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: 01.12.2004
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   Aufbruch nach Eternia - Sturm auf Eternia    Der Drache
Aufbruch nach Eternia - Sturm auf Eternia
Der Drache
Lyn schaute ihm lange in das, was bei anderen das Gesicht war. Ihr Vater versuchte schon seit Stunden, Ihr einen magischen Spruch beizubringen, mit dem man ein einfaches Licht erzeugen konnte. Faceless One war ein sehr geduldiger Lehrer und Lyn eine sehr wissbegierige Schülerin. Dennoch hatte das Mädchen seine Fähigkeiten noch nicht richtig zu nutzen gelernt. Bereits als sie 5 Jahre alt war, begann ihr Vater mit ihrer Ausbildung zur Magierin. Nun, knapp 10 Jahre später, hatten sie von der Theorie zur Praxis gewechselt. Lyn hatte beinahe alles gelesen, was mit Magie zu tun hatte. Zumindest alles, was Faceless One ihr zu lesen gab. Denn in der Bibliothek von Zalesia gab es einen verschlossenen Raum, den sie nicht betreten durfte. Bereits ein oder zwei Mal hatte sie es versucht, waren doch die verbotenen Früchte immer die Süßesten. Doch sie kam nicht weit. Bereits auf dem Weg zum Raum hatte ihr Vater jedes Mal ihre Absicht erkannt und ihr den Weg abgeschnitten.



?Lyn, konzentriere Dich!?, mahnte er das Mädchen an, doch diese wollte heute nicht so recht gehorchen. Insgesamt war sie in der letzten Zeit eher rebellisch geworden. Ihr Vater schob dies auf die Tatsache, dass sie ohne Mutter aufgewachsen war und nun im Teenageralter ohnehin schwierig sein musste. Dennoch ärgerte ihre Unaufmerksamkeit ihn ein wenig.



?Tochter, es ist langsam an der Zeit, Dich in ein weiteres Geheimnis einzuweihen.? Nun horchte das Mädchen mit den dunklen Haaren auf. Geheimnisse hatten sie schon immer fasziniert, hatte sie doch selbst ein großes Geheimnis: Heimlich studierte sie die dunkle Seite der Magie und ihr Vater war ihr diesbezüglich noch nicht auf die Schliche gekommen. ?Lyn, es gibt etwas, dass Du wissen musst. Hier in der versunkenen Stadt bewahre ich ein magisches Artefakt. Einst habe ich mit meinem Leben geschworen, es zu schützen und sein Geheimnis zu wahren. Es handelt sich dabei um einen Widderstein mit unvorstellbarer Macht. Doch seine Herkunft ist genauso mysteriös, wie sagenumwoben.?



Faceless One setzte sich und wies seiner Tochter an, es ihm nachzutun. Dann fuhr er fort: ?Man sagt, es habe ein kulturelles Urvolk auf Eternia gegeben, dessen magische Fähigkeiten und Macht unvorstellbar groß gewesen seien. Doch dieses Volk ist der Sage nach untergegangen und nur wenige Artefakte zeugen von seiner Existenz. Eines dieser Artefakte ist der Legende nach der Widderstein, welcher ursprünglich aus einem Kristall gefertigt wurde. Dieser Kristall selbst war seiner Zeit der mächtigste Gegenstand des Planeten. Doch heute weiß niemand mehr, wo er sich befindet. Damals hatte man mehrere kleine Stücke abgespalten und zu Waffen und dergleichen verarbeitet. Doch auch diese sind heute verschwunden. Einzig dieser Widderstein ist noch bekannt.?



Lyn musterte ihren Vater eindringlich. Viele Gedanken gingen ihr durch den Kopf, insbesondere, wie sie diesen Widderstein nun an sich bringen könnte. Doch schon setzte er seine Ansprache fort: ?Meine Tochter, eines Tages wirst Du die Hüterin dieses Steins sein und ich muss Dich ermahnen, niemals seine Macht zu ergreifen, denn die Konsequenzen würden Dich auf der Stelle zerreißen. Wer nicht ganz genau den Stein zu nutzen weiß, bringt sich und den ganzen Planeten in Gefahr.?



Lyn hörte seine Worte nur noch wie im Traum, längst war sie dabei einen Plan zu schmieden, um an dieses Artefakt zu gelangen. In einem der ?verbotenen Bücher?, wie ihr Vater sie nannte, hatte sie über Magie gelesen, die es ihr ermöglichte, eins mit den Schatten zu werden. Schon einige Male hatte sie diese angewendet, jedoch waren ihre Erfolge eher spärlich. Immerhin hatte sie es bereits einige Sekunden lang geschafft und nun wusste sie auch ganz genau, wie sie in den verbotenen Raum gelangen würde.



In den nächsten Tagen übte das Mädchen in jeder freien Minute und tatsächlich wurde sie immer besser. Sie genoss es, wie ihr Körper mit den Schatten verschmolz. Fast fühlte es sich wie Schwerelosigkeit an. Sie fühlte sich mächtig, trotz ihrer jungen Jahre. Etwa zwei Wochen, nachdem sie vom Widderstein erfahren hatte, war sie bereit, ihn sich zu holen. Es war bereits Nacht und sie wartete, um ganz sicher zu sein, dass er auch wirklich schlief. Dann machte sie sich auf den Weg, verschmolz mit den Schatten. Doch bereits vor dem Raum machte sie einen Halt. Etwas stimmte nicht. Sie konzentrierte sich und setzte ihre Sinne ein, um auf der nächsten Astralebene zu suchen. Dies hatte sie bereits mit 7 Jahren gelernt, ohne dass ihr Vater jemals dahinter gekommen war. Auf dieser Ebene konnte sie magische Auras wahrnehmen.



Auf der Tür lag ein magisches Siegel. Doch sie war darauf vorbereitet. Ein paar gemurmelte Worte reichten aus, um ungehindert durch die Tür treten zu können. Sie war am Ziel. Ehrfurchtsvoll musterte sie den Raum. Ein paar Bücher standen in verstaubten Regalen und hier und da stand ein Podest mit Artefakten darauf. Eine Vase, ein Totenschädel aus Kristall?



Dann sah sie ihn, den Widderstein. Wie magisch zog er sie an. Schnell löste sie sich aus den Schatten und schritt auf ihn zu. Er sah recht unscheinbar aus, wie eine Scheibe aus grünem Kristall, in Widderform gehauen- genau passend, um in einer Hand gehalten zu werden. Sie nahm ihn an sich, spürte sofort seine Macht. Doch wie sollte sie diese nutzen? Da fiel ihr eine Inschrift auf, nur ganz klein am unteren Rand. Die Schriftzeichen kamen ihr bekannt vor, sie hatte bereits davon gelesen. Es handelte sich dabei um Schriftzeichen eines unbekannten Volkes, welche von Wissenschaftlern vor zweihundert Jahren entdeckt und entschlüsselt wurden.



Lyn hatte etwas Mühe, die Zeichen zu entziffern. ?Vir Lentrok Vilantra? Bei dem Wörtchen ?Vir? musste es sich um ein Verb handeln, schoss es ihr durch den Kopf. ?Vilantra? war leicht, das hieß so viel wie ?Herrscher?. ?Lentrok? stellte sie vor ein Rätsel. Sie hatte schon davon gelesen, dass es sich bei Worten mit der Endung ?trok? um sehr kraftvolle magische Worte handelte. Sie drehte den Stein nachdenklich in der Hand. Dann fiel es Ihr wieder ein: ?Vira? bedeutete in der alten Sprache ?ergreifen??. ?Ich ergreife die Macht des Herrschers?, murmelte sie vor sich hin. Und mit einem Leuchten in den Augen sprach sie die unheilvollen Worte in der alten Sprache aus.



Ein greller grüner Blitz erhellte den Raum, als Lyn von der Macht des Steines ergriffen wurde. Sie wurde augenblicklich von den Füßen gerissen und schwebte einen Moment lang in der Luft, ihr wurde die Kehle zugedrückt und so konnte sie vor Überraschung und Entsetzen nicht einmal mehr schreien. Dann fühlte es sich an wie eine Explosion, von der sie an die hinter ihr liegende Wand geschleudert wurde. Augenblicklich verlor sie das Bewusstsein.



Als Lyn die Augen wieder öffnete, sah sie ihren Vater über sich gebeugt. ?Meine Tochter. Ich wusste, dass Du weit bist, aber wie weit, dessen war ich mir nicht bewusst. Nun, ich denke, es wird Dir eine Lehre sein.? Dann reichte er ihr die Hand, um ihr aufzuhelfen. Lyn war verwirrt, denn sie hatte eine deftige Standpauke erwartet. Stattdessen wirkte der Faceless One ruhig und gelassen. Beim Aufrichten fiel ihr Blick kurz auf eine spiegelnde Scherbe neben ihr. Eine der Vasen war wohl zu Bruch gegangen. Sie erschrak, als sie ihr Spiegelbild in der Scherbe erblickte: Ihr schwarzes Haar war leuchtend weiß geworden?



Irgendwo auf Eternia



?Skeletor, was zum Teufel machen wir hier??, zischte Evil- Lyn den selbsternannten Herrscher des Bösen an. Die beiden hockten im tiefen Unterholz mitten in einem Urwald. Die anderen Krieger des Bösen verweilten auf einer Lichtung, wo Skeletor ihnen befohlen hatte zu warten. ?Ruhig, Evil- Lyn, Du wirst schon früh genug erfahren, worauf wir warten.? Lyn ließ die letzten Tage Revue passieren. Seit Hordaks Ankunft auf Eternia waren sie quasi auf der Flucht. Skeletor hatte angeordnet Snake Mountain zu verlassen und so waren sie alle ausgerückt, um ihm zu folgen. Doch seitdem schwieg er sich über seine Pläne aus. Er hatte nur am Anfang etwas von ?neuen Bündnissen? geredet, doch schlau daraus wurde niemand in seinem Gefolge. Dies jedoch war kein Kunststück, da die meisten der Monsterkämpfer zwar durchtrieben, aber nicht gerade die klügsten Köpfe waren.



Lyn musterte Skeletor von hinten. Er hielt sich wieder den Schädel. Die Schmerzattacken, die ihm Hordak aus Rache schickte, hielten nach wie vor an und wurden immer stärker. Es gab einmal eine Zeit, da hätte Lyn alles für ihn getan. Damals, als er noch Keldor war, hatte sie sich in ihn verliebt, in den gutaussehenden jungen Gar, der so von Machtgier angetrieben nach dem Rat der Weisen gierte. Doch seit er bei einem Anschlag selbstverschuldet sein Gesicht verlor, hatten sich ihre Gefühle für ihn gewandelt. Einzig seine Macht schien ihr noch attraktiv und in Ermangelung von Alternativen schien sie ihm loyal zu sein. Doch bei jeder Gelegenheit, die sich bot, versuchte sie sich von ihm zu lösen und hätte dies ein Mal schon beinahe mit dem Leben bezahlt, hätte He- Man sie damals nicht gerettet.



Deshalb blickte sie eher schadenfroh auf die Kapuze und ein kleines Lächeln zuckte durch ihre Mundwinkel. ?Ich spüre Deine Blicke!?, fauchte das Skelettgesicht sie an. ?Absolute Stille jetzt!?, zischte er danach, gerade als sie einen bissigen Kommentar loswerden wollte. Über sich hörte sie ein Flügelschlagen, ziemlich laut. Es konnte sich nicht um einen Vogel handeln, doch durch die Baumwipfel hindurch konnte sie nichts erkennen. Doch dann plötzlich wurde es dunkel und sie zuckte zurück, denn ein riesiger Drache landete vor den beiden auf der Lichtung. Was zur Hölle wollte Skeletor von einem Drachen? Doch er bewegte sich nicht und so starrte sie gebannt auf das Ungetüm, das vorsichtig im Sand unter sich kratzte. Dann hielt es die Nase über das gescharrte Loch und schnupperte einen Moment lang, bevor das Loch wieder zugescharrt wurde.



Der Drache verweilte einen Moment lang und schnaubte zufrieden mit den Nüstern. Dann schlug er ein paar Mal mit den Flügeln und erhob sich wieder in die Luft. Skeletor hob eine Hand. Warte! ? Signalisierte er seiner Begleiterin. Dann erhob er sich und ging auf die Lichtung zu. Evil- Lyn folgte ihm. ?Was hat der Drache hier vergraben??, fragte sie schließlich. ?Na, was wird ein Drache wohl vergraben? Ein Ei, natürlich. Beast- Man hatte ausnahmsweise mal recht. Ich wusste nur nicht, wo ich suchen muss. Grab es aus!? Mit einem bösen Funkeln in den leeren Augenhöhlen drehte er sich zu ihr um.



Lyn wagte gar nicht, ihm zu widersprechen und kniete sich hin. Zu ihrem Glück war das Ei nicht tief eingegraben und so hielt sie es nach wenigen Minuten in den Händen und überreichte es Skeletor. Dieser hielt es triumphierend in die Höhe. Sieh meine neueste Waffe, Evil- Lyn! Dieser Drache wird mein neuer Wegbegleiter auf allen Wegen werden!?



Lyn war verblüfft und das sah Skeletor ihr auch an und so seufzte er einmal und setzte dann zur Erklärung an. ?Dies ist kein normaler Drache, es ist ein Paralysor. Er besitzt heilende Fähigkeiten, sowie zwei Arten von Giften, welche entweder ätzend oder betäubend wirken. Ich werde ihn einem Bannspruch unterziehen, jetzt wo er noch formbar ist. Nur einen ungeborenen Drachen kann man gefügig machen und dieser hier wird mein persönlicher Leibwächter werden. Skeletor kicherte in sich hinein. Gerade als er mit dem Spruch beginnen wollte, kam Beast- man durch das Unterholz und brüllte: ?Skeletor! Skeletor! Tri- Klops hat drei von den Horde- Dingsbums gesehen! Sie sind ganz nah!?



?Soso, die Horde ist nun auch schon hier im Urwald angekommen? Dann sollten wir vorsichtig sein und aufpassen, dass wir nicht entdeckt werden. Am besten machen wir das natürlich, indem wir schreiend durch das Gebüsch rennen, DU IDIOT!.......?



Fortsetzung folgt?
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