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Das Geheimnis des schwarzen Spiegels
Im Auge des Spiegels
Der Doom Buster wurde komplett zerstört und mit ihnen alle vier Neutronenbomben, die sich an Bord befanden. Brennend zersetzte er sich an der Absturzstelle in seine Bestandteile. Evil-Lyn hatte sich schon längst entfernt, um zu Fuß nach dem Spiegel zu suchen.

Vom Schlangenberg aus konnte sie keine Unterstützung erwarten. Erstens weil Skeletor von jemanden wie ihr erwartet, die Aufgabe mit Hilfe eines voll bewaffneten Langstreckenbombers souverän zu lösen. Und zweitens weil sie sich nach dieser Mission für mehrere Tage abgemeldet hatte. Sie war nun völlig allein, und die Zeit arbeitete gegen sie, da sie nicht wusste wann und durch was der Spiegel aktiviert werden könnte. Nur an ihr hing es jetzt noch ab, ob der vielleicht schönste Planet der Galaxie noch eine Zukunft hätte.

Sie ging nach Norden, dort hatte sie den Spiegel zuletzt auf dem Schirm an Bord des Bombers gesehen, und da sich zwei Widgets mit einem großen Leiterwagen nicht sehr schnell fortbewegen konnten, würde sie diese in Kürze einholen. Nach einer kurzen Wegstrecke entdeckte sie Fahrspuren, die sich in die weiche Erde eingearbeitet hatten. Diese konnten nur von dem Leiterwagen stammen, also entschloss sich die Hexe diesen Spuren zu folgen.

Die Spuren führten Evil-Lyn nach einer Weile in ein mittelgroßes Waldstück. An dessen anderen Ende entdeckte sie den Leiterwagen, der am Fuße eines Berges stand. Sie ging zu dem Leiterwagen hin, doch weder der Spiegel, noch die zwei Widgets waren zu sehen.

Sie stieg auf den Leiterwagen, um ihn zu untersuchen. Da entdeckte sie Schleifspuren im Holz, die noch ganz frisch waren. Der Spiegel konnte also noch nicht vor allzu langer Zeit von diesem Wagen geschafft worden sein. Aber wo war er? Die Hexe konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass die zwei Zwerge den Spiegel ohne Leiterwagen weitertragen würden.

Sie stieg wieder herab, und ging um das Gefährt herum. Nach kurzer Zeit entdeckte sie Fußspuren, die vom Wagen wegführten und abrupt vor einer zwei Meter langen, aber nur 40cm breiten Öffnung im Berg aufhörten. Ob die Zwerge wohl den Spiegel durch diese Öffnung geschafft haben? Diese These erschien Evil-Lyn wenig glaubhaft, trotzdem musste sie es annehmen. Keinerlei Spuren führten zurück in den Wald, und mit dem Spiegel über den Berg klettern? Nein, das wäre noch viel unwahrscheinlicher.

Unmöglich wäre es für die Widgets sicherlich nicht. Sie waren bekannt dafür, selbst durch kleinste Schlupflöcher zu gehen. Also versuchte die Herrscherin des Schattenreiches sich durch die schmale Öffnung zu zwängen, um in den Berg zu gelangen. Obwohl sie einen zierlichen Körperbau hatte, fiel ihr das nicht leicht. Doch sie konnte hin durchschlüpfen und fand sich am Anfang eines vier Meter breiten und gewölbeartigen Ganges wieder. Wasser tropfte von der Decke und überall lagen kristallartige Steine herum, die den Raum mit Licht füllten. Decke und Wände waren mit komisch aussehendem Gestein ausgekleidet und der Boden war weich und lehmartig. Mit jedem Meter, mit dem sie in die Höhle vordrang, wurde der Gang immer breiter.


Evil-Lyn ging den Gang weiter entlang, der sich in zahlreichen Kurven schlängelte. Auf einmal stellten sich ihr die zwei Zwerge in den Weg. Einer von ihnen trug einen überlangen Speer, der andere war unbewaffnet. Sie waren ganz schön überrascht, als sie Evil-Lyn sahen. Mit ihrer Anwesenheit hatten sie nicht gerechnet. "Oh nein, Evil-Lyn! Die böse Hexe ist hier." rief der unbewaffnete entsetzt. Der andere streckte ihr seinen Speer entgegen und sagte: "Falls du wegen dem Spiegel hier bist. Du wirst ihn nicht bekommen. Keinen Schritt weiter!"

Evil-Lyn lachte spöttisch: "Hahaha! Ihr glaubt doch wohl nicht im Ernst, dass ihr zwei Witzfiguren mich aufhalten könnt." Sie richtete ihre Kristallkugel gegen die Zwerge. Ein magischer Blitz schoss hervor, und schlug genau zwischen den beiden Widgets ein. Die zwei Zwerge sprangen jeweils an eine Seite, doch im nächsten Moment stellten sie sich dem Kampf.

Der unbewaffnete Zwerg griff zuerst an. Er nahm Anlauf und wollte Evil-Lyn anspringen, um sie umzustoßen. Doch die Hexe konnte rechtzeitig seinen Arm packen, und ihn unter Ausnutzung seines eigenen Schwungs nach hinten wegschleudern. Der Widget knallte gegen eine Wand und fiel zu Boden.

Der Widget mit dem Speer griff an, und wollte Evil-Lyn quasi aufspießen. Doch die Hexe wehrte die Attacken souverän mit der Kristallkugel ab. Beide lieferten sich einen Zweikampf. Der Zwerg kämpfte verbissen, doch Evil-Lyn setzte sich mit ihrer viel höheren Kampferfahrung und Stärke durch. Schon nach kurzer Zeit schlug sie ihrem Gegner den Speer aus den Händen und verpasste ihn mit dem Kugelglas einen Kinnhaken, der ihn zu Boden beförderte.

Im nächsten Moment sprang ihr der andere in den Nacken und klammerte sich wie eine Klette auf Evil-Lyns Rücken fest. Er versuchte die Kristallkugel zu erreichen, die Evil-Lyn in den Händen hielt. Die Hexe versuchte wiederum hinter sich zu greifen, und den Zwerg zu packen. Doch der Widget konnte geschickt auf dem Rücken hin und her rutschen, so dass Evil-Lyn ihn nicht fassen konnte. Schließlich lief Evil-Lyn rückwärts und drückte den Zwerg zwischen sich und eine Wand. Schreiend und nach Luft schnappend ließ er von Evil-Lyn ab.

Der Zwerg, der zuvor mit dem Speer mit Evil-Lyn gekämpft hatte, rappelte sich auf und wollte seine Waffe erreichen, die in eine Ecke geflogen war. Die Hexe feuerte einen magischen Blitz aus der Kristallkugel auf ihn, und setzte ihn damit endgültig außer Gefecht.

Jetzt war der Weg weiter in das Innere der Höhle frei. Zufrieden wollte die Hexe weitergehen, als sich plötzlich der andere Zwerg an Evil-Lyns linkes Bein warf und sie zu Fall brachte. Die Hexe rollte sich auf den Rücken und versetzte dem Widget mit ihrem freien Bein einen kräftigen Tritt, der ihn zum Loslassen zwang und ihn zwei Meter wegschleuderte. Jetzt war auch dieser Zwerg kampfunfähig.

Erleichtert stand Evil-Lyn auf. Die zwei Zwerge hatten tapfer gekämpft. Trotzdem konnten sie ihr, trotz ihrer geschwächten Magie, so gut wie nichts entgegensetzen. Erst hatte sie noch ihre Bedenken, doch jetzt war sich die Hexe sicher, dass der Spiegel nur in dieser Höhle sein konnte. Warum würden sich sonst die Zwerge in dieser Höhle aufhalten und sie mit aller Macht stoppen wollen.

Evil-Lyn ging weiter den Höhlengang entlang. Der lehmartige Boden wurde schon bald steinig und die Hexe schien immer tiefer in den Berg hinabzugehen. Metergroße Steine und Geröll pflasterten Evil-Lyns Weg. Die Kristalle, die der Höhle das Licht spendeten, waren zunehmen ein einer roten Farbe vorhanden, so dass auch das Licht immer mehr rot schien. Der Höhlengang weitete sich immer mehr. Er war teilweise schon bis zu zwölf Meter breit.


Schließlich sah Evil-Lyn den schwarzen Spiegel an einer Wand angelehnt. Zu ihrer Erleichterung schien dieser noch deaktiviert zu sein. Sie sah sich nach etwas um, womit sie den ca. zwei Meter großen Spiegel unschädlich machen könnte. Ein direkter Blitz aus der Kristallkugel könnte ihn aktivieren und somit das Unheil über Eternia hereinbringen. Soviel war ihr klar. Da sah sie einen Felsbrocken, der groß genug schien, um damit den Spiegel zerstören zu können. Sie wollte ihn mit ihrer Magie anheben und ihn gegen den Spiegel schleudern, um ihn somit zu zerstören. Die Hexe richtete ihre Kugel gegen das Ziel. Ein Blitz schoss hervor, und hob sehr langsam den übergroßen Stein an. Dieser Prozedur fiel ihr viel schwerer als sonst. Aber selbst mit ihrer geschwächten Magie sollte es ihr gelingen, den Felsbrocken zu werfen.

Plötzlich kam einer der zwei Widgets an, und warf sich Evil-Lyn genau in die Kniekehlen. Vollkommen überrascht von dieser Attacke krümmte sich die Hexe und fiel fast zu Boden. Der Zauber wurde unterbrochen und der Stein fiel mit einem mächtigen Rums wieder zu Boden. Dieser Angriff machte Evil-Lyn wütend. Sie richtete die Kristallkugel gegen den Widget, und versuchte ihn zu treffen. Doch der kleine Zwerg konnte geschickt den Blitzen ausweichen. Ohne es eigentlich zu wollen, begab er sich zwischen den Spiegel und Evil-Lyn. Die Hexe beschoss den Widget mit weiteren Blitzen.

Dann geschah das, was eigentlich hätte vermieden werden sollen. Ein Blitz traf versehentlich das Glas des Spiegels. Der Blitz wurde vom Spiegel vollständig absorbiert. Der Spiegel begann zu vibrieren und heulte laut auf, so ab ob ein riesiger Lüfter anspringen würde. An den Rändern der Glasoberfläche bildeten sich dicke gelbe Punkte, die immer schneller zu einem Punkt in der Mitte des Glases schossen. Aus dieser Mitte schoss plötzlich ein weißer Blitz, und erfasste Evil-Lyns Kristallkugel.

Das alles ging so schnell, dass die Hexe überhaupt nicht reagieren konnte. Der weiße Blitz zog die Kristallkugel zum Spiegel hin. Evil-Lyn versuchte ihre magische Waffe an sich zu halten, indem sie sie mit beiden Händen festhielt.

Inzwischen traf der andere Zwerg am Ort des Geschehens ein. Er hatte sich vom magischen Blitz erholt und kletterte gemeinsam mit seinem Freund an Evil-Lyn hoch, um ihr die Kristallkugel abzunehmen. ?Du bist ja wahnsinnig, Evil-Lyn. Lass sofort los!", rief er. ?Ich, ich kann nicht!", antwortete Evil-Lyn und es war wirklich so. Ihre Hände hafteten an der Kristallkugel, als ob sie mit Sekundenkleber angeklebt wären. Sie wollte loslassen, aber sie konnte nicht. Langsam aber sicher schob es sie mit den Widgets zum Spiegel hin.

?Verdammt noch mal, helft mir doch! Es zieht mich zum Spiegel.", schrie Evil-Lyn in Todesangst. Die Widgets versuchten verzweifelt die Hexe vom Spiegel zurückzuhalten, doch es gelang ihnen nicht.

Schlussendlich passierte das, was passieren musste. Der Boden zog sich buchstäblich unter den Dreien weg, und sie flogen mit einer unheimlichen Beschleunigung auf den Spiegel zu. Evil-Lyn knallte mit voller Wucht gegen das Spiegelglas und wurde bewusstlos.

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