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: 01.12.2004
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   Aufbruch nach Eternia - Türme des Schicksals    Die Ratssitzung
Aufbruch nach Eternia - Türme des Schicksals
Die Ratssitzung
Stonedar saß auf einem Felsen und entspannte seine Beine. Viel zu lange hatte er diesmal in der Form des Felsens verharrt. Doch die Horde- Patrouille war einfach nicht weitergezogen. Die Trooper hatten keine Eile, denn in Despondos gab es keine Bedrohung oder Feinde. Man hatte bereits alles ausgekundschaftet, was es im Umkreis auszukundschaften gab. Fast zehn Monate waren inzwischen vergangen und nach mehreren gescheiterten Versuchen hatten er und Rokkon die Hoffnung aufgegeben, aus eigener Kraft aus dieser Einöde zu entkommen.



Mehrfach hatten sie versucht, Hilferufe auszusenden. Und direkt zu Beginn ihrer Gefangenschaft in dieser Einöde hatten sie sogar einmal ein Signal empfangen. Rokkon hatte es eindeutig auf der Frequenz seiner Mutter, der Fürstin Granita empfangen, doch leider wurde nur ein langgezogener Pfeifton übertragen und danach war es still. Hatte Granita die Suche denn so schnell aufgegeben? Oder gab es Interferenzen zwischen dieser seltsamen Dimension und dem All, aus dem Stonedar und Rokkon durch einen Unfall hergekommen waren?



Plötzlich riss ein anderes Geräusch Stonedar aus den Gedanken, als ein kleiner Meteor auf ihn zugeschossen kam und direkt neben ihm im gelben Sand aufschlug. Eine Wolke aus Staub und Schmutz wurde aufgewirbelt und hüllte den Felsbrocken in sich ein. Rokkon hatte in den letzten Monaten seinen Vater sehr mit Stolz erfüllt. Nicht nur, dass er seinen diplomatischen Auftrag mit Bravur erfüllt hatte, er schlug sich in dieser Einöde durch, wie es kein zweiter gekonnt hätte. Doch mit dieser waghalsigen Aktion gerade gefährdete er die beiden und so war Stonedar sehr verärgert, als sich der Fels zu seinen Füßen transformierte und sein Sohn Rokkon vor ihm stand.



?Rokkon, was zum?. ?, fuhr er ihn an, doch dann bemerkte er den Ernst in den Augen des Jungen und wartete erst einmal ab, was er zu sagen hatte. Rokkon wandte seinen Blick kurz ab, dann sah er seinem Vater direkt in die Augen. ?Ich habe Neuigkeiten, aber sie werden Dir nicht sonderlich gefallen, Vater.? Nach einem vorsorglichen Blick in die Augen seines Gegenübers fuhr Rokkon fort: ?Ich habe das Buch, das wir gefunden haben zur Horde gebracht und es so versteckt, dass sie es finden mussten. Hier erst einmal die gute Nachricht: Sie wissen, welches Volk es geschrieben hat und auch, wie man es entschlüsselt- wenngleich sie etwas Mühe damit hatten.?



Rokkon hielt einen Moment inne, um sich etwas zu sammeln. Stonedar blickte ihn erwartungsvoll an, jedoch ohne ihn unterbrechen zu wollen. Sorge stand dem jungen Mann ins Gesicht geschrieben und so forderte er ihn mit einer Geste auf, fortzufahren. ?Es ist so??, begann Rokkon zögernd, ?? das Volk, das dieses Buch verfasst hat, ist ein untergegangenes Volk namens Sakral. Sie waren böse Tyrannen, die ganze Menschenmassen ermordet haben, nur weil sie nicht ihrer Ideologie entsprachen. Und die Horde plant nun, sich der Technologie dieses Volkes zu bemächtigen.? Stonedar riss die Augen auf. Seit er das Buch gefunden hatte, versuchte er, die Schriftzeichen zu entziffern, um nach einem möglichen Ausweg aus dieser Dimension zu forschen. Nach monatelangen Bemühungen gab er schließlich auf und kam auf die Idee, die Horde diese Arbeit übernehmen zu lassen. Doch mit diesem Ergebnis hatte er nicht gerechnet. ?Das ist noch nicht alles??, setzte Rokkon erneut an. ?Ich habe mitbekommen, wie sie Kontakt zur Außenwelt aufgenommen haben. Es gibt eine temporale Diskrepanz zwischen unserer Welt und dieser Dimension, die Despondos genannt wird. Hier verläuft die Zeit langsamer?. viel langsamer??



Rokkons Blick wanderte über das Gesicht seines Vaters, er versuchte darin zu lesen, ob sein Vater verstand, was er ihm mitteilen wollte. Stonedar brauchte allerdings einen Moment, bis er begriff. Dann durchfuhr es ihn wie ein Blitz. Die Nachricht! Schnell machte er sich an den Geräten seines Raumanzuges zu schaffen und spielte die gespeicherte Nachricht ab, die Rokkon auf Granitas Wellenlänge empfangen hatte. Er verlangsamte die Wiedergabe und spielte sie dann ab. Diesmal hörten sie einen Pfeifton, bei dem sich beide schmerzverzerrt die Ohren zu hielten. Wieder drehte der Fürst der Felslinge die Geschwindigkeit herunter, nun hörte man schon den Ansatz einer Sprache, doch immer noch viel zu schnell, um diese verstehen zu können. Stonedar regelte weiter und plötzlich hörten sie die Nachricht klar und deutlich.



?Hier spricht Granita, Fürstin der Felslinge. Mein Lieber Gemahl, mein lieber Sohn. Unser Volk befürchtet, Ihr seid den Graxx zum Opfer gefallen. So lange schon währt der Krieg und man vermutet, Ihr seid in einen Hinterhalt geraten. Doch ich gebe die Hoffnung nicht auf, Euch zu finden. Ich kann nicht glauben, dass Ihr Eure Mission nicht erfüllen konntet. Doch Sapphiron sieht in Eurem Verschwinden einen kriegerischen Akt und will den Waffenstillstand aufheben?? Stonedar sah seinem Sohn fassungslos ins Gesicht. Eine Träne rann dem jungen Krieger über die Wange, doch kaum hatte sie seinen Hals erreicht, wurde sie vom Anzug absorbiert und recycelt. Stonedar spulte vor, immer wieder hielt er zwischendurch an, um zu hören, was seine Frau zu sagen hatte. Schließlich erreichte er das Ende der Aufzeichnung, die insgesamt 427. Nachricht, die Granita abgeschickt hatte.



?Hier spricht Granita, Fürstin der Felslinge.?, hörten sie ihre Stimme, die müde und abgekämpft klang. ?Seit beinahe drei Jahren lasse ich nun schon nach Euch suchen, doch diese Suche breche ich nun ab, denn wir brauchen jeden Mann zur Verteidigung des Planeten. Sapphiron ist gefallen und die Graxx haben unsere Dörfer dem Erdboden gleich gemacht. Mir bleibt nicht mehr viel Zeit, in weniger als einer Stunde werden wir aufbrechen, um den Planeten zu verlassen. Die wenigen Überlebenden werden ein neues Zuhause suchen, um unser Volk vor dem endgültigen Untergang zu bewahren. Dies ist meine letzte Nachricht, denn?? Ihr Monolog wurde von einer Explosion unterbrochen, die sehr nah klang. ?? sie kommen?.? Dann erstarb ihre Stimme und ein langgezogenes Rauschen folgte etwa eine halbe Stunde lang, bis auch dieses erstarb. Stonedar und Rokkon sahen einander an. Wenn man die Länge der Nachricht bedachte und die Zeitverzerrung- dann war das Volk der Felslinge schon vor sehr langer Zeit untergegangen. Wahrscheinlich gab es nicht einmal mehr die Graxx?



Vor den Schicksalstürmen



Shadow Weaver blickte dem jungen Mann direkt in die Augen, der vor ihr stand. Gerade als er ihr klarmachen wollte, dass er Hordak war, drängte sich ein hagerer Mann, er mochte Mitte Vierzig sein, zwischen sie. Er trug eine Art weiße Kutte genau, wie Hordak und Weaver. Doch sie war ihm mindestens zwei Nummern zu groß und der Kragen hing schief zur rechten Seite. ?Eter, Verra, warum steht Ihr hier unten rum? Kommt mit! Die Sitzung fängt doch gleich an. Hordak und Weaver alias Eter und Verra warfen sich einen Blick zu, den sie beide verstanden. Dann gingen sie hinter dem unaufhaltsam plappernden Mann die Treppe hinauf und blickten auf ein imposantes Löwenmaul. Plötzlich hielt er an und zerrte an seinem Gürtel, zog ein Säckchen mit Sand hervor und gab ein wenig davon in eine Schale. Dann nahm er seinen Wasserschlauch und tröpfelte etwas Wasser in eine zweite Schale, zuletzt schlug er zwei Feuersteine gegeneinander und dann öffnete sich auch schon eine Luke um ihn hindurchzulassen- gerade mal lang genug, dass er eben hindurchschlüpfen konnte. Hordak und Weaver in der Gestalt der beiden Einheimischen taten es ihm nach.



Sie standen in einer riesigen Halle, in deren Mitte eine riesige Kugel sich um die eigene Achse drehte. Etwa alle zehn Sekunden wechselte sie die Richtung und leuchtete abwechselnd hellblau und in einem grellen Weiß auf. Um die Kugel herum gab es ein paar Konsolen, die von ein paar hektischen Wissenschaftlern bedient wurden. Hordak versuchte, sich alles genau einzuprägen, während Weaver die Aura des Ortes in Betracht nahm. Unmengen an magischer Energie flossen hier und ihr Zentrum schien sich in der Kugel zu befinden. Doch auch viele der Passanten besaßen eine zum Teil sehr mächtige Aura. Die meisten strömten zu einem Tor an der hinteren Wand und so gingen auch ?Eter und Verra? hinter ihnen her.



Sie betraten den Sitzungssaal, wo ein aufgeregtes Gemurmel durch die Reihen ging. Da keiner von beiden wusste, wie die Sitzordnung hier war, schlossen sie sich dem Hageren an und nahmen neben ihm Platz. Kaum dass sie saßen wurden alle Tiermenschen aus dem Saal befohlen und die Türen geschlossen. Dann wurde es still, während eine Gestalt in einer weißen Robe eine Wendeltreppe hinab glitt. Eine Diener stampfte einmal mit einer Lanze auf den Boden und verkündete mit stolzgeschwellter Brust: ?Der Herrscher, Legat Nycaleon ist anwesend.?



Der Legat schwebte zu seinem Pult hinüber, an dem schon zwei weitere Personen saßen. Im Verlauf der Sitzung stellte sich heraus, dass es sich dabei um Garmage, den Stellvertreter Nycaleons und Horcus, seinen Sekretär handelte. Die gesamte Sitzung zog sich endlos und langweilte Hordak, doch zum Ende hin kam ein Thema auf, dass sich mit den Mutanten im Randbezirk beschäftigte. Garmage erhob das Wort. ?Hoch verehrter Rat. Eine Lösung für das Mutantenproblem scheint gefunden. Wir haben eine Insel jenseits des Meeres von Rakash ausgemacht, auf welche wir die Mutanten übersiedeln können. So können wir die jahrelangen, teils leider gewaltsamen Konflikte bei?.?



Doch der Legat fiel ihm ins Wort. ?Mein lieber Garmage. Wir alle wissen, wie gefährlich diese Bastarde inzwischen für uns geworden sind. Manche der Mutationen bleiben unentdeckt, bis es zu spät ist, da sie weder mit dem bloßen Auge, noch mit Magie aufzuspüren sind.? Garmage konnte nicht ganz folgen, wagte jedoch nicht, dem Herrscher zu widersprechen. ?nun, betrachten wir doch nur das Attentat von letzter Woche. Drei hochrangige Magier wurden verletzt, als ein unerkannter Mutant Hetzparolen in eine Wand ätzte- mit der bloßen Hand! Wir können sie nicht alle aufspüren, um sie auszuweisen. Das ist vollkommen unmöglich, lieber Vize- Legat. Es gibt nur eine einzige Möglichkeit??



Nycaleon sah sich in der Runde um, in der sich langsam die Gesichter verzogen, einige vor Erleichterung, einige vor Entsetzen. Schon seit Wochen machte ein Gerücht die Runde, dass er etwas plane, um sich der Mutanten zu entledigen. Auch Garmage hatte davon gehört und er sah den Legaten fassungslos an, als dieser wieder das Wort erhob. ?Meinem wissenschaftlichen Team um den ehrenwerten Matu Granko ist es gelungen, den Durchbruch in der Mutantenfrage zu erzielen. Seit Anfang dieser Woche gibt es einen Prototypen des Gerätes, das uns zur Aufspürung des Mutantengenoms helfen soll. Das Genom wird ermittelt und dann vollkommen schmerzfrei eliminiert.? Ein Raunen ging durch die Menge.



?Mit anderen Worten, mein lieber Legat?, fiel ihm nun Garmage ins Wort, ?die Mutanten werden schnell und sauber getötet. Ist es nicht so?? Empörte Rufe hallten nun aus dem Publikum. Nycaleon und Garmage starrten sich verbissen in die Augen. Garmage lehnte sich sehr weit aus dem Fenster, als er dem Herrscher widersprach. Das galt als Hochverrat und konnte mit einer Hinrichtung enden. Doch auch der Herrscher befand sich in einer Zwickmühle, denn Garmage war außerordentlich beliebt beim Volk und war in gewisser Weise sogar sein eigenes Aushängeschild, mit dem er sich gut stellen musste.



Nycaleon klopfte mit einer großen schweren Kugel aufs Pult, damit wieder Ruhe einkehrte. ?Jedenfalls rechnen wir damit, dass das Gerät binnen weniger Tage einsatzbereit sein wird.? Nervös drehte er an einem Ring an seiner rechten Hand, in den ein großer roter Stein eingelassen war. ?Das was Ihr plant, ist Mord!?, schrie der hagere Mann neben Eter. Sofort stürzten sich zwei Wachen auf ihn und führten ihn ab. Sein Gesicht wurde aschfahl, als ihm bewusst wurde, was er getan hatte. Ohne Gegenwehr ließ er sich fortschleifen. Garmage blickte nun auf einmal genau auf Hordak und Shadow Weaver. Er öffnete langsam den Mund und sagte ?Die Geschichte wird sich wiederholen.? Dann verschwamm er und alles um ihn herum. Im nächsten Moment standen die beiden wieder in ihrer alten Gestalt vor dem Gargoyle in Despondos.



?Was war denn das??, entfuhr es der alten Hexe. Doch Hordak grinste nur. ?Was auch immer es war- wir wissen jetzt, wie wir in den Turm hinein kommen. Dann bückte er sich und hob etwas Sand vom Boden auf?


Fortsetzung folgt...
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