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: 01.12.2004
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   Aufbruch nach Eternia - Helden und Dämonen    Exodus
Aufbruch nach Eternia - Helden und Dämonen
Exodus
Eigentlich war es ein schöner Tag. Die Sonne schien und die Bäume standen in saftigem Grün. Ein paar Vögel sangen und hier und da huschte ein kleines Nagtier über den Weg. Nichts schien auf den bevorstehenden, alles entscheidenden Kampf hinzudeuten. Und doch hatte He- Man ein beklommenes Gefühl in der Magengegend, dass ihm einfach keine Ruhe ließ. Allein hatte er sich auf den Weg zu den Schicksalstürmen gemacht, um sich Nycaleon zu stellen. Immer mehr Nachrichten aus allen Teilen Eternias waren eingetroffen, die davon berichteten, dass Menschen einfach in Richtung der Schicksalstürme aufgebrochen waren, ohne ein Wort der Erklärung. Wie unter einem Bann waren sie gewandelt und auch Sy- Klone hatte die Masters verlassen, ohne einen Blick zurück zu werfen.

He- Man kam näher an den großen Löwenkopf heran, der den Hauptturm zierte. Ein gigantischer Bau schoss in den Himmel und verriet, welch architektonische Meister die Sakral einst gewesen waren. Unter dem Löwenmaul verhießen zwei mächtige Pranken nichts Gutes. Jeden unerwünschten Eindringling drohten sie zu zerquetschen, ohne vorherige Warnung. Doch nicht das Gemäuer bereitete dem Helden von Eternia Sorgen. Es waren die Augen, die allesamt auf ihn gerichtet waren. Links und rechts am Weg standen Krieger der Andreniden, bis an die Zähne bewaffnet. Doch sie schienen He- Man nur zu beobachten und keine Gefahr in ihm zu sehen. Offenbar fühlte sich Nycaleon in seiner Festung sicher.

Über sich hörte er ein Geräusch und er hob den Kopf, hielt sich eine Hand vor Augen, um gegen die blendende Sonne besser sehen zu können. Sofort erhoben einige Andreniden die Waffen, doch senkten sie wieder, als sie sahen, dass er keine Waffe zückte, sondern nur seine Augen schützte. Weit oben am Himmel fuhr eine Gondel an einer Schiene entlang, in ihr konnte er zwei oder drei Personen ausmachen, ganz sicher war er sich nicht. Auch hatte er eigentlich noch keinen Plan, wie er in den Turm hineingelangen sollte. Langsam schritt er die Treppe hinauf, immer darauf bedacht, keinen falschen Schritt zu machen, um die Krieger nicht zu provozieren, deren Lücken nun immer enger wurden.

Wieder hörte er ein Geräusch, diesmal hörte es sich wie ein Surren an. Abermals blickte er vorsichtig nach oben und diesmal sah es aus, als schwebte eine riesige Libelle über dem gewaltigen Löwenkopf. Sie erinnerte ihn sehr an das Rieseninsekt, das er bei seiner ersten Reise nach Preternia gesehen hatte und doch war sie sehr unterschiedlich, denn sie schien auf beiden Seiten mit Waffen bestückt zu sein und flog in sehr unnatürlichen Bahnen. Einen Moment später verschwand das unheimliche Insekt wieder und schien auf dem Dach des Hauptturmes zu landen.

Zwei Andreniden schritten vor ihn und verschränkten ihre Waffen. ?Nenne uns Dein Begehren!?, forderten sie den Hünen auf. ?Ich möchte den Herrscher Nycaleon sprechen, ihm ein Friedensangebot von König Randor unterbreiten.?, antwortete He- Man. Für einen Moment standen die Krieger still und starrten nur ins Leere. He- Man fragte sich, was sie wohl gerade dachten, doch dann fielen ihm die Worte der Sorceress wieder ein. Die Wespenkrieger hatten keinen freien Willen mehr und dachten nunmehr wie eine einzige Person. Schon löste sich einer der beiden aus seiner Starre und legte Sand, Wasser und ein brennendes Stück Holz in die Schalen vor dem Eingang. He- Man hielt unbemerkt seine Hand in diese Richtung, als sich donnernd das Löwenmaul öffnete. ?Du darfst eintreten!?, sprach der Andrenide nun und machte einen Schritt zur Seite.

He- Man erschauderte, denn unter den anwesenden Kriegern hatte er auch seinen Freund Buzz- Off erkannt. Dennoch hatte er keine Zeit, sich seinen Gefühlen zu ergeben und ging langsam und vorsichtig in die große Eingangshalle, vorbei an noch mehr Wächtern, die ihn anwiesen, mitten im Raum stehen zu bleiben. Sein Blick fiel sofort auf den großen Konsolentisch mit der schwebenden Kugel in der Mitte, die sich um die eigene Achse drehte und dabei ständig Richtung und Farbe wechselte. Dann kamen auf einmal etwa dreißig Gestalten auf ihn zugeschritten, alle in weiße Gewänder gehüllt, bei denen Eines dem Anderen glich. Schon bald hatte er Sy- Klone und auch Evil- Lyn ausfindig gemacht, die unter den Ersten standen.

?Willkommen im Reich der Sakral, He- Man?, donnerte nun die Stimme aller Sakral gleichzeitig und von allen Seiten auf ihn ein. ?Schildere uns Dein Angebot!?. He- Man holte einmal tief Luft. ?Ich werde nur mit Nycaleon persönlich sprechen!? In diesem Moment wurde er von einem Windstoß aus Sy- Klones Hand zu Boden gestreckt und nun ertönte eine einzige Stimme, genauso laut wie alle anderen Stimmen zuvor. ?Glaubst Du wirklich, ich bin so dumm? Glaubst Du, ich werde mich dem Helden Eternias freiwillig ausliefern und ihm in die Hände fallen? Nein, He- Man, so naiv bin ich nicht. Ich bin bestens über Dich und die Masters of the Universe informiert. Keiner von denen wird mir zur Gefahr, solange Du nicht bei ihnen bist. Mein Freund Sy- Klone hat mich umfassend über Eure Fähigkeiten in Kenntnis gesetzt, als er ein Teil meines Kollektivs wurde.?

He- Man schnitt Nycaleon das Wort ab: ?Herrscher der Sakral, so nennst Du Dich doch? Überdenke einmal Deine Möglichkeiten. Ich stehe hier, allein, mitten in Deinem Territorium, umgeben von Deinen Kriegern. Ich trage keine Waffen bei mir und bin gekommen, um Dir ein Angebot zu unterbreiten, bei dem Du nur gewinnen kannst!? Einen Moment lang herrschte Stille. Nycaleon schien nachzudenken. Dann öffnete sich im hinteren Bereich des Turmes eine Tür und er schritt hindurch, zusammen mit Königin Andreeno. Beide stellten sich auf eine schwebende, runde Scheibe, die sich langsam über die Köpfe der anwesenden ?Sakral? hinweg bewegte. Einige Meter vor He- Man blieb sie in gebührendem Abstand stehen.

?Da bin ich ja mal gespannt??, fast grinste der Sakral, doch er wollte nach außen hin keine Regung zeigen, um sich seinem Gegenüber nicht zu sehr zu offenbaren. ?Nun, König Randor ist bekannt als friedliebender Herrscher und möchte mit den Sakral in Einklang leben. Er bietet Euch dieses Land hier an, um Eure Zivilisation wieder aufzubauen. Außerdem wird er Euch in all Eurem Bestreben unterstützen und Euch mit allen wichtigen Völkern und Handelsvertretern bekannt machen, die ihr dafür benötigen werdet. Er ist bereit, einen Nicht- Angriffs- Pakt zu unterzeichnen und Euch im Gegenzug für Eure Unterstützung auch militärisch zur Seite stehen, sollte es zu einer Notsituation kommen. Er hat schon früher einen Rat einberufen, der aus einem Pakt vieler Völker Eternias besteht, die dann alle Eure Verbündeten werden würden.?

Nycaleon blickte auf He- Man herab. Einen Moment lang versuchte der Stärkste der Starken, in dem Gesicht des Despoten zu lesen. Doch dann fing dieser laut an zu lachen. ?Glaubst Du allen Ernstes, ich hätte so einen Pakt nötig? Glaubst Du, ich würde einen anderen Herrscher an meiner Seite akzeptieren, den Planeten teilen und nur ein kleines Licht spielen? Dein König Randor ist ein Nichts gegen mich! Ihr alle seid Nichts gegen mich! Und das werdet Ihr schon bald zu spüren bekommen! Du, der Stärkste der Starken, Held von Eternia, sollst mein Zeuge sein, wenn das Volk der Sakral wieder auferstehen wird und alle anderen Völker untergehen. Schon in Kürze werde ich alle Sakral ausfindig gemacht haben und mit jedem wächst meine Macht. Bald schon werdet Ihr alle vernichtet werden!?

?Es macht mich traurig, das zu hören, aber um ehrlich zu sein, überrascht es mich nicht. Oder um es besser zu formulieren: Es überrascht uns nicht.? He- man drückte in diesem Moment eine Stelle an seiner Manschette und wartete dann einfach ab, was passierte. Nycaleon wollte gerade den Befehl geben, He- Man zu ergreifen und in Ketten legen zu lassen, als Königin Andreeno seine Hand ergriff. ?Etwas stimmt nicht, Herrscher. Ich verliere meine Stimmen, eine nach der anderen. Etwas geht draussen vor sich, das ich nicht beeinflussen kann.? Sie hielt sich mit beiden Händen den Kopf und auch Nycaleon, der sich ihrer Fähigkeit der Hive- Kontrolle bedient hatte, spürte, wie sich nach und nach das Chaos in ihren Kopf schlich. ?Was hast Du getan??, brüllte er He- Man vollkommen außer sich an.


?Nun, wir haben die Andreniden ausgeschaltet. Freundlicherweise haben sie uns zuvor noch verraten, wie wir in den Turm gelangen können. Man braucht nur drei Elemente und schon ist man drin.? Nycaleon schäumte, fast platzte er vor Wut. ?Du vergisst mal wieder, dass ich Euch allen überlegen bin, denn ich kenne alle Eure Fähigkeiten genau!? Mit donnerndem Getöse brach nun ein Stück aus der Seitenmauer des Turms heraus, als sich ein großer Diskus durch sie hindurch schnitt, um auf der gegenüberliegenden Seite wieder aus dem Turm herauszufliegen. Man- At- Arms hatte den Blasterhawk repariert und nun kamen die Masters He- Man zu Hilfe. Sie hatten voll auf den Überraschungseffekt gesetzt.

Nycaleon duckte sich und lachte dann wieder. ?So, Ihr habt mir also zwei Löcher in die Wände gemacht?ich denke, dass ich mir das nicht gefallen lassen werde.? In diesem Moment fingen seine Augen an zu glühen, als er sich der Macht und Fähigkeiten Evil- Lyns bediente. Ein wahrer Regen aus violetten Blitzen prasselte auf He- Man nieder doch für diesen Fall war er gewappnet. Man- At- Arms hatte ihm einen Schutzschild in seine Manschette eingebaut, der die gröbsten Angriffe abwehren konnte.

Schon stürmten die ersten Palastwachen und Masters den Haupteingang, während an den beiden Löchern in den Wänden Enterhaken befestigt wurden. Die Masters griffen von drei Seiten an. Doch der Kampf war äußerst ungleich und was auch immer sie versuchten, Nycaleon war einfach zu schnell und adaptierte einfach ihre Fähigkeiten. Während Man- At- Arms auf ihn schoss, fing er plötzlich an, wie Stratos zu fliegen und als Moss- Man Pflanzen aus den Wänden sprießen lies, kehrte er den Spieß einfach um und die Lianen wickelten sich den heroischen Verteidigern um die Füße. Dank Clamp Champs Anwesenheit wurde er vor jedem Angriff gewarnt, denn dieser besaß den sechsten Sinn und schon bald waren alle Masters niedergekämpft, ohne eine wirkliche Chance auf einen Sieg. Fisto, Man- E- Faces, Mekaneck und Stratos lagen alsbald von Lianen gefesselt am Boden, während Roboto von den verbliebenen Andreniden in Schach gehalten wurde, auf die er nicht schießen durfte und konnte, da sie im Grunde ja nicht die Bösen waren, sondern Freunde und Verbündete der Masters.

Die Lage wurde immer hoffnungsloser, als Nycaleons Stimme ein weiteres Mal durch die Halle donnerte. ?Ich habe es Dir ja gesagt, He- Man. Ich kenne alle Eure Stärken und Schwächen. Ihr habt keine Chance gegen mich. Ergebt Euch lieber gleich und ich verspreche, dass Euer Ende schnell und schmerzlos kommen wird.? In diesem Moment erschien eine weitere Gestalt an einem Loch in der Wand. ?Nycaleon, Du irrst Dich. Du kennst nicht alle unsere Fähigkeiten. Und Du kennst nicht alle von uns!? Die blonde Frau sprang in die Tiefe und warf dabei He- Man sein Schwert zu, der es mit einem Sprung vom Boden auffing.

?Wer bist Du??, fragte Nycaleon verdutzt. Sie lächelte verkrampft. ?Mein Name ist She- Ra. Ich bin He- Mans Schwester und dies wird nicht unser, sondern Dein Untergang sein!?


Fortsetzung folgt?
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