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Aufbruch nach Eternia - Türme des Schicksals
Der Gargoyle
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| Aufbruch nach Eternia - Türme des Schicksals Der Gargoyle |
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Er stand den Beiden direkt gegenüber. Sie waren seine besten Schüler, dennoch war er vollkommen unzufrieden mit ihnen. Auf der einen Seite war da Heros, der zwar immer sehr bemüht war, doch nicht das wirkliche Talent zeigte, seine Rolle auszufüllen. Der Prophezeiung nach war er derjenige, der den Untergang des Schlangenkönigs einläuten würde. Doch er war recht ungeschickt mit dem Zauberstab und verstand alles erst bei der dritten Erklärung. Dennoch war er ein guter Junge und Eldor war froh, dass er seiner Tochter Greyana den Hof machte. Aber er bereitete Eldor auch viel Kopfzerbrechen, denn er wollte so gar nicht in die Rolle des Weltretters passen, denn er war viel zu sanftmütig und verträumt, um einen großen Helden darzustellen.
Dann war da auf der anderen Seite Oram. Oram war ehrgeizig. Er hatte Talent. Magie anzuwenden fiel ihm sehr leicht und er lernte schnell. Aber was Eldor bei ihm Sorgen bereitete, waren sein Charakter und sein Temperament. Oram wusste von der Prophezeiung, so wie jeder im Dorf davon wusste. Und es gefiel ihm nicht, dass er selbst nicht der Auserwählte war. Den Zauberstab konnte nur jemand aus Heros Geschlecht führen und Oram war von einfacher Geburt- halb Mensch, halb Gar, entstanden aus einer Liaison seiner Mutter mit einem blauhäutigen Krieger, der auf der Durchreise war, auf der Suche nach einer alten Legende. Nach dem Zerfall der Kultur der Gar reisten die Wenigen, die noch von ihnen übrig waren umher, um nach einer neuen Existenz zu suchen. Doch schon bald hatte man kaum noch einen Gar zu Gesicht bekommen und so wurden sie selbst langsam zu einer Legende. Eldor räusperte sich auffällig, da Heros wieder einmal unaufmerksam war. ?Für heute haben wir genug trainiert. Wir sollten zurück ins Dorf gehen.? Heros huschte ein Lächeln durchs Gesicht. Schnell verstaute er den Zauberstab und schloss sich seinem zukünftigen Schwiegervater an. Doch Oram blieb auf der Stelle stehen, zog noch einmal seinen eigenen Stab. ?Geht Ihr nur voran. Ich werde noch etwas üben!?, rief er ihnen nach. Das war etwas, was er in der letzten Zeit häufiger getan hatte. Eldor blickte ihn noch einmal kurz an, doch er ließ sich auf keine Diskussion mehr ein. Zu oft hatte er ihn angewiesen, die Übungen abzubrechen und mitzukommen, aber Oram blieb stur und trainierte oftmals bis mitten in die Nacht weiter. Im Dorf angekommen setzte sich Eldor an einem schwachen Lagerfeuer nieder und wies Heros an, sich neben ihn zu setzen. Er blickte sich gut um und vergewisserte sich, dass niemand in der Nähe war, der ihm lauschen konnte. ?Mein Junge, bald wirst Du ein Teil meiner Familie sein und deshalb werde ich Dir ein paar unserer größten Geheimnisse anvertrauen. Nur wenige wissen davon, unter anderem Greyana als meine Tochter und Oram als größter Nachwuchsmagier des Stammes. Nun will ich auch Dich einweihen?? Heros blickte den Vater seiner zukünftigen Frau einen Moment lang an. Zu gerne würde er in sein Schlafgemach gehen und sich ausruhen und diese ganzen Geheimnisse waren eigentlich auch gar nichts für ihn. Doch wusste er, wie energisch Eldor sein konnte und gab deshalb nach und nickte. Eldor fuhr fort: ?Einst wurde unser Planet von den Sakral beherrscht. Nur wenige wissen von ihnen und das soll auch so bleiben. Denn die Sakral waren ein grausames Volk, das keine anderen Völker neben sich duldete und diese erbarmungslos auszurotten versuchte. Dabei haben sie sich schließlich selbst vernichtet. Es gibt keinerlei Aufzeichnungen mehr aus dieser Zeit und man kann nur hoffen, dass sie irgendwann ganz vergessen werden, sodass ihr Vermächtnis keinen Einfluss mehr auf uns haben kann. Dennoch stammt fast alles, was wir kennen, von Ihnen ab. Die Rassen der Tiermenschen, die Magie? um nur zwei Beispiele zu nennen. Nicht alle Sakral waren schlecht und ich spreche hier von der Lehre des Garmage, der sich gegen seinen Führer gestellt hatte und verbannt wurde.? Heros hörte ihm kaum zu, was Eldor etwas ärgerlich machte. Dennoch fuhr dieser fort. Garmage ging fort, doch er konnte nicht verhindern, dass sich die Sakral, die die größten Magier aller Zeiten waren, letzten Endes selbst oder gegenseitig vernichteten. Wir sind die Letzten, die um dieses Geheimnis wissen und würde es ans Tageslicht kommen, wären alle Magier in größter Gefahr, denn das Volk würde in Angst und Schrecken vor uns leben. Deshalb ist es unsere größte Pflicht, dieses Geheimnis zu wahren. Es ist der Zauberstab des Garmage, den Du führen sollst. Und der Legende nach wirst Du uns aus den Klauen des grausamen Herrschers befreien?? Oram spürte, wie sich etwas lautlos von hinten anschlich, fast brannten sich die beiden Schlangenaugen in seinen Nacken. ?Du kommst heute spät, Rattlor!?, rief er über die Schulter, ohne sich umzudrehen. Der General stoppte abrupt und warf dem Halb- Gar einen verächtlichen Blick zu: ?Du wirst immer besser, Oram. Dennoch weiß ich nicht, was King Hsss überhaupt von Dir will, Du minderwertiger Hybride.?, spottete der General. In Oram stieg die Wut hoch. Dennoch hatte er bei Eldor gelernt, seine Wut zu unterdrücken. ?Der König versteht die Macht des Planeten nicht.?, erwiderte er. ?Seine Macht entstand bei dem Aufprall eines Kometen, wenn ich mich recht entsinne.? Langsam drehte er sich um, dann blickte er Rattlor starr in die Augen. ?King Hsss braucht mich, um an die Macht der Sakral zu gelangen. Und ich weiß, wann es Zeit ist, sich auf die Seite der Sieger zu stellen.? Ein hämisches Grinsen huschte über das Gesicht des jungen Mannes. Seit Beginn seiner Ausbildung hatte er versucht, hinter das Geheimnis der Prophezeiung zu kommen. Doch Eldor hatte ihn getestet und er konnte den Zauberstab des Garmage nicht führen. Deshalb hatte der alte Mann ihm nur Bruchstücke anvertraut. Oram hatte der Neid gepackt, als ausgerechnet Heros den Stab in die Hand nahm und schwingen konnte. Die Schlangenkrieger hatten fast den ganzen Planeten in ihrer Gewalt. Deshalb bot Oram sein Wissen an ? im Gegenzug wollte er eine Führungsposition an King Hsss Seite. Doch er wusste, dass er behutsam sein musste, denn das Schlangenpack duldete in der Regel keine Außenstehenden in den eigenen Reihen. ?Ich bin so weit. Bring mich zu Deinem König?? Despondos Der aufgewirbelte Sand hatte sich gelegt. Der Ort sah wieder genauso aus wie vorher - Sandflächen, ein violetter Himmel - einzig die Türme passten nicht ins Bild. Hordak zuckte zusammen, als der Trooper vor ihm von zwei riesigen Armen gepackt und dann in einem überdimensionalen Löwenmaul zermalmt wurde. Ein leises Stöhnen entfuhr ihm und er sah am Geländer der Brücke, auf der sie standen hinunter in ein Säurebad, in dem ein weiterer Trooper sich langsam auflöste. Die Elektronik gab noch ein paar Funken von sich, doch dann versank auch der Rest des Metallkörpers und löste sich auf. Mit dem Fuß trat Hordak ein paar Metallstücke beiseite, die darauf schließen ließen, dass auch Trooper Nummer drei schon das Zeitliche gesegnet hatte. ?Verdammt! Verdammt! Verdammt!?, schrie Hordak und wollte gerade einen Energieball auf den Hauptturm abfeuern, als ihm wieder in den Sinn kam, was für eine dumme Idee das doch sei ? denn so hatte er selbst den ersten Trooper vernichtet. Es musste doch einen Weg hinein geben. Schließlich war dieser Galen offensichtlich auch hinein- und wieder herausspaziert. Hordak wandte sich um. Hinter ihm schwebte Shadow Weaver und dahinter standen der letzte Trooper und Grizzlor, der beim Anblick der drei zerstörten Trooper ein breites Grinsen aufgesetzt hatte. Diese Zerstörung war ganz nach seinem Geschmack. Doch nun, als Hordak ihn so ansah, wurde ihm schlagartig bewusst, dass wohl er und Mantenna die nächsten sein würden, die nach den Troopern einen Eingang suchen durften. So schnell, wie das Grinsen erschienen war, war es auch wieder verschwunden. In diesem Moment kam Mantenna aus dem Fahrzeug gestürzt, was Angesichts seiner vier Beine eher unbeholfen und komisch wirkte. In absoluter Hektik rannte er auf die Gruppe zu und wäre fast über die eigenen Füße gestolpert. Doch er erreichte die Brücke und setzte ganz vorsichtig einen Fuß nach dem anderen auf das gemauerte Bauwerk. In der Hand hielt er einen kleinen portablen Datenspeicher und ging damit geradewegs auf Hordak zu. ?Hordak, ich habe Neuigkeiten. Und zwar habe ich zwei Dinge herausgefunden.? Mantenna stoppte nun, da er die Überreste der Trooper sah und blickte sich vorsichtig um. In dieser Gesellschaft konnte er sich einfach nicht sicher sein, WER die Trooper vernichtet hatte. Doch Hordaks fordernder Blick ließ ihn weiterreden. ?Zuerst einmal gibt es zwischen Despondos und Eternia nicht nur eine zeitliche Verschiebung, sondern gleich zwei Diskrepanzen. Nicht nur, dass hier die Zeit, wie wir wissen, langsamer läuft- die Kommunikation wird in der Zeit verzerrt. Das heißt, dass unsere Gespräche nicht linear zu der Zeitverschiebung verlaufen, sondern verschoben. Dies erklärt auch, warum man uns drüben nicht unheimlich langsam hört?.? Mantennas Brustkorb schwoll wieder an. Doch dann erkannte er, dass diese Information Hordak nicht wirklich in dieser Situation weiterbrachte. ?Dann ist da noch etwas?? und er reichte Hordak den Datenspeicher. ?Es gibt eine winzige Energiequelle außerhalb des Kraftfeldes.? Dann deutete er auf einen der beiden großen Gargoyles, die am Anfang der Brücke standen und wie zwei hässliche Wächter den Anfang des Brückengeländers zierten. ?Da drin!?, zeigte Mantenna auf die unschöne Statue. Hordak begab sich vom Geländer fort und schritt auf den Gargoyle zu, dicht gefolgt von der Hexe. Dann blickte er noch einmal auf das Gerät und reichte es Shadow Weaver. ?Es ist eine andere Form von Energie, die hier ausgeströmt wird.?, erklärte Hordak: ?Fast so, als wäre es eine Mischung aus Erdwärme, chronographischer Partikel und Magie? seltsam?? Mantenna wich einen Schritt zurück. Er war eher wissenschaftlich begabt. Aber eine Energiequelle, die mit Magie zu tun hatte, machte ihm wieder Angst. Das war dann doch eher das Metier von Hordak und Weaver. Diese versuchte gerade, genauere Werte des Gargoyles zu bekommen, doch egal wie sie den Scanner auch hielt- sie bekam immer wieder die gleichen, ungewöhnlichen Daten. Also legte sie das Gerät beiseite und versuchte, sich auf das Innere der Statue zu konzentrieren. Vor ihrem geistigen Auge durchdrang sie die äußere Metallschicht, dann mehrere innere Schichten. Das Kunstwerk war nicht aus einem Stück gegossen, sondern nach und nach in mehreren Schichten aufgetragen worden. Fast schon bewunderte sie die Kunstfertigkeit. Doch dann passierte etwas Ungewöhnliches. Fast schien es, als würden zwei Geister gleichzeitig in Weavers Kopf eindringen. ?Scher Dich hinfort! Geh hin, wo Du hergekommen bist!?, riefen die beiden Stimmen ihr zu. ?Es ist nicht für Dich bestimmt. Geh und kehre nicht zurück!?. Doch Weaver ließ sich nicht abschrecken. ?Humbug!?, sagte sie zu sich selbst. Dann gab sie Hordak ein Handzeichen, ohne dabei die Konzentration zu verlieren. Auch Hordak konzentrierte sich nun auf den Metallkörper und auch in seinem Kopf machten sich die Stimmen breit. Wie ein Schwarm Bienen schwirrten sie durch den Geist der beiden Hordemitglieder. Hordak war genervt. Mit einem einzigen, laut ausgerufenen ?Fort mit Euch? verstummten die beiden Stimmen. Hordak löste die Konzentration. Neben ihm waren ein paar Leute stehen geblieben, die ihn verwundert ansahen, weil er sie gerade lauthals fortschicken wollte. Verwirrt sah er in die Menge. Doch schon gingen die Leute weiter, einige kopfschüttelnd, andere hatten sich gar nichts dabei gedacht. Er wandte den Blick neben sich, wo eine hübsche junge Frau stand. Sie mochte Anfang zwanzig sein und starrte auf den Gargoyle. ?Shadow Weaver??, fragte er vorsichtig. Sie löste sich aus ihrer Lethargie, drehte sich zum Hordeführer um: ?Wer bist Du??? Fortsetzung folgt?. |
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