Nachdem er bereits als schattenhafte Silhouette in
Folge #19 - Die Saat des Bösen des 200X Cartoons erschienen war, trat King Hiss schließlich vollendst in
Folge #30 - Der Putsch (Teil 1) in Erscheinung. Die wohl deutlichste charakterliche Veränderung gegenüber seiner 80er Jahre Version bestand wohl darin, dass er ein von seinen Untertanen nahezu gottgleich verehrter Anführer war, dem überhaupt nichts an einem Bündnis mit Skeletor lag. Während zudem seine bereits in den 80ern angedeuteten magischen Kräfte nun voll zur Geltung kamen, erwies sich Hiss ebenso wie die übrigen Schlangenmenschen zudem als Menschenfresser, was natürlich für alle Gegner eine ganz andere Art der Bedrohung darstellte. Und auch als Actionfigur wies er einige bemerkenswerte Veränderungen auf.
: Comic "Rise of the Snake Men 1/3"
Verpackung:
Schon der Name lässt Altfans stocken, denn aus rechtlichen Gründen konnte Mattel nicht länger "King Hiss" schreiben, sondern musste ein neues Trademark auf den Namen "King Hssss" anmelden. Als gesprochenes Wort ergibt sich jedoch kein Unterschied, wodurch diese Veränderung nicht allzu tragisch ist. Ansonsten erschien King Hssss als eine der ersten Figuren unter dem neuen
Masters of the Universe vs? the Snake Men Signet auf grünfarbiger Verpackung mit Schlangenmustern. Das Design stellt zwar einen klaren Bruch zu den roten Verpackungen dar, ist aber absolut gelungen, da es im Regal weitaus auffälliger ist. Mattel kennzeichnet Bösewichter hier außerdem durch eine violette Schlange auf der rechten Seite aus, und King Hssss ist ansehnlich verpackt worden, indem die menschliche Hülle neben dem Schlangenkörper plaziert ist.
: Front- und Rückseite der Verpackung
Modellierung:
Wie nahezu alle Schlangenmenschen wurde auch King Hssss in seiner neuen Version nicht von den Four Horsemen designt, wodurch er sich in einigen Elementen deutlich von der
Vintagefigur unterscheidet. Das Neudesign von King Hssss kann dabei unter Umständen mit dem von Evil-Lyn verglichen werden: Klare Ähnlichkeit mit der früheren Version, zugleich aber doch anders. So wirkt der Schuppenanzug nun mehr wie eine leichte Rüstung, denn statt schlichter Handschuhe trägt die Figur nun verzierte Armbänder, dessen Enden sich als Schlangenmäuler um die Handgelenke winden. Statt Stiefel sind nun Sandalen um nackte, mit langen Nägeln versehene Füße geschnallt. Die Schuppenhose musste einem Lendenschurz samt Schlangengürtel weichen. Und die Maske, welche als Teil des Anzugs um Hssss? menschliches Gesicht angelegt war, wich gar völlig einer altägyptischen Kopfbedeckung. Das Gesicht wiederum scheint in einer Mischung aus Zorn und Arroganz zu blicken und bei genauerer Betrachtung erkennt man sogar, dass seine Augen schlangenartige Pupillen aufweisen.
Auch bei dieser Version von King Hiss verbiergt sich unter der menschlichen Hülle der aus mehreren Schlangen bestehende wahre Körper. Hier fällt zunächst positiv auf, dass die beiden Schlangenarme bewegliche Kiefer haben. Das war es aber im Grunde schon. Zwar wurde der Hauptkopf dicker und geradliniger nach vorn schauend modelliert. Jedoch wirkt die Schlangenform nach wie vor nicht allzu bedrohlich, da sie ja wieder unter die Hülle passen muß und somit besonders die Arme sehr kurz scheinen. Zudem hat King Hssss einen Schlangenkopf eingebüsst. Die vormals aus den Hüften tretenden kleinen Schlangen ragen nun äußerst klein und mickrig aus den Schultern hervor, während die früher um den Hals geschlungene Schlange gänzlich fehlt. Die Rückseite des Körper wird durch die Schale der menschlichen Hülle veborgen, während die Front aus einer horizontal verlaufenden Schlange besteht, die im nichts verschwindet. Ein netter Versuch, aber leider nicht sehr ansehnlich.
Bemalung:
King Hssss wurde nicht nur detailreich modelliert, sondern auch bemalt. Von den Schlangenpupillen und dem Brustsymbol über den in zwei verschiedenen Grüntönen gehaltenen Anzug und den Gürtel bis zu den Sandalen wurden zahlreiche Partien farblich hervorgehoben. Dabei wurden an diversen Elementen auch Bronzetöne verwendet, was die Figur zusätzlich aufwertet. Es fällt allerdings auf, dass die Hautfarbe des Gesichts nicht mit der von Händen und Füßen übereinstimmt. Der dennoch gelungene Eindruck wird beim Betrachten des Rückens dann allerdings arg getrübt. Nicht nur, dass die Schlangenarme zum Teil wie in den 80ern grün bemalt wurden - der Rücken ist gelb! Da der Schlangenkörper gelb ist, sparte Mattel einfach bei der Rückseite die Farbe, was aber die grünen Arme umso unsinner macht. die Unterkiefer der Armreifen wiederum wurden nicht bronze, sondern rot bemalt, was gleichermaßen sinnfrei ist. Beim Schlangenkörper wurden lediglich Augen, Münder und Zähne bemalt. Zumindest eine zusätzliche Schattierung der Schlangen hätte das ohnehin nicht allzu spannende Design aufwerten können.
Beweglichkeit:
Während sämtliche 200X Figuren beweglicher sind als ihre 80er Pendants, sieht es bei King Hssss genau umgekehrt aus! Zwar besitzt er nun endlich einen drehbaren Kopf, und neben den Beinen sind auch die Handgelenke beweglich. Zumindest für die menschliche Version war es das aber auch schon! Aufgrund des Actionfeatures (dazu gleich mehr) wurden Torso und Arme aus einem Guss gefertigt, wodurch die Kugelgelenke vollends fehlen. Da auch die Beingelenke nicht allzu viele Posen zulassen, wirkt King Hssss äußerst starr und vermisst im Grunde ausgerechnet die für dynamische Posen wichtigsten Gelenke.
Etwas besser sieht es beim Schlangenkörper aus. Hier sind die "Armschlangen" wie in den 80ern wenigstens nach oben und unten bewegleich und weisen sogar aufklappbare Unterkiefer auf! Auch das Maul der Hauptschlange öffnet sich - jedoch nur in Verbindung mit dem Actionfeature. Zudem bewegt sich der Kopf, nicht der Unterkiefer, wodurch dieses Gelenk ohnehin nutzlos wäre.
Zubehör:
Als Zubehör wurden der Figur wie schon in den 80ern ein Schlangenstab und ein Schild beigefügt. Letzterer ist sehr detailverliebt gestaltet worden und eine wirkliche Augenweide. Allerdings kann er aufgrund der beiden starren Halteklammern nur auf eine einzige Art nur am linken Arm befestigt werden. Der Schlangenstab ist glücklicherweise nicht exakt der gleiche wie von General Rattlor ? die einzige Gemeinsamkeit ist, dass beide ein ?Zungenprojektil? abschießen können. Ansonsten ist der Stab so lang, dass er sogar Skeletors Widderstab an Größe überragt. Natürlich ist die Form detailreicher gestaltet worden, und auch die Bemalung hebt zumindest einen bronzefarbenen Schlangenkopf hevor. Leider aber kann King Hssss den Stab durch die unbeweglichen Arme nur waagerecht halten. Vintagefans müssen zudem damit leben, dass der Stab rot ist - nur der Prototyp hatte einen grünen Stab nach Vorbild des 80er Zubehör.
Actionfeature:
Wie schon erwähnt schiesst der Stab auf Knopfdruck ein Zungenprojektil ab. Soweit so gut, schade nur dass das Projektil sehr heraus ragt und nur an der Spitze als Zunge gestaltet ist. Das Hauptfeature steckt aber ohnehin in King Hsss selbst. Im Gegensatz zur Vintagefigur streift er seine menschliche Hülle automatisch ab. Via Knopfdruck wird der große Schlangenkopf aus dem Torso nach oben gedrückt, wodurch die nur am Rücken befestigte Hülle nach oben geklappt wird. Nette Idee, aber in der Praxis völliger Mumpitz! Tatsächlich ist der Mechanismus äußerst ineffektiv und ist viel zu schwach, um die Hülle wirklich nach oben zu werfen. Zudem wirkt es eher lächerlich, wenn King Hssss den abgestreiften Leib am Rücken trägt. Da helfen auch die auf die Innenseite gemalten, geisterhaften Schlangenaugen nichts.
Fazit:
Auf den ersten Blick wirkt King Hssss, als wäre auch er eine exzellente Neuinterpretation der klassischen Figur. Aber sehr schnell entdeckt man nicht nur deutliche Schwachstellen, sondern sogar deutliche Nachteile gegenüber der Vintagefigur! Nicht nur dass der Schlangenkörper enttäuschend wirkt, noch trauriger ist die Tatsache, dass wichtige Gelenke für ein absolut nutzloses Actionfeature gestrichen wurden. King Hssss ist damit die vielleicht schwächste 200X Figur unter den Originalcharakteren und wird der Bedeutung des Schlangenkönigs bei weitem nicht gerecht.
Erstveröffentlichung am 06.08.2004
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