| 111 Einwohner anwesend |
|
|
HOME |
|
|
FANS | |
Fans
Europa
Deutschland
Nordrhein-Westfalen
Kreis Herford
Hiddenhausen
HL
![]() |
![]() |
|
||||||||||||||||||||||||||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|||||||
![]() |
||||||||||||
Fan-Fictions
Das Geheimnis des schwarzen Spiegels
Die Stunde der Bewährung
|
![]() |
| Das Geheimnis des schwarzen Spiegels Die Stunde der Bewährung |
![]() |
|
Während Silvia und ihre Freunde im Hangar verzweifelt um das Leben Anti-Orkos kämpften und diesen Kampf schlussendlich verloren geben mussten, bewegte sich Evil-Lyn durch die Gänge Anti-Snake Mountains. Sie wollte mehr über die Geflogenheiten dieser Festung herausfinden, und sich vor allem mit der Lebensweise ihres Gegenstücks Silvia vertraut machen. Sie schlug in den Korridoren eine Richtung ein, die sie in dem anderen Snake Mountain in ihr Zimmer führen sollte. Als sie ihr Ziel erreichte, fand sie zu ihrem Erstaunen nicht zwei Türen vor, (Skeletor und Evil-Lyn hatten im Schlangenberg zwei getrennte Zimmer) sondern nur eine Große. Sie war aus massivem Eichenholz gefertigt, und verzierte sich mit einem goldenen Rahmen. Rechts von der Tür befand sich ein Schild. ?Keldor & Silvia? stand darauf in dunkelgelben Buchstaben. Evil-Lyn öffnete langsam die Tür und trat herein. Sie fand ein großes Wohnzimmer vor, mit einer riesigen Sitzkomination und einen ebenso großen Tisch aus Holz in der Mitte. Schränke und Regale bauten sich an den Wänden auf, in denen sich zahllose Bücher über Magie, diverse Chemikalien, technische Geräte und viele Bilder über die unterschiedlichsten Widerstandskämpfer befanden. An der Wand gegenüber der Eingangstür befanden sich zwei große Fenster, die einen Blick auf den riesigen Park vor dem Schlangenberg-Gebäude gewährten.
Evil-Lyn ging im Raum umher, und begann damit die Einrichtungsgegenstände zu studieren. Ihr fiel ein eingerahmtes Foto auf, auf dem Silvia abgebildet war. Jetzt sah sie ihr Gegenstück genau, wenn auch nur auf einem Bild. Und sie erkannte, dass sie aber auch wirklich genauso aussah wie sie. Kein Wunder, warum sie alle für die Rebellin hielten. Einen Unterschied bemerkte sie jedoch im Gegensatz zu sich selbst. Silvia trug auf diesem Foto keine schwarze Kappe. Ihre weißen Haare waren schulterlang und in einem dichten Volumen, während Evil-Lyns Frisur immer kurz geschnitten war. Sie hätte ihre Haare gerne selbst lang getragen, aber Skeletor (bzw. Keldor) hatte dies immer abgelehnt. Deshalb hielt sie ihm zuliebe ihre Haartracht immer kurz. Trotzdem fühlte sie sich im Kopfbereich deswegen immer ungeschützt, weswegen sie sich ihre magische schwarze Kappe anlegte. Die erste Zeit bei Keldor trug sie diese nur gelegentlich, dann immer öfters, bis sie sich daran so sehr gewöhnt hatte, dass sie die Kappe immer trug. Die Schwarzmagierin nahm sich das Bild, und ging damit ins Badezimmer, welches sich hinter einer anderen Tür innerhalb dieses Quartiers befand. Sie stellte sich vor den Spiegel und nahm ihre Kappe ab. Dann schloss sie ihre Augen, um sich zu konzentrieren. Mit einem Zauber wollte sie ihre Haare in Sekundenschnelle wachsen lassen. Magische Blitze zogen über ihren Kopf, und tatsächlich formiere sich eine neue Frisur auf ihrem Kopf, die genauso aussah wie die von Silvia. Als es vorbei war, verglich die Hexe ihr Erscheinungsbild mit dem von Silvia. Sie war zufrieden mit dem Ergebnis, denn jetzt sah sie wirklich genauso aus. Ein diabolisches und selbstsicheres Grinsen überzog ihr Gesicht. Der erste Schritt in ihr neues und besseres Leben wurde gemacht. Hier durfte sie lange Haare tragen, und das sogar offen. Und was sogar noch besser war, sie musste es tun, damit ihre Tarnung nicht auffliegt. Denn Evil-Lyn fielen mehrere Fotos auf, auf denen die Rebellin abgebildet war. Und auf jedem Foto war sie ohne Kappe zu sehen. Sie verließ das Bad und ging wieder zurück ins Wohnzimmer. Dort fiel ihr eine weitere Tür auf, die in einen anderen Raum führte. Nach dem Durchqueren dieser Tür befand sie sich im Schlafzimmer des Widerstandspaares. Dieser Raum war beinahe genauso groß wie das Wohnzimmer, und ebenfalls befanden sich zwei große Fenster an der Wand. Ein großer Kleinerschrank befand sich an der gegenüberliegenden Wand. In der Mitte baute sich ein riesiges Doppelbett auf, mit weichen Kissen und einem gemütlich wirkenden blau-violetten Bezug. Es sah so was von einladend aus, dass es einen quasi dazu aufforderte, darin zumindest ein kleines Nickerchen zu machen. Auf einem Nachttisch rechts vom Bett fand sie ein Bild. Die Schwarzmagierin nahm es und sah sich das Foto genau an. Drei Personen waren darauf abgebildet. Anti-Keldor, Silvia und das kleine Mädchen, dass Evil-Lyn durch den Park begleitet hatte. Zum allerersten Mal sah sie den Anführer der Widerstandsbewegung auf einem Bild. Anti-Orko hatte also nicht gelogen, er sah genauso aus wie der Keldor von früher, wenn auch mit einem Gesicht in einer natürlichen Farbe. Sie verliebte sich sofort in ihn, es war eine unbeschreibliche Mischung aus Glücksgefühl und Vorfreude. Sie spürte, wie ihr Herz zu pochen begann und wie sich die sprichwörtlichen Schmetterlinge im Bauch bemerkbar machten. Sie setzte sich aufs Bett, strich mit den Fingern über das Bild und prägte sich jedes Detail von Anti-Keldors Gesicht ein. Aber sie betrachtete auch das kleine Mädchen, abgebildet als dritte Person auf dem Foto. Die Hexe erinnerte sich an sie. Sie hatte Evil-Lyn durch den Park begleitet, als sie zum ersten Mal hierher kam. Kurze Zeit später fiel sie einem Luftangriff zum Opfer. Sie war ein wenig besorgt um das Kind und es brannte ihr die Frage unter den Nägeln, ob sie noch am Leben war. Der Einzige, der ihr dies beantworten konnte, war Anti-Webstor. Er hatte das Mädchen nach dem Angriff auf seiner übergroßen Spinne abtransportiert. Sie saß noch eine Weile auf dem Bett und betrachtete das Bild. Dann machte sie sich auf, und suchte im Schlangenberg-Gebäude einen Weg, der sie bei ihr zu Hause in Webstors schauriges Spinnenlabor bringen würde. Nach einiger Zeit erreichte sie in einem Korridor eine große Doppeltür aus mattem Glas. Zwei rote Kreuze waren in das Glas eingearbeitet. ?Krankenstation? war darüber in großen Lettern zu lesen. Ein sanftes pneumatisches Geräusch ertönte, als sich Evil-Lyn weiter näherte. Die beiden Türhälften schoben sich wie von Geisterhand auseinander, und gaben einen vollkommen abgeschlossenen Bereich frei. Evil-Lyn trat hindurch und kurz danach schoben sich die Türen wieder zu. Sie war nun in einem Areal, das noch weißer und steriler war als die ohnehin schon vollkommen hellen Korridore Anti-Snake Mountains. Es roch mach Medikamenten, überall stand medizinisches Gerät herum. Eine Frau mittleren Alters kam ihr direkt entgegen. Evil-Lyn kannte diese Dame nicht und sie konnte sich auch vorstellen, zu wem sie das Gegenstück sein könnte. Aber der Kleidung nach zu urteilen, die sie trug, arbeitete sie hier offenbar als Krankenschwester. ?Silvia. Gut, dass du hier bist. Webstor wurde zu einem Notfall gerufen, aber ich bin ja auch noch da.?, sagte sie, als sie näher an Evil-Lyn herankam. ?Ich bin wegen meiner Tochter hier. Sie war beim Luftangriff von heute Morgen im Park.?, erwiderte die Hexe unsicher. ?Du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Stella hat großes Glück gehabt und wird wieder ganz gesund.?, gab die Schwester beruhigend an. Sie legte ihren Arm um Evil-Lyns Schulter und führte sie in ein Krankenzimmer. Da lag Stella in einem riesigen Krankenbett. Über ihr stand ein riesiges Gerät mit einem großen Monitor. Es zeigte Herzfrequenz, Atmung und andere Körperfunktionen des Mädchens an. Stella hatte an ihrem rechten Arm eine größere Verletzung, die jedoch bereits im Begriff war zu heilen. Mehrere Vogelspinnen saßen rings um der Wunde herum, und pumpten offenbar irgendetwas unter die Haut. Die Schwarzmagierin verabscheute diese Spinnen. Selbst bei dem echten Webstor waren diese Viecher für sie ein Grauen, und auch jetzt lief es ihr eiskalt den Rücken herunter als die Tiere sah. Doch weder ihre künftige Ziehtochter, noch die Pflegerin schienen irgendwelchen Ekel oder gar Angst vor den Tieren zu empfinden. Die Schwester nahm ein gläsernes eckiges Gefäß, und setzte nach und nach die Spinnen herein. Dann deckte sie die Wunde mit einem großen Verband ab. ?Wir haben eine Gehirnerschütterung, Prellungen und Schlürfwunden behandelt. Ihre Magie hat sie vor Schlimmeren bewahrt.?, sagte sie, als sie mit der Behandlung fertig war. ?Und sie wird noch eine ganz große Magierin werden. Dafür werden wir beide schon sorgen, was Stella!??, sagte die Hexe zu dem Mädchen. ?Ja schon, aber es tat so furchtbar weh, als diese Maschine mich angegriffen hat.?, antwortete Stella etwas kleinlaut. ?Hey, Stella. Du hast doch gesagt, dass du eine große Kämpferin werden willst.?, erwiderte Evil-Lyn, ?Und wer eine Kämpferin werden will, muss Schmerzen ertragen können.? ?Ja schon, daran muss ich mich wohl gewöhnen.?, murmelte das Mädchen daraufhin. ?Die geben mir hier immer so ein ekelhaftes Zeug zum Trinken. Kannst du nicht etwas dagegen machen??, fragte Stella die Schwarzmagierin. Die Frage stelle das Mädchen nicht laut, sondern sie übermittelte es der Schwarzmagierin telepathisch, sodass es die Schwester nicht hören konnte. Evil-Lyn schloss in erster Linie aus der Frage, dass sie mit ihr alleine sein wollte, und bat die Schwester zu gehen. Noch eine ganze Weile hielt sich Evil-Lyn bei Stella auf, dann verließ Skeletors rechte Hand die Krankenstation. Zuvor ließ sie sich es nicht nehmen, auch ihre Blessuren behandeln zu lassen, die sie beim Kampf gegen die Evil-Masters erlitten hat. Als sie sich wieder in den Korridoren befand, begegnete sie Anti-Keldor. Als die Schwarzmagierin ihn sah, begann ihr Herz wieder zu pochen und sie strahlte über das ganze Gesicht vor lauter Freude. Jetzt sah sie den Mann ihrer Träume in pro natura. Sie kam ins Laufen, rannte auf ihn zu, umarmte ihn leidenschaftlich und versetzte ihn einen dicken Kuss. Anti-Keldor schien überrascht, dass Evil-Lyn ihn so dermaßen umklammerte. ?Keldor, endlich sehe ich dich. Ach man, ich hab dich so vermisst.?, sagte sie freudig zum Rebellenführer. ?Silvia, bist du es wirklich??, fragte Anti-Keldor leicht ungläubig. ?Ja Keldor, ich bin es, deine Frau.?, sagte Evil-Lyn während sie mit ihren Armen weiterhin seine Taille umklammerte. ?Aber du wolltest doch in den Arrestbereich. Wieso bist du hier denn hier unten in der Nähe der Krankenstation?? ?Keldor, das ist eine böse Doppelgängerin. Ich bin mit der Sorceress aneinander gekommen. Sie hatte es geschafft, mich zu klonen. Hast du sie gefangen genommen??, fragte sie neugierig. ?Ja Silvia. Sie sitzt im Gefängnis.?, erwiderte Anti-Keldor. Seine Aussage war für die Hexe wie Musik in ihren Ohren. Es lief besser für sie, als sie gedacht hatte. Ihre Gegenspielerin würde ihr jetzt nicht mehr so schnell dazwischen funken können, sie konnte Silvia zu einem späteren Zeitpunkt ohne großes Aufsehen kaltstellen. Wie sie das genau anstellen würde, das musste sie sich noch überlegen. Aber jetzt erstmal wollte sie ein paar schöne Stunden mit ihrem neuen Weggefährten verbringen, und sich darüber nicht den Kopf zerbrechen. Anti-Keldor schien davon auch überhaupt nicht abgeneigt. Willig geleitete er seine vermeintliche Frau zum gemeinschaftlichen Gemach. Während sie sich fortbewegten, umschloss Evil-Lyn ihren neuen Geliebten innig mit einem Arm seinen Oberkörper, während sie mit der anderen Hand seine Hand hielt. ?Sag mal Silvia. Warum hast du Despondos verlassen und dich alleine in Gefahr gebracht? Das war sehr leichtsinnig von dir, du solltest dich doch noch etwas schonen.?, bemerkte Anti-Keldor nach einer Weile. Evil-Lyn musste reagieren, wollte sie doch keinen Verdacht beim Rebellenführer aufkommen lassen. Da fiel ihr der schwarze Spiegel wieder ein. Ihr schoss auf einmal ein Plan durch den Kopf, mit dessen Hilfe sie Anti-He-Man und vor allem Anti-Sorceress los werden könnte, von der sie befürchtete, dass sie ihre wahre Identität kannte. ?Ich weiß, das war sehr unvernünftig von mir. Aber ich habe einen Plan, wie wir unsere Feinde ein für alle Mal los werden können. Es gibt einen Dimensionsspiegel, nicht weit von hier. Die Sorceress und ihre Leute sind hinter dem Spiegel her, wie der Teufel hinter der Seele. Wieso der Spiegel so begehrenswert für sie ist, weiß ich nicht. Aber wenn wir ihnen den Spiegel unterjubeln, die daraufhin hindurchschlüpfen und wir danach den Spiegel zerstören, werden sie alle einen qualvollen Tod sterben, und der Tyrannei auf diesem Planeten wäre ein Ende gesetzt.? Als Evil-Lyn ihren Plan vorgeschlagen hatte, schien Anti-Keldor erstaunt. Er schaute sie ungläubig und etwas entsetzt an. Evil-Lyn hakte nach: ?Keldor. Weißt du, was das bedeutet. Es würde endlich der Frieden über Eternia einkehren. Den Frieden, den wir uns schon immer gewünscht haben. Niemand müsse mehr um sein Leben fürchten oder sich schlaflos im Bett herumwälzen, nicht wissend was der nächste Tag ihm bringen würde. Eternia wäre endlich frei.? Jetzt schien sich Anti-Keldors Gesicht wieder zu entspannen. Er machte wieder einen freudigen und liebevollen Eindruck. ?Du bist eine beeindruckende Frau, Silvia. Ohne dich wäre die Widerstandsbewegung niemals so weit gekommen?, sagte er liebevoll, und nahm sie in den Arm. Seine Hände gleiteten innig über ihren Nacken und Rücken. Nur allzu gerne ließ sie sich das gefallen, während sie sich immer mehr in Anti-Keldors Armen hineinkuschelte. Spätestens jetzt war für die Schwarzmagierin klar, wo sie hingehörte. Es war ganz und gar nicht mehr ihre Absicht, nach Hause zurückzukehren. Dies hier war nun ihr Zuhause. Dieses friedliche Snake-Mountain auf Anti-Eternia, es war viel mehr als sie sich in ihren schönsten Träumen vorstellen konnte. Hier hatte sie alles, was ihr Herz begehrte. Einen Keldor mit einem noch intakten gutaussehenden Gesicht, der sie wirklich liebte. Eine Tochter, die sie obendrein noch nach ihren eigenen Idealen und Vorstellungen zu einer ebenso hinterlistigen Schwarzmagierin erziehen konnte. Und ein Volk, welches sich mit Leichtigkeit unterdrücken ließe. Denn dass Silvia hier unter den Leuten besonders hoch im Kurs stand, war Evil-Lyn keineswegs entgangen. Erst recht würde es die Schwarzmagierin erst huldigen, nachdem sie ihren Plan vollzogen hatte. Als Heldin würde sie gefeiert werden, gäbe es da noch etwas schöneres? All dies konnte und wollte ihr Skeletor nicht bieten. Warum also zu ihm zurückkehren? Soll er sich doch zusammen mit He-Man bis zum Ende aller Tage gegen die Evil-Masters herumprügeln. Hier würden Anti-He-Man und Co. von der Bildfläche verschwinden und ihrem Lebensglück, das sie sich schon lange gewünscht hatte, nicht im Wege stehen. Evil-Lyn malte sich wahrlich goldene Zeiten für sich aus. Sie verfing sich weiter leidenschaftlich in Anti-Keldors Armen und bemerkte dabei nicht, dass Silvia sich den beiden näherte. ?Keldor, geh weg von ihr??, rief die Kämpferin aus der Entfernung. Evil-Lyn blickte in die Richtung, aus der Silvias Stimme kam, und sah sie mit Anti-Webstor, Anti-Beastman und Anti-Clawful heranstürmen. Mit einem Mal schleuderte sie Anti-Keldor von ihr weg. Der Stoß kam für ihn so überraschend, dass er den Boden unter den Füßen verlor und niedergeworfen wurde. Dann nahm die Schwarzmagierin blitzartig ihre Kristallkugel und feuerte mehrere Blitze auf das Quartett. Silvia hielt wiederum ihre Kristallkugel hoch und erzeugte rechtzeitig eine schützende Energieglocke um sich und ihre drei Mitstreiter. Die Energiestrahlen prallten wirkungslos von dieser Glocke ab. Als Evil-Lyn merkte, dass ihre Angriffe nichts nützten, stellte sie das Feuer ein und ergriff die Flucht. Silvia löste die Glocke wieder auf, sodass die vier Kämpfer wieder frei waren. Sofort lief sie zu ihrem Ehemann hin, um ihn wieder auf die Beine zu helfen. ?Keldor, bist du in Ordnung??, fragte sie besorgt. ?Ich bin Ok. Kommt mit, die kaufen wir uns.?, entgegnete Anti-Keldor, während er sich langsam wieder auf die Beine stellte. Der Anführer der Rebellen drückte einen großen roten Knopf an der Wand. Daraufhin ertönte ein Alarmgeräusch, und das Licht in den Korridoren flackerte in einem tiefen Rot. Die Rebellen nahmen die Verfolgung der Schwarzmagierin auf, die bereits hinter einer Ecke verschwand. Evil-Lyn lief durch die zahlreichen Gänge des Schlangenberges. Sie versuchte Anti-Keldor und seine Begleiter abzuhängen, indem sie Haken durch Abzweigungen und Kreuzungen der Korridore schlug. Doch ihre Verfolger kannten sich auf ihrem eigenen Terrain logischerweise besser aus als sie, und ließen sich nicht abschütteln. Nach einer Weile erreichte die Hexe eine Abzweigung mit zwei Gängen, von der sie wusste, dass bei ihr zu Hause ein Gang zum Fuhrpark führte, und der andere eine Sackgasse zu einem großen Lagerraum war. Die Schwarzmagierin blickte kurz nach hinten, Anti-Keldor und Co. waren noch hinter einer Ecke verschwunden. Doch in nur wenigen Sekunden würden sie erscheinen. Deshalb musste sie sich blitzschnell entscheiden. Sie tippelte kurz mit den Beinen und wählte dann die Sackgasse. Im nächsten Moment kam das Verfolger-Team um die Ecke und erreichte ebenfalls die Abzweigung. Sie blieben kurze Zeit dort stehen, um erstens ein wenig zu verschnaufen und zweitens zu überlegen, wohin der ungebetene Gast geflohen ist. ?Los weiter, dort entlang! Sie wird versuchen mit einem unserer Land-Sharks zu fliehen.?, schnaufte Anti-Keldor bestimmend. Er deutete in den Gang zum Fuhrpark. Doch Silvia blieb skeptisch. ?Nein Keldor warte. Ich glaube, sie ist zum Lagerraum gelaufen.?, sagte die Kämpferin und hielt damit die Gruppe zurück. ?Aber das ist eine Sackgasse, Silvia. Wieso sollte sie das tun??, fragte Anti-Beastman. Die Rebellin musste überlegen. Sie wusste selbst nicht so recht, wie sie auf den Gedanken kam, aber sie hatte so ein dumpfes Gefühl in der Magengegend. ?Ich bin mir ganz sicher, dass sie zum Lagerraum gerannt ist. Keldor bitte, wir müssen diesen Weg nehmen.?, sagte sie flehend zu ihrem Ehemann und zeigte mit ihrer Kristallkugel in die Richtung, die Evil-Lyn genommen hat. Jetzt lag es am Anführer der Rebellen eine Entscheidung zu treffen. Er überlegte eine kurze Weile, dann sagte er zu den anderen: ?Ok, Silvia. Überprüfe mit Clawful den Lagerraum. Beastman, Webstor. Ihr kommt mit mir, wir werden weiter zum Fuhrpark laufen.? Somit trennten sich die Wege der Widerstandskämpfer. Silvia und Anti-Clawful machten sich auf den Weg zum Lagerraum, während die anderen zum Fuhrpark rannten. Die Rebellin und ihr Kamerad mit der Hummerschere erreichten bald den großen Eingang zum Lagerraum. Jetzt galt es äußerst vorsichtig zu sein, den diese Halle war riesig. Überall standen meterhohe Kisten aus Holz und Metall herum. Sie verhinderten, dass man den Raum komplett von einer Stelle einsehen konnte, und boten somit einen idealen Nährboden für Hinterhalte. Silvia und Anti-Clawful passierten den Eingang und gingen hinter der ersten Kiste erstmal in Deckung. Die Rebellin versuchte mit allergrößter Wachsamkeit Evil-Lyn irgendwo zwischen den Kisten auszumachen, und wagte sich ein wenig aus der Deckung heraus. Sie war sich nun zu 100% sicher, dass die Schwarzmagierin hier war, denn sie spürte förmlich ihre bösartige Aura. Plötzlich sprang Evil-Lyn hinter einer Kiste hervor. Sie feuerte magische Blitze aus ihrer Kristallkugel ab. Diese galten jedoch nicht der Rebellin, sondern dem großen Durchgang hinter ihr. Die Blitze schlugen in die Decke ein. Riesige Steinbrocken fielen herunter und verschütteten den einzigen Ein- und Ausgang. Silvia sprang blitzartig wieder zu Anti-Clawful zurück hinter die Kiste. ?Verdammt sie hat den Weg nach draußen blockiert, wir sind abgeschnitten.?, fluchte der Rebell mit der Hummerschere. ?Das war gute Arbeit von dieser Evil-Lyn. Sie hat das getan, was ich auch gemacht hätte.?, meinte Silvia. ?Wieso, das ist doch dumm? Wenn sie fliehen will, wieso läuft sie hier rein und verschließt dann auch noch den einzigen Ausgang?? ?Evil-Lyn isoliert uns von den Anderen, damit wir alleine gegen sie antreten müssen. Sie will nicht fliehen, sie will mich. Das spüre ich ganz deutlich.? Die Augen der Rebellin leuchteten tiefrot auf, während sich beide noch hinter der Kiste verschanzten. Sie verzerrte ihr Gesicht und umklammerte ihre Kristallkugel ganz fest, so als ob sie sich ganz stark auf etwas konzentrieren würde. Dann materialisierte sich eine schwarze Kappe über ihrem Kopf, die ihre Haare vollständig bedeckte. Silvia sah jetzt bis auf das Detail genauso aus wie Evil-Lyn, obgleich man sie sowieso bereits mit der Schwarzmagierin verwechseln konnte. ?Und wenn sie mich haben will, dann soll sie mich auch bekommen.?, sagte die Widerstandskämpferin entschlossen und versuchte ihr Gegenstück im Raum irgendwo auszumachen. ?Schleich dich von der anderen Seite heran. Wir werden versuchen, sie einzukesseln.? ?In Ordnung, ich probiere es.?, bestätigte Anti-Clawful. Er wartete einen günstigen Moment ab, dann hechtete er zur nächsten sich bietenden Deckung. Gemeinsam arbeiteten sie sich vor, und kamen Evil-Lyn immer näher. Die Schwarzmagierin beobachtete das Ganze aus einer Deckung hinter einer großen Kiste. Sie zog die Pistole, mit der sie Anti-Orko getötet hatte, und wartete einen günstigen Moment ab. Anti-Clawful tastete sich weiter vorran, und passte dabei für einen Moment nicht richtig auf. Dies nutze Evil-Lyn sofort und gab drei Schüsse auf den Rebellen ab. Eine Kugel traf ihn, er stürzte schreiend vor Schmerzen zu Boden. ?Oh nein, Clawful!?, schrie Silvia vor Entsetzen. Sie musste sich diese Attacke beinahe hilflos mit ansehen. Sofort gab sie ihre Deckung auf, und feuerte mehrere magische Salben aus ihrer Kristallkugel in Evil-Lyns Richtung. Ihr Ziel war es die Hexe einem Sperrfeuer auszusetzen, damit sie ungefährdet zu ihm hin konnte. Der Plan ging auf, und die Rebellin konnte ihren Kameraden hinter eine Kiste in Sicherheit ziehen. Evil-Lyn verschwand hinter einer weiter entfernten Kiste, und ließ sich vorerst nicht mehr sehen. ?Wie geht es dir, Clawful??, fragte sie und schaute mit besorgtem Gesicht nach der Wunde. Evil-Lyn hatte ihn am Arm getroffen, wo er die Hummerschere hatte. Er hielt ihn sich mit der anderen menschlichen Hand. ?Ist nur ein Streifschuss, Silvia. Nicht so schlimm, sie hat mich nicht richtig erwischt.?, sagte er. Silvia begutachtete die Verletzung und tatsächlich, sie sah harmlos aus und blutete noch nicht einmal sonderlich stark. Trotzdem hielt es die Widerstandskämpferin für falsch ihn am Kampf weiter teilnehmen zu lassen. ?Mit dieser Verletzung kannst du nichts mehr ausrichten. Bleib hier in Deckung. Ich werde mich ihr allein stellen, wer immer das auch ist.?, sagte sie. Anti-Clawful nickte zustimmend und verkroch sich weiter hinter der Kiste, und sich zu verstecken. Silvia arbeitete sich weiter durch den Lagerraum. Ihre Kristallkugel hielt sie stets im Anschlag. Überall konnte sich Evil-Lyn hier verstecken und sie wusste nicht so genau, wo sie sich aufhielt. Als die Suche längere Zeit ausblieb, rief sie durch den Raum: ?So Evil-Lyn, du hast Clawful erledigt. Wir sind nun allein. Das wolltest du doch die ganze Zeit, oder?? Plötzlich sprang Evil-Lyn hinter einer Kiste hervor und zielte mit der Pistole auf Silvia. Sie gab drei Schüsse auf die Rebellin ab, doch Silvia konnte rechtzeitig hinter eine Kiste springen, sodass die Kugeln ihr Ziel nicht erreichten. Sie blieb für einige Sekunden in Deckung, dann sprang sie ihrerseits hervor, und feuerte mit ihrer Kristallkugel auf Evil-Lyns Position. Doch die Schwarzmagierin war schon längst wieder verschwunden, sodass auch ihre Attacke ohne Folgen blieb. Verärgert war sie über dieses Verhalten, in ihren Augen führte Evil-Lyn keinen ehrenvollen Kampf. ?Was ist los Evil-Lyn? Ist der offene Kampf nicht so deine Sache??, fragte sie durch den Raum rufend. Da erhielt sie eine telepathische Botschaft von der Schwarzmagierin. ?Ich werde dich töten, Silvia. Wie ich das mache, ist mir egal. Tatsache ist, dass ich danach endlich am Ziel meiner Träume bin.?, waren ihre gedanklichen Worte. ?Ich habe schon viele so reden gehört, Evil-Lyn. Und es ist auch eine Tatsache, dass es noch niemand von ihnen geschafft hat.?, gab sie ebenfalls telepathisch zurück. Sie suchte weiter, und nach einer Weile sah sie die Schwarzmagierin. Noch bevor die Hexe sie entdecken konnte, versteckte sie sich schnell hinter einer Kiste. Mit der Pistole in der einen Hand und der Kristallkugel in der anderen bewegte sie sich langsam vorwärts. Aber jetzt war die Rebellin in einer guten Lage für einen Hinterhalt, und sie nutze dies aus. Sie sprang hervor, und feuerte einen magischen Blitz ab, der Evil-Lyn die Pistole aus der Hand riss. Silvia legte mit einem weiteren magischen Blitz nach. Ihre Gegnerin konnte ihn zwar abwehren, trotzdem taumelte sie zurück. Die Rebellin stürmte auf Evil-Lyn los, und verwickelte sie in einen verbissenen Stabkampf. Evil-Lyn war von der Leidenschaft und dem Temperament ihres Gegenstücks beeindruckt. Sie drängte die Schwarzmagierin immer mehr zurück. Zweifellos war sie die etwas bessere Kämpferin und kontrollierte das Gefecht. Nach einigen Minuten heftigen Kampfes stieß sie ihre Gegnerin mit einem kräftigen Ruck zurück, und gönnte sich und der Hexe eine kleine Verschnaufpause. Die Kristallkugel auf den jeweils anderen gerichtet, gingen sie seitwärts im Kreis herum, ohne den anderen aus den Augen zu lassen. Sie hielten einen Abstand von ca. zwei Metern zueinander ein. Schlussendlich war es Silvia, die noch leicht außer Atem mit einem Gespräch anfing. ?Sag mal Evil-Lyn, wieso willst du mich töten? Hat die Sorceress dich geschickt??, fragte sie. ?Ich will mir hier ein neues Leben aufbauen, Silvia. Und du stehst mir dabei im Weg.? ?Vielleicht könntest du mir das etwas genauer erklären.? ?Wenn ich dich erledigt habe, nehme ich deinen Platz an Keldors Seite ein, ganz einfach.? ?Nachdem was ich bis jetzt von dir gehört habe, wärst du keine würdige Nachfolgerin.? Silvia beendete das Gespräch und ging wieder zum Kampf über. Wieder kreuzten sich ihre Kristallkugeln, diesmal kam Evil-Lyn etwas besser zurecht, und drängte die Widerstandskämpferin zurück. Doch sie wurde zu übermütig und holte zu einem Schlag aus, der zu sehr mit Ansage war. Silvia duckte sich weg und nutze sofort Evil-Lyns fehlende Deckung aus, um einen magischen Blitz abzufeuern. Evil-Lyn erhielt einen Volltreffer und flog im hohen Bogen gegen eine Wand. Ihre Kristallkugel flog meterweit und unerreichbar in eine Ecke. Die Schwarzmagierin krümmte sich auf den Boden, und hielt sich ihre rechte Seite. Silvia zielte bedrohlich mit ihrer Kristallkugel auf sie. Der Kampf schien entschieden. ?Silvia warte. Ich glaube ich habe mir etwas gebrochen.?, flehte Evil-Lyn mit verzerrtem Gesicht. ?Oje, das wollte ich nicht. Lass mich mal sehen, vielleicht ist es nicht so schlimm.?, erwiderte Silvia mit einer beruhigend wirkenden Stimme. Doch die angebliche Verletzung, die Evil-Lyn erlitten hat, war nur gespielt. Als Silvia ihre Waffe senke und näher herankam, verkeilte die Schwarzmagierin plötzlich ihre Beine um ihre und brachte sie damit zu Fall. Silvia musste ihre Kristallkugel aufgeben, um sich mit den Händen abstützen zu können. Nur so vermied sie es, dass sie mit voller Wucht und dem kompletten Gesicht auf den Boden aufschlug. Evil-Lyn versuchte Silvias Schrecksekunde auszunutzen und sah sich nach der Pistole um. Sie erblickte die Waffe in unmittelbarer Nähe. Sofort robbte sie zu ihr hin, ergriff sie und rollte sich auf den Rücken, um einen Schuss auf die Rebellin abzugeben. Doch schon im nächsten Moment stürzte sich Silvia auf ihr drauf. Ineinander verkeilt rollten sich beide auf dem Boden herum und rangen um die Waffe. Schlussendlich konnte Evil-Lyn ihre Gegnerin unter sich auf dem Boden halten. Sie versuchte den Lauf der Pistole auf ihren Kopf zu richten, um ihr eine Kugel zu verpassen. Silvia wiederum versuchte genau dies zu verhindern, und stemmte sich mit aller Kraft dagegen. ?Gib auf Silvia, dann verspreche ich dir einen schnellen und schmerzlosen Tod.?, forderte Evil-Lyn. ?Niemals, du Hexe.?, gab die Rebellin zurück. Sie winkelte ihr Becken an und setze den Kopf der Schwarzmagierin in eine Beinschere. Silvia nutze die Kraft ihrer Beine aus, um Evil-Lyn von sich runter zu schleudern und auf den Boden zu drücken. Die Schwarzmagierin wurde davon vollkommen überrascht, denn es war eine Aktion innerhalb von Sekundenbruchteilen. Evil-Lyn verlor die Pistole, die einige Meter von den beiden wegflog. Jetzt war die Schwarzmagierin in Silvias Beinen gefangen, und strampelte röchelnd um Luft auf dem Boden herum. ?Gib auf Evil-Lyn, dann verspreche ich dir eine gute und faire Behandlung.?, forderte die Rebellin retourkuschemäßig. Doch Evil-Lyn dachte überhaupt nicht daran, und versuchte sich mit aller Macht zu befreien. Silvia stütze sich mit den Armen auf. Sie spannte ihre Bauch- und Wadenmuskulatur noch etwas mehr an, um Evil-Lyn die Kraft zu entziehen. Vehement schlug und trat die Hexe daraufhin mit Händen und Füßen auf Silvia ein. Die Attacken setzten der Widerstandkämpferin schwer zu. Ein Tritt ins Brustgewebe zwang die daraufhin unter Schmerzen aufschreiende Silvia dazu, ihre Beinschere wieder aufzulösen. Die Schwarzmagierin sprang blitzartig auf, doch sie konnte sich wegen eines starken Schwindelgefühls nicht orientieren. Deswegen bemerkte sie auch nicht, dass auch Silvia wieder aufstand und sich ihr näherte. Geladen mit voller Wut über Evil-Lyns fiese Attacke gegen ihre Brust rammte sie die Schwarzmagierin mit ihrer Schulter. Evil-Lyn wurde zurückgeworfen und knallte mit dem Rücken gegen eine drei Meter hohe Kiste. Silvia legte mit einer Ellenbogenattacke gegen Evil-Lyns Kinn nach und teilte weitere Schläge aus. Ihre Kontrahentin konnte sich dagegen so gut wie gar nicht wehren, denn Silvias Beinschere hatte ihr beinahe die ganze Kraft gekostet. Wie ein nasser Sack fiel sie zu Boden. Silvia beugte sich über ihr. Sie wollte die Schwarzmagierin wieder auf die Beine zerren, um ihr eine weitere Tracht Prügel zu verpassen. Mit allerletzter Kraft konnte sie ihre Beine anwinkeln und ihre Füße in Silvias Bauch drücken. Dann schleuderte sie die Rebellin mit einem kräftigen Tritt von sich weg. Silvia flog weit zurück, und knallte nun ihrerseits gegen eine drei Meter hohe Kiste. Von der Wucht des Aufpralls kam ein darüber liegender schwerer Sack so sehr ins Wanken, dass er hinunterfiel und die Widerstandskämpferin direkt unter sich begrub. Silvia versuchte sich verzweifelt zu befreien, doch es gelang ihr nicht. Jetzt hatte die Hexe alle Zeit der Welt, um erstmal durchzuschnaufen, und sich wieder der Pistole zu bemächtigen. Sie hob die Waffe auf, und lud sie einmal durch. Dann ging sie zu der am Boden gefangenen Silvia. ?So Rebellin, es wird Zeit für eine neue Silvia hier in Snake Mountain.?, sagte sie mit einer boshaften und siegessicheren Stimme. Als sie den Lauf der Pistole auf Silvia hielt und gerade abdrücken wollte, kam auf einmal Anti-Clawful wie aus dem Nichts heran gestürmt. ?Nein, nicht!?, schrie er energisch. Seine Hummerschere umfasste ihren Arm, mit dem sie die Waffe hielt. Da er genau wusste, wie er zudrücken musste, wurden ihre Armnerven eingeklemmt, sodass sie das Gefühl in ihrer Hand verlor und sie diese auch nicht mehr bewegen konnte. Sie verlor die Pistole, dann drückte Anti-Clawful die Schwarzmagierin von Silvia weg gegen eine meterhohe Kiste. ?Du zu groß geratenes Krabbenvieh bist in beiden Welten einfach nur widerlich.?, rief Evil-Lyn verärgert. Sie erkannte Anti-Clawfuls Schusswunde am Arm und boxte mit ihrer freien Hand und mit aller Macht drauf. Unter starken Schmerzen musste Anti-Clawful seinen Griff lösen. Evil-Lyn setzte mit einem heftigen Tritt gegen seine Kniekehlen nach, um sich endgültig zu befreien. Dann gab sie ihn noch einmal einen Fußstoß auf seine Verletzung, der ihn schreiend vor Schmerzen zu Boden zwang. Wütend hob Evil-Lyn die Pistole wieder auf, und richtete sie auf Anti-Clawful. Sie wollte gerade abdrücken, als plötzlich ein magischer Blitz ihr die Waffe wieder aus der Hand schlug. Die Schwarzmagierin drehte sich in die Richtung, von wo aus der Blitz hergekommen ist. Silvia stand überraschend vor ihr. Sie hatte die Zeit genutzt, um sich vom schweren Sack zu befreien und sich eine der beiden Kristallkugeln wiederzubeschaffen. Die Rebellin feuerte einen weiteren Blitz ab, der die Hexe meterweit weg zu Boden schleuderte. Jetzt baute sich das gute Gegenstück schützend vor Anti-Clawful auf, und richtete ihre Kristallkugel auf die Schwarzmagierin. ?Der Kampf ist vorbei, Evil-Lyn. Ergib dich.?, forderte sie ihre Gegnerin auf. Silvia half den am Arm verletzten Anti-Clawful auf die Beine, ohne Evil-Lyn aus den Augen zu verlieren. Die Hexe dachte jedoch nicht daran, und versuchte sich unauffällig für einen Sprung fertig zu machen. Silvia erkannte jedoch das Vorhaben, und feuerte einen Warnschuss, der ein riesiges Loch im Boden hinterließ. ?Bleib da liegen, sonst kommst du tatsächlich mit einer gebrochenen Rippe auf die Krankenstation.?, forderte Silvia barsch ihre Kontrahentin auf. Und sie meinte es wirklich ernst. Das große Einschussloch, die gefährlich zuckenden Blitze in der Kristallkugel und ihre entschlossene Mine waren dafür absolut verlässliche Beweise. Anti-Keldor erschien am Ort des Geschehens zusammen mit Anti-Beastman, Anti-Webstor und zwei weiteren Soldaten der Widerstandsbewegung. Nachdem er im Fuhrpark die Sollstärke der Land-Sharks festgestellt hatte und obendrein auch noch die zwei Krieger traf, die Evil-Lyn nirgends gesehen hatten, war für ihn klar, dass seine Frau recht behalten hatte. Er lief mit seinen Leuten zum Lagerraum. Sie räumten hastig den zugeschütteten Durchgang frei und drangen mit gezogenen Handfeuerwaffen bis zu Evil-Lyn und Silvia vor. Anti-Beastman hatte kampfbereit eine goldene Peitsche in der Hand, und sogar Anti-Webstor hielt wurfbereit eine Betäubungspinne in seinen Händen. Silvia blickte zu der angerückten Verstärkung und war sichtlich erleichtert über Anti-Keldors Anwesenheit. ?Keldor. Gut, dass du da bist. Das ist Evil-Lyn, ich habe sie gestellt. Bringen wir sie sofort in die Arrestzelle.?, bat Silvia. Doch Evil-Lyn hielt dagegen. ?Das glaubst du doch wohl nicht wirklich, Keldor. DAS da ist Evil-Lyn. Siehst du nicht, wie sie mit ihrer Kristallkugel auf mich zielt? Sie will mich töten, unternehme doch etwas.?, erwiderte die Schwarzmagierin. ?Du versuchst es immer wieder und weißt wohl nicht, wann du verloren hast.?, bemerkte Silvia böse. Dann blickte sie zu ihrem Ehemann und sagte: ?Keldor weißt du noch, wie wir uns in Zalesia kennen gelernt haben. Wir haben uns damals ...? ?Du kannst dir das Märchen mit Zalesia sparen. Meinst du tatsächlich, darauf fällt jemand hier rein??, fuhr ihr Evil-Lyn entgegen. ?Schluß jetzt ihr zwei!?, rief Anti-Keldor leicht verärgert. Er trat näher an die beiden Kontrahentinnen heran. Mit einer Handbewegung brachte er Evil-Lyn dazu, aufzustehen und sich neben Silvia zu stellen. Der Chef der Rebellen forderte mit einer ähnlichen Bewegung Silvia dazu auf, ihre Kristallkugel abzugeben. Er nahm die magische Waffe an sich, und reichte sie an Anti-Beastman weiter. ?Ich weiß nicht, wer von euch beiden meine Frau ist. Aber ich werde es in wenigen Augenblicken herausfinden.? Anti-Keldor ging als Erstes zu Silvia hin. Er nahm ihrer Frau die schwarze Kappe ab, und fasste ihr im Bereich des Nackens unter ihre Kleidung. Kurze Zeit später trat er an Evil-Lyns Seite. Auch bei der Schwarzmagierin vollzog er dieselbe Prozedur. Er brachte einen gelben Ring hervor. Anti-Keldor hielt ihr den Ring wie ein Kaufhausdetektiv, der einen Ladendieb beim Klauen erwischt hat vor die Nase. ?Das Spiel ist aus, Evil-Lyn.?, sagte er zur Hexe. Mit einem Zeichen wies er Anti-Beastman an seine Seite. ?Aber Keldor, mein Schatz. Ich bin wirklich Silvia, bitte glaube mir doch.?, flehte Evil-Lyn. Obgleich ahnte sie schon, dass nichts mehr zu retten war und sie enttarnt wurde. ?Hör auf es weiter zu leugnen, es ist vorbei.?, sagte Anti-Keldor entschlossen, ?Dieser Ring hier hat dich verraten. Ich habe ihn dir in den Nacken gesteckt, kurz nachdem du vorgeschlagen hast, die Masters durch ein Dimensionstor in einen qualvollen Tod zu schicken. Silvia würde einem so grausamen Plan niemals zustimmen.? ?Nein, das würde ich garantiert nicht. Die Masters sind zwar unsere Feinde, aber es ist unfassbar, was du mit denen vorhattest.?, fügte Silvia erschrocken hinzu. ?Ok Keldor, du hast recht.? sagte Evil-Lyn nüchtern. Ihr blieb keine andere Wahl mehr, als sich ihrem Schicksal zu ergeben. Anti-Beastman geleitete sie zusammen mit den beiden Soldaten sanft, aber unnachgiebig aus der Lagerhalle hinaus zu den Gefängniszellen. ?Ach ich bin so glücklich, dass es vorbei ist. Es tut mir so leid, dass ich dich verdächtigt habe.?, sagte er und ließ die Rebellin in seine Arme fallen. ?Ist schon vergessen, Keldor. Lasst uns gehen.?, erwiderte Silvia. Sie blickte zu Anti-Webstor und sagte ihm: ?Webstor, Clawful wurde in diesem Kampf verwundet, bringe ihn auf die Krankenstadion.? Anti-Clawful ließ sich auf Anti-Webstor aufstützen. Dann verließen alle den Lagerraum. Nachdenklich blickte die Rebellin noch einmal in die Kampfzone zurück, in der sie sich mit Evil-Lyn duelliert hatte. Zwar ging sie im Kampf gegen die Schwarzmagierin als Siegerin hervor und ihre Unschuld wurde bewiesen. Des Weiteren war sie auch froh darüber, Evil-Lyn stoppen zu können. Sie wollte sich besser nicht ausmalen, was für einen Schaden diese Hexe als Silvia hätte anrichten können. Doch so richtig freuen konnte sie sich über ihren Triumpf nicht. Sie spürte, dass ihr noch eine sehr harte Prüfung bevorstehen würde und dass es nicht der Festnahme Evil-Lyns noch lange nicht vorbei war. FORTSETZUNG FOLGT |
|