| 106 Einwohner anwesend |
|
|
HOME |
|
|
FANS | |
Fans
Europa
Deutschland
Niedersachsen
Kreis Osnabrück
Georgsmarienhütte
firefly33
![]() |
![]() |
|
||||||||||||||||||||||||||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|||||||
![]() |
||||||||||||
Fan-Fictions
Ungebetener Besuch
Probleme
|
![]() |
| Ungebetener Besuch Probleme |
![]() |
|
Teelana kehrte nach einem längerem Spaziergang zurück zur Burg. Ihre Zweifel waren dem Rat der Weisen nicht verborgen geblieben. Eine ältere Frau wollte sie aufsuchen, um mit ihr über eine endgültige Entscheidung zu beraten. Teelana war zwar am besten geeignet für die Aufgabe der Sorceress, doch eine Zauberin mit weniger starken Kräften war besser als eine halbherzige. Die Ratgeberin der jungen Magierin war zudem eine ausgezeichnete Heilerin, so dass sie sich vergewissern konnte, ob sie Fisto richtig behandelt hatte. Einerseits fürchtete sich das Mädchen vor dem Gespräch, andererseits war es gut, nicht mehr mit der Verantwortung alleine zu sein. In der Küche stellte sie fest, dass ihr Gast während ihrer Abwesenheit über sämtliche Lebensmittel hergefallen war. Die junge Frau ärgerte sich. Es war ja schön, dass Fisto wieder Appetit zeigte, schöner wäre es allerdings gewesen, wenn er ihr noch etwas übrig gelassen hätte. Die Magierin klopfte an und spähte in ihr Zimmer. Der rothaarige Mann lag mit geschlossenen Augen da, offensichtlich schien er immer noch Ruhe zu brauchen. Es war schwer, ihm weiter böse zu sein. Teelana trat vorsichtig an das Bett heran. Sanft strich sie ihm mehrmals über den Hinterkopf. Er schlief und bekam nichts mit, was würde es da schaden? ?Morgen kriegst du eine Wäsche und eine gründliche Rasur. Danach siehst du wieder aus wie ein Mensch.? ?Schlag dir das aus dem Kopf! Der Bart bleibt, wo er ist.? Teelana zog ihre Hand weg, als hätte sie sich verbrannt. Verblüfft starrte sie den Krieger an. ?Du schläfst ja gar nicht! Mistkerl!? Fisto setzte sich auf und sah sie mit gespielter Empörung an. ?Was heißt hier Mistkerl? Wenn du davon ausgehst, dass ich schlafe, ist das nicht meine Schuld. Du kannst übrigens gern weitermachen, es fühlt sich gut an.? ?Wir haben beschlossen, dass wir das lassen.? ?Nein, genau genommen hast du das allein beschlossen. Warum eigentlich? Ist es doch wegen Duncan? Der Mann wird mir langsam lästig!? Das Mädchen zog es vor, das Thema zu wechseln. Sie blickte Fisto ernst an. Es wurde Zeit, sich über die nähere Zukunft Gedanken zu machen. ?In ein paar Tagen bist du gesund genug, um wieder zu arbeiten. Der Schnitt heilt und Fieber hast du auch fast keines mehr. Was sind deine Pläne? Soll ich mich im Dorf nach Arbeit für dich erkundigen?? Fisto schaute erstaunt auf. ?Nein, ich gehe selbst ins Dorf und sehe nach, ob ich mich irgendeiner Truppe anschließen kann. Wozu brauche ich eine neue Beschäftigung? Ich habe längst eine.? ?Anderen Leuten die Köpfe einzuschlagen ist also ein sinnvoller Beruf für dich??, fragte Teelana im scharfen Ton. ?Natürlich ist das nicht so edel und sinnvoll wie heruntergekommene Burgen zu bewachen, aber ja, es ist mein Beruf und ich will keinen anderen! Akzeptiere das gefälligst!? ?Dann werden wir uns wohl nicht mehr wiedersehen.?, stellte das Mädchen betont sachlich fest. Dieser Mensch sah den Kampf nicht als notwendiges Übel an, so wie sie oder Duncan. Er war Söldner aus Leidenschaft. Wer mit ihm das Leben teilen wollte, würde immer Angst um ihn haben müssen. Das Schicksal einer jeden Soldatenfrau. ?Kleines, wer sagt denn so was? Ich werde zurückkehren, sooft ich nur kann. Sobald ich genug verdient habe, baue ich uns ein schönes Zuhause. Dann brauchst du nicht mehr in diesem elenden Steinhaufen zu wohnen.? Die Magierin stöhnte genervt auf. Er verstand es einfach nicht. Aber wie auch? Wie viel durfte sie ihm sagen, ohne sich zu verraten? ?Hör zu, ich lebe freiwillig in diesem Steinhaufen und ich lebe gerne hier. Ich habe eine Aufgabe zu erfüllen. Sie ist der Grund, warum es mir unmöglich ist, richtig mit dir zusammen zu sein. Duncan hat nichts damit zu schaffen. Ich habe ihn vor ein paar Wochen ebenfalls abgewiesen.. Darum haben wir uns auch gestritten.? Der Unterschied bestand nur darin, dass es sie keinerlei Überwindung gekostet hatte, ihren Kameraden abzuwimmeln. Jetzt hätte sie viel lieber alles zurückgenommen und ihren Gast umarmt. Es ging nicht. Sie musste Distanz bewahren, bis sie eine endgültige Entscheidung gefällt hatte. Fisto war nicht bereit, sofort aufzugeben. Er fasste die Hand der jungen Frau und zog sie zu sich heran. ?Du bist mir wichtig! Kannst du deine Aufgaben nicht einschränken oder andere übernehmen? Bin ich dir das nicht wert?? ?Das ist unfair! Du gibst doch dein Leben als Söldner auch nicht für mich auf! Was verlangst du von mir? Ist es dir schon mal in den Sinn gekommen, dass außer dir noch andere Menschen Wünsche und Ziele haben?? ?Ekelst du dich doch vor mir? Hat es etwas damit zu tun, dass ich anders aussehe?? ?Hör auf damit! Immer, wenn etwas nicht nach deinem Kopf läuft, ist deine Hand schuld! Damit gehst du mir so was von auf die Nerven!? Fisto senkte den Kopf. ?Verstehe. Darf ich dich ein letztes Mal küssen? So zum Abschied?? ?Nein. Wenn wir jetzt damit anfangen, dann hören wir nicht mehr auf. Wir lassen es bleiben.? Teelana hielt ihren Vorsatz genau fünf Sekunden durch. Dann zog sie ihn an sich, und küsste ihn, fordernd, leidenschaftlich. Ihr Partner hielt ebenfalls nichts von vornehmer Zurückhaltung und erwiderte ihren Kuss mit der gleichen Intensität. Beide überhörten das energische Klopfen an der Zimmertür. ?Störe ich euch? So krank sieht dein Patient aber gar nicht aus!? Die alte Heilerin, die Teelana erwartet hatte, stand plötzlich im Zimmer und schien nicht zu wissen, ob sie über den Anblick amüsiert oder empört sein sollte. Das Paar fuhr mit hochroten Köpfen auseinander. Das Mädchen ordnete rasch ihr Haar und begrüßte die ältere Frau höflich. ?Fisto, das ist Ava. Sie ist eine ausgezeichnete Heilerin und kann dir sagen, wann du wieder einsatzfähig bist. Ich ziehe mich dann zurück. Bis später.? Die Magierin ging in die Küche und kühlte ihr glühendes Gesicht mit Wasser. Hoffentlich war der Krieger nicht unverschämt zu ihrem Besuch. Es klopfte nach einiger Zeit wieder und Ava stand in der Küche. ?Du hast gute Arbeit geleistet. Ich hätte ihn nicht besser behandeln können. Deine Fähigkeiten sind bemerkenswert, aber du bist nicht mehr mit der Seele dabei. Woran liegt es?? Die Alte schwieg und ließ Teelana lange Zeit zum Überlegen. ?Ich glaube, ich liebe ihn. Ich will seine Frau werden und die Burg aufgeben.? ?So? Meinst du nicht, es ist ein bisschen früh, um von ?Liebe? zu sprechen? Ihm ist es schlecht gegangen, manche Menschen brauchen dann mehr Zuwendung als im Normalzustand. Du warst sehr lange alleine und hättest dich vermutlich sogar über die Gesellschaft von Keldor gefreut.? Ava machte eine Pause und fuhr fort: ?Glaube nicht, dass ich dich nicht verstehe. Ich war auch mal jung. Überstürze nichts. Eternia stehen schwere Zeiten bevor und wir brauchen dich. Wenn du aber wirklich nicht willst, zwingen wir dich nicht, auf Grayskull zu bleiben. Du hast vier Tage Zeit, dann erwarten wir deine Entscheidung.? Die junge Magierin nickte. Sie war überzeugt, dass sie ihren Entschluss längst gefasst hatte. Die Alte erhob sich zum Gehen. Mahnend sah sie Teelana an: ?Überlege deine weiteren Schritte sorgfältig. Dein Patient ist ein schwieriger, hitzköpfiger Mensch. Ihr habt nicht viel gemeinsam. Der andere junge Mann, der Dunkelhaarige, passt viel besser zu dir.? ?Das mag sein, aber ich kann Duncan nicht lieben. Er weiß das auch.? Die junge Frau begleitete die alte Heilerin zum Burgtor hinaus und sah ihr lange nach. Fisto lag wie erstarrt im Bett. Er hatte nicht lauschen wollen, doch den Satz, dass der Dunkelhaarige besser zu Teelana passte, hatte er mitbekommen. Dieser Duncan hatte also dunkle Haare. Das konnte Zufall sein. Er musste sie fragen, es würde ihm sonst keine Ruhe lassen. Als sie wieder ins Zimmer kam, sprach er sie ohne Umschweife darauf an. ?Dein Kumpel, hat er dunkle Haare und braune Augen? Und ziemlich buschige Augenbrauen?? Das Mädchen lachte verwundert. ?Stimmt. Woher weißt du das?? ?Geraten. Hat er auch eine Brandnarbe am linken Arm?? Der Rothaarige sah sie gespannt an. Die Narbe stammt von dem missglückten Versuch, die Reaktion von zwei Flüssigkeiten zu testen.. Der Kleine war deswegen von der Dorfschule geflogen, weil er beinahe das Gebäude angezündet hatte, wenn auch nicht absichtlich. ?Ja, das stimmt auch. Ihr kennt euch, oder? Seid ihr vielleicht entfernt miteinander verwandt? Ihr habt nämlich fast die gleiche Stimme, das ist mir sofort aufgefallen.? Da Fisto seinen Bruder das letzte Mal mit Kinderstimme hatte sprechen gehört, konnte er es nicht beurteilen. Das Schachspiel würde ihm letzte Gewissheit verschaffen. Jetzt galt es, das Mädchen für eine Weile loszuwerden. ?Lässt du mich für einen Moment alleine? Ich bin so müde.? Teelana beugte sich vor. ?Du glühst ja schon wieder. Geht es dir schlechter? Oder regst du dich wegen irgendetwas auf?? ?Nein, nein. Ich bin wirklich nur müde.? Der Mann täuschte ein Gähnen vor, um die Sache möglichst glaubwürdig rüberzubringen. ?Na dann ruh dich aus. Ich muss eh noch neue Lebensmittel besorgen. Du frisst mir die Haare vom Kopf.? ?Da könnte man bei dir eine ganze Weile von satt werden.? ?Frechheit! Sei vorsichtig, was du sagst. Noch füttere ich dich durch. Bis später.? Kaum waren ihre Schritte verklungen, zog Fisto das handgeschnitzte Schachspiel aus dem Regal, legte die Figuren beiseite und drehte das Brett um. In der Ecke stand die Widmung, die jemand ungeschickt zu übermalen versucht hatte. ?Für Ben von Elaine.? Kein Zweifel. Es war das Spiel, das er seinem jüngeren Bruder vor mehreren Jahren gegeben hatte. Sein Bruder Duncan, immer klüger, schneller und erfolgreicher als er selbst. Jetzt sogar bei dem Mädchen, das er mehr mochte, als alle anderen zuvor. Die einzige Chance, die ihm blieb, war, möglichst rasch eine neue Truppe zu finden und Geld zu verdienen. Er musste ihr etwas bieten können, das war klar. Dann könnte sie vielleicht auch ihre Aufgabe, die sie am Zusammensein hinderte, aufgeben. Das ihr Freund sein Bruder war, würde er vorerst für sich behalten. |
|