Während in den 80er Jahren mehrere Vehikel als praktische Flugzeuge für die heroischen Action-Figuren dienten, mussten sich Eternias Helden in der Neufassung mit dem Battle Hawk begnügen. Dabei sah es zu Beginn der Toyline noch ganz anders aus. In Comic und Cartoon fand bereits ein Neudesign des alten Sky Sled (die abnehmbare Sektion des Vintage Battle Ram) mehrfache Verwendung, und im Laufe der Zeit wurde auch ein neuer, sehr am klassischen Stil angelehnter Wind Raider vorgestellt, der als Spielzeug für 2004 geplant war.
: Battle Hawk Prototyp mit anderem Farbschema
Aus letzterem wurde aber nichts, da Ende 2003 die US Läden (wenn überhaupt) nur noch spärlich mit Neuware beliefert wurden und Mattel schließlich die Serie samt aller vormals angekündigten Produkte) gänzlich auf Eis legte. So blieb der Battle Hawk das einzige heroische Flugzeug der neuen Toyline - was aber den deutschen Fans erst recht nichts nützte, da er hierzulande erst gar nicht in den Einzelhandel gelangte. Zu gering waren schon die Profite in den Staaten ausgefallen, und auch im europäischen Ausland landeten der Battle Hawk und Terrordactyl schnell auf Ramschtischen.
Modellierung & Bemalung:
In seinem äußeren Erscheinungsbild ist der Battle Hawk kein riesiges (und dadurch teures) Ungetüm, sondern als handlicher Kampfjet für eine Figur konzipiert. Wie der unglaublich
kreative und phantasievolle Name schon sagt, ist der Flieger in seinen Grundzügen einem mechanischen Falken bzw. Habicht nachempfunden. Das Design ist dabei eher geradlinig und "sauber" gehalten und wirkt anfänglich recht solide, kann aber letztlich nur mit wenigen Details aufwarten. Während beim Terrordactyl eine Art "Battle Damage" Design erzeugt wurde indem man Schrammen, Dellen und Einschusslöcher modellierte, wirkt der Battle Hawk regelrecht "fabrikneu", und durch die Karosserie in Flügelform am gesamten Flieger sind auch keine mechanischen Innenpartien zu erkennen. Obgleich dies nicht allzu tragisch ist, wären dennoch mehr Details an der Außenverkleidung wünschenswert gewesen, da der Battle Hawk so beinahe zu schlicht wirkt.
Gewöhnungsbedürftig kann auch die grelle Farbgebung sein, denn der gesamte Flieger ist knallgelb gefärbt worden, mit silbernen und schwarzen und vorwiegend blauen Details sowie neongrünen Scheinwerfen anstelle der Falkenaugen. Obschon die Farben selbst recht gut zueinander passen, ist das Flugzeug dennoch äußerst hell, und eventuell wären hier die Farben des Prototyps besser geeignet gewesen - dieser war statt Hellgelb Dunkelrot bemalt und mit goldenen Details versehen. Nebenbei erwähnenswert ist vielleicht, dass seinerzeit Mattel auch einen Prototyp der Verpackung des Battle Hawk präsentierte, auf welchem der rote Flieger von einer He-Man Klassik-Figur geflogen wurde, da ein 200x He-Man für die ersten Fotos noch nicht zur Verfügung gestanden hatte.
Glücklicherweise sind die Füße des Battle Hawk und Terrordactyls nicht aus derselben Form hergestellt worden und unterscheiden sich deutlich voneinander, wobei der Vorteil des Battle Hawk ist, dass sich seine Standfüße schon bei geringem Druck nahezu automatisch nach oben in den schnittigeren Flugmodus drehen, fast als ob ein kleiner Federmechanismus unterstützend tätig ist. Noch besser ist der Sitz gelungen, welcher auch tatsächlich diesen Titel verdient hat, denn die Figur sitzt nicht einfach nur auf der Maschine sondern in einer Art eingearbeiteten Sattel und kann sich an zwei Steuergriffen festhalten. Diese sind an den drehbaren, vorderen "Flügeln" angebracht, ebenso wie auch die schwarzen Kanonen.
Der Zusammenbau des Battle Hawk gestaltet sich nicht besonders kompliziert; bereits nach wenigen Handgriffen ist er voll einsatzbereit und steht auf zwei Beinen in Vogelklauenform.
Kanonen, genau. Wie könnte es auch anders sein? Denn bekanntermaßen liebt Mattel nicht nur das Wort "Battle", sondern auch Geschütze, welche mittels Federmechanismus Projektile abfeuern können. Dieses funktioniert solide, ist jedoch nur ganz nett für Kinder, die nicht genug in der Gegend rumballern können. (An dieser Stelle möchte PlanetEternia eine Schweigeminute einlegen für all die kleinen Schwestern und armen Großväter, welche Opfer der unzähligen MotU-Schusskanonen wurden. Eine Spendengala folgt in Kürze.) Auch bei der Modellierung bieten beide Kanonen nichts allzu besonders, immerhin aber sind einige Ersatzprojektile beigelegt, so dass auch dann munter weitergeballert werden kann, wenn ein Teil mal verloren geht. Die Waffen sind frei nach oben und unten drehbar, ebenso wie die Vorderflügel. Leider werden diese aber durch die erwähnten Haltegriffe eingeschränkt, denn will man sie bewegen, so drehen sich die Griffe mit und können nicht mehr als Stützen für die Figur eingesetzt werden.
Das wichtigste Action-Feature verbirgt sich ohnedies in den hinteren, großen Flügeln, welche nach hinten hin ausgerichtet platziert sind. Drückt man nun aber auf den hinteren Rumpf des Kampffalken, breiten sich die Flügel zur Seite hin aus,
spalten sich gleichzeitig, und enthüllen in ihrem Inneren versteckte Geschütze! Dieser Mechanismus funktioniert sehr solide und ist auch gar nicht mal so unoriginell, zudem kann die Halterung, welche die Flügel in ihrer nach hinten gerichteten Position hält, nicht ausleiern oder abbrechen.
Fazit:
Der Battle Hawk ist wohl nicht gerade der Überflieger unter den neuen Vehikeln, aber auch kein Totalflop. Zwar ist ihm der Terrordactyl in "Coolness" und windschnittigem Design überlegen, dafür aber scheint beim Hawk mehr Aufmerksamkeit auf die Verarbeitung gelegt worden zu sein. Die Farben können gewöhnungsbedürftig sein, und sonderlich viele Einsatz- und Spielmöglichkeiten bieten sich bei He-Mans Flieger nicht gerade. Allerdings waren beide Flugzeuge relativ kostengünstig (preislich ungefähr vergleichbar mit den Reittieren und Seefahrzeugen), weswegen man auch nicht unbedingt fünf verschiedene Megafeatures erwarten kann. Zusammengefasst bleibt dennoch ein lediglich mittelmäßiges Vehikel.
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