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Fan-Fictions    Das Geheimnis des schwarzen Spiegels    Gefahr im Vollzug
Das Geheimnis des schwarzen Spiegels
Gefahr im Vollzug
In der Radar-Zentrale von Snake Mountain herrschte pure Aufregung, denn man hatte etwas aufgespürt, das ganz Eternia verwüsten und alles Leben darauf vernichten könnte. Tri-Klops sprach hastig in ein Mikrofon: ?Skeletor, hörst du mich? Bei allen Geistern und Dämonen, antworte doch!? Der Radar-Mann war sichtlich nervös und auch Evil-Lyn verfolgte ängstlich und angespannt das Geschehen auf dem Monitor.

Beide bemerkten nicht, dass sich der Herr des Bösen hinter ihnen materialisierte. ?Ich will dir zuliebe hoffen, das es was Wichtiges ist, Tri-Klops.?, sagte er plötzlich. Der Kundschafter des Bösen drehte sich zu Skeletor um. Er stand von seinen Platz auf und ging zu dem Monitor, an dem Evil-Lyn saß. ?Bitte sieh es dir selber an, Herr!?, sagte er und zeigte auf den Bildschirm. Skeletor betrachtete den Monitor. Er sah jedoch nur zwei Widgets, die irgendetwas hinter sich herzogen was nicht auf dem Schirm zu sehen war.

?Du elendiger Tölpel!?, schrie Skeletor Tri-Klops an, ?Du wagst es, wegen ein paar alberner Zwerge, meine Zeit zu verschwenden?? ?Nein Skeletor, deswegen würden wir dich bestimmt nicht rufen.?, antwortete Evil-Lyn und griff nach einem Joystick, der fest montiert auf dem Tisch war. Das Bild auf dem Monitor veränderte sich und zeigte nun einen großen Leiterwagen. Darauf war ein großes, ovales Objekt zu sehen. Es sah aus, wie ein riesiger Spiegel mit schwarzem Glas und einem Rahmen aus Holz. Oben war ein faustgroßer und grauer Totenkopf eingearbeitet. Die Strahlen der Sonne reflektierten sich darin und ließen ihn in einer schauerlichen Art und Weise glänzen.

Skeletor sah dieses Objekt und jetzt fuhr auch dem Knochengesicht buchstäblich ein Schreck durch die Glieder. Der Herr des Bösen war eigentlich nicht bekannt dafür, Angst zu haben. Doch nun war auch ihm das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Mit zitteriger Stimme sagte er: ?Diese Narren. Das ist ja der schwarze Spiegel. Wie sind die verfluchten Narren an diesen Spiegel gekommen?? Ängstlich blickte der Herr des Bösen Tri-Klops und Evil-Lyn an. Diese fühlten sich nicht wohler in ihrer Haut als ihr Chef.

?Skeletor, ich dachte du hättest den Spiegel damals zusammen mit He-Man zerstört. Wie kommt es, dass er auf einmal wieder da ist??, fragte Evil-Lyn vorwurfsvoll. ?Der Spiegel war verschwunden als wir die ganzen anderen Gerätschaften beseitigt hatten. Ja ich weiß, ich hätte vielleicht etwas gründlicher sein sollen.?, räumte Skeletor flunkernd ein.

?Was machen wir denn jetzt, Skeletor??, fragte Tri-Klops nach einer Weile. ?Ganz einfach, wir zerstören das Ding eben jetzt, und zwar mit einem Bombenangriff.?, erwiderte der Herr der Finsternis, ?Die Widgets werden dabei draufgehen, aber das ist mir egal.?. Skeletor setzte sich an das Funkgerät, um mit Beastman Kontakt aufzunehmen. Doch sein Knecht antwortete zunächst nicht auf seine Rufe. ?Beastman zum Teufel noch mal, melde dich.?, sprach er immer ungeduldiger ins Mikrofon. Dann endlich antwortete der Knecht Skeletors: ?Hier Beastman. Was gibt es, Herr?? ?Beastman, ist die Reparatur des Doom Busters abgeschlossen?? ?Ja Herr. Ich bin gerade fertig geworden.? ?Sofort mit vier Neutronenbomben bewaffnen und startklar machen. Evil-Lyn kommt gleich runter.?

?Was soll das heißen, Evil-Lyn kommt gleich runter??, fragte die Hexe verdutzt. ?Das heißt, dass du diese Mission fliegen wirst, liebste Evil-Lyn. Du bist nämlich diejenige, die in letzter Zeit am meisten über Langeweile geklagt hat.?, sagte Skeletor mit einem Augenzwinkern, ?Tri-Klops, du bleibst hier. Du wirst Evil-Lyns Flug überwachen und den Spiegel im Auge behalten.? Der Radarmann nickte bestätigend.

?Oh, vielen Dank Skeletor.?, antwortete Evil-Lyn mit einer gewissen Ironie. Ihr war gar nicht wohl dabei, dass ausgerechnet sie losgeschickt wurde. Bei einer Aktivierung des Spiegels wäre sie mit das erste Opfer. Sie hatte Angst, versuchte das aber nicht zu zeigen. Wenigstens ginge es mit den Neuronenbomben schnell und sicher. Deswegen mischte sich unter dieser Angst auch etwas Zuversicht.

?Ähm, ich würde gerne die Gelegenheit nutzen, um auch etwas Privates zu erledigen. Das heißt, dass ich einige Tage weg sein werde.?, sagte sie. ?Meinetwegen.?, bestätigte Skeletor, ?Aber zerstöre zuerst den Spiegel, sonst gibt es demnächst nichts mehr auf diesem Planeten, was du erledigen kannst.?

Der Knochenmann schickte Evil-Lyn nun zum Hangar hinaus. Kurz bevor sie den Raum verließ, packte sie Skeletor an der Schulter und hielt sie zurück. ?Evil-Lyn! Komm bloß nicht auf die Idee, mit dem Spiegel irgendwelche Dummheiten anzustellen.?, sagte Skeletor ernst, ?Wenn meine Magie das Ding nicht kontrollieren kann, dann kannst du es erst recht nicht. Aber nur um ganz sicher zu gehen, wird dich Beastman begleiten.? ?Ja, aber natürlich, Skeletor. Ganz wie du es willst.?, erwiderte Evil-Lyn mit einem leichten Lächeln.

***


Die Hexe betrat den großen Hangar von Snake Mountain, wo Beastman und Spiktor gerade die letzten Vorbereitungen am Doom Buster abschlossen.

Der Doom Buster war ein von Tri-Klops entwickelter Langstreckenbomber, mit dem es nicht nur möglich war strategische Ziele in großer Entfernung anzugreifen. Nein, er konnte auch für Transport- und Aufklärungsmissionen genutzt werden. Dank der eingebauten Flugautomatik (der Doom Buster hatte als einzigstes Flugzeug Skeletors eine solche Automatik) konnte jeder Monsterkämpfer den Buster fliegen. Skeletor hatte nur fünf Maschinen dieser Art, da die Herstellung große Mengen von Eternium-Karbonat benötigte.

?So, wir können sofort starten, Evil-Lyn. Der Doom Buster ist aufgetankt und einsatzbereit.?, sagte Beastman, nachdem er eine letzte Klappe an dem großen Langstreckenbomber montiert hatte. Er betätigte einen Schalter an der Seite des Bombers, der eine Tür öffnete. Dann stiegen Evil-Lyn und Beastman ein. ?Viel Glück euch beiden. Ich öffne das Hangartor, damit ihr rausfliegen könnt.?, sagte Spiktor. Der stachelige Kämpfer Skeletors ging zu einem Bedienpult und betätigte einige Knöpfe. Daraufhin öffnete sich ein riesiges Tor nach draußen. Die Motoren des Flugzeuges heulten auf, und langsam erhob sich der Doom Buster. Der Bomber flog immer schneller auf das offene Tor zu, durchquerte es und stieg immer höher in den Himmel hinauf, bis er schließlich von Snake Mountain aus nicht mehr zu sehen war.

***


Zur selben Zeit in der Radar-Zentrale von Snake Mountain. Tri-Klops war allein in diesem Raum, denn Skeletor hatte sich wieder zurückgezogen. Er saß an einen Radarschirm, auf dem der Doom Buster als blinkender grüner Punkt zu sehen war. Auch ein stetig rot leuchtender Punkt war auf diesem Schirm zu sehen. Dieser Punkt stellte den schwarzen Spiegel dar, den die Widgets immer noch hinter sich herzogen. Der grüne und der rote Punkt kamen sich immer näher, bis der rote Punkt nach einiger Zeit vom Bildschirm verschwand. Als Tri-Klops dies bemerkte, setzte er sich sofort zu den Funkgeräten, um mit Evil-Lyn Kontakt aufzunehmen.

***


An Bord des Doom Busters empfing man den Funkspruch von Tri-Klops. Evil-Lyn, die auf dem Copiloten-Sitz saß und Beastman das Fliegen überließ, antwortete. ?Tri-Klops, wir hören dich klar und deutlich. Was gibt es?? ?Evil-Lyn, der schwarze Spiegel ist von meinen Radarschirm verschwunden. Auch meine Drohnen können ihn nicht mehr entdecken.? ?Hier auf dem Radar des Doom Busters ist er noch zu sehen. Wir können ab hier übernehmen.? ?In Ordnung, Evil-Lyn. Dann mach ich mal für heute Feierabend. Viel Glück da draußen, Tri-Klops Ende.?

Der Doom Buster flog weiter seinem Ziel entgegen. Evil-Lyn beobachtete den schwarzen Spiegel auf dem Radar, der sich ebenfalls als roter Punkt darstellte. Sie behielt die Entfernungsangabe im Auge, die immer kleiner wurde. Ab und zu befahl sie ihrem Kameraden kleine Kurskorrekturen, weil die Zwerge den Spiegel immer noch hinter sich herzogen und dabei ständig ihre Position veränderten. Sie und Beastman unterhielten sich während dieser Zeit über die magische Quelle, zu der die Hexe nach dieser Mission hin wollte. Auch der immergrüne Wald, wo Beastman nach einigen seiner Kreaturen sehen wollte, war Thema des Gesprächs.

?Noch 5 Minuten bis zum Ziel. Geh auf Angriffsgeschwindigkeit, Beastman. Ich begebe mich nach hinten, und mache die Bomben scharf.?, sagte Evil-Lyn nach einer gewissen Zeit. Sie erhob sich von ihrem Copiloten-Sitz und ging zu den Neutronenbomben. Sie waren etwa zwei Meter lang, zylindrisch und hatten einen Durchmesser von einem halben Meter. Jeweils an der Steuerbord- und Backbordseite des Busters waren zwei Bomben in einer großen Halterung befestigt. Darunter befand sich eine Klappe zu Auswurf der Bomben. Jede Bombe hatte an ihrer Seite ein Bedienfeld mit einem Ziffernblock und einen großen roten Schalter.

Evil-Lyn gab in jedes Bedienfeld eine zehnstellige Zahlenkombination ein, bevor sie den roten Schalter betätigte. Dadurch machte sie die Bomben scharf. Gerade als sie sich dem letzen Sprengkörper zuwandte, geriet der Doom Buster in eine schwere Turbolenz. Das Flugzeug wurde immens durchgeschüttelt, und Evil-Lyn wurde buchstäblich umgerissen.

?Beastman! Willst du, dass wir hier in die Luft fliegen? Halt die Maschine ruhig!?, rief die Hexe zornig. ?Sorry, Evil-Lyn. Ich bin versehendlich an den falschen Knopf geraten. Aber jetzt habe ich wieder alles unter Kontrolle ?, antwortete Beastman. ?Das will ich auch schwer hoffen.?, sagte Evil-Lyn eher zu sich selbst als zu Beastman. Sie rappelte sich auf und ging zur letzten Bombe, um sie scharf zu machen. Mit Entsetzen stellte sie dabei fest, dass der Ruckler von vorhin eine der Bomben aus der Halterung gerissen hat. Der Sprengkörper lag halb auf dem Boden. An ihr hatte sich ein Riss gebildet, und zwar in unmittelbarer Nähe des Ziffernblocks. Aus diesem Riss zischte es und weißer Dampf trat heraus. Evil-Lyn wusste sofort, dass der Zündmechanismus dieser Bombe beschädigt worden war und das Flugzeug nun jederzeit explodieren wird.

?So ein Mist.?, rief die Hexe, ?Beastman, wir müssen hier sofort raus. Betätige den Schleudersitz, hier fliegt gleich alles in die Luft.? Der rothaarige Monsterkämpfer vernahm die Anweisung der Hexe und suchte nach dem richtigen Knopf, um sich aus der Maschine zu schleudern. Evil-Lyn schnallte sich geschwind einen Fallschirm um, schnappte sich ihre Kristallkugel und betätigte einen Hebel an der Wand. Damit öffnete sie eine Tür nach draußen. Sie blicke zu Beastman und sah, dass der Knecht Skeletors noch immer auf dem Pilotensitz war, und hastig irgendwelche Knöpfe drückte. ?Beastman! Betätige den Schleudersitz, sonst wirst du gleich tausend Stücke gerissen.?, sagte Evil-Lyn noch einmal und sprang dann durch die Tür aus dem Flugzeug. Sie zog sofort die Reißleine.

An ihrem Fallschirm hängend beobachtete sie, wie der Doom Buster mit hoher Geschwindigkeit von ihr wegflog. Dann gab es eine unheimliche Explosion. Der Bomber verwandelte sich in einen riesigen Feuerball, der schließlich auf der Erde zerschellte. ?Beastman, oh nein. Er hat es nicht geschafft.?, sagte Evil-Lyn zu sich selbst. Sie schwebte langsam zur Erde hin. Als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte, schnallte sie sich ihren Fallschirm ab. Traurig und mit gesenktem Kopf begab sie sich zur Absturzstelle. Der Doom Buster hatte sich zu einem Drittel in die Erde gebohrt und brannte lichterloh. Entsetzt beobachtete sie das Feuer, das den Bomber nach und nach aufzehrte. Tränen bildeten sich in ihren Augen und liefen an ihren Wangen herunter. Sie machte sich unheimliche Vorwürfe, obwohl der Tod Beastmans nur ein Unfall gewesen ist. Vor allem musste sie sich überlegen, wie sie Skeletor den Verlust einer seiner treusten und besten Kämpfer erklären könnte.

Doch zunächst musste sie unbedingt diesen Spiegel zerstören, sonst wäre Beastman nur der Erste in einer unendlich langen Liste von Toten. Also versuchte sie sich zusammenzureißen, wische ihre Tränen aus dem Gesicht und begab sich nach Norden.

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