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: 01.12.2004
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   Aufbruch nach Eternia - Helden und Dämonen    Die Ehre von Grayskull
Aufbruch nach Eternia - Helden und Dämonen
Die Ehre von Grayskull
Die Masters waren nach Castle Grayskull zurückgekehrt. Königin Marlena hatte entschieden, dass dies zunächst einmal der sicherste Ort war. Außerdem befand sich der König noch dort, immer noch schwer verletzt fieberte er auf seinem Krankenbett. Nach seiner Verwundung hatte seine Gemahlin die Führung der Masters übernommen, doch nachdem sie Adam und Adora gefunden hatte, wich sie von ihrem Plan, mit den Masters durch Subternia zu den Schicksalstürmen zu gelangen, ab. Der Überraschungsangriff auf Nycaleon war angesichts der großen Freude, die sie verspürte, in weite Ferne gerückt.



Doch kaum in Grayskull angekommen, hatte das Zusammensein mit ihren Kindern ein jähes Ende. Nicht nur, dass die eingefrorene Kampfszene vor dem Schloss immer noch sehr bedrohlich auf alle wirkte, ständig kamen Meldungen aus ganz Eternia herein, dass Menschen plötzlich ohne ein Wort zu sagen aufgebrochen waren, um zu den Schicksalstürmen zu ziehen. Nycaleons Macht wuchs und je mehr Nachkommen der Sakral er ausfindig machte, desto größer wurde sie, denn er bezog seine Macht aus der Kraft seiner Anhänger. Die Sorceress hatte Adam und Adora in Empfang genommen und tat wieder einmal sehr rätselhaft, was niemanden überraschte.



Adam wunderte sich allerdings, dass er die Sorceress hier antraf, aber er wollte nicht fragen. Das brauchte er auch nicht, denn sie begann zu erklären. ?Zodak ist bereits aufgebrochen. Aber wir haben bereits erfüllt, wozu wir hierher gekommen sind.? Dann wandte sie sich Adora zu. ?Mein Kind, so viele Jahre haben wir auf Dich verzichten müssen. Bereits aus der Wiege wurdest Du von Hordak geraubt und verschwandest in Raum und Zeit. Damals war der ganze Planet bedroht und Dein Vater, König Randor wurde mehr denn je gebraucht. Doch er drohte an Deinem Verschwinden zu zerbrechen. Deshalb schlossen Deine Mutter und ich einen Pakt und haben alle Erinnerungen an Dich aus den Gedanken der Eternier verbannt.?



Adora stiegen beinahe Tränen in die Augen, als sie die Schwere in der Stimme der Hüterin Grayskulls hörte. Die schwere Bürde, die die beiden Frauen auf sich genommen hatten, zu wissen, dass die Tochter irgendwo verloren da draussen war, mochte sie sich gar nicht erst ausmalen. ?Du standest unter dem Bann einer Hexe und Dir wurde klar gemacht, dass das Geschlecht Grayskulls Dein Feind sei?, erklärte die Sorceress weiter. ?Doch Du selbst bist eine Nachfahrin des mächtigen Grayskulls. Hordak hat Dich betrogen, um seine eigenen Ziele zu verfolgen. Aber er hat nicht gewusst, dass Du nicht nur die Prinzessin Eternias bist, sondern auch ein besonderes Schicksal in Dir trägst. Hat Adam Dir das Schwert gegeben??



Adora nickte stumm. Sie war vollkommen überwältigt von den Gefühlen, die in ihr hochkamen. Binnen weniger Stunden hatte sie erfahren, dass ihr gesamtes Leben eine Lüge gewesen war und hatte ihre leiblichen Eltern und ihren Bruder wiedergefunden, den sie kurz zuvor noch umbringen wollte. Die Sorceress fuhr fort: ?Adora, Dein Schicksal ist es, die Prinzessin der Macht zu sein. Nicht nur, dass Dein Bruder das Schwert Grayskulls führt. Wann immer er damit die Macht Eures Urahns beschwört, verwandelt er sich in He- Man, den Anführer der Masters of the Universe. Doch dieses Geheimnis kennen nur sehr wenige, denn wenn es bekannt würde, dann wären wir alle in größter Gefahr, denn es würde He- Man verwundbar machen und angreifbar und das in einer Zeit der größten Sorge.? Adora begriff so langsam die Zusammenhänge und geriet in ein immer größeres Gefühlschaos.



?Adora, Du hältst in Deiner Hand das zweite Schwert Grayskulls, das Schwert der Ehre. Auch Du bist dazu auserkoren, Deinen Vorfahren zu beschwören. Aber anders als He- Mans Schwert hat Deines andere Fähigkeiten. Beide Klingen wurden aus einem einzigen, zerbrochenen Stück Metall geschmiedet, dem Zauberstab von He- Ro, welcher der Vater Grayskulls war. Adora, in Dir schlummert eine Heldin von unvorstellbarer Macht. Ihr Name ist She- Ra. Wann immer Du Dein Schwert in die Luft erhebst und die Ehre Grayskulls erbittest, wirst Du Dich verwandeln. Und die Zeit ist gekommen, da wir She- Ra nötiger haben als je zuvor. Denn nicht nur ist Skeletor hinter das Geheimnis gekommen und hat sich der Macht bedient. Nicht nur hat die Horde Eternia vollkommen überrannt, es ist auch noch eine weitere destruktive Macht am Werk, die uns alle auszulöschen droht.?



Die Sorceress führte Adam und seine wiedergefundene Schwester tief in die unteren Stockwerke von Schloss Grayskull hinab, wo sie Adora alles über ihr Schicksal erzählen wollte. Doch würde die vereinte Macht der Geschwister reichen, um Nycaleon zu stoppen?



Im Hauptturm



Modulok war sichtlich verwirrt. Zuerst hatte die Horde ihn aus seiner Transformationskammer geholt und dann hatte ihm Hordak einen aufsässigen jungen Bauern ins Labor bringen lassen. Wie schon zuvor bei Dragstor sollte er hier kybernetische Implantate entwickeln, um ihn zu einer Kampfmaschine für die Horde umzufunktionieren. Als Modulok noch Galen Nycroft hieß, hatte er für die Sakral solche Implantate entwickelt, zusammen mit seiner Frau Barba. Doch inzwischen waren tausende von Jahren vergangen und er versuchte, keinen Gedanken an seine Frau zu verschwenden. Dennoch war sie allgegenwärtig, denn er hatte sich in eine virtuelle Realität geflüchtet, wo er glücklich mit ihr zusammenlebte. Die Horde war auf Siegeszug gegangen und einzig ein paar Trooper und Mantenna waren im Hauptturm von Anwat Eternis zurückgeblieben. Mantenna versuchte, den Willen des jungen Bauern zu brechen, doch der Bursche war sehr willensstark und wehrte sich mit jeder Faser seines Körpers.



Modulok gab ihm trotzdem nur ein paar Stunden, bis er aufgeben würde und begab sich nach oben. Er wollte noch einmal nachsehen, welche Farbe der Himmel hatte. Die Jahre unter dem violetten Himmel von Despondos hatten ihn wahnsinnig werden lassen und er konnte es gar nicht fassen, wieder auf Eternia zu sein. Auf der Treppe fing er wieder an, die Stufen zu zählen, doch dann grinste er und transformierte seinen Körper ein weiteres Mal. Nun sah er aus wie eine große Schlange mit vielen Beinen und klammerte sich um das Treppengeländer. Vergnügt wand er sich herum und glitt am Geländer nach oben. Oben angekommen überlegte er einen Moment, was er als Nächstes werden könnte und kaum gedacht, sprossen ihm zwei große Flügel aus dem Rücken.



Modulok lachte wie ein kleines Kind und fing an, seine Schwingen zu bewegen. Doch leider hatte er keine Ahnung, wie man fliegt und Flügel zu besitzen war kein Garant dafür, flugtauglich zu sein. Also scheiterte sein erster Flugversuch kläglich und er landete auf beiden Nasen, da er sich gerade zuvor wieder einen zweiten Kopf hatte wachsen lassen. Benommen versuchte er, sich aufzurappeln, als jemand vor ihn schritt. Verdutzt blickte er auf eine weiße Kutte, die vor ihm über den Boden glitt. Der edle Stoff und Schnitt kamen ihm sehr bekannt vor und als er den Kopf hob, erschrak er fürchterlich. Vor ihm stand der Herrscher!



Modulok rappelte sich auf und verneigt sich etwas ungeschickt. ?Herrscher Nycaleon, es ist mir eine Ehre, Euch wieder zu treffen.? Nycaleon hob eine Braue. Neben ihm stand nun Evil- Lyn, die mit leerem Blick auf Modulok starrte. Ein paar weitere Gestalten waren hereingekommen und jeder von ihnen starrte ebenso. Nycaleon hatte nicht damit gerechnet, von irgendjemandem erkannt zu werden und er selbst erkannte auch Nycroft nicht. Wie konnte er auch, bestand Nycroft doch nunmehr aus zähflüssiger Materie.



Nycaleon erhob die Stimme. ?Wer bist Du und woher kennst Du mich?? Modulok blickte etwas verwirrt wieder auf. ?Aber, Herrscher? ich bin?s doch? Galen Nycroft.? Dann wurde ihm wieder bewusst, wie er derzeit aussah und er blickte an sich herab. ?Oh, ähm? ich sehe nun etwas anders aus, aber das kann ich erklären?? Nycaleons Gesicht erhellte sich. Nicht nur, dass er einen weiteren Sakral gefunden hatte, nein, es handelte sich auch noch um einen der Wissenschaftler, die derzeit die Waffe gegen das Mutanten- Genom entwickelt hatten. ?Nycroft? Aber das ist ja wunderbar, mein alter Freund!?. Nycaleon legte einen Arm um das, was er bei der seltsamen Kreatur als Schulter vermutete. In diesem Moment betraten mehrere Andreniden den Eingangsbereich und formierten sich um den Eingang herum.



Nycaleon betrachtete seine Hand hinter dem Rücken von Nycroft, an der gerade ein sechster und siebter Finger erschienen und wieder verschwunden waren. ?Interessant?interessant?, gab er von sich, sichtlich beeindruckt von Moduloks Fähigkeit zur Verwandlung, die er sich natürlich gleich angeeignet hatte. ?Nycroft, wie schön!?, fuhr er fort, dem anderen Sakral zu schmeicheln. ?Wie ich sehe, haben die Türme schon wieder ihre volle Energie, darf ich davon ausgehen, dass auch die Laboratorien wieder voll einsatzbereit sind??



Modulok freute sich so sehr über die ihm zugewandte Aufmerksamkeit, dass er die Hinterlist in Nycaleons Stimme einfach überhörte, genau wie zuvor auch bei Hordak. ?nicht ganz, Herrscher. Eine Menge Geräte sind inzwischen stark korrodiert und ich habe einige Maschinen auseinandernehmen müssen, um mein eigenes Überleben in Despondos zu sichern- aber im großen und Ganzen können wir dort ganz normal experimentieren.?



In diesem Moment kam etwas Wind auf und Sy- Klone trat ein. Auch er hatte den leeren Blick der anderen im Gesicht. Nycaleon und Modulok drehten sich durch den Luftzug gestört um. ?Sieh da, einer der Mutanten!?, bemerkte der Herrscher und ließ den Arm von Moduloks Schulter sinken. ?Nunja, ich hege keinen Groll mehr gegen sie. Heute weiß ich, dass auch sie nur Sakral waren und sind. Und sie werden mir heute helfen, Eternia von allen zu befreien, die nicht Sakral sind.? Nycaleon schritt auf Sy- Klone zu und nahm sein Kinn in die Hand, drehte seinen Kopf nach links und rechts, um ihn genau zu mustern. Sy- Klone ließ es ohne ein Wort über sich ergehen. ?Erstaunlich, diese Ähnlichkeit. Man könnte fast meinen, der junge Garmage stünde vor mir??



Sy- Klone wurde ein wenig aus seiner Lethargie gerissen und blickte Nycaleon nun direkt in die Augen. ?Garmage war, soweit ich informiert bin, mein Vater. Aber ich bin nicht mehr der, der ich einst war. Durch einen Unfall wurde ich, wie ich bin. Doch wer seid Ihr?? Nycaleon nahm seine Hand vom Kinn des jungen Mannes, woraufhin sich dessen Augen sofort wieder verklärten. Für einen Moment war er fassungslos. Er hatte nicht einmal gewusst, dass Garmage überhaupt einen Sohn hatte. Und nun stand er vor ihm und war so gefügig wie der Rest der versammelten Menschen hier, allesamt Nachfahren der Sakral, deren Erbgut nach all den Jahrtausenden noch stark genug war, um sie als Sakral ausfindig zu machen.



Modulok war neben Nycaleon getreten und auch er musterte Sy- Klone genau. ?Das gibt es doch nicht! Das sind doch von mir entwickelte Implantate! Die Konstruktionspläne hatte doch nur meine Frau!? In diesem Moment kam jemand die Treppe vom Labor nach oben. ?Modulok! Ich brauche Deine Hilfe! Ich bin kurz davor, ihn zu brechen, aber??, schnarrte die Stimme von Mantenna, doch schon im nächsten Moment blieb er wie angewurzelt stehen, als er die illustre Gesellschaft erblickte. Einen Augenblick später wurde er auch schon von einer Energiesalve getroffen und stürzte rücklings die Treppe hinunter, wo er bewusstlos liegenblieb.



?Los jetzt! Wir haben eine Waffe zu bauen!?, befahl der Herrscher der Sakral?



Fortsetzung folgt?
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