HOME NEU ANMELDEN MEIN ETERNIA FORUM LEXIKON COMICAREA WEB-STORE
FANSFORUMSAMMLUNGENCUSTOMSFANARTSFANFICS
  Europa  Deutschland  Nordrhein-Westfalen  Stadt Münster   MoViEfReAk
 MoViEfReAk
: 01.12.2004
Forumsbeiträge: 2570 
Lexikonbeiträge: 94 
Status: Offline

Freund hinzufügen
   Die Geschichte von Gold? Aur    Kapitel 5
Die Geschichte von Gold? Aur
Kapitel 5
Sie lag wach. Das war ihr schon lange nicht mehr passiert. Die Pritsche war zwar hart, aber mit der Zeit hatte sie sich daran gewöhnt. Die Ausbildung war ein ermüdender Knochenjob, aber die Alternative bewog sie dazu, weiter zu machen. Seit Ihr Vater verschwunden war, hatte sich ihre gesamte Welt verändert. Die Horde war gekommen - und sie hatten sie mitgenommen, doch nicht, um sie zu foltern, wie sie es im Dorf immer wieder von anderen gehört hatte, sondern, um sie auszubilden, sie zu Einer von ihnen zu machen. Und sie empfand es gar nicht mehr als so schlimm.

Im Ausbildungslager hatte sie schon einige Freunde gewonnen. Freunde, denen es ähnlich erging, wie ihr selbst. Doch fast jedem von ihnen schien es gut zu gehen. Hatte sich am Anfang noch jeder gegen die Konditionierung und die harte körperliche Ausbildung gewehrt, so wurden sie zwar hart, aber doch immer recht fair behandelt. Jeder wurde satt, hatte ein Nachtlager und ein Dach über dem Kopf. Es gab genug Freizeit für alle und so konnte sie einige Kontakte knüpfen. Da gab es z.B. Heron, ein etwa 14jähriger Junge, der allein für seinen Großvater sorgen musste. Doch dieser war bettlägerig und brauchte Medikamente. Arznei, die sich Heron niemals hätte leisten können. Doch seit er der Horde beitrat, übernahmen diese die medizinische Versorgung seines Großvaters. Und dann gab es da Tibus, der auf der Strasse lebte, seit ein Feuer seine gesamte Habe vernichtet hatte. Die Horde gab ihm wieder eine Perspektive.

Und auch Marom wusste nicht, was sie hätte tun sollen. Ihre Mutter war bereits vor ein paar Jahren gestorben, ihr Vater war verschwunden, ihr Bruder bereiste ferne Länder, die Werkstatt blieb geschlossen. Wovon hätte sie leben sollen? Als die Trooper kamen und sie mitnahmen, war es vielleicht das Beste, was ihr passieren konnte...

Sie starrte lange die Decke an. Vom Fenster her kam ein Lichtschein herein, der sie leicht die Umrisse der kargen Einrichtung erahnen ließen. In der einen Ecke stand ein Regal für ihre Kleidung, in der anderen ein kleiner Tisch mit einer Waschschüssel, davor ein alter, wackeliger Stuhl. Das war ihr Zimmer. Ein Zimmer, das ein wahres Privileg darstellte, denn offenbar hatte man sie für eine Offizierslaufbahn auserwählt. Die anderen schliefen in großen Schlafsälen, mit einer Decke auf dem Boden. Aber sie schien der Horde wichtiger zu sein.

Marom schloss die Augen, schlummerte vor sich hin. Sie genoss die Ruhe. Eine ganze Weile lang war es still, sie lauschte ihrem eigenen Atem. Doch dann war etwas anders. Etwas fing an, sie zu beunruhigen. Ein beklemmendes Gefühl stieg in ihr hoch. Dann sah sie etwas- oder doch nicht? War es real oder nur Einbildung?

Sie kam zu dem Entschluss, dass es wohl nur eine Sinnestäuschung war, denn sie hatte ja die Augen geschlossen. Entspannt drehte sie sich zur Seite. Langsam entglitt sie in einen tiefen Schlaf. Doch es sollte kein ruhiger Schlaf werden. Vor ihrem inneren Augen spielten sich Szenarien ab, die ihre tiefsten Ängste beinhalteten. Marom lag angekettet auf einem Tisch, gleißendes Licht blendete sie, sodass sie kaum etwas erkennen konnte. Jemand machte sich an ihrem Arm zu schaffen. "Untersuche ihr Blut gründlich, ich will wissen, ob sie es auch hat", hörte sie eine fürchterliche Stimme zischen. Aber sie konnte ihren Kopf nicht drehen, um zu erkennen, wer da sprach, denn ihr Kopf war eingespannt in etwas, das wie ein Rahmen zu sein schien. Lange Nadeln bohrten sich in ihre Schläfen, aber sie konnte nicht schreien. Zwar war ihr Mund weit geöffnet, doch war etwas in ihm, dass jeden Ton erstickte. Dann sah sie eine Hand mit langen, knochigen Fingern, die über ihr schwebte. Schmerz durchzog ihren Körper, fürchterlicher Schmerz, der nicht enden zu scheinen wollte. Dann wurde das Mädchen ohnmächtig.

Marom schrak hoch. War es ein Traum? War das wirklich passiert? Aber sie lag doch immer noch hier auf ihrer Pritsche... Sie tastete ihre Schläfen ab, dann ihren Arm. Zunächst fühlte sie nichts, doch als sie ihren Ellbogen abtastete, fühlte sie einen leichten Schmerz. Nervös zündete sie eine Kerze an, die neben der Pritsche stand. Sie betrachtete ihren Arm. Ein leichter Bluterguss zeigte sich unter der Haut, genau an der Stelle, wo man ihr das Blut abgenommen hatte.

Da hörte sie plötzlich leise Schritte. Schnell löschte sie das Licht, zog die Decke wieder heran und lauschte, als langsam ihre Tür geöffnet wurde. Jemand kam herein, stellte sich vor ihr Bett und betrachtete sie einen Moment lang. Marom zitterte, wagte jedoch nicht, die Augen zu öffnen. "Endlich habe ich Dich gefunden!", sagte Auros leise, als er sich auf ihre Bettkante setzte, um seine Tochter wieder in die Arme zu schließen...
Die Inhalte dieser Seite dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Seitenbetreibers (Siehe Impressum) in anderen Medien, insbesondere Internetseiten verwendet werden. Genannte Namen und Logos sind eigentragene Warenzeichen ihrer jeweiligen Eigentümer und werden als solche anerkannt. Wichtiger Hinweis zu allen externen Links auf www.planeteternia.de: Mit Urteil vom 12. Mai 1998 - 312 O 85/98 - "Haftung für Links" hat das Landgericht (LG) Hamburg entschieden, dass man durch die Erstellung eines Links, die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann - so das Gericht - nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Daher distanziere ich mich hiermit vorsorglich von den Inhalten aller gelinkten Seiten auf diesem Server. Diese Erklärung gilt für sämtliche Links und Linksammlungen, die zur Zeit bestehen oder in Zukunft bestehen werden. Bitte beachten Sie unsere Online-Sicherheitsrichtlinien und Nutzungsbedingungen.