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: 01.12.2004
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   Die Legenden von Preternia - Die Macht des Schlangenkönigs    Kapitel 3: Der Widerstand
Die Legenden von Preternia - Die Macht des Schlangenkönigs
Kapitel 3: Der Widerstand
Kapitel 3: Der Widerstand

Langsam kam He- Man wieder zu sich. Jeder Knochen im Leib schien zu schmerzen. Dies war jedoch ein Gefühl, dass ihm neu war. Zumindest in seiner jetzigen Gestalt. Als Adam war er sicherlich sehr verletzlich und angreifbar, aber die Macht von Grayskull, die ihn zu He- Man werden ließ, stattete ihn mit unglaublicher Stärke und einem gewissen Maß an Unverletzbarkeit aus. Doch diese schienen nun fort zu sein. Stattdessen brannte die Stelle, wo er sich den Dorn zugezogen hatte und sein Kopf hämmerte, als ob jemand darin Schlagzeug spielen würde. Da fiel ihm plötzlich wieder ein, was geschehen war und er riss die Augen auf, schnellte hoch. Zunächst schien alles sehr verschwommen, doch nach und nach wurde es ein wenig klarer. Er sah nur wenig Licht, aber das, was er erkannte ließ ihn darauf schließen, dass er sich in einer Höhle oder Lehmhütte befinden musste.

?Ah, unser Held kommt wieder zu sich!?, schnarrte eine Stimme aus einer dunklen Ecke. ?Wer??, fragte He- Man, doch weiter kam er nicht. ?Ja, hat sie Dir denn keine genauen Instruktionen gegeben? Kommst hier an und legst Dich direkt mit einem Tyrantisaurus an? tststs? meinst wohl, Du könntest hier den starken Mann markieren, was?? He- Man war verwirrt. ?Wer bist Du? Und woher weißt Du? ..:?

Der alte Mann trat aus der Ecke ins Licht. Ein weißer Rauschebart umschloss sein freundliches Gesicht, welches er in eine Kapuze gehüllt hatte. ?So viele Fragen. Man möchte doch meinen, dass die Sorceress ihren Schützling besser vorbereitet, bevor sie ihn auf so eine wichtige Mission schickt. Mhhhh, die Frau wird halt alt?? Jetzt war He- Man noch verwirrter, nicht nur, weil der Alte so gut bescheid wusste, sondern auch, weil er so respektlos von der Zauberin von Grayskull sprach. Niemals könnte er so von ihr sprechen, noch würde es jemand anderes wagen. ?Du hast Dir einen giftigen Dorn eingezogen, Prinzchen. Kannst von Glück sagen, dass meine Tochter da war, um Dich zu retten. Sonst wär?s wohl mit Dir vorbei gewesen, Du Amateur!?

Langsam wurde He- man wütend, das respektlose Geschnatter des Alten ging ihm gehörig auf die Nerven. ?Wer bist Du??, fragte er noch einmal, ?Und woher weißt Du, wer ich bin??. Der alte Mann unterbrach seinen Monolog und musterte ihn einen Moment lang. ?Komm mit!?, wies er ihn dann an. He- Man erhob sich von seinem Lager. Dann sah er sein Schwert, das neben dem Bett an der Wand lehnte und griff danach. Der Alte fuhr ihn dafür barsch an: ?Wofür brauchst Du das denn jetzt? Hast Du vor, meine Hecke zu schneiden? Schlepp doch nicht Dein ganzes Gerümpel mit Dir rum!?. He- Man überhörte diese Attacke, steckte mit etwas Mühe sein Schwert ein und folgte ihm dann.

Draußen hielt er sich zunächst einmal die Hand vor Augen. Die beiden Sonnen blendeten ihn wie bei seiner Ankunft. Dann sah er sich um. Er stand auf einer weiten Ebene, rings um ihn herum einfache Gebäude, wie eine Nomadensiedlung. Ein paar junge Frauen beobachteten ihn neugierig, tuschelten und kicherten hinter vorgehaltener Hand. Die anderen Dorfbewohner schienen ihn nicht zu beachten. Sie waren damit beschäftigt, einen hohen Zaun um das Dorf zu errichten, doch sie schienen gerade erst mit dem Bau begonnen zu haben. ?Wir sind noch nicht allzu lange hier.?, fing der Alte an, ?unser altes Dorf wurde beim letzten Angriff des Königs fast dem Erdboden gleich gemacht. Die Überlebenden haben sich hier versammelt. Hier haben wir einen guten Überblick und sehen sofort, wenn sich ein Angreifer nähert. Auf der Anhöhe dort drüben wollen wir eine Festung errichten, um und besser schützen zu können.? He- Man schluckte. Gerade noch hatte er dem Fremden die Pest an den Hals gewünscht und nun erkannte er, welches Schicksal er und sein Volk erleiden mussten. Und trotzdem hatten sie ihn bei sich aufgenommen.

?Sie kommen! Truppen des Königs! Dort drüben!?, schrie plötzlich ein junger Mann. Sofort war alles in heller Aufruhr und rannte auf den Platz in der Mitte des Dorfes. Dort blieben alle stehen und harrten aus. He- Man verstand nicht. ?Alter Mann, wenn dieser König so schreckliche Dinge tut, warum versteckt Ihr Euch dann nicht oder greift zur Waffe??. Er drehte sich um: ?Mein Junge, wir haben hier andere Methoden, uns zu schützen. Vertrau mir ? und jetzt stell Dich besser in eine der hinteren Reihen!?

Ein donnerndes Getöse rollte durch die Ebene auf das Dorf zu. Schon kurz darauf trafen einige große Echsen ein, wie He- Man sie noch nie gesehen hatte. Aber was er nicht glauben konnte, war, was er dann sah: Auf einer der Echsen saß General Rattlor, einer der gefürchtetsten Schlangenmenschen auf Eternia. War der König, vor dem sich hier alle fürchteten, etwa tatsächlich King Hsss? Die Echsen stoppten. Auf jeder der Kreaturen saß ein Schlangenkrieger, der sie steuerte. Insgesamt war es etwa ein Dutzend, jedoch konnte He- Man es aufgrund des aufgewirbelten Staubes nicht klar erkennen. Jedoch befand sich auf dem Saurier, der den Dorfbewohnern am nächsten war ein junger Mann mit spitzen Ohren. Er musste ein halber Gar sein, deshalb musterte He- Man ihn ganz genau, um weitere Anzeichen für seine Herkunft zu finden.

?Einwohner dieses Dorfes!?, fing er an zu sprechen, hielt dabei eine Schriftrolle hoch. ?Der König bezichtigt Euch des Verbrechens, nicht Eure Erstgeborenen an ihn geopfert zu haben. Er verlangt hiermit die sofortige Herausgabe der Opfer oder ihr seid alle des Todes!?
Der Alte trat aus der Menge hervor. ?Oram, mein Schüler! Schön Dich wieder zu sehen, treibst Dich jetzt mit Schlangenpack herum, was?? Ein Zischen ging durch die Reihen der Schlangenkrieger. Oram schien zu erstarren, ließ die Schriftrolle sinken. ?Eldor, mein alter Lehrmeister. Hier hast Du Dich also verkrochen. Schick hast Du?s hier!?, entgegnete er im gleichen Tonfall. ?Ich mache Dir einen Vorschlag: Du gibst mir Deine Tochter Greyana heraus und ich lasse Euch am leben??, dann sah er mit einem roten Funkeln in den Augen zu Eldor herab. ?Ach, weißt Du was? Ich hab?s mir überlegt. Wir holen uns einfach Eure Kinder und lassen Euch nicht am Leben. Wie klingt das??. Oram grinste verwegen. Dann versteinerte seine Miene: ?Greift sie an! Tötet sie alle! Lasst keinen entkommen!? ?
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