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: 01.12.2004
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Die Legenden von Preternia - Der Kampf der Giganten
Das Schwert der Macht
Der Vorhang, der den Eingang bedeckte, wurde aufgerissen. Eine junge Frau kam herein. Hektik beherrschte ihr hübsches Gesicht und ihre blonde Mähne hing ihr teilweise über die Augen. ?Ich bin Weena. Wir müssen sofort aus der Hütte.? Dann legte sie Greyanas Arm um ihre Schulter und wies He- Man an, den anderen Arm zu nehmen. Doch dieser hob Greyana komplett aus ihrer Ruhestätte. Orko und Duncan waren bereits nach draußen gestürmt. Was sie sahen, raubte ihnen den Atem. Am Rand des Dorfes begannen riesige, grünhäutige Kreaturen, die Hütten niederzutrampeln.

Eldor stieß zu ihnen. ?Das sind die Oger unter der Führung von Megator, He- Man! Normalerweise ignorieren sie uns völlig, jagen nur das Wild in den umliegenden Wäldern. Das ist das erste Mal, dass sie angreifen!? He- Man blickte entsetzt auf die Riesen. Es waren zwar nur 4 von ihnen, doch das Dorf konnte ihnen nicht stand halten. Ihm fiel wieder ein, wie er einst den Saurier zu Fall gebracht hatte, doch war es eher unwahrscheinlich, dass er denselben Trick hintereinander bei vier Ogern anwenden könnte. Außerdem funktionierte sein Schwert nicht, genau wie bei seiner letzten Reise nach Preternia. ?Wir müssen in das Schloß, das ist unsere einzige Hoffnung!?, rief der alte Mann.

?Wir können Grayskull nicht betreten!?, schrie He- Man gegen den Krach an, den eine der Hütten machte, als sie einfach niedergetrampelt wurde. ?Wenn die Sorceress das Kraftfeld nicht öffnet, ist mein Schwert der einzige Schlüssel- und es funktioniert hier nicht.? Eldor sah ihn einen Moment an, dann winkte er ihm, er solle folgen. He- Man stellte Greyana auf den Boden und legte ihren Arm wieder um Weenas Schulter. Dann hasteten er und Eldor zu Eldors Hütte in der Mitte des Dorfes, vorbei an panischen Dorfbewohnern. Ein paar Hühner flatterten aufgeregt umher und ein Schwein rannte quiekend über den Marktplatz. He- Man betrat die Hütte nach Eldor. Dieser verschwand in einer Ecke und kam schon einige Sekunden später zurück, mit zwei langen Gegenständen, die in jeweils ein Fell eingewickelt waren. Das Kürzere von beiden verbarg er unter seinem Mantel, das Längere überreichte er He- Man. ?Pack es aus??, wies er den Hünen an.

Vorsichtig wickelte He- Man das Fell auf, etwas Metallisches kam zum Vorschein. Er traute seinen Augen kaum: Es war sein Schwert, das Schwert Grayskulls. ?Aber? wie??, fragte er Eldor. Dieser antwortete: ?Nun ja, erinnerst Du Dich an den Zauberstab von He- Ro? Dieser Stab ist nur einem bestimmten Ahnengeschlecht vorbestimmt gewesen und He- Ro war der Letzte seiner Reihe. Er hat den Zauberstab nie wirklich zu nutzen gelernt- doch dann kamst Du, nahmst ihn in die Hand und wusstest direkt, was Du zu tun hattest. Unglücklicherweise ist der Stab bei Deinem letzten Kampf hier zerbrochen. Deshalb habe ich aus dem größeren Stück dieses Schwert schmieden lassen. Es ist Greyanas ungeborenem Sohn vorbestimmt, jedoch brauchen wir es nun nötiger.?

He- Man nickte nur kurz, dann stürmte er nach draußen. Die Oger hatten bereits eine Spur der Verwüstung durch das Dorf gezogen, viele Hütten standen nicht mehr. He- Man hob das Schwert, das ihm Eldor gegeben hatte. Dann zückte er sein eigenes und kreuzte die beiden. Sofort kamen Blitze aus beiden Klingen und schlugen vor ihm in den Boden. He- Man hob die beiden Waffen und rief ?Bei der Macht von Grayskull?.?. Ein grelles Licht kam aus den Schwertspitzen, wie ein riesiger Sonnenstrahl. Er richtete diesen auf die Oger, die sich laut jaulend die Hände vor die Augen hielten. Vollkommen geblendet, fingen sie an, mit wild fuchtelnden Armen umherzulaufen. Schon bald stolperten zwei von ihnen über die eigenen Füße. Megator selbst, ein grüner Riese von mindestens acht Metern Höhe, fing wütend an zu brüllen, blieb jedoch stehen. Er schien ein wenig intelligenter als seine Artgenossen zu sein.

?Auf zum Schloss!?, rief He- Man. Eldor führte den Großteil der Dorfbewohner, während Man- At- Arms und Orko noch in den Hütten nach Zurückgebliebenen suchten. An der Zugbrücke angekommen, hob He- Man erneut die beiden Schwerter und öffnete damit eine Schneise im Kraftfeld, sodass die Dorfbewohner in das Schloss gelangen konnten. Als alle in Sicherheit waren, ging er als Letzter hindurch, dicht gefolgt von einem seltsamen Schatten, den er jedoch nicht bemerkte. Sofort schloss sich die Schneise wieder. Duncan und Orko hatten bereits damit begonnen, Lager zu errichten und die Menschen in den Räumen zu verteilen.

He- Man fand die Sorceress im Kristallsaal. Mit geschlossenen Augen und weit ausgestreckten Armen schwebte sie in der Luft, umgeben von Energiestrahlen und vollkommen in Trance. Es gelang He- Man nicht, sie wieder zu erwecken, also ging er zurück nach oben. Dort traf er auf Duncan. ?He- Man, gut dass ich Dich finde. Sie belagern uns. Wir können das Schloss nicht verlassen. Außerdem geht es Greyana nicht gut, das Fieber ist noch stärker geworden und ich fürchte, dass jeden Moment die Wehen einsetzen könnten.? Da kamen Eldor und Orko hinzu. ?Es gibt eine Möglichkeit, wie wir hier wieder herauskommen?, erzählte der alte Mann. ?Aber dazu brauchen wir Orko. Er ist der Einzige, der an den Ogern vorbeikommt, da er sich beamen kann.? Orko riss die Augen weit auf, doch Eldor legte seinen Arm um die Schultern des Trollaners und flüsterte ihm etwas zu. Orko nickte und nahm dann ein Schriftrolle von Eldor in Empfang.

He- Man geleitete seinen Freund zur Zugbrücke. Dann öffnete er erneut eine Schneise und ließ Orko hindurch. Sofort beamte sich der quirlige Zauberer hinter die Oger und schwebte in den Wald hinaus. He- Man seufzte, dann schloss er die Zugbrücke erneut. Er hoffte, dass Eldors Plan, wie auch immer der aussehen mochte, aufgehen würde. Zwar spürte er hier in Grayskull endlich wieder die Sorceress, jedoch auch, dass sie sehr geschwächt war. Lange würde sie die Energiebarriere nicht mehr aufrecht erhalten können und dann wäre Castle Grayskull schutzlos ausgeliefert.

Er ging an einer offenen Tür vorbei und stutzte. Dann blickte er hinein und sah, wie Weena einen Kelch mit Wasser auf ein Tablett stellte. Sie holte ein kleines Fläschchen aus ihrer Tasche und gab ein paar Tropfen einer Flüssigkeit hinzu. Dann schwenkte sie den Kelch und stellte ihn zurück aufs Tablett. Gerade als sie den Raum verlassen wollte, packte He- Man sie am Handgelenk. Scheppernd fiel das Getränk zu Boden, ergoss sich über die Steinquader, aus denen er gemacht war. ?Was hast Du getan??, fragte He- Man ernst. Mit weit aufgerissenen Augen blickte sie ihn an. Dann begann sie hämisch zu grinsen?

Fortsetzung folgt?



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