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Das MotU Classics Jahr 2012 - Teil 1
MAI
Ein biografischer Virus?
Der Mai war einer dieser Monate, wo ungeheure Fakten aus neuveröffentlichen Biografien die Fanwelt erschüttern ließen... mehr oder weniger. In der von Snake Man-At-Arms wurde gewiss, dass der treue Waffenschmied seine Zeit als Schlangenmensch nicht überleben und erst sterbend in den Armen seiner Tochter wieder zum Mensch würde. Ein größerer Streitpunkt war aber die Biografie von Horde Prime, laut welcher er endgültig wie schon im Filmation Cartoon zum Überboss der Horde erklärt wurde. was viele Hordak Anhänger nicht akzeptieren wollten. Der Zweitkopf von Horde Prime nahm Scott Neitlich indes persönlich aus der Verpackung (und vertauschte ihn schelmischerweise mit einem Spector-Kopf), bevor Preview-Exemplare verschickt wurden. Enthüllt wurde Primes Kopf erst durch den Verkauf eines Testshots im Internet.
"Gute Idee, oder? ..."
...meinte Scott Neitlich ganz unschuldig, als herauskam, dass bei der für Mai anstehenden Stinkor Figur die Unterarme vertauscht waren - ein Fehler, der eigentlich nicht mehr vorkommen sollte. So wollte Neitlich den Fans einreden, dass dies vielmehr eine absichtliche Designentscheidung gewesen sei. Dass aber auch die Tentakeln der zweiten Mai-Figur
Slush Head vertauscht wurden, blieb unkommentiert. Letztendlich blieben die Figuren an sich zwar funktionstüchtig, aber dennoch war ein Phänomen im Jahr 2012, dass bei zahlreichen Figuren im Blickpunkt der gestiegenen Preise flüchtige Patzer zum unschönen Makel wurden. Dennoch war Stinkor am Verkaufstag mit einer halben Stunde einer der am schnellsten ausverkauften Figuren des Jahres - Slush Head hingegen mit gut 3 Tagen eine der länger verfügbaren. Auch Dauerstreitfigur
The Mighty Spector ging im Mai an den Start und hatte mit nur etwas mehr als einem Tag eine beinahe schon verdächtig kurze Verfügbarkeitszeit, nachdem so viele Fans sich einig waren, er würde ein Schicksal als Ladenhüter fristen. Echte Ladenhüter wurden allerdings die Snake Mountain Stands, die bei ihrer Ankündigung noch für viel Zuspruch sorgten, mit ihrer reduzierten, unkreativen Bemalung in der Endversion aber die große Entäuschung des Monats wurden.
Mekateaser
Eine sehr gute Idee hatte Mattel hingegen, als man ohne Vorankündigung
Mekaneck enthüllte - erstmals per E-mail, die exklusiv an Abonnenten verschickt wurde. Was ein echter Masters Fan ist, teilt natürlich umgehend sein Wissen online, aber dennoch war die Aktion ein nettes Goodie. Überhaupt ging es langsam auf die San Diego Comic Convention zu und die Luft roch schon wieder nach Neuankündigungen. Scott Neitlich schwärmte schon mal von Charakteren wie Ram-Man oder den Fighting Foe Men, die nun endlich bald in greifbare Nähe rücken könnten. Allgemein laufe die Toyline ohnehin großartig, versicherte er und es gäbe keinen Hinweis, dass sich dies in absehbarer Zeit ändere. Es gäbe immer Pessimisten, doch MotUC verkaufe sich fantastisch und er könne sich nicht vorstellen, dass man nicht noch einige Jahre weitermachen könnte wenn nicht sogar deutlich länger. Wichtig sei es eben, starke Charaktere weiter zu verteilen, um nicht alle unverzichtbaren Figuren in dem "einen letzten Jahr" zusammenkramen zu müssen. Man solle auf die SDCC warten, nach der Fans einen Zeufzer der Erleichterung von sich geben würden.
JUNI
Einen Drachen aufgebunden bekommen
Nicht schlecht staunten die Fans, als im Juni ebenfalls per Abo-Newsletter
Dragon Blaster Skeletor vorgestellt wurde. Gezeigt werden hätte er schon früher sollen, aber die Four Horsemen hatten völlig vergessen, ein Zubehörteil in Form des Vorhängeschlosses zu modellieren! Insider beteuerten indes, dass ihre sonst sicheren Quellen von einem New Adventures Skeletor gesprochen hätten - vielleicht hatte Mattel den Plan geändert und auf halber Strecke zum Jubiläum weit mehr Vintage-Veteranen ins Rennen geschickt? Ganz so zuversichtlich waren die bisherigen Insiderquellen nach dem ToyFair-Tumult im Februar vielleicht doch nicht mehr. Erstmals erklärte Mattel im Juni auch, dass eine weitere Preissteigerung für das kommende Jahr unausweichlich sei und das 2013er Sortiment abgespeckt sein würde. Hier hielt man sich mit Details zwar äußerst bedeckt, Fans ahnten aber schon etwas, als bezüglich Large Scale Artikeln nur noch die Rede von "Non-Standard-Figures" war.
Wer will noch mal, wer hat noch nicht?
Eigentlich war mit drei Figuren am Juni-Verkaufstag ordentlich was geboten. Mit
Horde Prime hatte man einen mysteriösen Horde-Kerncharakter, bei
Snake Man-At-Arms endlich das zweite
Minicomic beiliegen, und mit dem
Griffin kam eine gewichtige Überraschungskreatur aus der 200X Ära, deren Design stets kritiklos geblieben war. Trotzdem sprang der Funke nicht über und sämtliche neuen Artikel blieben Tage lang "im Regal" liegen. Ausgerechnet die umstrittenste Figur Snake Man-At-Arms war nach zwei Tagen als erstes weg - dem Minicomic sei Dank? Horde Prime enttäuschte allerdings mit einer doppelten Verfügbarkeitszeit und vor allem der Griffin war mit letztendlich fast zwei Wochen das Schlusslicht des Monats. Doch woran lag es? Sicher waren die Sommemonate nie die Zeit des großen Andrangs bei MattyCollector, aber es zeigte sich auch, dass der prall gefüllte Monat letztendlich doch schlecht sortiert war und nichts dargeboten wurde, was für MotU-Fans unverzichtbar gewesen wäre. Ein weiteres Vorzeichen, dass es Mattel zunehmend schwerer fallen sollte, die Querschläger unter den Figuren bei allen Fans schmackhaft zu machen.
Glückwunsch, es ist ein He-Ro!
Skeptisch zeigte sich die Fans auch gegenüber der sehr spontan ins Leben gerufenen
digitalen Comicreihe von DC, die nicht in gedruckter Form erschien. Aber ausgerechnet der wenig beliebte Sir Laserlot wurde den Lesern in der ersten Ausgabe aufs Auge gedrückt. Viele taten sich schwer mit dieser Art, unliebsamen "Newcomern" eine starke Präsens einzuhämmern. Selbige Kritik ging ja schon auch an das zweite Minicomic, in dem ein sehr wild durcheinander gewürfelter Haufen von vermeintlichen Preternia-Masters gezeigt wurde, unter denen sich neben Spector und Laserlot weitere Neuzugänge wie Beast Lord, Gladiator, Bandwith oder Red Shadow zeigten. Alles Mattelgeburten, die die Fanwelt angesichts vieler bereits vorhandener Charaktere als eher auferzwungen ansah. Mit dem Auftritt eines gealterten King He-Mans wurde darüberhinaus ein Weiterführen der Geschichte bis in die Zukunft, der nie umgesetzten Fortsetzungspläne
He-Ro: Son of He-Man angedeutet, was sich in Laserlots Biografie später bestätigte. Einerseits bewies Mattel damit Kreativität und einen Willen, die Geschichte um Eternia in all ihren Fassetten einzufangen. Andererseits war es fraglich, ob dies mit Blick auf die wachsende Kritik an den sich immer stärker ausweitenden Plänen mit immer obskureren Charaktern wirklich weise war.
JULI
Groß, größer, Granamyr
Für MotU Classics Sammler fand seit Beginn der Toyline das eigentliche Weihnachten häufig im Sommer statt, wenn die San Diego Comic Con ihre Tore öffnet und Mattel zahlreiche Pläne für das kommende Jahr zeigte. Die Stimmung erreichte schon in der Previewnight ihren Höhepunkt, und der spaßige Wettstreit zwischen Mighty Spector und Mosquitor gipfelte in einem Treffen zwischen Neitlich und Pixel Dan, die (wie ein Jahr zuvor verabredet) tatsächlich als Zeitagent und Horde-Blutsaueger verkleidet waren! Großen Zuspruch fand das nächste Weapons Pak, welches unverhofft neue Zubehörteile von Keldors Doppelklingenschwert über Man-At-Arms? Kanone und Draego-Mans Waffen bis zu Horde Primes Stab beinhaltete. Auch der Prototyp von Granamyr war endlich in wahrhaft voller Größe zu sehen und ließ mit seiner beeindruckenden Erscheinung viele Skeptiker verstummen. Sogar ein neues Castle Grayskull wurde angekündigt, wenn auch nur als Statue aus dem Hause Icon Hero. Traditionell war die SDCC aber auch die Zeit der Leaks und Spoiler, und so war schon im Vorfeld über Matty eine News einsehbar, die Castle Grayskullman als Gewninner der Create-A-Character Wettbewerbs enthüllte. Die tatsächlichen Leaks kamen dieses Jahr allerdings aus einer ganz anderen Richtung, und so zeigte der ehemalige MotU-Comcizeichner Emiliano Santalucia eine Reihe von Zeichnungen, die - nicht wirklich zufällig - sämtliche Charaktere verrieten, die auf dem Panel am nächsten Tag zu sehen sein sollten.
Panel-Party
Was Mattel auf dem Panel der
San Diego Comic Con zeigte, war regelrecht abendfüllend. Mit Schwergewichten wie Rattlor, Jitsu und Fang-Man kam sicher jeder Fan auf seine Kosten - für etwas Abwechslungsreichtum sorgten Netossa und Dekker. Mit dem Eternos Palace Randor wurde die ominöse Filmationfigur enthüllt, zugunsten der eine andere weichen musste, und mit Cy-Chop wurde die letzte 30th Anniversary Figur bekannt. Für Liebhaber von ausgefalleneren Ideen hatte Mattel mit Procrustus und dem Fighting Foe Men 3-Pack ein paar echte Obskuritäten im Gepäck, während King He-Man als Abo-Exclusive und Strobo als nächstes Con-Exclusive die vielleicht verhaltensten Reaktionen erhielten. Über allem stand jedoch Ram-Man, der als detailverliebte Deluxefigur zum Hingucker der Messe und für Mattel zum Hauptargument zum Abschluss des Abonnements wurde. So war die SDCC ein echtes MotU-Fest, das nahezu jedem Geschmack etwas bieten konnte. Ironischerweise schlugen sich die Figurn am Juli-Verkauftag auf MattyCollector aber nicht ganz so überragend.
Spikor beeindruckte trotz hohem Vintagefaktor mit zwei Tagen Verfügbarkeit nur wenig, und auch
Vykron war bei seinem Onlineverkauf alles andere als ein Kassenschlager. War die "Space Ace" Version immerhin ebenfalls in zwei Tagen vergriffen, blieb die unbeliebtere "Tank Top" Version über eine Woche erhältlich - die längste Verfügbarkeit eines Exclusives bisher.
Kosten heben - Zubehör senken
Kritischer zeigte sich die Fanwelt allerdings gegenüber des neuen
Umfangs des 2013er Abonnements, das ab der SDCC bestellt werden konnte. So war dies zwar $5 günstiger, hatte aber mit drei Large-Scales und nur einer Quartalsfigur auch weit weniger zu bieten, als 2012. Die Preiserhöung mit $25 für Standardfiguren war für Abonnenten noch günstig, Nicht-Abonnenten sollten nun aber sogar $27 berappen. Vor allem angesichts geringeren Zubehörs bei einigen Figuren wie Netossa fehlte hier vielen das Verständnis. Zu allem Übel offenbarten sich im Nachhinein erneut Abstriche bei geplantem Zubehör wie bei Strobo, der eine Schusswaffe hätte haben sollen oder Rattlor, für den eine Rüstung geplant war - Abstriche, die mit der Preissteigerung eigentlich hätten verhindert werden sollen. So war auch die Furcht vor erneut schlechten Abo-Verkaufszahlen präsent und wurde neben der Euphorie der Neuankündigungen beinahe schon verdrängt. War der Verkaufsstart des 2010er Abos noch ein heiterer Start in ein neues Sammler-Jahr, wurde er bereits schon 2011 mit den Negativmeldungen um rückläufige Zahlen zu einer Zitterpartie um den Fortbestand der Toyline. Doch kaum einer ahnte, was nun bevorstehen würde.
AUGUST
Abo-Kalypse now!
Eher beiläufig gab Toyguru eine Woche nach dem Abo-Verkaufsstart einen
Kommentar ab, der zuerst vereinzelte Fans lediglich irritiert, sich aber bald wie ein Lauffeuer verbreitete: "Ein Weiterführen der Toyline nicht gesichert!?". Von Gelassenheit bis Erschütterung, von Schadenfreude bis Skepsis war alles an Fanreaktionen vorhanden. Bald wurde aber auch manchem Zweifler bewußt, dass es sich nicht allein um die übliche Panikmache Mattels (zum Ankurbeln der Verkaufszahlen) handelte, sondern das Matty-Zugpferd tatsächlich zu hinken begonnen hatte. Mattel machte ernst: Würde das Minimum bis zum Ende der Frist nicht erreicht, werd das Abo gecancelt und nur die bereits gezeigten Charaktere über das Jahr 2013 verteilt. Eine Verlängerung des Verkaufs wurde dabei konsequent ausgeschlossen. Eine noch nie zuvor dagewesene Fan-Bewegung setzt sich daraufhin in Gang, und nicht nur Mattel und die Four Horsemen versuchten jeden MotU-Begeisterten vo, 2013er Abo zu überzeugen. Auch sämtliche Toysites im Web, etliche namhafte Fans, selbst Darsteller des alten Realfilms und sogar überzeugte Kritiker setzten sich nun öffentlich für ein Weiterführen der Toyline ein.
Yes, He-Can!
Die Zahlen waren bitter: Über die Hälfte der 2012-Abonnenten waren laut Mattel scheinbar abgesprungen. Gegenüber Wünschen und Anregungen zeigte man sich nun so offen wie nie, lediglich über mögliche Gründe des abrupten Falls sprach man nur zögerlich. Scott Neitlich konterte Vorwürfe seitens der Kundschaft: Obskure Charaktere seien stets nur auf Fanwünsche hin integriert worden, Fehler würden überall passieren und Hauptursache sei letztendlich die notwendige Preissteigerung. Zugleich kam er mit immer verwirrenderen Zahlen heraus, bis er nach Ende der Frist am
6. August sichtlich erleichtert verkündete, dass sich in den letzten Stunden noch mehr Kunden zum Abo entschlossen hätten wie an keinem Tag zuvor. Mit 35% über der notwendigen Mindestgrenze könne man den Fans sogar eine besondere Überraschung bereiten. Durch den Aboschock zur reinen Nebensache wurde leider indes der Fans-Choice-Contest, der eigentlich eines der positivsten Elemente des vergangenen Jahres war. 2013er Abonnenten konnten mit ihrer Stimme einen Charakter wählen, der als Figur realisiert werden würde. Neben den Fanvorauswahlsiegern Illumina und Geldor waren neben einigen mehr oder weniger kreativen Varianten auch die "Masken der Macht" Dämonen und Songster von Mattel aufgestellt worden. Vor Illumina gewann schließlich der deutsche Favorit Geldor, was jedoch keinen Neid auslöste. Ursache war wohl auch, dass laut Mattel aufgrund der gesunkenen Abschlüsse das Abo-Programm ab 2014 auf den allgemeineren Geschmack der Fans angepasst werde. Obskure Konzeptfiguren, komplett neu erfundene oder relativ unbekannte 200X-Charaktere sollte es nicht mehr geben, während Minicomic-Charaktere nur noch auf deutlichen Fanwunsch hin kämen und auch von den "New Adventures" und den Filmation-Cartoons nur die bekanntesten und beliebtesten Charaktere eingeplant wären. Lediglich an dem Ziel, alle Vintage-Charaktere zu realisieren, wolle man festhalten, so gut es ging. So war der Fanentscheid für Geldor vielleicht die letzte Chance gewesen. Was blieb, war eine deutliche Reduzierung des bislang so stark ausgeweiteten Masterplans, denn Mattel plante nun erstmals ein, nach 2015 alle wichtigen Charaktere defnitiv produziert zu haben.
Der einsame Ritter
Der Matty-Verkauf im August war vielleicht ohne Übertreibung der unspektakulärste seit Beginn der Line. Durch weitere etliche Verschiebungen hatten weder Frosta noch die Snake Men es in den Onlineshop geschafft und so blieb am Ende nur der bei Fans eher umstrittene Ritter des 30th Anniversary Programmes übrig. Damit war dies schon der dritte Monat des Jahres ohne eigentliche Monatsfigur. Mit 12 Tagen Verfügbarkeit stellten die Käufer der Figur ein eindeutiges Zeugnis aus und
Sir Laserlot war die am längsten erhältliche Normalfigur. Noch unschönere Zahlen kamen aber vom Wind Raider, den Mattel seit der SDCC in "Zweitauflage" verkaufte. Im Grunde wussten jedoch alle, dass es sich um lediglich ein zweites Kontingent bzw. eine verspätete Restlieferung der Erstauflage handelte, da Mattel schlicht zu viele Exemplare produziert hatte. So war mittlerweile auch nur noch die Rede davon, es müssten sich zuerst einmal alle vorhandenen Exemplare verkaufen, ehe man über weitere Fahrzeuge nachdenken könne. Und so ging der Verkauf des Wind Raiders in eine permanente Verfügbarkeit über. Jedoch war dies scheinbar nicht die einzige Chance, und Mattel zeigte sich zu dieser Zeit der Möglichkeit eines Vorbestellsystems immer aufgeschlossener. Dass man dabei aber nicht den Battle Ram im Kopf hatte, zeigte sich erst später...
Lest morgen das Finale unseres Rückblicks, mit den Monaten September bis Dezember 2012!