Während Mattel bis zu guter (oder schlechter?) Letzt nahezu jede Figur mindestens einmal für Repaints oder ähnliches wiederverwertete, blieben die Fahrzeuge von dieser Taktik weitestgehend verschont. Allein dem glücklichen (oder halt armen) Battle Cat wurde das Schicksal zuteil, ebenfalls mehrfache Verwendung zu finden. So trug er in Welle 3 der Deluxe Toys bereits ein neues Samurai-Outfit samt Raketenwerfer und in Welle 5 der Mechas eine Rüstung, mit welcher er nun sowohl Skeletor als auch King Hiss das Fürchten lehren soll.
Wie nicht anders zu erwarten wurde das Grunddesign von Battle Cat in Form und Farbe kaum verändert, so dass er weder mit einer neuen Kopfform, noch mit neu positionierten Beinen aufwartet. Im Gegenteil: der Kampftiger bekam im Vergleich zu seinen Vorgängern sogar noch weniger als bisher! Der Kopf ist absolut unbeweglich und verharrt unabänderlich in der Position des offenen Mauls. Zwar ist dies darin begründet, daß für das neue ?Mecha Bite? Feature der Platz im Inneren der Katze benötigt wurde. Ein per Hand aufklappbarer Kiefer wäre dennoch weitaus besser gewesen als die nun so steife Form, die fatal an den seinerzeit aus einem Guss gefertigten Battle Cat der 80er erinnert. Immerhin aber sind die vier Beine und der Schwanz auch weiterhin normal beweglich, bzw. wird der zuvor nur über das Action-Feature bewegliche Vorderlauf nicht länger durch den Federmechanismus gehemmt.
Neu hingegen ist das Drumherum. Wie der Name ?Mecha Bite? schon andeutet, wartet Battle Cat nun mit einer überwiegend mechanischen Rüstung auf, deren Krönung ein riesiges Metallmaul darstellt, das wie ein morbider Halsschmuck um den Kopf des Tigers hängt. Dieses beinhaltet auch sogleich das namensgebende Action-Feature. Oberhalb von Battle Cats Schwanz befindet sich nämlich ein Metallbügel, über den das Stahlmaul so gesteuert werden kann, dass es wahrhaft ?zubeisst?! Nun wird auch klar, warum Battle Cat?s Kopf nicht länger beweglich ist: Hebel und Maul sind im Inneren des Torsos miteinander verbunden und verdrängen so den Platz für die alte Aktion.
Das Feature an sich funktioniert problemlos, birgt aber ein erhebliches Manko. Das Stahlmaul geht nur äußerst knapp über Battle Cats Schnauze hinweg. Auf eine Kampfszene übertragen heißt dies, dass das Maul nur wenig weiter reicht als der Kampftiger selbst. Damit es also einen Gegner zermalmen kann, muss dieser so dicht vor Battle Cat stehen, dass er ebenso gut auch gleich von den Klauen des Kampftigers zerfetzt werden kann. Im Grunde somit ein hübsches, aber leider nutzloses Feature.
Die gesamte ? in den Farben hellgrau und orange gehaltene - Rüstung ist glücklicherweise mit etlichen Details versehen worden, so befinden sich am Stahlmaul sogar noch Augen. Gemäß dem ?MotU vs? Snake Men? Thema werden Battle Cat?s Hinterläufe von Schutzplatten überdeckt, auf welchen das ?Snake Buster? Logo prangt. Die Sitzfläche des Sattels wiederum wird durch ein großes Stück schuppiger Schlangenhaut komfortabler gemacht. Diese Partie ist besonders hübsch gelungen, da sie modelliert wurde, als seien einzelne Schuppen bereits abgefallen.
Vor dem Sattel befindet sich noch eine weitere Metallsektion, welche etwas an ein mechanisches Rückgrat erinnert. Über die einzelnen Rippen ist noch ein giftgrünes Stück Schlangenhaut gespannt, und die hinterste Rippe weist sogar einen kleinen Haltegriff für He-Man auf! Dieser ist allerdings beim Spiel auch mehr als notwendig. Denn zum einen befindet sich am Sattel keinerlei Haltegurt (fehlte zwar auch vorher stets, hier aber wäre er auch notwendig), zum anderen ist der Sitz recht groß gestaltet (der engere von Samurai Battle Cat mit höherer Rückenlehne kann Figuren weitaus besser halten). Eine zusätzliche Problematik ist überdies, dass der komplette Sattel aus einem extrem biegbaren Weichplastik hergestellt wurde.
Mecha Blade He-Man sitzt leider ohnehin nicht allzu gut in Mecha Bite Battle Cats Sattel. Dies liegt aber eher an der He-Man Figur selbst, deren stark gekrümmte Beine gepaart mit dem langen Lendenschurz eher hinderlich sind. Sehr gut hingegen passt der auch auf der Box abgebildete Snake Hunter He-Man!
Damit ist auch schon das Zubehör angesprochen. Denn während Sattel und Metallmaul leider nicht abnehmbar sind, kann man an Battle Cats Füssen noch Stahlklauen anbringen, welche zugleich als Stelzen dafür sorgen, dass die Katze ein wenig höher als die bisherigen Figuren steht. Die Klauen sind nicht allzu detailliert, aber recht akzeptabel modelliert und bleiben durch die Halteklammern auch in jedem Fall fest an den Tatzen haften.
Abnehmbar ist die bereits erwähnte Kanone. Wie es auch anders nicht sein könnte, schießt diese ein kurios geformtes (giftgrünes) Projektil ab. Zusätzlich befindet sich an ihr eine Art Haltestange mit Kugelgelenken an beiden Enden, welche in Battle Ca?s Sattel hinter der Rückenlehne eingesteckt wird. Die Kanone ist so frei schwenkbar. Der Renner ist diese Vorrichtung dennoch nicht wirklich. Die recht lieblos gestaltete Kanone kann zudem auch noch ein separat angebrachtes, aber nicht festgeklebtes Teil verlieren, das schnell im Staubersauger verschwindet.
Fazit:
Im Endeffekt ist Mecha Bite Battle Cat eindeutig eher auf spielfreudige Kinder anstelle Sammler ausgerichtet. Es ist sehr schade, dass der Kopf des Kampftigers nun gänzlich unbeweglich ist, sowie weder das Stahlmaul noch der Sattel abnehmbar sind und die nun schon zum x-ten Mal verwendete Kanone mit Schussfunktion ist ohnehin bereits spätestens seit Samurai Battle Cat ein mehr als alter Hut. Dennoch können besonders Kinder, die noch keinen Kampftiger haben, an dieser Version sicherlich ihren Spaß finden. Sammler freilich werden höchstens der Vollständigkeit halber zugreifen wollen, oder aus Gefallen am nicht gänzlich uninteressanten Design.
Fotos: Toni Schuster