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Fan-Fictions
Eigene Wege
Zukunftsaussicht
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| Eigene Wege Zukunftsaussicht |
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Teelana war sich nach der Nacht am See sicher, die Aufgabe der Sorceress nicht übernehmen zu wollen. Es blieben ihr noch gut zwei Tage Zeit bis zur endgültigen Entscheidung. Die junge Frau beschloss, diese weitere Frist nicht zu nutzen und Ava ihren Entschluss so bald wie möglich zu überbringen. Dann wurde es Zeit, eine neue Bleibe zu suchen, denn in Grayskull durfte die Magierin nur bleiben, wenn sie es beschützte und bewachte. Man würde ihr auch alles, was sie bereits an Geheimnissen erfahren hatte, aus dem Gedächtnis löschen. Mehrere Jahre des Studiums wären dann vergebens gewesen. Teelana war es in ihrem jetzigen Zustand der Verliebtheit vollkommen gleichgültig. Sie fühlte sich wie in einem angenehmen Rausch, doch die Realität würde sie schneller einholen, als ihr lieb war. Fisto hielt es für den besten Zeitpunkt, seinem Mädchen nun von dem Angebot zu erzählen, dass ihm am vergangenen Tag gemacht wurde. Es galt, ihre Zufriedenheit zu nutzten, um ihr den kommenden Abschied nahe zu bringen. ?Teelana, die gestrige Nacht hat doch gezeigt, dass wir zusammengehören, oder? Eine kurze Trennung würde nichts zwischen uns ändern, habe ich recht?? Die Magierin wurde misstrauisch: ?Was meinst du damit? Willst du nicht doch versuchen, hier in der Gegend Arbeit zu finden? Für jemanden mit deiner Statur ist es doch leicht, irgendwo auszuhelfen.? ?Du kennst meine Meinung zu diesem Thema. Ich habe mich nicht jahrelang ausbilden lassen und entsprechend trainiert, um später für irgendwelche Leute Sachen zu schleppen.? ?Jede Arbeit, die rechtens ist, verdient Anerkennung. Mir wärst du nicht weniger wert, wenn du irgendwo im Bergwerk oder auf einem Hof aushilfst.? Das war nicht so ganz die Antwort, die sich der Krieger erhofft hatte. Wieso verstand sie nicht, wie wichtig ihm die erneute Aufnahme in seine ehemalige Truppe war? Er musste es auf andere Art versuchen. ?Ich habe bei meinem letzten Einsatz durch mein Verhalten den anderen ziemlichen Ärger eingebracht. Jetzt hätte ich die Chance, zu beweisen, dass ich nicht egoistisch bin. Teelana machte diese Aussage noch gereizter. ?Ach, und wenn du mich hier sitzen lässt, dann ist das nicht egoistisch? Weißt du, was ich gerade für dich aufgebe? Fisto wusste es nicht. Er hatte den Eindruck, sie wollte ihn mit aller Gewalt hier festhalten. ?Wieso kommt dieser Steinhaufen nicht ohne dich aus? Mit deinen Heilkräften könntest du auch bei einem Arzt oder auf einer Krankenstation arbeiten. Ich finde übrigens, dass ein Mann für die Bewachung einer Burg viel besser geeignet ist, als eine körperlich nicht gerade starke Frau.? Alles, alles hätte er sagen dürfen, aber nicht das. Die Magierin fühlte Wut in sich aufsteigen. Sie war für diese Aufgabe wesentlich besser geeignet als jeder Mann. Magie war doch eine weit wertvollere Gabe als jede Körperkraft! Sie vergaß, dass der Krieger nicht ahnen konnte, mit welch mächtigen Frau er sich eingelassen hatte. ?Grayskull, wie mein Steinhaufen korrekt heißt, birgt Geheimnisse, die du nicht mal erahnen kannst. Aber wie will eine Schlägertype wie du das auch begreifen?? Der Rothaarige zuckte zusammen. Er wurde weiß im Gesicht. ?Du musst dich keine Sekunde länger mit einer Schlägertype wie mir abgeben. Was bin ich dir für Kost und Logis schuldig?? Für ein paar Minuten war es, als hätte man einander nie gekannt. Als hätte es keine Vertrautheit zwischen ihnen gegeben. Teelana versuchte, sich zu beruhigen.. Sie ahnte, dass sie ihn nur dann halten konnte, wenn sie ihn fort ließ. Es gab offenbar keine andere Beschäftigung, die ihn ausfüllte. ?Ich wollte dich nicht beleidigen. Es fällt mir zwar schwer, deine Begeisterung fürs Kämpfen nachzuvollziehen, aber du sollst nicht unglücklich sein. Wenn dir so viel daran liegt, dann geh. Ich werde auf dich warten.? Fisto zog sie an sich und küsste sie auf die Stirn. ?Ich beeile mich auch. Es ist ja noch gar nicht klar, ob sie mich wieder aufnehmen. Ich komme auf jeden Fall am frühen Abend zurück, ganz egal wie die Entscheidung ausfällt.? ? Ich wünsche dir viel Glück.? Das war gelogen. Insgeheim hoffte sie, dass Fistos ehemaliger Vorgesetzter ihn ablehnen würde. Das Gespräch hatte zur Folge, dass sie nicht wie geplant zu Ava ging, um ihren Rücktritt als Burgwächterin anzumelden. Irgendetwas in ihr warnte sie vor diesem Schritt. Noch blieben knapp zwei Tage Bedenkzeit. Teelana wollte gerade an ihre Studien gehen, als ein Bote im eiligen Galopp auf die Burg zugeritten kam. Er winkte mit mehreren Briefen. Post von Duncan! In kurzen, knappen Sätzen, wie es seine Art war, schilderte ihr Kamerad seine Eindrücke vom Kampf. Wie grausam sich die Bilder von Verletzten oder Getöteten einprägten. Wie sehr er sich zurück in seine Werkstatt wünschte. Im letzten Brief stand, dass er sich für kurze Zeit in ihrer Nähe befand und für ein paar Stunden bei ihr vorbeischauen würde. Das Mädchen sah rasch auf das Datum des Briefes, oh je, er würde ja schon heute abend herkommen. Jetzt musste sie rasch alles für den Besuch vorbereiten. Es würde sich nicht vermeiden lassen, dass sich beide Männer begegneten. Eines war klar: die Freundschaft zu Duncan würde sie für keinen anderen aufgeben, dafür bestand sie zu lange. Wer sie liebte, musste das akzeptieren. Die Magierin wollte noch schnell ins Dorf und noch ein paar zusätzliche Lebensmittel holen. Sie hinterließ Fisto einen Zettel, mit der Nachricht, dass Duncan sie in ein paar Stunden besuchen würde. Der Krieger sollte nicht aus allen Wolken fallen, weil sie mit einem anderen Mann auftauchte. Die junge Frau hatte gerade die Burg verlassen, als ein Windstoß durch das offene Fenster das Papier bewegte. Der fette Hauskater sprang dem Papier nach. Er war zwar grundsätzlich nicht für zuviel Bewegung, aber für ein kleines Spiel zwischendurch immer zu haben. Er schleppte seine Beute nach draußen. Die Nachricht für Fisto endete als viele kleine Papierfetzen zwischen übermütigen Katzenpfoten. Der Rothaarige strahlte vor Glück. Man hatte ihn wieder aufgenommen, wenn auch nur aus der Not heraus. Bedingung war allerdings, dass der Schwertkämpfer gleich am Abend am gemeinsamen Training teilnehmen sollte. Der Krieger beschloss, seiner Freundin mitzuteilen, dass er später kommen würde als geplant. Teelana schien nicht da zu sein. Rasch schrieb Fisto eine Nachricht und legte sie ebenfalls auf den Küchentisch. Der Kater war begeistert. Noch ein Spielzeug! Die Nachricht wurde ebenfalls genüsslich von der Katze im Freien zerfetzt. Am späten Nachmittag kehrte Teelana heim und begann gleich mit den Essensvorbereitungen. Sie hatte extra einfache Gerichte gewählt, bei denen sie nicht viel falsch machen konnte. Komisch, Fisto hätte längst da sein müssen, aber vielleicht hatten die Verhandlungen ja länger gedauert. Er musste in der Zwischenzeit hier gewesen sein, denn die Nachricht lag nicht mehr auf dem Küchentisch. Na, umso besser, jetzt wusste er Bescheid. Eine Stunde um die andere verging. Der Krieger ließ sich nicht blicken. Das Mädchen wurde unruhig. War ihm etwas zugestoßen? Oder war er einfach mit der Truppe weitergezogen und hatte sie vergessen? Sie blickte aus dem Fenster und sah einen baumlangen, jungen Mann in grüner Uniform und orangefarbener Rüstung den Hof betreten. Duncan! Sie freute sich unbändig, ihn wiederzusehen.. Teelana sprang auf, rannte nach draußen und fiel dem Freund in die Arme. Das ernste Gesicht des jungen Mannes verzog sich zu einem erfreuten Grinsen, er packte das Mädchen und wirbelte sie ein Stück herum. Dann stellte er sie auf die Füße und musterte sie. ?Gut siehst du aus. Noch hat die Verwandlung nicht eingesetzt, oder? Ich merke jedenfalls keinen Unterschied zu früher.? ?Die Verwandlung hat noch nicht eingesetzt. Vielleicht wird sie niemals einsetzen.? ?Was soll das heißen? Willst du deine Aufgabe als Sorceress doch nicht erfüllen?? Duncan hatte plötzlich Herzklopfen. Konnte es sein, dass sie sich doch darüber klargeworden war, dass sie ihn liebte? ?Ich habe jemanden kennen gelernt. Ich stelle ihn dir später vor. Erzähl du erst Mal von deinem Einsatz, bei dir ist sicherlich mehr passiert als bei mir. Kann man schon absehen, wann die Unruhen beendet sind?? Dem jungen Soldaten war zu Mute, als hätte man einen Eimer kaltes Wasser über ihm ausgeleert. Trotzdem bemühte er sich um ein Lächeln und fing an mit wenigen Worten die Situation zu schildern. Seine Kameradin hörte ihm nur mit halbem Ohr zu. Immer wieder schaute sie zum Fenster heraus. Duncan ärgerte sich. Dafür hätte er den weiten Weg nicht machen brauchen. Ihm fiel jedoch auch auf, dass Teelana mit jeder weiteren Minute, die verstrich, unglücklicher wirkte. Ihm fielen Bemerkungen von Kameraden über Mädchen ein, die leicht zu haben waren, wenn man nur das Richtige erzählte. Die man dann aber auch selbstverständlich wieder vergaß, sobald man sein Ziel erreicht hatte. Fisto hatte mit dem Absolvieren des Trainings seinen erneuten Einstieg in Jenners Truppe besiegelt. Die verbliebenen Kameraden wollten mit ihm den Einstand feiern, doch der Rothaarige winkte ab: ?Morgen auf jeden Fall, heute habe ich noch etwas vor.? Einar pfiff durch die Zähne: ?Deine Freundin besteht darauf, dass du pünktlich heimkommst, was?? Fisto grinste: ?Möglich...? ?Die Riesenflosse hat ein Mädchen aufgegabelt. Na dann viel Spaß!? ?Den werde ich haben. Bis morgen.? Der Schwertkämpfer war viel zu gut gelaunt, um sich ärgern zu lassen. Als die Burg in Sichtweite kam erstarrte der Rothaarige. Das konnte nicht sein! Das durfte nicht sein! Vor der Burg umarmte ein hochgewachsener junger Mann in der Uniform eines Elite-Soldaten ein Mädchen mit langen, kastanienbraunem Haar. Im ersten Moment wollte der Söldner mit gezücktem Schwert auf den Rivalen losgehen. Doch dann besann er sich. Sie erwiderte die Umarmung. Jetzt sah es so aus, als würden sie sich küssen. Bei Eternia, wie viele Männer hatte sie denn noch? Von einem Elite-Soldaten konnte sie sich natürlich mehr erhoffen als von einem einfachen Söldner. Dieser junge Mann hatte zudem auch mit Sicherheit zwei normale Hände, war also auch attraktiver. Sie kannten sich, denn zwischen beiden herrschte Vertrautheit, dass konnte man auch aus der Entfernung sehen. Fisto ließ das Schwert sinken. Er war überzeugt davon, keine Chance gegen den anderen zu haben. Der Krieger drehte sich resigniert auf dem Absatz herum und ging zurück zur Truppe. Er wollte trinken und vergessen, was er gesehen hatte. Die Nacht würde er mit den Kameraden im Lager verbringen. Sie hatte es verdient, dass sie heute vergeblich auf ihn wartete. Morgen, bevor er mit den anderen weiterzog, würde er sie zur Rede stellen. Mittlerweile war es dunkel geworden. Duncan griff seiner Freundin leicht an die Schulter. ?Komm, lass uns essen. Dein Freund erscheint heute nicht mehr.? Teelana schluckte die Tränen herunter. ?Du hast recht. Fangen wir an.? Der junge Soldat freute sich einerseits insgeheim, dass der andere Mann nicht aufgetaucht war. Andererseits fiel es ihm auch schwer Teelana leiden zu sehen. Mit Worten zu trösten war nicht Duncans Sache, ihm fiel nie ein, was er in solchen Situationen sagen sollte. Vorsichtig strich er dem Mädchen durch das Haar und lächelte sie aufmunternd an. Die junge Frau würgte pflichtschuldig ein paar Bissen herunter und bemühte sich um eine unbekümmerte Unterhaltung. Kurz vor dem Abschied startete der Freund noch einen ungeschickten Versuch, die Kameradin zu trösten: ?Vergiss den Kerl. Manche Männer sind es nicht wert, dass man ihnen nachtrauert, die nehmen das Ganze nicht so ernst... An Teelana Reaktion sah er, dass es besser gewesen wäre, den Mund zu halten. Sie lachte gequält: ?Stimmt mal wieder, alter Besserwisser. Ich bin froh, dass du da warst. Pass weiterhin gut auf dich auf, ja?? ?Du auch. Lerne fleißig, wenn wir uns das nächste Mal sehen, bist du eine der mächtigsten Magierinnen Eternias.? Duncan drehte sich um und ging. Für einen kurzen Moment konnte er sich dem boshaften Gedanken nicht erwehren: ?Jetzt weiß sie, wie es ist, jemanden zu lieben, der deine Gefühle nicht erwidert? Nach Mitternacht fühlte das Mädchen keine Trauer mehr, sondern nur noch grenzenlose Wut. Natürlich kam Fisto nicht zurück, warum auch? Er hatte ja seinen Spaß gehabt! Wahrscheinlich hatte er längst das nächste Mädchen im Arm. Nicht mit ihr! Zornig warf sie Teller und Tasse, die für den Krieger bestimmt gewesen waren, gegen die Burgwand. Zufrieden sie sah das Geschirr in Stücke zerspringen. Er sollte keine Erinnerungen mehr an ihre gemeinsame Zeit haben. Sie würde ihm die vergangene Nacht aus dem Gedächtnis löschen, das war eine ihrer leichtesten Übungen. Wegen so einem hätte sie um ein Haar ihre Bestimmung verraten. Nein, sie würde Zauberin von Grayskull werden, da gab es keine Zweifel mehr. Mit Verhallen ihres Zauberspruches vergaß der rothaarige Krieger alles, was sich in den letzten Tagen ereignet hatte. Leider vergaß er damit auch sein Vorhaben, nochmals zur Burg zurückzukehren und mit ihr zu reden. Ohne es zu wissen, hatte sich Teelana damit um die letzte Möglichkeit einer Aussprache gebracht. Am nächsten Tag stand die Magierin vor dem Rat der Weisen und verkündete ihren Entschluss, die Weihung zur Sorceress in den nächsten Wochen zu empfangen. Die alte Heilerin nahm sie bei Seite: ?Teelana, nimmst du dafür alle Konsequenzen im Kauf? Du wirst vor einer schweren Entscheidung stehen, denn du bist nicht mehr alleine.? Das Mädchen verstand nicht. Was meinte Ava damit? Natürlich war sie wieder alleine und würde es wohl für lange Zeit auch bleiben. Was sollte sich daran ändern? |
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