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Hintergrundgeschichte zu Ninjor, Teil 1:
Ninjor?s Kindheit und Jugend:
Vor langer Zeit, noch ehe die Welt Eternia von dunklen Mächten in zwei Hälften gerissen wurde, in einer Zeit, bevor die heutigen Königreiche entstanden, erblühte auf einer abgelegenen Insel ein großes Reich, in dem Magie und Wissenschaft, Kunst und Kultur gediehen. Als größte Kunst von allen galt es allerdings, den eigenen Körper zu stählen und zu einer tödlichen Waffe zu machen. Über viele Jahre wurde das Reich, dessen Name Anwat Gar lautete, vom Großen Rat in Frieden und Harmonie regiert. Doch mit der Zeit kam es zu Unstimmigkeiten zwischen den Ratsmitgliedern. Man konnte sich nicht darauf einigen, wie man mit den Errungenschaften aus Magie und Technik am besten umgehen sollte. Und auch in Fragen der Philosophie war man unterschiedlicher Auffassung. Nach und nach kristallisierten sich zwei Lager heraus: Die einen wollten ihr Augenmerk auf die Magie richten und eher naturverbunden bleiben, ihre Kräfte aber einsetzen, wie sie es für richtig hielten. Die anderen waren der Wissenschaft und Technik gegenüber eher aufgeschlossen, beharrten aber zugleich darauf, daß man mit der Verantwortung für dieses Wissen nur dann umgehen könne, wenn man sich an einen strengen Ehrenkodex halte. Zwar war auch die erste Gruppe für einen solchen Ehrenkodex, aber sie wollte die Verantwortung, wie man mit seinem Wissen und seiner Macht umgehen solle, jedem selbst überlassen, während die zweite Gruppe dem Rat die Entscheidung übertragen wollte, wie mit dem Wissen umzugehen sei. Die erste Gruppe fühlte sich vom Rat überwacht und eingegrenzt und warf den Ratsmitgliedern vor, sie wollten Macht und Kontrolle über alle ausüben. Dennoch blieb die zweite Gruppe die stärkere Fraktion. So kam es, daß sich 5 der Ratsmitglieder des Großen Rates mit ihren Familien und allen, die ihnen folgen wollten, von Anwat Gar lossagten und die Insel verließen, um an einem anderen Ort so zu leben, wie sie es für richtig hielten.
Auf dem Festland angekommen, erwartete sie eine lange und beschwerliche Reise, durch fremde Läner voller Gefahren, ehe sie am anderen Ende der damals bekannten Welt, inmitten des Meeres von Rakash, eine unbewohnte Insel fanden, die sie zu ihrer neuen Heimat machen wollten. Die verbliebenen 5 Mitglieder des Großen Rates, die sich nun die 5 Großen Drachen nannten, teilten sich auf, und jeder begab sich mit einer Gruppe an einen Ort der Insel, um dort eine Siedlung zu erreichten. Im Norden, Süden, Osten und Westen entstanden Dörfer, die jeweils von einem der Großen Drachen geleitet wurden. Der 5. Drache indessen baute in der Mitte der Insel eine Kampfkunstschule. Hier sollte das Wissen der Alten an künftige Generationen weitergegeben werden. Er nannte die Schule Mu?Gen und bestimmte, daß alle 10 Jahre die beste Kämpferin oder der beste Kämpfer in jedem der vier Dörfer bestimmt werden solle, die oder der dann in der Schule ausgebildet werden würde. Jedem der vier Drachen wurde ein Element zugewiesen. Die Aufgabe des 5. Drachen bestand fortan darin, die Schule zu leiten und beizeiten einen Nachfolger zu finden, der die Leitung der Schule und die Ausbildung der Schüler übernehmen würde.
Viele Jahre vergingen, und alle 10 Jahre entsandten die Dörfer ihre besten Krieger, damit sie zu Kampfkunstexperten ausgebildet werden würden. Später gingen diese meist in alle Welt hinaus, sie wählten ihren Weg frei und eigenständig. Manche wurden als Helden verehrt, andere als Mörder gehaßt. Die Insel selbst blieb jedoch lange Zeit im Verborgenen. Manche Dinge änderten sich mit der Zeit. Das magische Wissen, über das die Großen Drachen der Legende nach verfügten, ging mit der Zeit verloren, nicht aber das Wissen um die Kunst des Kampfes. Anderes Wissen veraltete, wie das über die Anwendung von Kräutern, die es nicht mehr gab, und mußte angepaßt werden. Mit der Zeit geschah es auch, daß sich nicht immer die Nachfahren der vier Drachen in den Dörfern als die besten Kämpfer erwiesen, sondern Angehörigen anderer Familien das Privileg zuteil wurde, in der Kampfschule trainieren zu dürfen. Dies führte dazu, daß die Nachkommen der Drachen umso härter und quasi schon von Geburt an auf ihre Rolle als zukünftige Krieger vorbereitet wurden.
Dies ist die Geschichte eines solchen Kriegers. Ein Nachfahre des Großen Feuerdrachen, Angehöriger der Adelsdynastie seines Dorfes. Schon sein Vater war als Krieger in Mu?Gen ausgebildet worden, und er wollte um jeden Preis, daß sein Sohn Sheng auch dort trainiert werden würde. Sheng?s Kindheit und frühe Jugend bestand demzufolge aus täglichem Training. Sheng erwies sich schon früh als talentiert, und als seine Zeit gekommen war - er war gerade 8 Jahre alt geworden -, besiegte er die anderen Krieger seines Dorfes, obwohl einige deutlich älter als er waren, und erwies sich damit als würdig, in die Schule der Krieger aufgenommen zu werden. Doch hatte das seinen Preis, denn Sheng konnte keine Kindheit wie andere Kinder durchleben. Während andere Kinder in seinem Alter spielten und herumtollten, lernte Sheng Disziplin, Gehorsam, das Ertragen von Schmerz und den Umgang mit dem Schwert des Ninja, der Katana.
?Mach mich stolz, mein Sohn.? Sheng?s Vater legte seinem Sohn eine Hand auf die Schulter, während seine Mutter sich zurückhalten mußte, ihren einzigen Sohn nicht zu umarmen. Es fiel ihr sichtlich schwer, ihn schon jetzt loslassen zu müssen. Mit Tränen in den Augen wünschte sie ihm alles Gute. Sie standen vor den Eingangsbögen, die zur Kampfschule Mu?Gen führten. Hier würde Sheng die nächsten Jahre seines jungen Lebens verbringen, um zu einem Krieger ausgebildet zu werden. Sheng verzog keine Mine, er wollte, daß seine Eltern stolz auf ihn sind. ?Ich werde Dich nicht enttäuschen, Vater.?, entgegnete er knapp, ehe er sich umdrehte und durch die Bögen in den Innenhof der Schule trat. Dort warteten bereits Meister Ling und die anderen drei Anwärter auf ihn. Sheng trug, wie alle, einen schwarzen Ninja-Anzug, auf dem ein roter Drache zu sehen war, der Feuerdrache. Meister Ling hatte einen grünen Drachen auf seinem Anzug, den Meisterdrachen, der ihn als Leiter von Mu?Gen auswies. Die drei anderen Anwärter trugen ihre eigenen Drachen, den blauen Wasserdrachen des hohen Nordens, den weißen Winddrachen des Westens und den braunen Erddrachen der östlichen Steppen. Sheng würde zusammen mit den anderen viel zu lernen haben. Sie würden gemeinsam, aber auch gegeneinander kämpfen, das alte Wissen erlernen, den Umgang mit Waffen und das Bestimmen und Nutzen von Kräutern. 10 Jahre dauerte die Ausbildung, dann würden neue Schüler zur Schule kommen, und die alten würden ihre Prüfung ablegen und als vollwertige Ninjas, Schattenkrieger, in die Welt entlassen werden. ?Kommt, meine Schüler.?, sagte Meister Ling. ?Ich zeige euch nun eure Räume. Ihr habt noch viel zu lernen, und wir werden gleich nach dem Essen mit der ersten Lektion beginnen.?
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