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: 01.12.2004
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   Aufbruch nach Eternia - Sturm auf Eternia    Eindringlinge
Aufbruch nach Eternia - Sturm auf Eternia
Eindringlinge
Hordak schritt über den Marktplatz. Das gesamte Dorf war versammelt und in den Gesichtern der Bevölkerung las man Furcht und Abscheu. Am Horizont konnte man die Schicksalstürme erkennen und dies war das erste Mal, dass sich der Anführer der Horde selbst aus ihrem Schutz herauswagte. Inzwischen hatte er genug Truppen aus Despondos hergeholt und war bereit, die ersten Eroberungen zu starten. Aus einer der Hütten drangen ununterbrochen Schmerzensschreie, doch kaum jemand zuckte mehr zusammen, denn seit der Ankunft der Horde war dies schon zum Normalfall geworden.

Seit Tagen hatte Hordak an den Bauern Experimente durchführen lassen ? Mantenna hatte in Despondos viele Studien betrieben und Geräte entwickelt, jedoch mangelte es in der Schreckensdimension an geeigneten Versuchspersonen. Nun hatte Mantenna in Modulok einen Kollegen gefunden und die Erkenntnisse der beiden ließen sich wunderbar kombinieren. Während Modulok in seiner Zeit als Galen Nycroft eher auf bionische Implantate spezialisiert war, konzentrierte sich Mantenna eher auf die Manipulation des Geistes. Er hatte ein Gerät entwickelt, dass es ihm ermöglichte, den freien Willen eines Menschen zu unterdrücken.

Vor ein paar Tagen hatte er dann einen jungen Bauern ausgesucht, einen gutaussehenden Hünen, den die Mädchen im Dorf anhimmelten, stolz und trotzig zugleich. Doch dieser Stolz war nun gebrochen, sein Aussehen dahin, denn Hordak hatte befohlen, ihm den Willen zu rauben und seinen Körper mit Implantaten zu versehen. Nun war der Führer der Horde gekommen, um sich sein neuestes ?Meisterwerk? anzusehen.

Niemand im Dorf hatte Hordak bislang zu Gesicht bekommen. Und doch erschraken sie bei seinem Anblick, jeder wusste sofort, wen er da vor sich hatte. Denn Hordaks Antlitz selbst zierte jedes einzelne Horde- Emblem, von jeder Rüstung starrte seine Fratze die Gegner der Horde an. Hordak blieb stehen, musterte die schweigsame Menge eindringlich. Durch halb geschlossene Augen blitzte es boshaft. Er genoss die Furcht und den Respekt vor seiner Person. Einen Moment lang war alles still, doch dann kam plötzlich Mantenna aus einer der Hütten gestürmt. Viel zu schnell rannte er über den Platz und fast hätten sich seine vier Beine ineinander verheddert. ?Hordak! Hordak!?, rief er mit viel zu hoher Stimme, doch als er sich einen bösen Blick seines Anführers einhandelte, stoppte er seinen Lauf abrupt und zögerte einen Moment lang. Hordak hasste es, zum Gespött der Leute gemacht zu werden und Mantenna wusste wie so oft nicht, was er jetzt tun sollte. Doch dann fasste er sich ein Herz und schritt auf Hordak zu, teilte ihm mit, dass er eine Nachricht für ihn habe.

Hordak senkte seinen Kopf ein wenig und ließ sich von Mantenna die Neuigkeiten berichten. Seine Augen öffneten sich ein wenig und ein zufriedenes Grinsen schlich über sein Gesicht. ?Bauern dieses Dorfes!?, begann nun Mantenna mit verstellt tiefer Stimme zu sprechen. Er hoffte, dadurch respektvoller zu klingen, was allerdings eher einen komischen Nebeneffekt erzeugte. ?Vor Euch seht Ihr Hordak, Euren neuen Herrscher. Von nun an werdet Ihr nur noch ihm Tribut zollen. Die Höhe Eurer abzugebenden Steuern wird Euch in Kürze mitgeteilt.?

Ein Raunen ging durch die Menge. Viele der Bauern waren recht arm und die Aussicht auf offensichtlich zu hohe Steuern würde ihre Existenz bedrohen. Unter König Randor ging es ihnen verhältnismäßig gut, denn er hatte Steuern für die Reichen eingeführt, um den Armen zu helfen. Doch dass Hordak Ähnliches im Sinn haben könnte, daran mochte niemand glauben. Aus der Hütte, aus welcher Mantenna eben noch gestürmt kam, drang nun lautes Motorengeheul. Hordak drehte sich erwartungsvoll um und auch die Dorfbewohner blickten gebannt auf das unscheinbare Gebäude.

Im nächsten Moment kam etwas herausgeschossen, dass wie eine Mischung aus Mensch und Fahrzeug aussah, fuhr einmal um den ganzen Platz und machte dann direkt neben Hordak und Mantenna halt. Dann richtete sich die Gestalt in einer kleinen Staubwolke auf und blickte mit leerem Starren in die Menge. Mantenna hustete etwas, dann verkündete er: ?Seht hier Dragstor, das neueste Mitglied der Horde.? Wie zur Bestätigung lies Dragstor seinen Motor aufheulen. Seine Erscheinung war recht bizarr. In seiner Bauchhöhle klaffte ein großes Loch, aus dem ein großer Reifen hervortrat. Auf seinem Rücken befand sich ein Raketenrucksack und sein Körper funkelte, als seien ganze Partien davon mit Chrom überzogen worden. ?sei mal etwas Still!?, befahl Mantenna und erntete einen weiteren bösen Blick, diesmal vom ungestümen Maschinenmenschen. Doch er gehorchte und so konnte Mantenna weitersprechen. ?Dorfbewohner, seid Euch der Konsequenzen Eures Handelns bewusst. Dieser Mann war vor kurzem noch einer von Euch, aber er hat sich gegen die Horde aufgelehnt. Nun ist er ein Teil von uns. Verrat an Hordak wird schwer bestraft werden. Überlegt Euch gut, was Ihr tut!?

?Mantenna, halt die Klappe!?, fuhr ihn Hordak an. ?Ihr habt es gehört! Dient der Horde und ich verschone Euch, lehnt Euch auf und Ihr werdet vernichtet werden!?. Da schritt ein junger Mann aus der Menge nach vorn und zeigte auf Dragstor. ?Dieser Mann war mein Freund. Was hast Du aus ihm gemacht??, warf er Hordak vor. ?Wir werden uns Dir niemals unterwerfen. He- Man wird kommen und uns befreien!? Hordak machte einen Handbewegung und fegte den jungen Mann damit in den Staub. ?Ich weiß zwar nicht, wer oder was dieser He- Man ist? aber sollte er hier auftauchen, dann werde ich ihn genauso vernichten, wie ich Dich vernichte! Dragstor, ergreif ihn!?

Sofort heulte die Maschine in Dragstors Körper wieder auf und er schoss auf seinen ehemaligen Freund zu. Er packte ihn am Bein und zerrte den schreienden Mann quer über den Marktplatz in die Hütte, aus der er selbst eben erst gekommen war. ?Sein Schicksal ist besiegelt!?, erhob Hordak wieder die Stimme. ?Nehmt Euch an ihm ein Beispiel und Ihr werdet ihm folgen!?. Dann drehte er sich um und wäre fast mit Shadow Weaver zusammen gestoßen. ?Was ist?? fauchte er.

?Leech hat sich soeben gemeldet, Hordak. Es könnte sein, dass er den Kristall gefunden hat, mit dem wir die Schicksalstürme betreiben können.? Hordaks Miene hellte sich sofort auf. ?Wo steckt Leech?? ?Nun-?, entgegnete die alte Hexe, ?er befindet sich am Auge von Sarkaine. Jedoch hat er zwei Energiesignaturen aufgefangen- eine Schwache aus Andreenos und eine sehr starke aus Avion.? Hordak überlegte einen kurzen Moment lang. ?Sammelt alle verfügbaren Truppen und schickt sie zu ihm. Morgen früh greifen wir beide Städte an!?

Königspalast

Königin Marlena ging durch die verwaisten Gänge des Palastes. Man hatte alle Soldaten auf die umliegenden Dörfer verteilen lassen, um sie beim sicherlich bevorstehenden Angriff besser verteidigen zu können. Sie war sehr beunruhigt, denn nachdem Teela, Orko und Duncan verschwunden waren, machte sie sich nun große Sorgen um ihren Sohn. War er doch sonst eher unbeteiligt, so schien er nun rastlos und sorgenvoll, was so gar nicht seine Art zu sein schien. Zwischendurch hatte sie immer wieder nach ihrem Mann gefragt, doch König Randor saß seit Tagen mit Abgesandten vieler Völker im Konferenzsaal, um die Bedrohung durch Hordaks Horde zu erörtern und neue, mächtige Bündnisse zu schaffen.

Völlig verzweifelt und ohne wirkliche Aufgabe war sie hin- und hergerissen. Dass Adam offenbar nach Schloss Grayskull aufbrechen wollte, passte ihr so ganz und gar nicht. Zu schrecklich war ihre Erinnerung an diesen Ort, den sie seit 16 Jahren nicht mehr betreten hatte. Und niemand wusste von ihrer schweren Bürde, die sie zu tragen hatte. Niemand, außer einer Person. Marlena ging hinaus auf den Hof. Wie friedlich doch alles schien. Nichts im Schlossgarten wies auf eine bevorstehende Invasion hin. Ein paar Schmetterlinge tummelten sich und die Sonne stand hoch am Horizont. Rings um den Garten standen riesige Statuen, die dem Rat der Weisen nachempfunden waren und nun wohltuenden Schatten spendeten.

Seit sechzehn Jahren trug die Herrscherin von Eternia nun schon ihr Geheimnis mit sich herum und so manches Mal drohte sie daran zu zerbrechen. Doch immer wieder zeigte sie Stärke, um ihrem Mann zur Seite stehen zu können. Jedoch gab sie sich oft selbst die Schuld daran, dass Adam so ein Tagträumer geworden war. Der Junge interessierte sich in keinster Weise für Regierungsgeschäfte und die königlichen Pflichten. Aber sie hatte ihn als Kind auch sehr verhätschelt und konnte ihm keinen Wunsch abschlagen. Selbst als er eines Tages einen räudigen grünen Kater mit nach Hause brachte, konnte sie ihm nicht verwehren, diesen zu behalten. Damals wäre der Junge fast gestorben, doch ein kleiner Zauberer namens Orko hatte ihn gerettet, wodurch dieser einer der engsten Vertrauten des Königs wurde.

Gedankenversunken bog Marlena um eine Ecke und wäre fast in einen Horde Trooper gelaufen. Inzwischen hatten sich einige hundert der Roboter um den Palast postiert und standen dort seit Tagen regungslos, fast als hätten ihre Batterien aufgegeben. Marlena stieß einen wenig königlichen Fluch aus und machte dann einen großen Bogen um die Metallsoldaten. Sie steuerte auf Man- At- Arms? Werkstatt zu, um zu sehen, ob er inzwischen wieder eingetroffen war. Man hatte zwei Wachen vor der Tür postiert, um seine Gerätschaften vor den neugierigen Blicken der Horde zu schützen.

Marlena musste sich ablenken, sich beschäftigen. Zum ersten Mal fühlte sie sich nutzlos und überflüssig. Doch als sie näher kam, bemerkte sie, dass etwas nicht stimmte. Die beiden Wachen lagen bewusstlos am Boden und die Tür zur Werkstatt stand sperrangelweit offen. Vorsichtig glitt die Königin hinein, darauf bedacht, kein Geräusch von sich zu geben. Es dauerte einen kleinen Moment, bis sie sich an die veränderten Lichtverhältnisse gewöhnt hatte. Doch dann sah sie alles klar. Sie versteckte sich hinter einem großen Gerät und das Erste, was sie vernahm, war ein beißender Geruch, der ihr gleich Tränen in die Augen trieb. Als sie diese fortgewischt hatte, bemerkte sie einige Gestalten in der Mitte des Raumes.

?Stinkor!?, ächzte Beast- Man, ?Kannst Du Dich nicht zurückhalten??. Die über und über mit Fell überzogene Kreatur hielt sich die gerümpfte Nase mit zwei Fingern zu, was einen abstrakten Anblick bot. ?Das musst Du gerade sagen!?, schimpfte nun Evil- Lyn. ?Du riechst doch selber wie direkt aus dem Kuhstall!?. Die Magierin hielt sich einen Zipfel ihres Umhangs vor das Gesicht, jedoch schien er nur wenig Schutz zu bieten, denn sie verzog eine Miene, als würde sie gleich erbrechen. ?Seid doch mal still! Nachher entdecken sie uns noch zu früh! Aber sehr interessant, was Man- At- Arms hier für?Auuu!?, schrie Tri- Klops. Er hatte nicht damit gerechnet, dass Duncan überall Sicherungen eingebaut hatte, um Missbrauch vorzubeugen. Einige der Monsterkämpfer um ihn herum lachten.

Marlena traute ihren Augen kaum. In der Werkstatt des Waffenmeisters tummelten sich Skeletors Krieger: Whiplash, Clawful, Mer- Man, alle waren da! Seit geraumer Zeit waren sie schon wie vom Erdboden verschluckt und nun standen sie hier, direkt in einem Gebäude des Königpalastes. ?Wir sind nicht hier, um rumzualbern!?, fuhr auf einmal eine energische Stimme durch den Raum. ?Wir sind hier, um mit König Randor zu sprechen!?. Dann sah Marlena ihn: Skeletor in voller Lebensgröße. Um seine Schultern wand sich ein kleiner Drache und er sah böser aus, als sie ihn sich jemals vorgestellt hatte. In diesem Moment geschah das Unglück: Marlena stieß eine kleine Schraube von einem Tisch. Klirrend fiel das Metallstück zu Boden. Alle drehten sich zu ihr um. ?Da schau her, die Königin!...?, grinste Skeletor?


Fortsetzung folgt?
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