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: 01.12.2004
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   Aufbruch nach Eternia - Sturm auf Eternia    Das Geheimnis von Anwat Gar
Aufbruch nach Eternia - Sturm auf Eternia
Das Geheimnis von Anwat Gar
?Garmage, er ist Dein Sohn!?, beschwor Scirocca ihren Mann. ?Wie kannst Du ihn einfach sterben lassen?? Verzweiflung beherrschte ihr Gesicht. Ihr einziger Sohn lag im Sterben und Garmage wollte nichts dagegen unternehmen. ?Wir haben doch die Möglichkeiten, ihn am Leben zu erhalten. Warum sollten wir diese Mittel nicht einsetzen?? Garmage seufzte. ?Scirocca, glaube mir, ich liebe ihn mehr als mein eigenes Leben. Aber wenn die Zeit eines Mannes gekommen ist, dann muss er seinen letzten Pfad nun mal bestreiten. Auch wenn das hart klingen mag.?



Scirocca rann ein Träne über die Wange. Seit sie die Hauptstadt verlassen hatten, wollte Garmage nichts mehr von Technologie und Wissenschaft wissen. Natürlich hatten sie auf der Insel auch Menschen, die sich damit befassten und Garmage ließ sie ganz liberal gewähren, jedoch nutzte er sie nicht für sich und seinen eigenen Vorteil. Nun hing das Leben seines Sohnes am seidenen Faden. Seine Fähigkeiten, eine Laune der Natur, hatten seinen Körper zerfetzt, denn er konnte sie nicht kontrollieren. Nun lag er im Sterben und Garmage erschien seiner Frau so kalt, dass sie am liebsten mit den Fäusten auf ihn einprügeln wollte.



?Scirocca, lass uns dieses Gespräch nicht zu einer Grundsatzdiskussion werden. Du hast gesehen, zu was die Technologie imstande ist, als die Hauptstadt ausgelöscht wurde.? Scirocca war fassungslos, dass er wieder das Thema auf Nycaleon lenkte. ?Sind wir jetzt wieder bei der Mutantenproblematik angekommen??, fauchte sie ihn an. ?Ist es das, was Du in unserem Sohn siehst? Eine Laune der Natur, die nicht hätte passieren dürfen? Soll er vielleicht sterben, weil er nicht so ist wie Du, sondern wie?. Ich??



Jetzt war es Garmage, der entsetzt war. Er bedachte seine Frau mit einem traurigen Blick und ging dann nach draussen. Anwat Gar hatte sich in den letzten Jahren prächtig entwickelt. Gemeinsam hatte man einige der prunkvollsten Bauten errichtet, die man sich vorstellen konnte. Und hier auf der Insel lebte man auch weit abgeschieden von allem, was noch an die Schreckensherrschaft Nycaleons erinnerte. Aber es gab einen Teil der Insel, den Garmage mied. Er hatte mit ansehen müssen, wie die Technologie seines Volkes missbraucht wurde, zweckentfremdet und schließlich zum Völkermord eingesetzt wurde. Trotzdem war er so liberal, seinen Leuten auch weiterhin den Umgang mit der Technik zu erlauben.



Garmage atmete einmal tief durch. Dann ging er an der neuen Bibliothek vorbei zu den Laboratorien. Vor dem Eingang zögerte er jedoch noch einen Moment. Dann fasste er sich ein Herz und ging hinein. Als die Wissenschaftler sahen, wer dort zur Tür herein kam, fuhren einige erst zusammen, manche stoppten ihre Arbeit und starrten mit offenem Mund. Dann sammelte sich eine Frau und ging auf ihn zu. ?Legat Garmage, willkommen bei uns.? Sie reichte ihm die Hand, welche er zögernd entgegen nahm. Er kannte Barba Nycroft schon sehr lange und obwohl sie inzwischen eine enge Vertraute von Scirocca geworden war, traute er ihr nicht über den Weg. Schließlich war es ihr Mann, der maßgeblich am Bau der Waffe beteiligt gewesen war.



Galen Nycroft war verschwunden und alle vermuteten, dass er beim Untergang der Hauptstadt ums Leben gekommen war. Garmage sah Barba in die Augen. Die Frau mochte um die fünfzig sein, eine für ihr Alter bemerkenswert attraktive Frau. Doch sie wollte nicht so recht in die Gemeinschaft passen, war sie doch eine der wenigen Personen ohne blaue Hautfarbe. ?Zeig mir, was Ihr entwickelt habt!? Barba nickte nur kurz, dann führte sie ihn in einen Nachbarraum und begann mit der Erklärung. ?Wir arbeiten seit unserer Ankunft an bionischen Implantaten, ähnlich wie bei den Fightern.? Schnell merkte sie, dass dies wohl nicht der geschickteste Vergleich war, um Garmage von der Sache zu überzeugen. ?Die Implantate können Körperfunktionen stärken, sie unterstützen oder sogar Organe und deren Funktionen ersetzen. Der Vorteil dabei ist, dass sie sich wie eigene Organe anfühlen.



Barba bemerkte den skeptischen Blick, mit dem ihr der Legat begegnete. Dann schob sie einen ihrer Handschuhe zurück und entblößte ihre rechte Hand. ?Sieh Dir meine Hand an. Ich habe bei meiner Arbeit zwei Finger verloren und durch die Implantate ersetzt. Man sieht kaum einen Unterschied, da sie sich nahtlos in das Gewebe einfügen.? Garmage betrachtete die Hand lange und eindringlich, sagte dabei immer noch kein Wort. ?Wir können Deinen Sohn retten, Garmage, aber es gibt drei Probleme.?



Nun sah er ihr wieder ins Gesicht: ?Die da wären??. Barba entgegnete ihm: ?Nun, zuerst einmal müsstest Du Dein Einverständnis geben. Dann musst Du wissen, dass diese Technologie auf den Forschungsergebnissen meines Mannes beruht und ich kenne Deine Einstellung zu seiner Arbeit. Aber ich bitte Dich, mich nicht nach ihm zu beurteilen. Aber das größte Problem liegt darin??, sie schwieg einen Moment. Dann fuhr sie fort: ?Sykes Gehirn wurde geschädigt. Wir können nicht garantieren, dass er überleben wird. Und wenn er überlebt, dann können wir nicht versprechen, dass er jemals wieder der wird, der er war??



Garmage ließ ihre Hand los und sah zu Boden. Nichts von dem, was Barba ihm gesagt hatte, konnte ihn umstimmen. Für ihn war Syke bereits tot, ohne irgendeine Hoffnung. Die Fähigkeit Sciroccas, den Wind zu beherrschen, hatte sich auf ihren Sohn vererbt. Nur mit der Ausnahme, dass sie bei ihm um einiges stärker war und er sie nicht kontrollieren konnte. Barba sah die Zweifel in Garmages Gesicht. ?Ich muss Dir noch etwas zeigen. Da gibt es jemanden, mit dem Du sprechen solltest??



Die beiden schritten durch eine weitere Tür. Im abgedunkelten Raum stand ein Bett, in dem jemand lag. ?Wir schonen seine Augen.?, erklärte Barba. Garmage schritt an das Bett und sah in das Gesicht seines Sohnes. Der junge Mann war am ganzen Körper verbunden und atmete schwer. Seine Augen waren geschlossen. ?Schläft er?? fragte sein Vater vorsichtig. Da schlug Syke die Augen auf. ?Vater?? Doch sein Blick war wirr und ging hin und her. ?Es tut so weh. Warum passiert das mit mir? Vater? Bitte! Es soll aufhören!?. Garmage stand nur da und vermochte nicht zu antworten. Nach einem Moment des Zögerns griff er nach der Hand von Syke und drehte sich zu Barba um. ?Tut es!?



Gegenwart



Man- At- Arms schritt durch ein großes Portal und sah genau auf die Zitadelle von Anwat- Gar. Schon einmal war er hier gewesen. Damals hatten He- Man und er versucht, Skeletor davon abzuhalten, die Steine des Legaten zu stehlen. Doch sie hatten nicht gemerkt, dass die Visionen, die die Sorceress erhalten hatte nur eine List Skeletors waren. Am Ende hatte He- Man die Steine zerstört und Sy- Klone, der Wächter Anwat Gars, hatte sich den Masters angeschlossen. Nun stand er neben dem Waffenmeister und blickte sich um. ?Es hat sich nicht viel getan seit meiner Abreise.?, bemerkte er. ?Aber vielleicht hättest Du nun eventuell die Güte, mir zu erklären, was wir hier machen??



Duncan musterte den Cyborg eindringlich. Wenn das, was die Sorceress ihm in Grayskull erzählt hatte, wahr war, dann konnte er Sy- Klone nicht zu 100 Prozent vertrauen. Andererseits hatte er keine andere Wahl, als sich in die Abhängigkeit des Mannes zu geben, der schon seit ewigen Zeiten der Hüter dieser Insel war. ?Die Sorceress von Grayskull schwebt in großer Gefahr. Ein alter Kriegsherr namens Hordak hat ein Portal nach Eternia geschaffen und strebt nun danach, die Macht über den Planeten an sich zu reißen. Einst war sie gezwungen, an seiner Erschaffung teil zu haben und deshalb hat sie auch heute noch eine Verbindung zu ihm. Sie fürchtet, dass er alle Geheimnisse Grayskulls erfahren könnte und benötigt nun etwas, das sie vor ihm abschirmt.?



Sy- Klone ließ seinen Blick über die Ruinen von Anwat Gar schweifen. ?Die Steine des Legaten?? ? Man- At- Arms nickte. Sy- Klone schwieg für einen Moment. ?He- Man hat sie damals zerstört, das weißt Du. Mir ist nicht bekannt, ob es noch weitere gibt. Allerdings? eines muss ich hinzufügen?? Er drehte sich zu Duncan um und tippte sich mit einem Finger an die Schläfe. ?Mein Gedächtnis ist nicht das Beste. Ich weiß zum Beispiel von meiner Aufgabe, die Insel und die Steine zu schützen. Andererseits weiß ich nichts von meiner Herkunft, wer ich bin oder wer ich war??



Duncan war erleichtert über die Offenheit Sy- Klones. Wenn das stimmte, dann hatte er sich ganz umsonst Sorgen gemacht. Andererseits kamen nun neue Sorgen auf, denn wenn nicht Sy- Klone von anderen Steinen wusste, wer dann? ?Die Sorceress ist sich sicher, dass es noch mehr Steine gibt. Wir sollten hier auf Anwat Gar zumindest Anhaltspunkte darauf finden, wo wir suchen müssen. Vielleicht hast Du ja eine Idee, wo wir anfangen könnten??. Sy- Klone dachte einen Moment nach. ?Da hast Du vielleicht recht. Es gibt einen Teil der Insel, den ich nie betreten habe. Das war mir bis gerade aber auch nicht wirklich bewusst. Ich glaube, dort gibt es eine Bibliothek.?. Duncans Augen leuchteten voller Zuversicht, als sich die beiden auf den Weg machten.



Die meisten Häuser in diesem Teil der Insel waren zerfallen. Die beiden mussten über Trümmer steigen, vorbei an unzähligen Ruinen. ?Weißt Du, was hier vorgefallen ist??, fragte Duncan seinen Gefährten. Sy- Klone drehte sich nicht um und antwortete nur knapp: ?Ich habe keine Ahnung, aber soweit ich weiß, waren die Gar ein sehr friedliebendes Volk. Ich kann mir nicht vorstellen??, dann blieb er abrupt stehen. ?Ich kenne dieses Haus!? Schon im nächsten Moment war er im halb zerfallenen Eingang verschwunden. Duncan hatte etwas Mühe, ihm zu folgen. Als er ihn erreichte, kniete Sy- Klone vor einigen Scherben auf der Erde. ?Das waren Urnen.?, erklärte er. ?Nicht irgendwelche. Meine Eltern.? Dann hob er eine Hand voll Staub vom Boden auf und ging wieder nach draussen, wo er ihn vom Wind davon tragen ließ. Duncan stand neben ihm und schwieg. Eine ganze Weile standen sie so da, als Sy- Klone schließlich bemerkte, dass das gegenüberliegende Gebäude wie eine Bibliothek aussah.



Es war noch erstaunlich gut erhalten und so gingen die beiden ohne zu zögern hinein, doch schon bald wurde es zu dunkel, um etwas erkennen zu können. ?Man hat wohl die Fenster weg gelassen, um die Bücher zu schützen.?, bemerkte Duncan und zündete eine Fackel an. Vor den beiden tat sich ein Bild des Grauens auf: Man hatte die Knochen unzähliger Leiber übereinander gestapelt, so als wolle man eine bizarre Skulptur des Todes errichten. Sy- Klone schritt etwas näher heran und betrachtete es mit einer ihn selbst erschreckenden Faszination.



?Wir sollten zusehen, dass wir weiter kommen.?, mahnte Man- At- Arms und ging geradewegs auf ein paar Bücherregale zu. Das erste Buch, welches er herausnahm, zerfiel beim Öffnen direkt zu Staub. Sy- Klone fand eine kleine Tafel an einer Wand und berührte sie. Da erschien auf einmal ein Hologramm einer weißhaarigen jungen Frau mit blauer Haut und spitzen Ohren mitten zwischen ihnen. ?Willkommen Ihr Wissensdurstigen. Ich bin das Stadtarchiv. Wie kann ich Euch behilflich sein??



Duncan war verblüfft. Doch schnell sammelte er sich wieder. ?Erzähle uns von den Steinen des Legaten.? Die junge Frau flackerte einen Moment lang. ?Steine des Legaten oder fälschlich: Steine des Legats. Es befinden sich 63721 Einträge zu diesem Thema im Archiv. Wie wünscht Ihr fortzufahren?? Man- At- Arms seufzte, ?Wie sind die Optionen?? Wieder flackerte das Bild. ?Chronologisch, ältester Eintrag zuerst, chronologisch, neuester Eintrag zuerst, nach Häufigkeit des Zugriffs, Autor, Querverweise, Priorität, Zusammenhang im Kontext??



?Das wird wohl eine Weile dauern. Stadtarchiv, gib mir bitte eine Zusammenfassung zum Thema in chronologischer Reihenfolge mit Querverweis zum Begriff ?verschollen-, ältester Beitrag zuerst.?



In diesem Moment wurde er von Sy- Klone unterbrochen. ?Duncan, das hier solltest Du Dir unbedingt ansehen!?. Der Waffenmeister fuhr herum und starrte auf den Boden zu Sy- Klones Füßen. Dort befanden sich zwei weitere Skelette. Aber diesmal handelte es sich um die Skelette zweier Andreniden, bis an die Zähne bewaffnet?



Fortsetzung folgt?
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