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: 01.12.2004
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   Aufbruch nach Eternia - Helden und Dämonen    Die Bürde des Procrustus
Aufbruch nach Eternia - Helden und Dämonen
Die Bürde des Procrustus
?Zheelar, bist Du Dir absolut sicher, dass wir nicht eingreifen sollten?? Zodak saß auf einem Felsen und betrachtete seinen Bruder, der am Eingang der Höhle stand und nach draussen blickte. ?Dieses Mal könnte der ganze Planet gefährdet sein. Wir sollten alles noch einmal durchdenken??



Zheelar blieb stehen und betrachtete seinen jüngeren Bruder mit regungsloser Miene. ?Procrustus hat mich zu unserem Anführer gemacht und seit die anderen fort sind, musst Du Dich auf meinen Instinkt verlassen, Bruder. Uns darf nicht noch einmal so ein großer Fehler unterlaufen wie damals, als durch unsere Schuld so viele Unschuldige gestorben sind.? Zodak sah betreten zu Boden. Noch nie hatte er es gewagt, seinen Bruder oder dessen Entscheidungen anzuzweifeln. Zheelar war immer der Weisere von beiden gewesen, derjenige, der die Entscheidungen getroffen hatte, wenn es soweit war, die Neutralität der kosmischen Magier aufzugeben und in die Geschichte einzugreifen. Ursprünglich hatten sie immer abgestimmt, was zu tun war, doch seit die anderen fort waren, hatten Zodak und sein Bruder keine Möglichkeit mehr, eine ungleiche Stimmenanzahl bestimmen zu lassen. Zuletzt hatte sich Lector von ihnen abgewandt, nachdem die Sakral ausgelöscht worden waren.



Sie wussten nicht, ob Lector noch lebte oder inzwischen in den Tod gegangen war. Die kosmischen Magier hatten seit Anbeginn ein unsagbar langes Leben, ähnlich dem des Gottes, der sie erschaffen hatte. Doch sie waren im Gegensatz zu ihm nicht unsterblich und man konnte sie töten, wenn man nur wusste, wie. Zodak hatte Gerüchte gehört, dass einer der kosmischen Magier noch in Anwat Gar gesehen worden war, bevor auch diese Insel von den Andreniden ausgelöscht worden war. Damals hatte er überlegt, der Sache nachzugehen, um zu ergründen, ob es sich dabei um Lector handelte. Doch dann hatte er diese fixe Idee wieder verworfen und es war auch nie wieder ein Lebenszeichen von ihm aufgetaucht.



Kleine Gesteinsbrocken fielen aus der Decke, sodass Zodak schützend den Arm nach oben hielt. Am Horizont regnete Feuer aus dem Himmel und zeichnete ein bedrohliches Inferno ab, dass sich dort abspielen musste. Der ganze Planet bebte und zitterte und doch strahlte Zheelar

eine für seinen Bruder unerträgliche Ruhe aus. Schaudernd erinnerte dieser sich zurück, wie ihre Gruppe versuchte, immer neutral zu bleiben, bis es unumgänglich war, einzugreifen. Nur zwei Mal hatte sich ihr Gott, Procrustus nach Eternia begeben, um sie zu unterstützen. Beim ersten Mal hatte er sie ausgesucht und ihnen Instruktionen gegeben, wie sie vorgehen sollten. Beim zweiten Mal kam er bereits zu spät und konnte nicht mehr einschreiten. Damals hatte er ein magisches Artefakt zurückgelassen.



Zodak erinnerte sich an die Prophezeiung, die sich darum rankte. ?Wann immer die Not am größten ist, wird ein Held erscheinen und diese Macht mit sich führen, um das Gleichgewicht der Kräfte wieder herzustellen.? Es handelte sich um einen großen Zauberstab, der von einem großen Stück des Kristalls aus Anwat Eternis gespeist wurde. Man hatte ihn Eldor anvertraut, denn Procrustus hatte prophezeit, dass er sich seinen Führer selbst suchen würde. Doch der Zauberstab war inzwischen zerbrochen und Eldor hatte zwei Schwerter daraus schmieden lassen.



In diesem Moment begann die Erde noch heftiger zu beben als zuvor und selbst der gelassene Zheelar zuckte zusammen. ?Wir müssen hier raus!?, befahl er und die beiden Brüder stürzten aus der Höhle ins Freie. In der Ferne sahen sie ein gleißendes Licht, wie von einem riesigen Fluss aus Lava. ?Zheelar, ich beschwöre Dich, lass uns eingreifen! Er wird den ganzen Planeten in der Mitte zerreißen! Wenn wir jetzt nichts tun, dann wird Hordak Eternia vernichte.? Aber Zheelar schüttelte den Kopf. ?Nein, Zodak. Mal Dir die Konsequenzen aus, was passieren würde, wenn wieder etwas schief geht. Denk nur mal an die Befreiung der Andreniden. Willst Du mit dieser Schuld? ewig leben?? Zodak schwieg.



In diesem Moment donnerte eine gewaltige Stimme hinter ihnen. ?Ihr kosmischen Magier, was geht hier vor sich?? Die beiden wirbelten herum. Vor ihnen stand ein Titan mit vier Armen und sah sie fragend an. Procrustus war nach Eternia zurückgekehrt. Die beiden knieten nieder. Zheelar erhob den Kopf und begann zu sprechen: ?Es ist der böse Magier Hordak, mein Gott. Er ist dabei, einen Seperationszauber auszusprechen, der den ganzen Planeten bedroht. Aber wir sind nicht sicher, ob wir eingreifen sollen oder nicht.? Procrustus blickte sie traurig an.



?Es tut mir leid, dass ich Euch kein guter Führer war. Nun gibt es für mich nur noch eines zu tun.?



Gegenwart



?Wo bin ich??, fragte Teela und blickte sich im Raum um. ?Das ist nicht wichtig, Teela?, antwortete Zodak, der sie gerade aus ihrem Koma geweckt hatte. Inzwischen hatte er es für unbedenklich erachtet, sie ins Leben zurück zu rufen, ja sogar für notwendig. ?lass mich ganz am Anfang beginnen und höre mir bitte aufmerksam zu. Es gibt so Einiges, das Du wissen musst, um zu verstehen, warum ich Dich hierher gebracht habe?, begann er zu erzählen.



?Einst lebte auf Eternia ein Volk namens Sakral. Sie waren allesamt Magier, die einen mehr, die anderen weniger, doch die Mächtigsten unter ihnen bildeten den hohen Rat. Die Sakral waren nicht nur in der Magie sehr versiert, sondern auch technologisch weit fortgeschritten. Doch nutzten Sie ihre Überlegenheit, um die anderen Völker zu unterjochen und die Tiermenschen gefügig zu machen. Diejenigen unter den Sakral, die nur wenig Magie beherrschten, lebten vergleichsweise ärmlich, es sei denn, sie gehörten der Wissenschaftsgilde an und sie wurden für die Gesellschaft als nützlich empfunden. Es gelang den Sakral sogar eines Tages, die Königin der Andreniden gefangen zu nehmen und sie ihres freien Willens zu berauben. So entstand eine Drei- Klassen- Gesellschaft: Die Sakral, die Tiermenschen und die Unterschicht. Schon früh wusste man zu trennen und so wurde ihre Hauptstadt, Anwat Eternis in drei Bezirke aufgeteilt, deren Haupttürme durch eine Gondelbahn verbunden waren. In den Türmen befanden sich Verwaltung, Labors und der hohe Rat.



Doch dann entdeckte man, dass einige Sakral anders waren als die breite Masse. Die Evolution schritt voran und brachte abnorme Mutationen hervor, Sakral mit besonderen Fähigkeiten. Wie immer, wenn man etwas nicht kennt, reagierten die Menschen mit Furcht und schnell wurden die Mutanten zu Aussätzigen und in den ärmsten Stadtteil verbannt, wenn man sie als Mutant enttarnen konnte. Eines Tages nutze ein Politiker diese Angst vor dem Fremden, um an die Macht im hohen Rat zu kommen. Er schürte das Feuer nur noch mehr und betrieb eine Politik des Schreckens. Doch Nycaleon drohte, gegen seinen Stellvertreter Garmage, der beim Volk beliebt war, zu verlieren. Deshalb entschied er sich dafür, eine Waffe zu entwickeln, die die Mutanten ein für alle Mal auslöschen sollte.



Während Garmage die Sakral hinter sich ließ und auf einer weit entfernten und versteckten Insel Anwat Gar gründete, kam bei den Sakral die furchtbarste Waffe zum Einsatz, die man sich je vorstellen konnte. Tausende Unschuldige starben damals, nur um dem Wahnsinn des Herrschers Tribut zu zollen. Was Du aber noch nicht weißt: Wir kosmischen Magier wurden vom Gott Procrustus, dem Erschaffer Eternias auserwählt, um einzugreifen, wenn dem Planeten Gefahr droht. Als wir damals sahen, was die Waffe ausrichtet, entschieden wir uns dazu, die Andrenidenkönigin zu befreien, um Nycaleon und seiner Schreckensherrschaft Einhalt zu gebieten. Doch unser Einschreiten hatte ungeahnte Folgen. Die Andreniden gerieten in einen wahren Blutrausch und vernichteten die Sakral und die gesamte Stadt Anwat Eternis. Nur die drei Türme konnten damals gerettet werden.?



Teela lauschte aufmerksam der Geschichte Zodaks, sichtlich beeindruckt davon, dass der sonst so stille Magier nun endlich einmal aus sich heraus kam. Sie verstand langsam, welche Last auf seinen Schultern lag, doch sie wollte ihn nicht unterbrechen.



?Durch Hordak sind die Türme nun wieder nach Eternia zurückgekehrt und mit ihnen auch Nycaleon. Während die wilde Horde inzwischen ganz Eternia eingenommen hat, hat Nycaleon Hordak einen Strich durch die Rechnung gemacht. Derzeit ist beinahe die gesamte Horde außer Gefecht gesetzt und auch nicht unser Problem, denn Nycaleon schart alle Nachfahren der Sakral um sich und plant, die Waffe wieder zum Einsatz zu bringen. Allerdings diesmal, um alle, die keine Sakral- Gene in sich tragen umzubringen.



Damit nicht genug: Als wir damals die Königin der Andreniden befreiten, haben wir eine Verkettung von Ereignissen ausgelöst, die nicht mehr unter unserer Kontrolle lagen. Zu dem Zeitpunkt besaßen sie noch ein Hive- Bewusstsein, das heißt, dass sie alle untereinander verbunden waren. Sie suchten und suchten und fanden ein paar Jahre später Anwat Gar. Immer noch auf Rache aus, trieben sie auch die Insel in den Untergang und zwangen uns, erneut einzugreifen. Damals suchten wir die Königin in Andreenos auf und schlossen mit ihr einen Pakt. Eine komplett neue Generation von Andreniden wurde daraufhin geboren, jeder mit einem freien Geist und ohne die Erinnerungen an die Ereignisse. Einzig die neue Königin erinnerte sich noch und vererbte diese Erinnerung an jede weitere Königin. Um dies bewerkstelligen zu können, händigten wir ihr einen Kristall aus, das größte magische Artefakt, das Eternia je gesehen hatte. Wir kamen überein, dass sich niemand an die Sakral erinnern dürfte und an das, was dort geschehen war, damit sich die Geschichte nicht wiederholen würde.



Doch es geschahen weitere Dinge, die sich unserer Kontrolle entzogen. Zunächst stahlen die Avionier den Kristall und errichteten mit seiner Hilfe ihre schwebende Stadt Avion. Wieder einmal drohten die Andreniden in einen Blutrausch zu verfallen und Rache zu nehmen. Aber die Königin beschwichtigte sie und so wurde aus einer tiefen Feindschaft eine Rivalität, deren Grund heute außer einigen Wenigen niemand mehr weiß.



Dann geriet Hordak auf Eternia an die Macht und überrannte den Planeten. Damals hatten wir schon Procrustus verloren und konnten ihn kaum noch stoppen. Einzig die Verzweiflungstat King Grayskulls in Verbindung mit unserer Magie brachte für Eternia die Rettung. Als der König von Eternia im Kampf gegen Hordak starb, gab es bereits eine energetische Verbindung zwischen Eternia und Despondos, dadurch, dass die Schicksalstürme bereits dorthin gebracht worden waren. Wir verstärkten den Sog und zwangen die wilde Horde somit ins Exil dorthin.



Nun bin ich als Letzter der einst so stolzen kosmischen Magier noch übrig. Unser Grundsatz, immer neutral zu bleiben, wurde uns mehr als einmal zum Verhängnis. Du siehst also, dass ich eine schwere Schuld mit mir herumtrage. Die Entscheidungen, die wir früher als Gruppe getragen hatten, treffe ich nunmehr allein. Aber mehr denn je bin ich mir sicher, dass ich diesmal einschreiten muss.?



Teela überlegte einen Moment. ?Ihr habt Procrustus verloren? Wie kann man einen Gott verlieren??



Zodak blickte zu Boden. ?Nun, das ist nicht ganz so einfach. Wann immer er auf den Planeten kam, musste er den größten Teil seiner Macht zurücklassen und so sterblich werden wie wir kosmischen Magier. Einst plante Hordak einen Separationszauber, der Eternia in der Mitte auseinander riss und die dunkle Hemisphäre der Schatten erschuf. Zheelar entschied, nicht einzugreifen, doch dies war ein Fehler. Da Procrustus als Gott ein Gewissen entwickelt hatte und sich selbst dafür verantwortlich machte, dass er uns nicht besser angeleitet hatte, stieg er selbst in das Planeteninnere und hält seitdem von innen mit seinen vier Armen den Planeten zusammen. So haben wir ihn verloren.?



Teela nickte. ?Ich habe da nur noch eine Frage an Dich: Was habe ich damit zu tun??





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