Vor dem Start der 200x-Reihe konnte man kaum behaupten, viel über Stinkor gewusst zu haben. Als Charakter war er nicht eben der beliebteste, in Comics und Hörspielen war er einfach plötzlich da, und für den Zeichentrick wurde er erst gar nicht verwendet. Mit dem 200x-Cartoon änderte sich die Sache jedoch. Hier wurde man mit Odiphus bekannt gemacht, einer pelzigen kleinen Kreatur mit kriminellen Anwandlungen, die eben deshalb vor beinahe 20 Jahren aus ihrem Dorf vertrieben wurde und irgendwann schließlich im Knast des Königspalastes landete. Nachdem Odiphus schließlich von dort entkommen konnte, folgte er einigen Kämpfern des Bösen nach Snake Mountain.
Durch ein Mißgeschick wurde er dort dann von einer Substanz überzogen, die eigentlich Beast Man?s Körpergeruch bekämpfen sollte, Odiphus aber in eben jene Kreatur transformierte, die sich seither Stinkor nennt. Es mutet etwas ironisch an, dass Filmation seinerzeit Stinkor aus Angst vor fallendem Niveau nicht verwendete, nur damit MYP den Kämpfer Jahre später prompt furzen ließ.
Wie bei Clamp Champ wurde auch von Stinkor im Sommer 2004 der unbemalte Rohentwurf für eine Action-Figur präsentiert, welche aber durch Ende der Toyline nie realisiert wurde. Diese basierte zu großen Teilen auf der Stratos Figur, deren Beine, Oberkörper und Arme von den Horsemen recycelt und leicht modifiziert wurden. So waren die Triebwerke an den Stulpen abgeschnitten, während an den Flügelhalterungen nun ein Kampfschild und ein Blaster angebracht waren. Letzterer sollte als Action-Feature zudem mit Stinkor?s Gasflaschen-Rucksack verbunden sein und Wasser spritzen können. Diese Waffe wurde für die Mini-Statue jedoch wieder aus dem Programm gestrichen, dafür kündigten die Four Horsemen aber ein anderes Kleinod an, indem man einen kleinen (unbeweglichen) Odiphus samt Keule auf einem Minipodest als Dreingabe beifügen wollte. Tragischerweise stiegen kurz darauf jedoch die Ölpreise derart stark an, dass man Odiphus von der Liste streichen musste - vor allem die aufwendige Bemalung mit den Öl enthaltenden Farben hätte das Budget gesprengt. So muss die Stinkor Staction also ohne ihr Alter Ego auskommen.
Bekanntermaßen produziert NECA jede Mini-Statue in exakt der Größe in welcher sie von den Horsemen erdacht worden sind. So ist Clamp Champ "normal" groß, während Grizzlor etwas größer als die durchschnittlichen Kämpfer ist. Stinkor hingegen ist eindeutig die kleinste Staction und ungefähr einen halben Kopf kleiner als He-Man. Erfreulicherweise passt dies sehr gut zu dem miefigen, hinterlistigen Charakter. Was das Design betrifft, wurde wieder einmal eine konsequente Modernisierung der 80er Jahre Figur vorgenommen. Nicht länger ist Stinkor ein schwarzweißer Mer-Man mit oranger Mekaneck Rüstung, sondern ein eigenständiger Charakter, der dennoch subtile Ähnlichkeiten zu seinem Vorgänger aufweist. Zwar haben die Horsemen wie beim Figurenmodell 2004 auch bei der Mini-Statue den Körper von Stratos als Basis verwendet, was besonders gut an der Stratos-typischen Haltung von Armen und Beinen erkennbar ist. Allerdings wurden nun die Rüstungspartien vollständig neu gestaltet, wodurch Stinkor wirkliche Stiefel trägt und metallene Handschuhe besitzt, die sich mit den Krallen von Terror Claw Skeletor messen könnten.
Auch die unbedeckten Partien wurden überarbeitet und mit einer dünnen Fellstruktur versehen, so dass die Recyclingpartien als solche kaum noch auffallen. Dass Stinkor einen recht kleinen Mund besitzen muss, ist an der Atemmaske zu erkennen, deren Luftschläuche zu den am Rücken befindlichen Tanks reichen - eine enorme Verbesserung gegenüber der Classic-Figur, deren Atemstück an der Rüstung nutzlos wurde, sobald sie den Kopf drehte. Insgesamt sprüht auch diese Mini-Statue vor Details, von denen diverse Nieten oder die Druckluftanzeige der Gastanks nur zwei Beispiele sind.
Ebenfalls sehr deutlich wird hier, wieviel Einfluss eine ordentliche Bemalung auf das Endergebnis haben kann. Zum einen wurden die klassischen Farben aus den 80ern verwendet, allerdings soweit abgedunkelt dass sie nicht zu grell wirken. Äußerst gelungen sind die glänzenden Augen sowie die metallic-blauen Gastanks, und obgleich dieses Mal nicht jedes einzelne Element einer Rüstung separat bemalt wurde, schmälert dies keinesfalls den positiven Gesamteindruck sondern zeigt im Gegenteil dass weniger auch mehr sein kann.
Natürlich liegt der Mini-Statue die typische Display-Base in violettem "Evil Warriors" Farbton bei, allerdings kann Stinkor auch völlig problemlos ohne Base stehen. Ansonsten sieht es mit dem Zubehör jedoch etwas mau aus, da er lediglich einen großen, runden Schild in metallic Blau bei sich trägt. Dieser wird an einer Kerbe am linken Handgelenk angebracht, wo er auch recht fest sitzt, allerdings hätte man hier bei der Modellierung durchaus auch noch etwas mehr an der glatten Oberfläche feilen können, und die Art der Befestigung lässt keine Variationen hinzu wie es bei anderen Stactions möglich ist. Ein Blaster zusätzlich zu dieser Defensivwaffe hätte nicht schaden können, und der fehlende Odiphus regt zur Wehmut an. Ebenfalls bedauerlich ist die Tatsache, dass es den Four Horsemen trotz vorheriger Behümen letztlich auch nicht möglich war, Stinkor mit seinem typischen Duft zu versehen.
Allzu sehr sollte man sich davon jedoch nicht beeinflussen lassen. Trotz des etwas geringen Zubehörs und fehlenden "Actionfeatures" ist Stinkor eine sehr gelungene Mini-Statue und wohl nicht für wenige Sammler das Highlight der Serie 2.
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