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Aufbruch nach Eternia - Helden und Dämonen
in der Falle
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| Aufbruch nach Eternia - Helden und Dämonen in der Falle |
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Doch die Dämonen wachsen riesengroß.
Ihr Schläfenhorn zerreißt den Himmel rot. Erdbeben donnert durch der Städte Schoß Um ihren Huf, den Feuer überloht. (Georg Heym) Langsam kam sie wieder zu sich. Nicht nur ihr Schädel fühlte sich so an, als würde er gleich bersten, auch ihr rechtes Bein verursachte ihr ziemliche Pein. Doch während ihrer Ausbildung hatte sie gelernt, den Schmerz zu unterdrücken und so biss sie auch dieses Mal die Zähne zusammen. Langsam tastete sie sich mit den Händen vor, da sich ihre Augen noch nicht an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Auf ihrem Bein lag ein schwerer Felsblock und obwohl sie nicht schwach war, gelang es ihr kaum, ihn auch nur einen Millimeter zu bewegen. An Ihrer Hüfte trug sie einen Utensilienbeutel und versuchte nun, an diesen heranzukommen, doch auch dieser wurde eingeklemmt und so hatte sie etwas Mühe, ihn zu erreichen. So blieb ihr nichts weiter übrig, als an dem Gurt zu zerren und mit etwas Mühe hatte sie ihn bald hervorgezogen. Von oben rieselte ihr etwas Sand ins Haar und sie konnte von draussen einen leichten Lichtschimmer erkennen, jedoch nicht stark genug, um mehr als schemenhafte Silhouetten erkennen zu können. Aus dem zerschlissenen Beutel zog sie eine Notlampe und drehte am Gehäuse. Das Licht, das sie erzeugte, reichte allerdings kaum aus, um auch nur fünf Meter im Radius auszuleuchten. Dennoch konnte sie erkennen, dass sie sich in einer großen Höhle befand. Dann sah sie Blut, das langsam auf ihrer Hand verkrustete und tastete ihren Oberkörper ab. Ein leises Stöhnen entwich ihr, als sie die Wunde auf ihrem eingeklemmten Bein berührte. Sie wusste, was sie zu tun hatte und zog eine kleine Ampulle aus dem Beutel. Glücklicherweise war diese nicht zerbrochen und hatte sowohl den Kampf als auch den tiefen Sturz überlebt. Sie zögerte nicht lange und drehte den Verschluss auf. Dann biss sie die Zähne zusammen und goss sich mit etwas Schwung den Inhalt auf die Wunde. Ein spitzer Schrei entwich ihr, als der Alkohol die Wunde desinfizierte und hallte von den Wänden wieder. Ein paar Fledermäuse und anderes Getier wurden aufgeschreckt und flogen wild durcheinander. Dann kehrte wieder Stille ein. Sie gönnte sich nur einen kurzen Verschnaufer, dann nahm sie wieder die Lampe in die Hand und fing an, die nähere Umgebung zu beleuchten, auf der Suche nach etwas, das sie als Hebel benutzen könnte, um ihr verletztes Bein unter dem Felsen hervorzustemmen. Im nächsten Moment hielt sie den Atem an, denn sie sah einen Stiefel, nur ein paar Meter entfernt. In dem Stiefel steckte immer noch der Fuß des Mannes, mit dem sie kurz zuvor gekämpft hatte. Eigentlich war er noch nicht einmal ein Mann, sondern eher ein Junge, dachte sie bei sich, kaum kampferprobt und doch hatte er sich heftig zur Wehr gesetzt. Sie war sogar etwas beeindruckt von seinem energischen Willen. Dennoch gehörte er zu den Feinden, die ihrem Vater unrecht getan hatten und er musste eliminiert werden. ?Hat sich wohl erledigt??, dachte sie bei sich, als sich der Körper des jungen Mannes nicht bewegte. Entmutigt stellte sie die Lampe wieder ab. Die junge Frau schaffte es, sich aufzusetzen, aber sie konnte nichts finden, was ihr helfen würde, sich aus dieser misslichen Lage zu befreien, als etwas unerwartet neben ihr aufblitzte. Sie bückte sich und hob ein Schwert auf, das Schwert, mit dem der Junge eben noch gegen sie gekämpft hatte. Eine seltsame Energie durchströmte ihren Arm. Da hörte sie plötzlich ein Geräusch? Wie das Summen eines Insektes hörte es sich an, jedoch viel lauter, fast so, als würde sich eine zwei Meter große Stechmücke um sie herum bewegen. Immer wieder und wieder umkreiste sie das Surren und Zischen, schien zu sondieren, ob es sich bei ihr um eine Gefahr oder um eine mögliche Mahlzeit handelte. ?Wer ist da??, fragte sie mutig, ohne sich ihre tatsächliche Angst anmerken zu lassen. Für einen Moment kehrte Stille ein, dann folgte die Antwort. ?Wer will dazzz wizzzzzen??, zischte es furchteinflößend. ?Ich habe zuerst gefragt!?, antwortete die mutige junge Frau. ?Nun, ezzzz bringt Dir eh nichtzzzz, meinen Namen zzzzzzu kennen, aber wenn Du darauf bestehzzzzt: Man nennt mich Mozzzzquitor und Deine Lebenzzzzenergie wird mich vortrefflich laben, Menschengeschöpf!? Im nächsten Moment spürte sie, wie sich ein riesiger Stachel in ihre linke Schulter bohrte. Nun half es nichts mehr, den Schmerz zu unterdrücken, sie schrie ihn hinaus, ließ das Schwert fallen und versuchte, mit beiden Händen nach dem Saugrüssel des Insekts zu greifen. Doch Mosquitor packte ihre Hände und verdrehte ihr die Arme, sodass beide Schultern fast ausgekugelt wurden, wodurch sich ihre Qualen nur noch intensivierten. Schon spürte sie den Schmerz im Bein nicht mehr, er kam ihr fast nichtig vor angesichts der Pein, die ihr das Insekt zufügte. Dann riss es ihre linke Hand hinter ihren Rücken und mit der anderen Klaue ihren Kopf zurück, sodass sie seiner Fratze direkt ins Antlitz schauen musste. Im blauen Schimmer der Lampe sah sie eine rote Maske mit Insektenaugen dahinter. Dann fing er an zu saugen? Langsam füllte sich sein transparenter Brustkorb mit roter Flüssigkeit, einem Gemisch aus ihrem Blut und ihrer Lebensenergie. Sein ganzer Körper schien mehr der eines Insekts, als der eines Menschen zu sein, dennoch hatte er eine menschliche Statur, was ihn noch abstoßender wirken ließ. Langsam schwanden ihr die Sinne und sie nahm ihre Umgebung nur noch verschwommen wahr. Doch plötzlich wurde der Stachel mit einem Ruck aus der Schulter gezogen und sie schrie erneut auf. ?Lass sie gefälligst in Ruhe!?, hörte sie eine Stimme. Dann sah sie eine Hand, in der sich ein Stein befand auf das Gesicht des Insektenwesens zurasen und schon im nächsten Moment wurde das Biest getroffen und sank in sich zusammen. ?Glaubst Du, Du kannst aufstehen??, fragte der Junge. Sie schüttelte etwas benommen den Kopf. ?Mein Bein ist eingeklemmt.? Er sah sich das Übel an und versuchte, an dem Felsen zu rücken, aber auch mit vereinten Kräften gelang es ihnen nicht, das Gestein zu bewegen. Vollkommen entkräftet ließ er sich neben sie sinken, um einen Moment auszuruhen, immer mit einem sicheren Blick auf das bewusstlose Insekt. ?Ich habe versucht, Dich umzubringen.?, begann sie. ?Das stimmt. Aber das ist jetzt nicht wichtig.?, entgegnete er. Plötzlich sahen die beiden ein Licht auf sich zukommen, das von mehreren Fackeln zu kommen schien. ?Entweder das sind Caligarier, Speleaner oder unser Freund hier hat Familie??, bemerkte er. Doch sie hatte keine Ahnung, was ein Caligarier oder ein Spe?-wie hatte er es genannt?- sein sollte? ?Du solltest mich zurücklassen und Dich in Sicherheit bringen.?, bemerkte sie. Doch davon wollte er nichts hören. ?Kommt gar nicht in Frage. Ich werde Dich beschützen. Und wenn es das Letzte ist, was ich tue.? Dann nahm er einen Stein in die Hand. Einen Moment lang hielten sie inne, starrten gebannt auf das näherkommende Licht. Sie atmete tief durch. Langsam wurde sie wieder etwas klarer. ?Warum tust Du das für mich??, fragte sie. ?Weil er Dein Bruder ist, Adora!? In diesem Moment tauchte das Gesicht von Königin Marlena im Lichtschein auf. Hinter Ihr kamen einige Masters und Speleaner in den Lichtschein, die sich nun verblüfft gegenseitig ansahen.
16 Jahre zuvor Es war die schlimmste Krise, die Eternia in der jüngeren Geschichte zu bestehen hatte. Zwar war die Truppe um Keldor in die dunkle Hemisphäre von Eternia verbannt und Man- at- Arms hatte mit Hilfe der Sorceress die mystische Mauer errichtet, doch nach dem Verschwinden des Rates der Weisen blieb ein fader Nachgeschmack zurück. Randor hatte die ihm übertragene Aufgabe als König von Eternia übernommen, allerdings nicht, weil er wollte, sondern aus Pflichtgefühl heraus, da ihm dies der Rat der Weisen noch vor seinem Verschwinden aufgetragen hatte. Randor war mehr Soldat als Politiker. Dennoch schöpfte das Volk von Eternia neue Hoffnung, als er gekrönt wurde. Und schon bald wurden die beiden Zwillinge geboren und ganz Eternia feierte ein Volksfest. Randor fügte sich entgegen seiner eigenen Erwartung perfekt in seine Rolle als Herrscher ein und über Eternia brach eine Zeit der Ruhe und Stille herein, die nach den ständigen Attacken Keldors niemand mehr für möglich gehalten hatte. Doch dann geschah das Unfassbare: Jemand entführte Adora aus dem Schlafgemach der Zwillinge. Ohne Vorankündigung wurde die gerade erst wenige Wochen alte Prinzessin aus ihrer Wiege geraubt. Niemand hatte eine Ahnung, wer das Kind gestohlen hatte und aus welchem Grund. Die Türen waren verschlossen gewesen und man hatte niemanden in das Gemach hineingehen oder herauskommen sehen. Verzweifelt versuchten Randors Männer die kleine Prinzessin zu finden, doch vergebens. Und der neugekrönte König drohte am Verlust seiner Tochter zu zerbrechen. Nur wenige Tage nach dem verschwinden ihrer eigenen Tochter suchte die Königin die Gemächer des Waffenmeisters auf, welcher ebenfalls ein kleines Kind aufzog. Sie erhoffte sich Trost darin, ihm bei der Pflege seiner Adoptivtochter mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. ?Duncan, wäre es nicht möglich, dass..?, begann sie ihren Satz. Doch der Waffenmeister unterbrach sie, da er ahnte, in welche Richtung dieses Gespräch laufen sollte. ?Eure Majestät, bei allem Respekt. Aber Ihr könnt Eure Tochter nicht einfach durch ein anderes Kind ersetzen. Abgesehen davon gab ich seiner Mutter ein Versprechen, das nicht gebrochen werden darf.? Man- At- Arms sah der Königin in die Augen. Ihr Gesicht wirkte gefasst, aber die Augen konnten die Trauer der jungen Königin nicht verbergen. ?Es gibt da jemanden, der Euch sprechen möchte?, erklärte der Waffenmeister. ?Jedoch müsst Ihr Euch zu Ihr begeben, da sie an ihren Ort gebunden ist und ihn zu verlassen die schlimmsten Konsequenzen haben würde. Die Sorceress von Schloss Grayskull bat mich, Euch diese Botschaft zu überreichen.? Marlena nahm das Schriftstück und las es langsam und bedächtig. Eure Majestät, zu schwer wiegt die Schuld, die auf meinen Schultern lastet. Dennoch kann und muss ich an das Wohl des Planeten denken, der mehr denn je in größter Gefahr schwebt. Ich bitte Euch, mich auf Schloss Grayskull in den Immergrünen Wäldern zu treffen. Eine Freundin. Marlena faltete das Stück Pergament. Dann verabschiedete sie sich von ihrem Vertrauten und ging hinab in die Ställe, um sich ein Pferd satteln zu lassen. Es dämmerte bereits, als sie an dem alten Gemäuer ankam, hinter dem die Sonne zu sinken begann. Schützend hielt sie sich eine Hand über die Augen und musterte die Ruine von oben bis unten. An einem Fenster sah sie einen Lichtschein und meinte, eine Gestalt erkennen zu können, die sich dort bewegte. Ob dies die ominöse Zauberin von Grayskull war? Marlena zögerte nicht lange und band ihr Pferd an. Die Zugbrücke des alten Gemäuers stand offen. Das Tor war wie der Schlund eines riesigen Totenschädels geformt. Dennoch ging sie entschlossen voran. Kaum eingetreten, wurde sie von einer Stimme in Empfang genommen. ?Willkommen, Eure Majestät, bitte folgt mir.? Sie konnte nichts außer einem hellen Lichtschein erkennen, der sich eine Treppe hinauf wand. Also folgte sie dem Schein. Oben angekommen stand sie in einem riesigen Thronsaal, in dessen Mitte eine lange Treppe zu einem goldenen Thron hinauf führte. In diesem Moment trat die Sorceress aus dem Schatten. ?Eure Majestät, es ist Eile geboten. Die Nacht bricht herein und nur heute Nacht sind die Konstellationen für einen solch gewaltigen Zauber günstig.? Die Königin fühlte sich überrumpelt. ?Was? Wovon redet Ihr?? Die Sorceress bewegte einmal die Hand und ein flirrendes Bild erschien mitten in der Luft. In seiner Mitte konnte man noch einmal den Kampf Randors gegen Keldor sehen. Gebannt starrte die Königin darauf, bis zu der Szene, als sich Keldor selbst das Gesicht verätzte. ?Er hat überlebt?, fuhr die Sorceress fort. ?Und nicht nur dass. Er wird mächtiger denn je werden und es wird niemanden geben, der ihn aufhalten kann. Es ist nun an König Randor, das Land zu führen und die Völker zu vereinen. Eines Tages wird ein Held erscheinen, doch er kann nicht allein bestehen. Und sollte Randor seinen Lebensmut verlieren, so wird Eternia untergehen.? Marlena wurde nicht wirklich deutlich, worum es hier ging. ?Eure Majestät, Euer Gemahl muss vergessen, was geschehen ist. Vergessen, dass es seine Tochter gibt. Und nur heute Nacht bietet sich mir die Möglichkeit, dass ganz Eternia vergessen wird, was geschehen ist. Ganz Eternia? außer uns zwei.? ?Wozu braucht Ihr mich dafür, Sorceress??, fragte die Königin bestürzt. ?lasst es mich Euch erklären: Eure Tochter wurde entführt und lebt nun in einer anderen Zeit, unwiederbringlich verloren. Es gibt keine Möglichkeit, sie zurückzubringen. Keine Möglichkeit, dass sie ihre Bestimmung erfüllen wird. Umso wichtiger ist es, dass ihr Euch um Euren Sohn kümmert.? Marlena rann eine Träne die Wange herab. Gerade wurde ihr schmerzlich bewusst, wie sehr sie Adam in den letzten tagen vernachlässigt hatte. ?Warum heute Nacht??. ?Es sind, wie gesagt, die Konstellationen. Heute Nacht habe ich eine Verbindung zu einem sehr alten Freund, der uns helfen wird. Ich brauche Euch als engste Verwandte, als Mutter. Und um jemanden zu haben, mit dem ich diese Schuld teilen kann. Ansonsten kann Randor nicht gegen seinen Bruder bestehen.? Marlena riss die Augen auf: ?Seinen??? ?Seinen Bruder. Keldor.?, entgegnete die Sorceress. Fortsetzung folgt? |
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