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: 01.12.2004
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   Aufbruch nach Eternia - Türme des Schicksals    Modulok
Aufbruch nach Eternia - Türme des Schicksals
Modulok
Im Labor herrschte rege Betriebsamkeit. Galen lief mit einer Petrischale quer durch den Raum, als der Herrscher mit hochrotem Kopf hereingestürmt kam, dicht gefolgt von Garmage. Vor Schreck ließ er die Petrischale fallen, die klirrend auf dem Boden zersprang. Glücklicherweise enthielt sie keine gefährlichen Substanzen und so machte er sich daran, die Scherben aufzufegen. ?Wie konnten Sie es wagen, öffentlich im Rat gegen mich zu sprechen? Sind Sie nicht mehr ganz bei Trost, Garmage??



Garmage war nicht weniger erregt, doch seine Hautfarbe hatte sich im Gegensatz zu der des Herrschers eher in ein dunkles Blau verwandelt. ?Wie weit wollen Sie gehen, Herrscher? Bei allem nötigen Respekt, aber was kommt als Nächstes? Werde ich dann ermordet, weil meine Haut blau ist und meine Ohren spitz??. Nycaleon schnappte nach Luft. ?Machen Sie sich nicht lächerlich. Über ein solch primitives Stadium sind wir lange hinaus. Die Mutanten werden einfach viel zu gefährlich für uns. Wer weiß, wann sie zum vernichtenden Schlag ausholen?? Die meisten Laboranten waren bereits aus dem Raum geflüchtet. Nur Galen stand noch in der Ecke und versuchte, beschäftigt und unauffällig auszusehen.



?Kein Wort mehr, Garmage, oder ich lasse Sie auf der Stelle abführen!? Der Herrscher verlor nun fast völlig die Fassung. Wutschnaubend wandte er sich um und stampfte die Treppe hinauf. Garmage blickte sich noch einmal um, ließ seinen Blick über Galen streifen, der immer noch in seine Geräte vertieft schien, über den Instrumententisch in der Mitte des Raumes und den Laboranten, der sich ebenfalls noch im Raum befand und ihn mit einem Zucken im Mundwinkel ansah. Garmage nickte nur kurz zurück und verließ dann ebenfalls das Labor. In diesem Moment kam Matu Granko durch eine Labortür hereingestürmt. ?Optkor! Bring mir sofort die Mädchen!?, fuhr er den Laboranten an. Dieser fuhr zusammen ? allerdings nicht so sehr wie Galen, der eine weitere Petrischale zu Bruch gehen ließ. Granko drehte sich um und verschwand wieder hinter der Tür in einem anderen Laborraum.



Einen kurzen Moment später kamen Galen, Optkor und zwei ärmlich gekleidete Mädchen herein, die auf den ersten Blick wie eineiige Zwillinge aussahen, höchstens 12 Jahre alt, mir zerlumpten Kleidern und ohne Schuhe. Erst auf den zweiten Blick bemerkte man die Unterschiede. Die eine der beiden hatte Schwimmhäute an Zehen und Fingern, sowie kleine Kiemen hinter den Ohren. Beiden waren die Hände auf dem Rücken zusammengebunden und sie konnten sich aufgrund zusammengeketteter Füße nur langsam bewegen. Optkor flüsterte ihnen leise zu, dass es ihm leid tat, da wurde er auch schon aus dem kleinen Versuchslabor geschickt. Hinter der Tür blieb er stehen. Er hatte einen kleinen Spalt unbemerkt offen stehen lassen, sodass er ziemlich genau sehen konnte, was hier vor sich ging. Granko zeigte Galen einen kristallförmigen Gegenstand mit wenigen Tasten. ?Nun, Nycroft, schauen wir mal, wie unser Gerät wirkt.? Er warf einen Blick auf Galen, der interessiert zusah aber eine düstere Vorahnung hatte, was als nächstes geschehen würde. Die beiden Mädchen standen verängstigt an der gegenüberliegenden Wand. Man hatte sie angewiesen, sich mit dem Gesicht zur Wand zu drehen.



?Es handelt sich um zweieiige Zwillinge, Nycroft,? fuhr Granko fort ?die eine ist ganz normal, die andere eine dieser widerlichen Missbildungen der Natur, die uns ständig bedrohen. Sehen Sie zu, wie das Gerät funktioniert.? Ein leises Wimmern kam von den Mädchen herüber. Granko aktivierte das Gerät und zielte auf das erste Mädchen ohne Schwimmhäute. Nichts geschah. Dann schwenkte er den Strahl und traf das zweite Mädchen.

Schreiend sackte sie in die Knie. Eine große schwelende Wunde breitete sich auf ihrem Oberkörper aus. Immer lauter gellten ihre Schreie durch den Raum, als langsam ihr Brustkorb verglühte. Tot sackte sie in sich zusammen, doch die Schreie ebbten nicht ab. Ihre Schwester stand neben ihr und schrie, als wäre sie selbst getroffen worden.



?Nun, wir sollten noch ein paar Einstellungen ändern?, begann Granko mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck. ?Dieses Geschrei ist ja nicht auszuhalten und dann müssen wir auch noch den Mist wegmachen. Besser wir intensivieren den Strahl noch.? Dann wandte er sich zu den beiden Wächtern an der Tür um, die wie gebannt auf den Leichnam und dessen schreiende Schwester starrten. ?Habt Ihr mich nicht verstanden? Ich sagte gerade, dieses Geschrei ist nicht zum Aushalten! Entsorgt die beiden, aber schleunigst!?. Hinter der Tür zitterte Optkor, dann stürzte er fort in den Waschraum und übergab sich. Gerade noch rechtzeitig, denn die Wachen schleiften das überlebende Mädchen durch die Tür, zusammen mit ihrer toten Schwester. Sie zappelte und schrie, doch ein gezielter Schlag ins Genick brachte auch sie zum Schweigen?



Despondos



Hordak und Shadow Weaver gingen durch die große Halle, an der großen Kugel vorbei, die erloschen und staubüberzogen mitten im Tisch ruhte. Mantenna folgte den beiden und gab ein paar Kommentare zum Besten. ?Die Energiequelle, die am stärksten angezeigt wird, kommt von unten?, gab der Insektoide bekannt, nicht ohne sich vorher mit einem seitlichen Blick abzusichern, dass Grizzlor nicht plötzlich hinter ihm stand. Langsam gingen sie die Stufen hinab, in einen großen Laborraum. Die Lichter flammten automatisch auf, jedoch flackerten einige, während andere ganz dunkel blieben. Auf dem großen Instrumententisch in der Mitte lagen die ausgemergelten Leiber von toten Eidechsen, sorgsam aneinander gereiht. Shadow Weaver ließ äußerste Vorsicht walten. Immerhin konnte es ja sein, dass sich dieser Galen Nycroft noch immer hier aufhielt. Dann sah sie die Kammer.



?Mantenna, geht die Energiesignatur von dieser Kammer hier aus?? fragte die alte Hexe. Mantenna fuhr herum, schluckte hastig den Rest der Eidechse hinunter, die er sich gerade in den Schlund geschoben hatte. Eine zweite Eidechse versteckte er hinter seinem Rücken. Dann sah er auf sein Energiemeßgerät und nickte bloß einmal. Der verbliebene Trooper wurde bestimmt, die Tür der Kammer zu öffnen. Sie sah reichlich provisorisch aus und war aus so ziemlich allem zusammengeflickt, was sich im Labor finden ließ. Weaver klärte die Personen um sich darüber auf, dass diese Kammer dazu bestimmt war, die Zellen des Wissenschaftlers immer wieder neu zu generieren und ihn währenddessen in einer virtuellen Realität zu bewahren, um auch sein Bewusstsein zu erhalten. Zumindest hatte sie dieses Galens Tagebuch entnehmen können.



Als der Trooper die Tür öffnete, gab es eine Überraschung. Statt des Wissenschaftlers schwappte eine rote, zähflüssige Masse aus der Kammer und riss den Trooper mit sich, der funkensprühend mit dem Hinterkopf auf den Instrumententisch aufschlug. Langsam floss der Rest der Masse aus der Kammer. ?Sieht nicht so aus, als ob uns dieser Nycroft noch helfen könnte??; begann Weaver. Doch in diesem Moment fing die rote Masse an, sich zu bewegen. Da waren Personen im Raum und das Bewusstsein im roten Etwas registrierte es. Endlich nicht mehr allein! Wie eine Welle wogte es durch die zähe Masse und dann erschien ein Auge an der Oberfläche, kurz darauf ein zweites und schon formte sich ein ganzer Kopf, ein Arm, dann ein zweiter Arm, ein dritter.



Während die Hordemitglieder auf Sicherheitsabstand gingen und Grizzlor seinen Bogen zückte, blickte die rote Gestalt an sich herab. Drei Arme? Da schien etwas nicht zu stimmen. Das Wesen versuchte, sich aufzurichten und entwickelte gleich zwei paar Beine. Verwirrt über die neue Fähigkeit, mehrere Gliedmassen zu formen, kam ihm ein neuer Gedanke und schon wuchs aus der Schulter ein zweiter Kopf. Letzten Endes stand ein Wesen mit sechs Beinen, vier Armen und zwei Köpfen vor dem Anführer der Horde. An beiden Köpfen bildete sich gleichzeitig ein Mund. ?Wir?.?, begannen beide gleichzeitig zu sprechen, doch dann hielt sich das Wesen beide Köpfe mit jeweils zwei Armen. Dann sammelte es sich, fasziniert von Hordak und seinen Leuten beobachtet.



?Wir? ich freuen uns? mich? Ich freu mich, Euch hier begrüßen zu dürfen.?, fuhr es fort ?Wir sind Galen Nycroft. Ich meine, ich war Galen Nycroft. Oh, es ist alle so verwirrend.? Dann riss sich das vielgliedrige Monster plötzlich einen Kopf ab und sah sich selbst erschrocken in die Augen. Mantenna wandte sich angewidert ab, doch im nächsten Moment setzte sich Nycroft den Kopf ans hintere Körperende, wo er direkt wieder an den Körper anwuchs. ?Erstaunlich??, entfuhr es dem Wesen. ?Als könnte ich meinen Körper wie in Modulen?Moment.? Nach einem kurzen Moment des Zögerns riss sich Galen Nycroft den hinteren Teil des Leibes ab, der nun eigenständig umherlief, nur aus zwei Beinen und einem Kopf bestehend.



?Nun, Nycroft, wie es mir scheint, hast Du da ein paar erstaunliche neue Fähigkeiten entwickelt.?, gab nun Hordak zu verstehen. ?Ich bin mir sicher, dass wir für einen so außergewöhnlichen Mann wie Dich ein paar wichtige Aufgaben anbieten können.? Ein niederträchtiges Funkeln ging durch die Augen des Hordeführers. Er war sich der Geschichte des Wissenschaftlers bewusst. Die Einsamkeit in Despondos hatte ihn an den Rand des Wahnsinns gebracht. Wenn Hordak ihm nur Gesellschaft und eine Aufgabe anbot, würde er den Köder sicherlich direkt schlucken. Und schließlich war Nycroft derjenige, der die Geheimnisse der Schicksalstürme wahrte. Aber auch Modulok hatte erkannt, dass er zwei magische Wesen vor sich hatte.



Und die Rechnung ging auf. Schon bald war geklärt, dass alle, inklusive Galen/ Modulok unbedingt aus Despondos entkommen wollten. Während Hordak draussen die Ankunft der ersten Troopers seiner Armee vernahm, erklärte Nycroft, womit sie es zu tun hatten. ?Wir haben ein paar kleinere Probleme zu bewältigen.?, begann der erste Kopf des inzwischen wieder zusammengesetzten Körpers Moduloks. Auf diesen Namen war Nycroft spontan gekommen und während er sprach, ließ er immer wieder neue Hände, Füße, Arme und Beine aus seinem Körper wachsen und auch wieder verschwinden. Der zweite Kopf setzte fort: ?wir müssen ein Portal vor den Türmen errichten und dann zuerst die Türme hindurchschicken. Auf Eternia lag ein riesiger Kristall unter dem Hauptturm, der alle Systeme mit Energie und magischen Kräften versorgte. Dieser Kristall fehlt uns hier leider. Deshalb müsst Ihr zwei Eure Energien bündeln und auf die Kugel in der Mitte des Tisches übertragen, um sie mit ausreichend Kraft zu versorgen. Soweit klar??



Modulok verteilte Mantenna und Grizzlor an die Anzeigetafeln und teilte sich dann wieder, um selbst zwei Tafeln gleichzeitig bedienen zu können. Nach einer kurzen Einweisung an den Tafeln fuhr er fort, diesmal redeten beide Köpfe gleichzeitig. ?Wir können von hier aus ein kleines Portal öffnen, doch um dieses aufrecht zu erhalten, brauchen wir die Macht des Kristalls und dafür müssen wir die Türme als Erstes hindurchbefördern- es wird Euch alle Eure Kraft kosten, aber wir werden aus Despondos fliehen können.? Hordak grinste und sah dem geschäftigen Treiben des neuesten Hordemitglieds zu. Er hatte ihm das Hordewappen angeboten, um sein Zugehörigkeitsgefühl zu verstärken und sich auch weiterhin seine Loyalität zu sichern. Doch die rote Fledermaus war bald schon in Moduloks Körper verschwunden, als er wieder die Gestalt wechselte. So zog er sie aus seinem Brustkorb und legte sie mit zwei traurigen Gesichtsausdrücken auf den Tisch.



Dann fiel Modulok etwas ein. ?Ich habe noch ein kleines Detail vergessen. Uns fehlt noch der Zünder. Ich bin gleich zurück!? Eine Hälfte von ihm spaltete sich ab und lief auf die Treppe zu.



Fortsetzung folgt?.

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