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 Spikor80
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SPIKOR
Shadows
Der schaurige Schein von Fackeln, die aus mysteriösen Gründen brannten, obwohl niemand sie angezündet hatte, erhellte das enge Treppenhaus kaum, als Spikor und Stinkor die schmale, steile Wendeltreppe aus altem, grünlichem Stein hinabstiegen. Der Schacht war so eng, dass Spikor schräg gehen musste, um überhaupt hindurch zu passen. Nachdem sie sich bestimmt schon über 20 Meter tief unter der Erde befanden, weitete sich der Schacht plötzlich zu einer kleinen Halle, deren einziger Ausgang eine schwere, eisenbeschlagene Tür an der gegenüberliegenden Seite war. Misstrauisch sah Spikor sich um, konnte aber in der Halle nichts Verdächtiges erkennen. Er gab Stinkor ein Zeichen, am Fuß der Treppe zu warten, und ging auf die Tür zu. Es roch einfach zu sehr nach Falle in diesem Raum, doch es blieb weiterhin alles ruhig. Spikor erreichte die Tür und berührte sie mit der linken Hand. Sie war stabil und offenbar fest verriegelt. Jedoch saß der Riegel auf Spikors Seite, was verständlich war, denn hinter der Tür war ja wohl der Tote eingeschlossen worden. Der Stachelkämpfer hob den schweren Riegel hoch und lehnte ihn neben der Tür an die Wand. Dann packte er den Griff und zog mit aller Kraft. Die uralte Tür ging mit einem lauten Quietschen auf, das die Stille des Grabes zerschnitt und Stinkor durch Mark und Bein ging. Ängstlich sah der die Treppe hinauf; er erwartete jederzeit das Eintreffen Zodacs.

Als Stinkor sich gerade wieder umdrehte, um Spikor zu beobachten, glaubte er, seinen Augen nicht zu trauen, denn etwas sehr flinkes schien aus dem nachtschwarzen Grab in die ebenfalls sehr finstere Halle geflitzt zu sein. Stinkor blinzelte, doch als er die Augen wieder aufschlug, konnte er nichts mehr erkennen. Hatte er es sich nur eingebildet? Es war so schnell gegangen, dass der Monsterkämpfer nur einen schwarzen Schemen erkannt hatte, der kaum halb so groß war wie er selbst. Spikor, der mit der Tür beschäftigt war, hatte nichts gesehen und versuchte nun, zu erkennen, was in der tiefen Finsternis hinter der Pforte lauerte. Aber Stinkor fühlte instinktiv, dass die wahre Gefahr sich bereits hier bei ihnen, in diesem Raum befand. Er trat in die Halle. Wo war das Ding, was immer es auch sein mochte? Wie konnte es sich hier, in einer völlig leeren Halle, verstecken, und sei sie noch so düster? Spikor drehte sich um und sah seinen Kameraden mitten im Raum stehen. ?Ich hab? dir doch gesagt, du sollst an der Treppe bleiben!? ?Irgendwas ist hier! Ich hab? was gesehen!? ?Und was?? fragte der Schmied gereizt. Er war seit Stinkors Rückzug bei der Begegnung mit Tri-Klops nicht gut auf den schwarz-weißen Kämpfer zu sprechen. ?Ich weiß nicht, was! Ich weiß nur, dass es hier drin ist. Und man kann es nicht sehen!? Mürrisch blickte Spikor sich in dem kalten Raum mit seinen nackten Steinwänden um. Außer den allgegenwärtigen Fackeln war nichts zu erkennen. ?Du siehst Gespenster!? schimpfte er und drehte sich wieder um. Da erhob sich plötzlich, scheinbar direkt aus dem Fußboden des Raumes heraus, eine pechschwarze Gestalt. Sie war nur schemenhaft zu erkennen und bewegte sich völlig lautlos. Und sie hob eine Art Dolch! ?Da!!!? schrie Stinkor, doch es war zu spät: Der Dolch bohrte sich in Spikors Schulter. Zum Glück für den General hielt sein Stachelpanzer der Waffe ab, so dass er unverletzt blieb. Er schlug noch aus der Drehung heraus zu, doch seine Keule verfehlte den Feind, der sofort wieder wie vom Erdboden verschluckt schien. ?Diesmal hab ich?s auch gesehen!? ?Was ist das?? kreischte Stinkor entsetzt, als die Kreatur auch schon wieder auftauchte, diesmal neben ihm, und ihm ihren schwarzen Dolch in den rechten Oberarm bohrte. Das brannte höllisch, und die merkwürdige Waffe schnitt durch das Fleisch wie durch Butter, so scharf war sie. Mit einem Schrei sank Stinkor in die Knie, der Gegner aber schien schon wieder verschwunden. Doch Spikor hatte ihn kurz gesehen: ?Ein Schattenkrieger! Ein durch einen Fluch lebendig gewordener Schatten. Er kann sich Auflösen oder Materialisieren, ganz wie er will. Und wenn er zustechen will, materialisiert er sich kurz. Danach ist er dann wieder weg.? Beide wussten, was Schattenkrieger waren, denn unter Skeletors Führung waren solche Wesen schon von den Evil-Warriors eingesetzt worden. ?Der muss doch irgendwie zu stoppen sein!? schimpfte Stinkor mit schmerzverzerrtem Gesicht und hielt sich die blutende Wunde. Zum Glück war es nicht sein Waffenarm, denn er führte überhaupt keine Waffe außer dem großen, blauen Stahlschild in seiner Linken. Stinkors Waffe wer keine Klinge, sondern die Luft, die er verpestete und so seinen Gegnern das Atmen schwer machte. Aber gegen einen Schatten war diese Fähigkeit nutzlos. ?Das einzige, was einen Schatten stoppt, ist ein Lichtstrahl, und dafür ist es in diesem Keller bei Weitem nicht hell genug.? antwortete Spikor, als der schwarze Schemen auch schon wieder auftauchte und nun nach dem Bein des Generals stach. Dieser wich aus und versuchte, mit der Keule zu parieren, doch wieder ging der Hieb nur durch Luft.

?Verdammt!? rief Spikor voller Grimm und schlug noch mehrmals in den leeren Raum vor sich, doch der Schatten war wieder abgetaucht in die schwarzen Flecken am Boden und an den Wänden, die nicht von den wenigen flackernden Fackeln erhellt wurden. ?Und wenn wir das Licht ausmachen?? fragte Stinkor, immer noch auf Knien, ?Ohne Licht kein Schatten, nicht wahr?? ?Dieser schon, fürchte ich!? antwortete Spikor, ?Er ist verflucht. Wir bräuchten eine sehr starke Lampe.? ?Wo sollen wir die nur hernehmen? Wir sind verloren!? greinte Stinkor, der sich plötzlich gar nicht mehr vorstellen konnte, dass er einmal vor Zodac Angst gehabt hatte. Das hier war noch viel schlimmer! Der Meister des dämonischen Gestanks wimmerte immer noch, als der Schatten sich direkt neben ihm erneut aus dem Boden erhob. Spikor brüllte eine Warnung, und Stinkor riss seinen Schild hoch. Der Schattendolch verfehlte ihn und kratzte nur funkenschlagend über das Metall. ?Das ist es!? freute sich Stinkor mit einem Mal und hätte beinahe vor Heiterkeit aufgelacht. Die Schmerzen in seinem Arm schienen vergessen, und auch die Angst war verflogen, als er sich aufgeregt an seinen Anführer wandte. ?Wir können Funken schlagen und ihn so erledigen!? Ungläubig runzelte Spikor die Stirn. Mit Funken sollte der Schatten zu besiegen sein? Doch da war er auch schon wieder da und stach nach dem General, der sich wegduckte und zu seinem verletzten Kameraden hinüber eilte. Ihm war klar, dass sie dem Schatten nicht ewig ausweichen konnten, denn im Gegensatz zu ihm, der ein magisches Wesen war, brauchten sie Schlaf, um auf der Höhe ihrer Kampfkraft bleiben zu können. ?Gut, versuchen wir?s? stimmte er deshalb zu und Stinkor hielt seinen Schild hoch. Spikor schlug mit der Keule darüber und es entstanden tatsächlich ein paar Funken, doch sie verpufften wirkungslos. Die Reichweite war zu gering und außerdem konnte man mit dieser ?Waffe? nicht zielen. Sie würden einen Glückstreffer brauchen.

Erneut griff der Schatten an, doch ihre Funken verfehlten ihn alle und sie wichen immer weiter vor ihm zurück. Er drängte sie vom einzigen Ausgang, der Treppe, ab, und hinüber zur Tür, die in die Gruft führte. ?Er will uns ins Grab werfen!? schrie Stinkor aufgeregt und rannte unvermittelt los. Er versuchte, am Schattenkrieger vorbei die Treppe zu erreichen. ?Bleib hier, du Hund!? fluchte Spikor wütend, doch der Schatten sprang auf ihn los und er musste sich zur Seite werfen. Dumpf knallte er mit dem Kopf an die schwere Eisentür, die den Schatten im Grab gehalten hatte, bevor Spikor sie vorhin geöffnet hatte. Benommen hielt der General Galirads sich die Stirn, hinter der sich das metallische Echo des Aufpralls fortzusetzen schien. Es war sein Kämpferinstinkt, der ihn rettete, als der Schatten wieder nach ihm stach. Spikor trat im Türrahmen einen Schritt zurück, sodass er mit dem Rücken an der gegenüberliegenden Seite des Durchgangs stand, und der Schatten rannte gegen die Metalltür. Er machte dabei, ganz im Gegensatz zu Spikor nur wenige Augenblicke zuvor, keinerlei Geräusch und drehte sich sofort zu seinem Kontrahenten um. Spikor sah seine letzte Chance und schlug mit der Keule zu. Wieder ging der Hieb einfach durch den Schatten hindurch, der sich natürlich sofort entmaterialisiert hatte, und traf stattdessen die offenstehende Tür dahinter. Die Keule schrammte quietschend über das Metall und die Funken stoben. Der Schatten, der direkt neben der Tür stand, wurde von mehr als einem Dutzend Funken getroffen, ja regelrecht durchsiebt. Mit einem Flackern, das an das Verlöschen einer Kerzenflamme erinnerte, verschwand der fürchterliche Gegner einfach, als ob es ihn nie gegeben hätte. Der Schattenkrieger war besiegt! Keuchend rief Spikor Stinkor zurück, der schon die unterste Treppenstufe erreicht hatte. Er schenkte seinem feigen Begleiter keinen einzigen Blick, sondern winkte ihm nur, dass er ihm folgen solle. Nacheinander betraten die die Grabkammer.


Der Raum, der nun, nachdem der Zauber des Schattenkriegers gebrochen war, wie alles in diesem Turm von ein paar wenigen Fackeln notdürftig erhellt wurde, war kleiner, als Spikor es sich für die Grabkammer eines Königs vorgestellt hatte. In der Mitte befand sich ein großer, steinerner Sarkophag, dessen Deckel mit der eingemeißelten Figur des liegenden, schlafenden Königs verziert war. An den Wänden befanden sich Wandteppiche und Truhen, zweifellos gefüllt mit Dingen, die man damals, vor über tausend Jahren, für wertvoll erachtet hatte. Die Wandbehänge waren aber schon sehr heruntergekommen und die Truhen völlig eingestaubt. Spikor interessierte sich ohnehin nicht für sie. Er trat an den Sarg heran, lehnte seine Keule an die Wand der Ruhestätte, und stemmte sich mit seiner ganzen Kraft gegen den Deckel, bis der schwere Stein langsam zur Seite glitt. Mit einem lauten Krachen, das den ganzen Turm zu erschüttern schien, fiel die Steinplatte auf der anderen Seite des Sarkophags hinunter und zerbrach in hundert Stücke. Spikor musste kurz zurücktreten, bis der Staub vergangener Zeitalter sich gelegt hatte, dann blickte er in den Sarg hinein. Da lag er, der 1. König von Grayskull: He-Ro! Der Staub hatte sich auf seine golden schimmernde Bronzerüstung, seine blaue Hose und seine bronzenen Arm- und Beinschienen gelegt, und sein Gesicht war nur noch ein bleicher Totenschädel, den aber immer noch lange, vom Alter ergraute Haare zierten. Spikor hatte mit Skeletor und Scare-Glow schon zu viele wandelnde Skelette gesehen, als das ein ruhendes, totes Gerippe ihn noch sonderlich geschreckt hätte. Auch Ehrfurcht konnte er nicht empfinden für diesen Verteidiger Grayskulls. Würde er heute noch leben, er wäre Spikors Todfeind! Der General wunderte sich auch nicht über das völlige Fehlen eines Schwertes, denn er wusste ja, dass He-Man heute He-Ros Klinge führte. Stattdessen hatten die alten Eternier He-Ro einen langen, bronzenen Stab mit ins Grab gelegt, an dessen Spitze sich eine große, ebenfalls bronzene Kugel befand. Das musste es sein ? das Zepter von Galirad! Scare-Glow hatte Spikor ein altes Mosaik gezeigt, auf dem es abgebildet gewesen war. Ohne zu zögern griff der ehemalige Kämpfer Skeletors in den Sarg und nahm der Leiche den Stab ab. Er hob ihn heraus, besah ihn sich von oben bis unten und nickte zufrieden. ?Das ist es. Jawohl, wir haben es! Dann sind wir hier fertig. Los komm, gehen wir!? sagte er zu Stinkor, der begeistert über die Aussicht erschien, schnellstmöglich von hier zu verschwinden. Sie verließen den Raum und traten wieder in die Vorhalle, wo sie den Schatten bekämpft hatten. Am Fuß der Treppe stand Zodac und richtete seine Pistole auf sie.

?Halt! Gebt das Zepter heraus, dann lasse ich euch gehen!? befahl der Cosmic Enforcer mit fester, befehlsgewohnter und doch wie stets neutraler Stimme. Spikor sah sich um. Er stand immer noch im Rahmen der Tür, die zur Grabkammer führte, und Stinkor stand direkt hinter ihm. Sie konnten nicht gleichzeitig hinaus, und zur Seite konnten sie auch nicht. Zodac stand mehrere Meter entfernt, und zwischen ihm und den Kämpfern Galirads befand sich nichts als ein kahler, leerer Raum ohne jede Deckung. Wütend schnaubte der ehemalige Schmied, denn er sah keinen Ausweg aus dieser Situation, als plötzlich Stinkor sprach: ?Warte mal einen Moment?Wie war das, er lässt uns einfach gehen, wenn wir ihm das blöde Zepter geben? Was soll das? Wir können doch jederzeit zurückkommen und es uns wieder holen! Wieso tötet er uns nicht? Wieso hat er nicht gleich geschossen, als wir aus der Kammer kamen? Er hätte einen von uns sofort erwischen können, noch bevor der andere überhaupt reagiert hätte. Das riecht nach Falle!? Abrupt bekamen Spikors von der Ausweglosigkeit der Situation wirr gewordene Gedanken wieder eine klare Richtung. Stinkor hatte recht! Die Sache stank bis zum Himmel! Seine großen, gelben Augen rasten nicht länger nervös durch den Raum, sondern konzentrierten sich voll auf Zodac, und der Seher konnte Berechnung in ihnen lesen. ?Stellt meine Barmherzigkeit nicht auf die Probe, stinkende Hunde aus Galirad!? drohte er, doch es hörte sich mit einem Mal gar nicht mehr bedrohlich, sondern vielmehr unsicher und wankend an. ?Nichts da!? rief deshalb Spikor bestimmt, ?wenn du das Zepter willst, dann komm her und hohl es dir! Wenn du kannst!? Und mit diesen Worten trat er vor, um auf Zodac loszugehen. Dieser schoss, aber nicht auf den General, sondern auf den Fußboden vor dessen Stiefeln. Spikor zuckte zurück, doch es bestätigte seine Vermutung, dass Zodac ihn nicht erschießen würde. Er hatte es schließlich nicht einmal jetzt, wo er ihn angriff, getan.

Spikor machte hinter seinem Rücken ein Zeichen mit den Fingern, dass er und Stinkor noch aus ihrer Zeit bei den Evil-Warriors kannten, und Stinkor scharrte mit dem Fuß, um zu zeigen, dass er verstanden hatte. Augenblicklich richtete Zodac seinen hellseherischen Blick auf den Schwarzweißen, denn er ahnte, dass dieser etwas vorhatte. Doch so schnell konnte nicht einmal der berühmte Cosmic Enforcer die Zukunft voraussagen, wie Stinkor jetzt reagierte. Er trat neben Spikor und sträubte sein Fell. Eine dichte, schwarze Staubschicht wurde aufgewirbelt, die Stinkor fast sofort in einer dichten Wolke verschwinden lies. Zodac schoss zwar, doch er traf nicht, weil das Stinktier sich im Schutz dieser Wolke pfeilschnell aus der Bahn geworfen hatte. Auch Spikor rannte jetzt los, und da die Wolke sich rasend schnell in der engen Halle ausbreitete, sah Zodac ihn erst viel zu spät kommen. Spikors Stachelkeule sauste in Zodacs ungepanzerte Seite und grub sich tief ins Fleisch. Der Seher wurde an die Wand neben ihm geschleudert, und Spikor schickte ihm noch einen Tritt in die Rippen hinterher, um seinem Feind die Luft aus den Lungen zu jagen. Zodac japste nach Luft und hielt sich die zerfleischte Hüfte, als Stinkors Wolke ihn erreichte und er erfahren musste, dass sie keineswegs nur aus schwarzem Staub bestand, sondern darüber hinaus auch noch entsetzlich stank. Zodac hustete und blutete, und Stinkor rannte an ihm vorbei nach draußen. Spikor, der Baldurs Zepter in der linken Hand trug, zögerte, obwohl er die Luft nicht mehr lange anhalten konnte. Seitdem Stinkor hinter ihm mit dem Fuß gescharrt hatte, hatte der General keine Luft mehr geholt, und lange würde er das nicht mehr durchhalten. Dennoch riss er sich zusammen und trat an Zodac heran, der immer noch am Boden sitzend an der Wand der Halle neben der Treppe lehnte. ?Wieso hast du mich nicht erschossen, als du die Gelegenheit hattest?? fragte er Zodac. Dieser keuchte und schnaufte, doch er schaffte es mit zusammengebissenen Zähnen, eine Antwort hervor zu pressen: ?Ich habe deinen Tod vorausgesehen, Spikor. Du stirbst durch das Schwert! Deshalb hatte ich Tri-Klops auf euch angesetzt. Er war der beste Schwertkämpfer Eternias. Aber er wurde ermordet, und ich hatte kein Schwert dabei...? Dann wurde er von einem Hustenanfall geschüttelt und begann, Blut zu spucken. Spikor, dessen Lungen zu zerbersten drohten, überlies den gefallenen Seher seinem Schicksal und rannte die Treppe hoch und nach draußen, wo Stinkor, der sich am Ende nun doch noch bewährt hatte, bereits neben Tri-Klops Leiche auf ihn wartete. Spikor atmete durch und wartete, bis sein Kreislauf wieder normal lief. Dann sagte er zu seinem Kameraden: ?Gehen wir nach Haus!?


Auf dem Rückweg war Spikor bester Stimmung. Er hatte seine Mission erfüllt und das Zepter beschafft. Mit ihm würde Galirad bald wieder eine große Armee haben, und er, Spikor, wäre ihr General! Auch Stinkor war letztlich doch ein ganz brauchbarer Kerl gewesen, aber Spikor wusste nun, dass er ihn niemals unbeaufsichtigt lassen durfte, da er sonst vielleicht angesichts eines starken Gegners weglaufen würde. Noch zufriedener war Spikor mit dem Tod Tri-Klops und Zodacs, denn beide waren gefährliche Kämpfer gewesen, um die man sich nun keine Sorgen mehr zu machen brauchte. Am allermeisten aber freute sich Spikor über Zodacs letzte Worte, denn sie bewiesen, dass der Schmied mit seiner Vermutung über den Cosmic Enforcer richtig gelegen hatte: Selbst wenn er die Zukunft kennt, kann er sie noch lange nicht ändern. Oder umgekehrt: Er hätte sie ändern können (und wäre damit am Leben geblieben), doch er zog es vor, zu sterben, anstatt seine Vision Lügen zu strafen! Damit war für Spikor bewiesen, dass man seine Zukunft jederzeit ändern kann, wenn man nur will. Und jetzt, da Spikor wusste, dass er durch ein Schwert sterben sollte, würde er zweifellos Wege finden, um dies zu verhindert. Die Prophezeiung des Hexenmädchens würde sich nicht erfüllen! Er, Spikor, würde siegen und herrschen!
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