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: 01.12.2004
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   Aufbruch nach Eternia - Türme des Schicksals    Das schwarze Etwas
Aufbruch nach Eternia - Türme des Schicksals
Das schwarze Etwas
Hordak schritt aus dem Eingang, der in die Felsformation gehauen war und betrachtete den violetten Himmel. Seit fast 14 Jahren hatte sich an diesem Himmel nichts getan. Er war immer einfarbig violett, kein Wölkchen, kein Vogel, kein Tag, keine Nacht. Zu Beginn hatten seine Leute darunter gelitten, doch der Körper ist anpassungsfähig. Nach einer Weile hatte man sich daran gewöhnt. Neben sich hörte er ein Zischen, dass aus einer weiteren großen Höhle kam. Dort hauste eine Eidechse, die er mittels seiner Magie vergrößert hatte. Nun wirkte das Vieh beinahe wie ein Drache und sollte Eindringlinge davon abhalten, in seine ?Festung? einzudringen. Doch das Tier wurde langsam altersschwach und es gab nie auch nur den kleinsten Vorfall- bis gestern.



Immer noch grübelte der Anführer der wilden Horde darüber nach, wer das Buch hatte stehlen können und vor allem: wie. Er nahm einen tiefen Luftzug, der ihn nicht sonderlich erfrischte. Die Luft waberte und stank, aber auch daran konnte man sich gewöhnen. Dann sah er sich um. Überall herrschte emsiges Treiben, da man sich bereit machte, die Suche nach den Schicksalstürmen zu beginnen. Laut Shadow Weaver sollte es sich dabei lediglich um einen Tagesmarsch handeln. Die Trooper beluden ein einfaches Kettenfahrzeug, das man hier in Despondos gebaut hatte. Es gab nur wenige Fahrzeuge, denn Hordak sah nicht die Notwendigkeit, sich schnell fortzubewegen. Er steckte das Material und die Energie lieber in die Vergrößerung seiner Truppen. So würde er Eternia zwar nicht im Eiltempo, aber dennoch durch seine Übermacht schnell erobern können. Seit fast 14 Jahren plante er nun schon seine Rückkehr. Langsam aber sicher verlor er dabei seine Geduld.



Über sich hörte er ein knarrendes Geräusch. Er drehte sich um und sah, wie sich einer der Trooper in einem der knorrigen alten Bäume oberhalb der Felsen verfing. Diese Idioten! So manches Mal hatte sich Hordak gewünscht, er hätte seinen Troopern etwas mehr Intelligenz programmiert. Doch dies stellte ein Risiko dar, denn auch künstliche Intelligenz kann sich weiterentwickeln und sich gegen ihren Schöpfer auflehnen. Sofort eilten zwei weitere Trooper herbei, nur um selbst in den Ästen des Baumes gefangen zu werden. Hordak seufzte. Er hatte keine Lust mehr, Kindermädchen für seine minderbemittelten Kampfmaschinen zu spielen. Deshalb ließ er sie einfach hängen und nahm sich vor, sie erst bei seiner Rückkehr zur Fright Zone zu befreien.



Grizzlor stand nicht unweit von ihm und gab einige Anweisungen. Der wortkarge Jäger war einer der ersten, die sich Hordak angeschlossen hatten. Er war hier in Despondos vollkommen unterfordert und wurde zusehends zu einer Gefahr für seine Kameraden, denn er war nicht nur ein einfacher Jäger, er hatte es im Blut. Und seit 14 Jahren konnte er nur kleine Tiere erlegen, was ihn kaum befriedigte. Langsam kochte sein Temperament hoch und das Tier, das er schon rein äußerlich darstellte, brach immer mehr durch. Hordak betrachtete ihn mit einer gewissen Sorge. Er war einer der loyalsten Anhänger der Horde, nie hatte er einen Befehl in Frage gestellt oder musste von Hordak unterdrückt werden.



Dennoch versetzte ihn sein Platz in der Horde oft in einen Blutrausch, wenn es um das Kämpfen ging. Unzählige Gegner hatte er bereits niedergemetzelt, sich einen Zahn, eine Haarsträhne oder eine Kralle als Trophäe an den Brustgurt gehängt. Doch nun konnte er dies nicht mehr. Hordak befürchtete, dass er nicht nur ein Mitglied der Horde töten könnte, sondern sich in seinem Blutrausch gleich daran machen würde, ALLE umzubringen. Das bereitete ihm Kopfzerbrechen und wann immer er in der Nähe des haarigen Ungetüms war, hielt er sich bereit, diesem ein schnelles Ende zu bereiten, so wie es Hordak auch schon bei Calix, dem Felsenkrieger getan hatte, als dieser vor vierzehn Jahren einen Befehl in Frage gestellt hatte.



Auch Grizzlor war bewusst, dass sein Leben von der Gunst Hordaks abhing. Er hatte sich freiwillig für diese Expedition gemeldet, da sie eine Abwechslung bedeutete. Die Suche nach den Schicksalstürmen kam einer Jagd gleich und wenn es irgendwo einen Nervenkitzel gab, so wollte er die Situation nutzen. Er war schon des Öfteren aufgebrochen, um in den weiten Ebenen dieses gottverdammten Planeten zu jagen. Teilweise blieb er einen ganzen Monat fort. Doch nie hatte er etwas gefunden, was seinen Jagdinstinkt befriedigt hätte. Und obwohl er ein Einzelgänger war, zog es ihn immer wieder zur Gesellschaft der Horde zurück. Er hatte sich dann nützlich gemacht, indem er seine Kameraden im Umgang mit Nahkampfwaffen ausgebildet hatte. Jedoch hatte er so manchen regelrecht verstört, wenn er diesem ein Messer an die Kehle setzte, um zu zeigen, wie man sie am Saubersten durchtrennt. Mantenna hatte bereits nach einer Unterrichtsstunde das Handtuch geworfen.



Tief eingesunken lagen seine Augen in den Augenhöhlen, in furchteinflößendes Bild. Nicht nur seine große, vor Gewalt strotzende Statur beeindruckte seine Gegner, auch sein Gesicht war furchteinflößend, mit funkelnden Augen und großen Fangzähnen. Auf Eternia war er bereits zu einer Legende geworden, die sich die Kinder gegenseitig am Lagerfeuer erzählten. Von seiner Herkunft wusste er nicht mehr viel. Er konnte sich nur noch schwach an seine Mutter erinnern, eine wunderschöne Frau, was ihn immer sehr verwunderte, wo er selbst doch der Inbegriff der Hässlichkeit war. Immer wieder fragte er sich, wer wohl sein Vater war und von welcher Rasse. Eines Tages hatte sie ihn zum Spielen mit in den Wald genommen. Er wusste nicht mehr, ob sie ihn absichtlich dort zurückgelassen hatte, oder ob er sich verlaufen hatte. Aber von diesem Tage an lebte er auf sich gestellt und kämpfte um sein Überleben. Und dabei war er damals doch noch ein Kind?



Die Trooper waren fertig, nacheinander stiegen Hordak, Shadow Weaver, Grizzlor und Mantenna auf das Gefährt. Mantenna weigerte sich, vor Grizzlor einzusteigen, denn er wollte den Jäger keinesfalls im Rücken haben, sondern immer in Sichtweite. Dann stiegen noch vier Trooper hinzu, die die letzten Plätze im Gefährt belegten. Hordak hatte einen Platz in der Mitte, einem Thron gleich, während Mantenna und Grizzlor an den Schalttafeln im Cockpit saßen. Mantenna brauchte einen besonderen Stuhl, da er vier Beine besaß, während Shadow Weaver einfach über dem Boden schwebte und sich gar nicht setzte. Im hinteren Bereich saßen die vier Trooper, nicht weil sie es bequem haben sollten, sondern damit sie nicht durch das Gefährt geworfen wurden. Die hintere Ladeluke schloss sich und langsam setzten sich die Ketten in Bewegung?



Irgendwann, Irgendwo im All



Seit einigen Wochen nun schossen sie durch das Vakuum. Der Diplomatenauftrag hatte sie für ganze 4 Tage beschäftigt, doch er hatte sich gelohnt. Ein dauerhafter Frieden mit den Graxx war in Aussicht. Nach jahrzehntelangen Auseinandersetzung und kriegerischen Handlungen hatten die Felslinge endlich einen Waffenstillstand aushandeln können. Das friedliebende Volk wurde einst angegriffen, weil die Graxx sie nicht als Lebensform erkannt hatten. Denn die Felslinge hatten eine im All einmalige Physiologie. Ihr Körper bestand zum Teil aus Gestein und so konnten sie sich transformieren und in einem Kometen verwandeln. Durch eine ausgeklügelte Technik nutzen sie Solarenergie, um sich zu versorgen und hatten diese so weit perfektioniert, dass sie damit durch das All reisen konnten.



Dabei brauchten sie nicht viel. Ihre Schutzanzüge bewahrten sie vor der Kälte des Raumes und der Hitze der Sonnen, deren Weg sie kreuzten. Außerdem versorgte er sie mit ausreichend Flüssigkeit, Nahrung benötigten sie nicht viel. Stonedar war sehr stolz auf seinen Sohn. Es war der erste diplomatische Auftrag des jungen Prinzen Rokkon und er hatte ihn mit Bravur gemeistert. Eines Tages, so glaubte Stonedar, wäre er ein würdiger Nachfolger als Anführer der Steinmenschen.



Es war aber auch gleichzeitig ein Test, denn bislang war der junge Mann eher dadurch aufgefallen, dass er sehr ungestüm war und aufbrausend. Stonedar hatte ihm die Pistole auf die Brust gesetzt. Entweder er würde Verantwortung zeigen und diese Mission meistern, oder er müsse durch die Reifeprüfung seines Volkes gehen- ein barbarisches Ritual, bei dem er in der Wüste ausgesetzt worden wäre, seiner Fähigkeiten beraubt und mit dem Verbot, sich seinem Volk binnen eines Jahres zu nähern. Das hatte Eindruck auf den jungen Prinzen gemacht, denn dieses Ritual galt als veraltet und wurde schon seit Jahrzehnten nicht mehr durchgeführt ? schließlich kam nur jeder Dritte lebendig wieder zurück und seit dem Krieg mit den Graxx konnte man sich keine weiteren Verluste erlauben.



Voller Stolz betrachtete Stonedar die anmutige Bahn, die sein Sohn durch das All zog. Er war ein hübscher junger Mann geworden und die Mädchen schwärmten nur um ihn. Leider, so seufzte Stonedar leise zu sich selbst, wusste er dies und nutzte es. Er hatte sich noch für keines der Mädchen entschieden, sehr zum Leidwesen von Granita, seiner Mutter, die schon sehnlichst auf kleine Kieselsteine hoffte.



Plötzlich begann eine kleine Lampe an Stonedars Arm zu leuchten und ein leiser, pfeifender Ton riss ihn aus seinen Gedanken. Er drehte sich ein paar Mal um die eigene Achse, um zu sondieren, welcher Anomalie er gerade begegnete, denn der Alarmton zeigte ungewöhnliche Dinge an. ?Rokkon? Hörst Du mich??, fragte er via Comgerät? Zunächst kam keine Antwort, denn der Junge döste ein wenig vor sich hin. ?ROKKON??, fragte Stonedar etwas energischer. Das rüttelte ihn wach. Stonedar beobachtete ein klein wenig amüsiert, wie der Komet zu seiner rechten etwas schlingerte. ?Was???, doch weiter kam Rokkon nicht, denn auch er bemerkte den Alarmton und sah schon bald die dunkle Anomalie, die wie ein wabernder Ölfleck im All aussah. ?Vater, was zum? was ist das??



Stonedar, der sich bereits die gleiche Frage gestellt hatte, verringerte sein Tempo und steuerte auf das ?Ding? im All zu. ?Finden wir es heraus!?, forderte er seinen Sohn auf, mitzukommen. In sicherer Entfernung verharrten die beiden und begannen, das unbekannte Etwas zu scannen. Doch sie bekamen nur undeutliche und verwirrende Daten von ihren Sensoren. Unmerklich wurden sie näher herangezogen, doch beide waren so mit ihren Geräten beschäftigt, dass sie es gar nicht bemerkten. ?Vater, ich kriege keine klaren Daten. Ich kann rein gar nichts bestimmen, weder Masse, noch Ausmaß, noch Dichte oder irgendeine Form von Energie. Jeder Wert, den ich empfange, widerspricht sich mit dem Anderen.?



Stonedar überprüfte noch einmal seine eigenen Geräte. Was konnte das bloß für ein Gebilde sein? Er hatte so etwas noch nie gesehen und dabei hatte er schon einige Jahre Weltraumerfahrung. ?Rokkon, wir sollten uns die Koordinaten?.was?. Rokkon, bekommst Du irgendwelche Koordinaten?? Doch Stonedar bekam keine Antwort. Im Comgerät war auf einmal nur noch Knacken und Rauschen zu hören. Der Anführer der Felslinge drehte sich einmal um die eigene Achse, doch er konnte nichts mehr sehen. Um ihn herum war alles schwarz. Er war in die Anomalie geraten.



Stonedar versuchte, sich selbst zu beruhigen- wenn es einen Weg hinein gibt, dann gibt es sicher auch einen Weg hinaus, sicherte er sich selbst zu. Doch wo genau war er? In welche Richtung sollte er sich bewegen? Gab es in diesem scheinbar leeren Raum überhaupt eine Richtung?



Rokkon hatte mit Entsetzen angesehen, wie sein Vater verschwand, doch genau dadurch hatte er endlich klare Daten bekommen. Er riss die Augen weit auf. Dann sah er sich noch einmal zögernd um und setzte seinen Kurs auf das schwarze Ding fort. Drinnen angekommen fand er sofort seinen Vater und kontaktierte ihn. ?Vater, ich weiß jetzt, was das hier ist. Es ist eine Passage und dahinter befindet sich etwas. Aber sie geht nur in die eine Richtung. Du musst mir folgen.? Ohne abzubremsen setzte er seinen Kurs fort und zeigte Stonedar somit den Weg. Nach ein paar Sekunden öffnete sich eine Art Fenster?.





Fortsetzung folgt
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