nicht so richtig. Ich kenne mich weder mit Computern aus noch mit Magie. Ich setze auf meine Kraft und Telepathie.“ meinte er. „Ok, pass auf!“ begann Kevin zu erklären. „Heutzutage ist alles über Computer vernetzt. Ob über Internet oder lokale Netzwerke. Wenn man so viel Grips hat wie mein Bruder, kann man so einiges anstellen. Letztes Jahr hat er einen Computervirus geschrieben. Aber keinen gewöhnlichen. Es war ein KI-basierter Virus, welcher sich an jedes System individuell anpassen kann. Er hat es in das interne Netzwerk unserer Uni eingeschleust und innerhalb von kurzer Zeit wurden alle Computer zum Absturz gebracht. Sie waren nicht mehr zu gebrauchen und das ganze Netzwerk musste ersetzt werden.“ „Hat er dafür keinen Ärger bekommen?“ fragte Beast-Man. „Dazu hätten sie ihn erwischen müssen, aber sie haben keine Beweise gefunden. Er ist einfach zu schlau dafür. Ein richtiger Hacker.“ erklärte er, während er begann, sich eine weitere Zigarette zu drehen. „Ich verstehe.“ nickte Beast-Man, obwohl er eigentlich nicht einmal die Hälfte davon verstanden hatte. Einige Zeit später in der Innenstadt Es war bereits drei Uhr nachmittags als Julie, He-Man und Man-at-Arms im Steakhaus, zu welchen sie Julie gebracht hatte an einem Tisch saßen. „Das ist richtig gut!“ merkte der Waffenmeister an, während er das Fleisch verzehrte. „Überhaupt die Sauce. Was für eine ist das?“ „Barbecue Sauce.“ erwiderte Julie. „Ich stimme dir zu, Duncan. Schmeckt sehr gut. Vor allen auch die in Streifen geschnittenen Kartoffeln.“ ergänzte He-Man. „Wir nennen sie Pommes. Freut mich, dass es euch schmeckt. Fühlst du dich denn schon besser?“ wollte sie wissen. „Oh ja! Wesentlich besser. Ich denke eine kleine Stärkung war genau das, was mir gefehlt hat. He-Man und Man-at-Arms tauschten kurz einen ernsten Blick aus. Ohne ein Wort wechseln zu müssen, wussten sie wohl beide, das He-Man`s Schwächeanfall wohl kaum von Nährstoffmangel gekommen sein konnte. Durch das Fenster konnten sie beobachten, wie immer mehr Leute in Kostümen auf der Straße unterwegs waren und in Richtung der Konvention zogen, oder bereits von dort zurückkamen und nun die Straßen bevölkerten. „Ich möchte mich noch einmal bei dir bedanken, Julie. Für deine Hilfe und das du uns zum Essen einlädst. Leider haben wir kein Geld, um dich zu entschädigen.“ klang He-Man`s Dankbarkeit, fast schon wie eine Entschuldigung. „Ach, schon gut!“ erwiderte sie. „Dafür habt ihr mich vor diesen Typen gerettet und auf ein aufregendes Abenteuer mitgenommen. Wir sind somit quitt.“ Als die drei ihr Essen beendet hatten und die weitere Vorgehensweise besprechen wollten, waren einige Sirenen zu hören. Durch das Fenster konnten sie beobachten, wie einige Polizeiautos mit erhöhter Geschwindigkeit draußen die Straße entlangfuhren. „Kein Grund zur Aufregung. Das ist fast schon alltäglich hier.“ versuchte Julie die Beiden zu beruhigen. Kurz darauf waren auch einige Rettungsfahrzeuge zu sehen, welche am Fenster vorbei zischten. „Ok, irgendwie ist das nun doch etwas außergewöhnlich.“ versuchte sie sich zu korrigieren. He-Man sprang von seinem Sessel auf, begab sich ans Fenster und sah einige weitere Einsatzfahrzeuge, die vorbeikamen und um die nächste Ecke bogen. „Wir sollten uns das besser ansehen.“ sagte er zu seinen Begleitern. „Zahlen bitte!“ rief Julie in Richtung des Kellners. Man-at-Arms trank den Rest seiner Cola aus, während He-Man sich bereits auf den Weg nach draußen gemacht hatte und er ihm folgte. Auf der Straße fuhren weitere zivile Autos an ihnen vorbei, welche mit einem provisorischen Blaulicht auf den Dächern ausgestattet waren und den anderen Fahrzeugen folgten. Mittlerweile kam auch Julie aus dem Lokal, nachdem sie die Rechnung beglichen hatte und gesellte sich zu ihren Begleitern. „Sieht so aus, als fahren sie weiter Richtung Zentrum.“ schloss sie aus deren Fahrtrichtung. „Wir sollten ihnen folgen.“ He-Man bestätigte dies mit einem Nicken und sie begaben sich zu Julie`s Wagen, welchen sie einige Meter vor dem Lokal geparkt hatte. Die verkleideten Passanten auf der Straße, welche kurz zuvor noch Bilder voneinander gemacht hatten, filmten inzwischen das Schauspiel, welches sich ihnen bot. Ehe Julie ausparken konnte, fuhr ein weiterer Rettungswagen an ihnen vorbei. Als sie dieser passiert hatte, folgte sie diesen die Straße hinunter. „Das muss auf jeden Fall etwas Größeres sein. Das waren mindestens allein sechs Rettungswagen. Vielleicht finden wir eure Freunde ja doch noch.“ richtete sie sich an die Beiden, während sie versuchte am Krankenwagen dranzubleiben. Nur kurze Zeit später, bogen sie auf eine der Hauptstraßen ab und konnten in der Ferne bereits ein Blaues Lichtermeer erkennen. „Dort vorne muss es passiert sein!“ schlussfolgerte He-Man und zeigte auf die vielen Einsatzfahrzeuge. „Am besten, ich parke hier vor dem Museum. Weiter kommen wir wohl nicht ran. Sie werden bereits alles abgesperrt haben.“ sagte Julie und hielt den Wagen vor dem Space Museum an, wo sie ihn schlussendlich parkte. Als sie aus dem Wagen ausgestiegen waren, machten sich die drei zu Fuß auf den Weg in Richtung der Einsatzfahrzeuge. Die Straße war von beiden Seiten abgesperrt worden und nur die Polizei und Sanitäter durften die Sperre überschreiten. Etliche Schaulustige fanden sich direkt hinter der Absperrung ein und filmten mit ihren Smartphones das Geschehen. Neugierig lauschten die drei den Unterhaltungen der Passanten, welche ihre eigenen Theorien hatten, während sie in der Zwischenzeit beobachten konnten, wie Sanitäter und Polizisten in einer Seitengasse verschwanden und wieder auftauchten, welche sich zwischen den Absperrungen von der Hauptstraße abzweigte. Julie viel neben ihr ein kleinerer Mann auf, welchen sie flüchtig kannte. Es war der Besitzer des COMIC ROOM`s, welcher sich gleich in der Nähe befand. „Hey! So sieht man sich wieder.“ sagte sie zu ihm. „Haben sie mitbekommen was hier geschehen ist?“ wollte sie von ihm wissen. „Hallo! Ja, schon länger nicht mehr gesehen. Alles klar bei ihnen?“ antwortete dieser. „Angeblich hat es eine Prügelei oder Schießerei gegeben. Genaues weiß man nicht. Eine Gruppe von Leuten hat ein paar Typen weiter hinten in dieser Gasse liegend am Boden aufgefunden. Soll sich um ein paar Gangmitglieder handeln. Kann mir gut vorstellen, dass es eine Rivalität unter verschiedenen Gangs gewesen sein könnte. Zumindest haben sie vor ein paar Minuten jemanden im Leichensack in einen der Rettungsfahrzeuge verfrachtet.“ „Es gibt einen Toten?“ schaltete sich He-Man ins Gespräch ein, welcher bis dahin hinter Julie und dem Ladenbesitzer gestanden hatte. „Ja, zumindest einen. Ich kann mir gut vorstellen, dass......“ Der Verkäufer unterbrach seinen Satz abrupt, als er sich zu He-Man umdrehte und seine Miene sich verfinsterte. „SIE SCHON WIEDER! Ich habe ihnen gesagt, halten sie sich bloß von meinem Laden fern. Das nächste Mal rufe ich die Polizei, wenn sie versuchen Streit anzuzetteln.“ war der Mann erbost. „Sie haben mich schon mal gesehen?“ wollte He-Man wissen. „Tun sie doch nicht so scheinheilig!“ fuhr ihn der Mann an. Sie waren heute mit ihren Freunden in meinem Laden, haben sich lustig über meine Produkte gemacht und sind mich körperlich angegangen!“ „Ok! Beruhigen wir uns mal wieder.“ versuchte Julie sich beschwichtigend einzusetzen. „Vielleicht können sie uns ja helfen, da ich denke, dass sie seinen Zwillingsbruder heute begegnet sind. Er ist es, den wir gerade suchen. Ihn und seine Freunde.“ „Ihr Zwillingsbruder?“ fragte er. „Ja genau! Er ist praktisch das schwarze Schaf der Familie. Macht laufend ärger und in seinem Oberstübchen scheint etwas falsch verdrahtet worden zu sein. Ich möchte mich aufrichtig bei ihnen entschuldigen dafür, dass sie diese Erfahrung machen mussten.“ versuchte He-Man ihm eine Erklärung zu bieten. Der Mann beruhigte sich etwas und sprach nun mit ruhigerer Stimme. „Ah,ok. Ihr Zwillingsbruder also. Ja, ich muss sagen, dass sie von ihrer Ausdrucksweise schon ein geselligerer Typ sind als ihr Bruder.“ He-Man harkte nach. „Sagen sie, seine Freunde, welche mit dabei waren. Wie sahen diese aus?“ Der Ladenbesitzer überlegte kurz. „Nun, da war noch ein weiterer Typ mit dabei. Ich habe ihm meine Ware gezeigt. Damit meine ich eine limitierte Peter Parker Figur. Allerdings schienen sie nicht wirklich daran interessiert zu sein. Ein normaler Typ eben. Nichts Auffälliges. Aber sie hatten noch eine Blondine im Schlepptau. War angezogen wie eine Domina mit Hochhackigen und einer Latexhose. Sie schien mir von allen noch die vernünftigste zu sein und hat ihren Bruder davon abgehalten noch mehr Unruhe zu stiften. Sie sind dann freiwillig wieder gegangen.“ „Wissen sie, in welche Richtung sie verschwunden sind?“ fragte Julie. „Habe ich nicht darauf geachtet.“ sagte der Verkäufer. Aber die Blonde meinte, dass sie ins PILOT gehen wollten oder so etwas.“ He-Man drehte sich zu Man-at-Arms um, welcher sich aus dem Gespräch herausgehalten hatte. In diesem Augenblick war ihnen beiden klar, dass Skeletor und sein Anhang über den genauen Aufenthaltsort der Königin heute Abend Bescheid wussten. „Tut mir leid! Ich muss wieder zurück in meinen Laden. Heute ist der umsatzstärkste Tag des Jahres für mich. Ich hoffe nur, dass dieser Vorfall hier nicht die Kunden fernhält. Würde mich freuen, wenn sie mir bald mal wieder einen Besuch abstatten würden.“ richtete er seine Worte an Julie und ging davon. Als der Mann in der Menge verschwand, konnten sie beobachten, wie Sanitäter mit zwei Tragen aus der Gasse kamen und in Richtung der Rettungsfahrzeuge gingen. Der Waffenmeister musste zweimal hinsehen, ehe er sich dann doch sicher war. „Sagt mal, der Mann auf der hinteren Trage! Ist das nicht einer von gestern Nacht? Der, dem du auf die Nase gehauen hast?“ He-Man sah genau hin. Doch ehe er antworten konnte, bestätigte bereits Julie Man-at-Arms Beobachtung. „Das ist er! Glaubt mir, dieses Gesicht habe ich nicht vergessen. Scheint sich wohl doch um eine Gangaktivität zu handeln.“ „NEIN!! ICH MUSS MEINE LEUTE WARNEN!!!“ Die drei blickten wieder in Richtung der Seitengasse, als ein korpulenterer Mann auf einer weiteren Trage zu den Fahrzeugen befördert wurde. Dieser schrie unentwegt unter Schmerzverzerrten Gesicht und war nicht zu beruhigen. Seine Beine waren auf der Trage fixiert worden und er schlug wild um sich. „ICH MUSS SIE WARNEN! LASST MICH!!! DIE SNAKE MOUNTAIN GANG IST IN DER STADT!!!!“ Sein Geschrei wurde abrupt leiser, als er ins Rettungsfahrzeug befördert und die Türen geschlossen wurden. „Habt ihr gehört? Die Snake Mountain Gang! Also sind sie doch für alles hier verantwortlich. War irgendwie klar!“ bestätigte der Waffenmeister ihre Vermutung. „Kommt! Gehen wir ein paar Schritte.“ schlug He-Man vor. Sie bahnten sich einen Weg durch die schaulustige Menschenmenge in Richtung des Museums, vor welchen sie dann Halt machten. „Rekapitulieren wir also. Was wissen wir bisher?“ versuchte der Held von Eternia die Geschehnisse zusammenzufassen. „Also, sie sind im Fox Lake Park durch das Portal gekommen. Die Fußspuren verraten uns, dass sie abseits der Straße in Richtung der Wohnsiedlung weitergegangen sind, wo wir vor einiger Zeit waren. Heute wurden einige von ihnen im Laden des Mannes von vorhin gesehen und dieser bestätigte, dass sie in die Bar, das PILOT wollten.“ Man-at-Arms nickte zustimmend und versuchte zu ergänzen. „Wir wissen, dass Faker und Evil Lyn in diesem Laden waren. Logisch anzunehmen, dass Tri-Klops der dritte war. Was mich wundert ist, dass der Verkäufer gemeint hat, dass ihm nichts Außergewöhnliches aufgefallen ist. Eigentlich ist Tri-Klop`s Visor mehr als auffällig.“ „Ein Verschleierungszauber?“ fragte He-Man. „Wäre naheliegend.“ schlussfolgerte sein Freund. „Nicht zu vergessen, dass sie ein paar Typen aus einer Gang brutal zugerichtet haben und sogar einer von ihnen mit dem Leben bezahlen musste.“ wurden sie von Julie erinnert, „Stimmt!“ pflichtete ihr der Waffenmeister bei. „Aber was ist mit Skeletor und Beast-Man? Wo stecken die?“ Für diese Frage hatte He-Man eine logische Erklärung parat. „Du kennst doch Skeletor! Er lässt die Drecksarbeit von seinen Untertanen erledigen, während er sich im Hintergrund hält. Und Beast-Man…naja. Ihn würde ich auch nicht freiwillig auf Erkundungstour auf einen fremden Planeten losschicken. Er wird dann eher für die grobe Arbeit eingesetzt werden. Sie werden sich beide irgendwo versteckt halten“ „Also, wie werden wir weiter vorgehen?“ wollte Julie wissen. He-Man dachte kurz nach, obwohl das offensichtliche klar zu sehen war. „Skeletor ist hier, um die zukünftige Königin an ihrer Reise zu hindern. Aufgrund der Tatsache, dass sie die Bar ausfindig gemacht haben, können wir davon ausgehen, dass sie es dort versuchen werden und danach zurück nach Eternia wollen. Dies bedeutet, dass wir sie erst heute Abend alle am selben Ort gesammelt vorfinden werden. Unser Vorteil ist, dass Skeletor nicht weiß, dass wir ebenfalls hier auf der Erde sind. Wir müssen uns also den Überraschungseffekt zu Nutze machen und werden uns abends in diese Bar begeben.“ Einige Zeit später vor dem PILOT Evil Lyn und Faker standen gegenüber der Bar bereits einige Minuten auf der anderen Straßenseite an einer Hausmauer gelehnt und warteten, bis schließlich Tri-Klops durch die Türe ins Freie trat. Mit schnellen Schritten überquerte er die Straße, um Bericht zu erstatten. „Also, wie sieht es aus?“ wollte die Hexe wissen. Tri-Klops berichtete. „Wie es aussieht? Irgendwie dreckig. Bis auf ein paar Personen ist nicht wirklich viel los. Ein großer Raum und recht verwinkelt. In der Mitte gibt es einen Tresen und dahinter ein paar Dutzend Flaschen, wo sie diesen Alkohol aufbewahren. Es stinkt auch ein wenig. Habe ich das schon erwähnt? Eine Menge Tische und ein paar Gerätschaften, welche wohl dazu gedacht sind, sich die Zeit zu vertreiben. Ein Gerät scheint eine Art Zielscheibe zu sein, welche man mit Pfeilen bewerfen muss. Der Typ hinterm Tresen hat gemeint, dass bald wesentlich mehr los sein wird, wenn die Stammgäste kommen und er geht davon aus, dass sich einige von denen, welche sich verkleidet haben, ebenfalls hier sein werden.“ „Gut.“ war sie mit Tri-Klops Erkundung zufrieden. Die drei Schurken gingen um die nächste Ecke, wo sie unbeobachtet waren. Evil Lyn machte wieder eine magische Geste und ließ ihren Stab mit Kugel erscheinen, während die beiden anderen die Gegend beobachteten. Skeletor`s Gesicht erschien abermals und sie erstattete Bericht. „Skeletor! Wir sind nun bei dieser Bar und haben sie vorab schon einmal ausgekundschaftet. Allerdings werden eine Menge Menschen hier heute Abend erwartet. „Das muss uns nicht interessieren!“ sagte der Herr des Bösen gleichgültig. „Sollte es Schwierigkeiten geben, werden es Kollateralschäden sein. Dennoch wäre es von Vorteil, wenn es so diskret wie möglich abläuft. Wenn ihr sie gefunden habt, behaltet sie im Auge. Ich will sie höchstpersönlich zur Strecke bringen. Sag Faker, dass er mich und Beast-Man abholen soll. Tri-Klops und du bleibt vor Ort. Ich melde mich, sobald wir da sind. In der Zwischenzeit werde ich uns von dem Erdling hier entledigen. Er ist noch weniger auszuhalten als Beast-Man.“ Skeletor unterbrach die Verbindung und Evil Lyn ließ ihren Stab wieder verschwinden. „Du hast ihn gehört!“ richtete sie ihre Worte an Faker, welcher sich, ohne ein Wort zu sagen, auf den Weg zurück zum Fahrzeug machte. „Was machen wir in der Zwischenzeit“ wollte Tri-Klops wissen. „Wir warten noch etwas.“ sagte sie. „Bald beginnt die Dämmerung und bis dahin sollte sich die Bar gefüllt haben. Dann gehen wir rein, warten auf die Königin und behalten sie im Auge bis Skeletor eintrifft. Faker war inzwischen auf dem Weg zurück zum Wagen. Unterwegs begegnete er einigen Menschen, die bereits von der Konvention zurück waren und vermehrt die Straßen und Lokale aufsuchten. Einige versammelten sich in Gruppen, um Bilder zu machen, oder veranstalteten Show-kämpfe mit ihren selbstgebauten Waffen. Auch Passanten, welche offensichtlich nichts damit zu tun hatten, wollten die Gelegenheit ergreifen, um sich mit den verkleideten Leuten ablichten zu lassen. Als er drei Blocks bereits zurückgelegt hatte, kam er erneut am COMIC ROOM vorbei, welcher voll mit Kundschaft war. Gerne wäre er erneut hineingegangen, um dem Inhaber eine Abreibung zu verpassen, entschloss sich aber doch dafür, seine Befehle zu befolgen. Kurz darauf vielen ihm zwei Fahrzeuge auf, welche am Straßenrand geparkt waren mit der Aufschrift „POLIZEI“. Einige Männer in Uniform waren gerade dabei, Absperrbänder von der Straße zu entfernen und sie aufzurollen. Er blieb stehen und beobachtete die Szenerie, als er von einer Frau angesprochen wurde. „Es wird immer schlimmer hier! Bald kann man sich nicht mal mehr unter Tags aus dem Haus wagen.“ „Was genau meinen sie?“ fragte er sie. „Haben sie es nicht mitbekommen? In der Gasse da hinten wurden ein paar Männer nieder geprügelt. Es gab sogar einen Toten! Wirklich schlimm was aus dieser Welt geworden ist.“ berichtete die Frau schockiert und ging ihres Weges. Ohne weiter darüber nachzudenken, setzte er seinen Weg fort, überquerte die Straße und ging zum Fahrzeug, welches er einige Zeit zuvor dort abgestellt hatte. Als er sich hinters Steuer setzte und die Tür geschlossen hatte, verband er sich mittels seiner Kabel erneut mit dem Bordcomputer und startete den Motor. Er fuhr los und schlug scharf links ein, um zu wenden, wobei er ein entgegenkommendes Fahrzeug schnitt, und brauste davon. Der Lenker des Fahrzeuges legte eine Notbremsung hin und fluchte ihm aus dem offenen Fenster hinterher, was Faker allerdings nicht mehr mitbekam. Als er die Straße entlangfuhr, auf der sie gekommen waren, viel sein Blick auf die Mittelkonsole, wo er den USB-Stick erblickte. Er nahm ihn und betrachtete ihn kurz interessiert, ehe er einen passenden Slot dafür beim Bordcomputer fand und ihn einsteckte. Etwa 45 Minuten später in Kevin`s Haus „BEAST-MAN!!!!“ brüllte Skeletor. „Komm rauf du nichtsnutziger Faulpelz!“ Kurz darauf erschien Beast-Man im Obergeschoss und betrat das Zimmer, in welchen Skeletor noch kurz zuvor an der Drohne gebastelt hatte. „Hier bin ich, Herr! Aber so laut waren wir gar nicht. Ich habe nur ferngesehen und Kevin ist von seiner Raucherei eingeschlafen und ich habe nur…“ „Halt die Klappe und hör zu! Es interessiert mich nicht, was ihr gemacht habt.“ entgegnete er ihm. „Faker wird bald hier sein, um uns abzuholen. Sobald er hier ist, möchte ich, dass du den Koffer nimmst und ihn in die Klappe hinten in das Fahrzeug legst. Möglich, dass wir ihn noch brauchen werden. Hast du verstanden?“ „Ja, Herr! Ich werde ihn schon mal hinuntertragen“ antwortete dieser. „Gut.“ war Skeletor zufrieden, als Beast-Man den Koffer nahm und sich auf den Weg machte. „Ich werde mich um den Erdling kümmern und danach machen wir uns auf den Weg, um die Mission zu beenden.“ „Aber, Herr. Ist es wirklich nötig ihn zu beseitigen? Immerhin habt ihr gesagt, dass er am Leben bleibt, solange er uns nicht im Weg steht.“ erinnerte Beast-Man seinen Meister. Im nächsten Moment blickte Beast-Man in Skeletor`s rot aufglühende Augen. „Du musst mich nicht daran erinnern, was ich gesagt habe! Hast du etwa ein Problem damit?“ fragte er ihn. „Nein...natürlich nicht!“ stammelte der Knecht Skeletors. Als die beiden unten im Wohnzimmer ankamen, fanden sie Kevin schlafend am Sofa vor. „Sie ihn dir an, Beast-Man. Ein primitiver Erdling, schlafend und voll bis oben mit seinen Drogen. Es wird ein gnädiger Tod sein.“ war Skeletor überzeugt. Der Herr des Bösen stellte sich etwa zwei Meter vor das Sofa und richtete seinen Widderstab auf Kevin, welcher sogleich an seiner Spitze aufglühte, als im nächsten Moment ein ohrenbetäubendes Geräusch, oder vielmehr ein Krachen zu hören war, welches die Mauern des Hauses erschütterte und Kevin aus seinem Schlaf riss. „Was war das?“ wollte Skeletor wissen. „Ich weiß nicht.“ antwortete Beast-Man. „Hörte sich an, als käme es aus der Garage.“ „Hey. Leute! Was ist denn los? Was macht ihr solch einen Krach?“ fragte Kevin verwirrt. „Halt die Klappe und komm mit!“ befahl Skeletor und machte sich mit Beast-Man, welcher den Koffer abstellte, auf den Weg zur Seitentür in die Garage. Dort angekommen, mussten sie feststellen, das Faker bewegungslos über dem Lenkrad lehnte und mit dem Wagen in die hintere Wand der Garage gekracht sein musste. „Faker, du unnützer Blechhaufen! Was hast du getan?“ schrie er seinen Untertanen an, doch dieser reagierte nicht. Skeletor begab sich auf die Seite der Fahrertüre und schlug mit seiner Faust das Seitenfenster ein. Danach packte er ihn am Kinn und zog seinen Oberkörper vom Lenkrad zurück in den Sitz. Fakers Augen waren geöffnet, blickten aber starr geradeaus und es war keine Reaktion von ihm erkennbar. Langsam versuchte Kevin die Beifahrertüre zu öffnen, womit er aber sichtlich Probleme hatte, da sie sich durch den Aufprall verzogen hatte. Beast-Man kam ihm zu Hilfe und mit einem festen Ruck, war es für ihn ein leichtes die Türe aufzubekommen. Als sich Kevin auf den Beifahrersitz begab, konnte er feststellen, dass Faker noch immer mit seinen Kabeln aus dem Unterarm mit dem Bordcomputer verbunden war. Danach viel sein Blick auf den eingesteckten USB-Stick. Nach kurzer Überlegung dämmerte ihm allmählich, was passiert sein musste. „Oje!“ entkam es ihm. „Oje? Was soll das bedeuten.“ ermahnte ihn Skeletor weiterzusprechen. „Der USB-Stick meines Bruders. Anscheinend hatte er da gar keine Musik drauf. Das muss der Stick sein, wo er seinen KI-Virus gespeichert hat. „Seinen was? Sprich nicht in Rätseln!“ drohte ihm der Herr des Bösen. Beast-Man bemühte sich, es seinem Herrn zu erklären. „Es ist so,Herr. Sein Bruder kennt sich mit Computern aus und hat irgendetwas entwickelt, das sich an diese anpassen kann und sie infiziert. Dadurch werden sie Schrott. So habe ich es zumindest verstanden. Eine ganz tolle Sache!“ „AHHH! DAS DARF DOCH NICHT WAHR SEIN!!!“ schrie Skeletor laut los. „Soll das etwa heißen, er ist nur noch Müll?“ „Ich befürchte, ja.“ antwortete Kevin. „Sein System muss wohl gerade versagt haben, als er in die Garageneinfahrt fuhr.“ „Was machen wir jetzt, Herr?“ fragte Beast-Man. Dieser dachte kurz nach und richtete sich an Kevin. „Du hast gesagt, dass dein Wagen draußen steht. Fahr ihn hier her. Du wirst uns in die Stadt zu dieser Bar bringen, verstanden?“ „Ja, in Ordnung.“ wirkte Kevin etwas zögerlich, als er den demolierten Wagen seines Bruders anstarrte. „Na los! Mach schon! Wir haben es eilig!“ fluchte Skeletor ungeduldig. Kevin riss sich zusammen, kramte seinen Wagenschlüssel aus der Hosentasche und lief durch das Tor hinaus auf den Gehsteig, in Richtung seines Wagens. „Was machen wir mit Faker?“ wollte Beast-Man wissen. „Gar nichts! Er ist nur noch Schrott, oder mit anderen Worten, unnötiger Ballast.“ Kurz darauf blickten sie in Richtung der Garageneinfahrt und sahen, wie Kevin seinen Wagen rückwärts in die Garage fuhr und kurz vor dem seines Bruders stoppte. Kevin öffnete die Fahrertür und lehnte sich etwas hinaus. „Sollen wir gleich losfahren?“ fragte er. „Einen Moment noch!“ bremste ihn Skeletor. „Weißt du wo diese Bar, das PILOT genau ist? Kennst du es?“ „Tut mir leid, aber dort war ich noch nie.“ musste er ihn enttäuschen. „Dann steig aus und komm mit.“ befahl er Kevin, welcher sogleich seinen Wagen verließ, um Skeletor zurück ins Haus zu folgen. Als sie im Wohnzimmer angekommen waren und die Treppe nach oben nehmen wollten, rief Skeletor nach Beast-Man, welcher kurz darauf den Raum betrat. „Beast-Man, wir sind bald wieder zurück. In der Zwischenzeit tust du, was ich dir befohlen habe.“ Er zeigte auf den Koffer mit der Drohne, welcher immer noch am Boden stand. „Ja, Skeletor! Ich habe verstanden!“ Beast-Man nahm den Koffer wieder an sich und machte sich auf den Weg zurück in die Garage, während Skeletor und Kevin nach oben gingen. Als sie oben ankamen und das Zimmer von Kevin`s Bruder betraten, packte ihn Skeletor am Kragen seines Shirts und beförderte ihn auf den Drehsessel, welcher vor dem Computer stand. „Du suchst jetzt die genaue Adresse dieser Bar und fährst uns dann dorthin! Hast du kapiert?“ „Ja, schon gut! Jetzt beruhige dich mal.“ lehnte sich Kevin gegen den Herrn des Bösen auf. „Mich beruhigen?“ fragte Skeletor. „Ich werde dir gleich das Licht ausblasen, wenn du nicht tust, was ich dir sage!“ Kevin schien von Skeletor`s Worten unbeeindruckt zu sein. „Also, so wie ich das sehe, benötigt ihr meine Hilfe, um in die Stadt zu kommen. Was ist da für mich drin? Bis jetzt habt ihr mich nur wie Dreck behandelt und ständig bedroht. Naja, bis auf Beasti. Der ist in Ordnung!“ Skeletor überlegte kurz und dachte über seine Worte nach. „An was genau hast du gedacht? Was willst du als Gegenleistung?“ „Nun ja......ihr scheint euch nicht wirklich um Gesetze zu scheren und nehmt euch wohl immer, was ihr wollt. Irgendwie gefällt mir das. Obwohl ich euch nicht leiden kann, bis auf Beasti, finde ich dennoch, dass ihr irgendwie eine coole Truppe seid. Wie wäre es, wenn ich mich euch anschließen würde?“ Skeletor schien überrascht von Kevin`s Forderung zu sein. „Das kannst du gleich vergessen! Ich habe schon einen gehirnamputierten in meiner Truppe. Er befindet sich gerade im Erdgeschoss.“ Kevin drehte sich auf den Sessel rückwärts Richtung Skeletor, verschränkte seine Arme und starrte ihn an, um auf eine weitere Reaktion zu warten. „Ich habe einen Gegenvorschlag für dich. Du bringst uns zur Bar und als Gegenleistung besorge ich dir vor unserer Abreise dieses Zeug, was du die ganze Zeit rauchst. Und zwar kiloweise.“ „So etwas kannst du?“ fragte Kevin interessiert. „Natürlich! Ich zaubere dir so viel von dem Zeug her, dass du für zwei Leben genug haben wirst. Also, wie sieht es aus?“ Kevin´s Pokerface verzog sich zu einem freudigen Gesichtsausdruck. „Ok, wir haben einen Deal, Skeli!“ Kevin drehte sich zurück Richtung Bildschirm und begann mit Hilfe einer Suchmaschine die genaue Adresse der Bar herauszufinden. Über einen Link kam er auf die Website des PILOT und scrollte mit der Maus bis ganz nach unten auf der Startseite. „Bitte sehr! Hier ist die Adresse. Jetzt muss ich sie nur noch ins Navigationssystem eingeben und wir können sofort los.“ „Das wird auch schon Zeit!“ gab sich Skeletor wieder ungeduldiger und blickte aus dem Fenster. „Es fängt bereits an zu dämmern.“ |
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