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: 01.12.2004
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Aufbruch nach Eternia - Helden und Dämonen
Vendetta
?Hordak, das Kind war heute beim Unterricht wieder sehr rebellisch?, schnarrte Shadow Weaver. ?Vielleicht sollten wir doch einmal Mantennas Experiment an ihr durchführen. Das würde es uns wesentlich leichter machen, ihren Willen zu brechen.? Sie blickte Hordak einen Moment lang an, da dieser über den Vorschlag nachzudenken schien. ?Du verstehst es nicht, Shadow Weaver. Es geht nicht darum, ihren Willen zu brechen oder das es leicht ist. Und vor allem ist sie kein Experiment. Du vergisst, wer sie ist. Das Wappen an ihrem Bett war eindeutig das von King Grayskull und egal aus welcher Zeit oder von welchem Ort Adora stammen mag- sie ist aus seinem Geschlecht. Und genau das werde ich mir zunutze machen. Du gehst die Sache von einer ganz falschen Seite an. Wir müssen nicht ihre Loyalität zu ihrer Familie zerstören, denn sie hat ja eh keine Ahnung, wer sie ist. Wir müssen uns ganz im Gegenteil ihre Loyalität sichern.?



Shadow Weaver schwante nichts Gutes, als sie die Worte Hordaks vernahm. Schon immer plante er seine Schachzüge weit voraus. Doch seine Überlegenheit gereichte ihm auch zum Hochmut und so hatte er einst beinahe den gesamten Planeten zerstört, als er einen Separationszauber ausgesprochen hatte. Diesem Unglück verdankte Eternia seither seine dunkle Hemisphäre. Schließlich wurde die gesamte Horde nach Despondos verbannt, als Hordak siegessicher gegen King Grayskull angetreten war. Zwar hatte dieser gegen den mächtigen Magier sein Leben gelassen, doch hatte sein Opfer ungeahnte Konsequenzen für die wilde Horde.



?Gleich morgen werde ich beginnen, mich persönlich um ihre Erziehung zu kümmern. Sie soll denken, dass ich ihr Vater bin, werde sie umsorgen und wie mein eigen Fleisch und Blut aufziehen. Sie soll von der Schmach, die mir Grayskull zugefügt hat, überzeugt sein und nichts, rein gar nichts wird meiner Rache dann noch im Weg stehen, wenn ich sie erst mal zu meinem Instrument gemacht habe.? Shadow Weaver gefiel die Entschlossenheit, die Hordak an den Tag legte, doch genauso sehr schreckte sie davor zurück, mit welcher Kälte und Gefühllosigkeit er seine Horde anführte. Auf einmal kam Mantenna hereingestürmt und fiel fast über die eigenen Beine. ?Hordak, ich habe endlich einen Weg gefunden?? abrupt brach er seinen Redeschwall ab und geriet derart ins Straucheln, dass er fast doch noch gestürzt wäre. Er wusste, wie sehr Hordak es hasste, unterbrochen zu werden und erst jetzt wurde ihm bewusst, dass dieser sich gerade im Gespräch mit der Hexe Shadow Weaver befand.



?Was ist denn schon wieder??, raunzte Hordak. Mantenna blickte sich vorsichtig um und verstand dies dann als Aufforderung zu sprechen. ?Wir haben einen Weg gefunden, Kontakt mit Eternia aufzunehmen. Allerdings gibt es noch ein klitzekleines Problem??, fuhr Mantenna fort. Der Insektoide bot ein bizarres Bild. Er bewegte sich auf vier dürren Beinen fort und besaß einen viel zu großen Kopf mit einem Schlund voller spitzer Zähne, großer Ohren und Augen, die aus ihren Höhlen hervortreten konnten. ?Was ist denn nun schon wieder??, fauchte nun Shadow Weaver, was Mantennas Selbstvertrauen auch nicht gerade stärken konnte.



?Nun ja, die Sache ist die? es ist eine Art Zwei- Wege- Kommunikation. Das heißt, wir können im weitesten Sinne senden, aber es muss auch jemand bereit stehen, um zu empfangen. Aber dann sollten wir auf jeden Fall einen Weg finden können, um von hier zu entkommen.? Hordak empfand diese Aussage als nicht sonderlich befriedigend. Dennoch war es ein Lichtblick. Er hatte keine Ahnung, dass sein ?Empfänger?, die Sorceress von Grayskull noch nicht einmal geboren war. Seit ihrer Zeit in Preternia hatte sich eine Verbindung zwischen den Beiden aufgebaut und so würde sie eines Tages einen sehr hohen Preis dafür bezahlen, dass sie einst He- man gerettet hatte.



Im Schlangenturm



Sie hatte die Stimmen draussen gehört und war sofort hinter einem Felsen in Deckung gegangen. Der gesamte Turm war aus einem Felsen gehauen und in seinem Inneren sah er aus wie ein Gewirr aus Höhlen. Adora hatte kaum Zeit gehabt, sich die mystischen Bauten, die sie als Schicksalstürme kennengelernt hatte, näher anzusehen, da Hordak sie, kaum dass sie auf Eternia angekommen war, bereits mit ihren Truppen losgeschickt hatte. Doch plötzlich waren alle Trooper stehen geblieben und die Kommunikation innerhalb der Horde war abgebrochen. Also hatte sie sich auf den Weg zurück gemacht und überall nur vernichtete oder stehen gebliebene Trooper der Horde ausmachen können. War Hordak etwa besiegt? Schreckliche Gedanken schossen ihr durch den Kopf. Schon immer hatte man sie darauf geprägt, die Ziele der Horde und ihres Vaters Hordak zu verfolgen und es gab nur einen wichtiges Ziel: Die Vernichtung Grayskulls und seines Geschlechts.



Der König Eternias hatte sich Hordak einst in den Weg gestellt und ihn nach Despondos verbannt und dafür sollte sein Geschlecht nun büssen. Keiner aus seiner Blutlinie hatte das Recht zu überleben und Adoras erklärtes Ziel war es, seine Nachkommen aufzuspüren und zur Strecke zu bringen. Unterdessen war ein Junge in den Turm eingedrungen und sie beobachtete ihn schon seit einigen Minuten. Er musste sich noch an die Lichtverhältnisse gewöhnen. Draussen stand ein älterer Mann in Rüstung und rief etwas herein. ?Kannst Du schon etwas sehen??, fragte Man- At- Arms. Adam drang etwas tiefer in die Höhle ein. ?Nein. Leider noch nicht. Hast Du nicht etwas, womit ich hier Licht machen könnte?? Adam ging wieder ein paar Schritte hinaus und fing an, nach geeignetem Material für eine Fackel zu suchen.



Adora hielt den Atem an. In diesem Moment hatte für sie Priorität, den Hauptturm zu erreichen, um herauszufinden, was mit der Horde geschehen war. Deshalb wollte sie keine Aufmerksamkeit auf sich lenken. Inzwischen verfluchte sie sich selbst, dass sie geradewegs in den Turm gelaufen war, denn es schien keinen weiteren Ausgang zu geben. Mit zusammengekniffenen Augen beobachtete sie die beiden Gestalten draussen. Der eine war ein älterer Mann in Rüstung, trug einen Schnauzer und wirkte recht athletisch, soweit sie es erkennen konnte. Sie sondierte die Lage, wie es ihr im Kampftraining beigebracht worden war. Der jüngere hatte sehr feine Züge und trug feine Kleidung, wenngleich sie etwas verschmutzt wirkte. Zweifellos stammte er aus einem vornehmen Haus.



Sie lauschte einen Moment lang. Der Ältere wurde vom jungen ?Man-At-Arms? genannt. Sie diskutierten darüber, auf welchem Wege sie am sichersten in den Hauptturm vordringen könnten, ohne dabei gesehen zu werden. ?Tja, zu spät??, murmelte Adora vor sich her. In diesem Moment drehte sich der Junge direkt zu ihr um und sah genau in die Richtung, in der sie sich befand. Sie presste sich dichter an den Felsen und lauschte. Ihr Herz begann zu rasen. Hatte er sie gesehen? Man-At-Arms bemerkte Adams Blick. ?Adam, was ist los??, fragte er den Prinzen von Eternia. Dieser zuckte nur mit den Schultern. ?Ich dachte da wäre etwas, aber ich hab mich wohl geirrt??



Wie ein Blitz durchzuckte es die junge Frau. Hatte er ihn gerade ?Adam? genannt? War dies etwa Prinz Adam, der Sohn von Randor und aus dem Geschlecht derer, die sie so sehr hasste? Adora tastete nach ihrem Blaster und blickte auf die Anzeige. Ausgerechnet jetzt war die Energiezelle entladen. Es würde nur für einen einzigen Schuß reichen und der wahrscheinlich nur betäuben. Dann griff sie nach ihrem Gürtel und zog einen Dolch hervor. Der Schuß sollte für den alten Mann bestimmt sein, während sie den Jüngling im Nahkampf zur Strecke bringen wollte. Noch nie zuvor hatte sie Gelegenheit zum Kampf auf Leben und Tod gehabt. In Despondos gab es ja niemanden, mit dem sie tatsächlich hätte kämpfen können.



?Wir sollten mal sehen, ob wir oben über die Schienen zum Hauptturm gelangen können. Eventuell läuft ja sogar noch die Gondelbahn.?, bemerkte Man-At-Arms. ?Oder ich kann sie reparieren. Irgendwo in diesem Turm sollte es ja nach oben gehen, denke ich mal.? Kaum gesagt, begann er über Felsen und Gestein zu klettern, um den Schlangenturm zu bezwingen. Adam tat es ihm nach, nichts ahnend, dass hinter einem der Felsen seine Schwester lauerte, um ihn umzubringen. Er machte sich eher Gedanken um seinen treuen Kater Cringer, den er im Palast zurückgelassen hatte. Wie es seinem Weggefährten wohl ergangen war? Im Kampfgetümmel war ihm gar nicht aufgefallen, dass Cringer nicht dagewesen war.



Adora atmete tief durch. Die Hand fest am Abzug, die andere Hand am Dolch wartete sie darauf, dass die beiden näher kamen. Der Schuß musste direkt sitzen, denn sonst hätte sie wohl kaum eine Chance, gegen beide anzukämpfen. Ihr Atem wurde ruhiger und langsamer, fast vergingen die Sekunden wie in Zeitlupe. Doch bereits im nächsten Moment war es soweit. Sie wirbelte herum und schoss. Ein heller Blitz flammte auf und dann warf sie auch schon ihren Dolch in die Richtung Adams.



Mit einem dumpfen Ton fiel der Waffenmeister zu Boden. Die betäubende Entladung hatte ihn mit voller Wucht getroffen. Weit aufgerissen starrten seine Augen nach oben, doch er war unfähig, sich auch nur einen Millimeter zu bewegen. Aber der Dolch hatte sein Ziel verfehlt. Adam war geistesgegenwärtig in Deckung gegangen und hatte sich hinter einen Felsen gerettet. Sein Gefühl hatte ihn also doch nicht betrogen und es war tatsächlich jemand im Schlangenturm. Dann sah er sie: eine junge Frau, fast noch ein Mädchen, mit wallendem, blonden Haar. Sie war ein wenig von ihrem eigenen Blaster geblendet worden und sah nun nach, ob sie getroffen hatte.



Adam spürte auf einmal ein seltsames Vibrieren auf seinem Rücken. Das Bündel der Sorceress verströmte eine plötzliche Wärme und das Innere fing langsam an zu zittern. Da sah auch Adora ihren Bruder. Mit einem Wutschrei stürzte sie sich auf ihn. ?Diesmal entkommst Du mir nicht!?, brüllte sie. Adam jedoch wehrte sie mit dem Arm ab und konnte sich gerade noch zur Seite rollen. Wieder kam sie ihm hinterher und fing an, mit den bloßen Fäusten auf ihn einzuschlagen. Doch Adam kam sein Training mit Teela nun zu gute. Er wich aus, schlängelte sich unter ihr hindurch uns versuchte, durch einen Satz nach vorn zu entkommen. In diesem Moment hielt ihn Adora an den Füssen fest und er fiel der Länge nach hin.



Etwa zwei Meter weit weg lag der Dolch. Adam sah ihn zuerst und fing an, sich in seine Richtung zu robben, gerade in dem Moment, als auch Adora ihre Waffe sah. Sie stürzte auf die blitzende Klinge zu, doch im nächsten Moment brach unter ihr der Boden ein. Mit letzter Kraft konnte sie den Sturz abfangen und hielt sich nun mit einer Hand an einem Felsvorsprung fest. Sie hatte keine Ahnung, wie tief es unter ihr in den Abgrund ging.



Adam erschien oben am Rand. ?Gib mir Deine Hand, ich zieh Dich rauf!?, forderte er, doch Adora dachte gar nicht daran. Er rutschte näher an sie heran und streckte seine Hand nach ihr aus. In diesem Moment geschah das Unglück: Auch unter Adam brach der Felsboden ein und beide stürzten in die Tiefe?





Fortsetzung folgt?
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