Willkommen zur Eröffnung der ?Snake-Reviews? Teil 2: Die neuen Figuren. Wie schon den ersten Teil (Klassik), eröffnen wir auch diesen mit dem Charakter, durch den gewissermaßen die Schlangenplage sowohl in den 80er Jahren, wie auch im neuen Jahrtausend ihren Anfang nahm.
Während er aber früher eher zufällig und auf Geheiß Skeletors zu King Hiss hinzu stieß, zielte Kobra Khan in der Neuinterpretation bewusst auf die Befreiung seiner Vorfahren, der Snake Men. Die Verbündung mit Skeletor war nur ein Täuschungsmanöver, um in Reichweite der Schlangengrube zu kommen. Und auch wenn der erste Versuch scheiterte, gelang es Kobra Khan am Ende dennoch, die Snake Men zu befreien.
Ein paar Sätze noch zu KKs neuem Namen ?Venom-Spitting Khan?. Natürlich heißt er weiterhin in Comic, Cartoon etc. Kobra Khan. Das Problem bei den Figuren war nur, dass Mattels Rechte an vielen Namen schon lange ausgelaufen waren, und in der Zwischenzeit von anderen aufgekauft wurden. Somit mussten die Figurennamen umgeändert werden.
: Kobra Khan im 200X Cartoon und Comic
Verpackung:
Die Figur erschien Mitte 2004 im ersten Snake Men Heroes Assortment und war in einer aus insgesamt sechs Figuren bestehenden Händlerbox lediglich einmal pro Karton vorhanden. Wie immer wird auf der Rückseite auf sein Zubehör und Actionfeature hingewiesen. Das auffälligste ist jedoch, dass die Figur nicht unter ihrem eigentlichen Namen, sondern als Battle Fist betitelt wird. Hintergrund des ganzen war, dass für die damals laufenden Star Wars Prequels der Name des Jedi Kit Fisto rechtlich gesichert war, wodurch Mattel das ausgelaufene Trademark für ihren eigenen Fisto nicht mehr erhielten. Zwar konnte der Charakter in sämtlichen Medien weiterhin Fisto heißen, für die Spielzeugverpackungen jedoch musste eine Notlösung her. Soweit so gut, aber dass Mattel statt "Fistor", "Fist-O" oder ähnlichen sanften Änderungen wieder einmal das völlig langweilige "Battle" hergenommen hat, war äußerst unkreativ.
Modellierung:
Während die übrigen Snake Men erstmals nicht von den Four Horsemen von Beginn an angefertigt, sondern ?nur? basierend auf Designs von MYP modelliert wurden, stammt Kobra Khan immer noch komplett aus den 4hm Studios. Zwar musste auch er wie die übrigen Snake Men etwas näher am Aussehen im Cartoon angepasst werden, jedoch sind diese Änderungen glücklicherweise nur minimal geblieben. Im Endergebnis heißt das, dass die Figur gewohnt detailgenau angefertigt wurde. Im Gegensatz zur 80er Version finden wir hier keine alte Gliedmaßen-Wiederverwertung und somit sind die neuen Gliedmaßen der Figur rundherum von Schuppen durchzogen. Die Hände haben nur noch drei Finger (oder eher Klauen), die nackten Füße zwei Zehen.
Die Hose ist neu geformt und endlich, endlich sind auch die farbigen Schuppen des Torsos sowohl auf der Front-, als auch der Rückseite komplett bemalt! Insgesamt wirkt die Figur auch viel schlanker und drahtiger als alle anderen (männlichen) MotUs bisher, was der Figur weitere Pluspunkte im Bereich ?Einzigartigkeit? einbringt. Als zusätzlichen Bonus hat Kobra Khan nun auch endlich seine bereits aus dem alten Cartoon bekannten ?Hautlappen? erhalten, welche sich bei Verspritzen seines Gifts ausfalten. Aber genau hier steckt auch das größte Manko der Figur.
Zunächst einmal wurde in die Mitte der Hautlappen ein großes Loch geformt. Dadurch kann ein Kinderfinger problemlos KKs Kopf von hinten her runterdrücken. Notwendig ist diese Vorkehrung allerdings überhaupt nicht, stattdessen stört sie das Gesamtbild enorm. Da ist es noch eher zu verkraften, dass der Kopf in seiner Bewegungsfreiheit gestört wird. Ein noch größeres Problem ist aber, dass der komplette Hautlappen in einem Hellgrün gegossen wurde, welches überhaupt nicht zu den übrigen Farbtönen der Figur passt! Außerdem wurde die Form am Rücken fest angeklebt, wodurch man sich nicht einmal entscheiden kann, ob man nun Kobra Khan mit oder ohne Hautlappen aufstellen will! Ein schwacher Trost, dass gewiefte Sammler die Figur durch kochendes Wasser vom Hautlappen trennen konnten und dieser weiterhin am Rücken befestigt werden kann.
Bemalung:
: Nicht mehr produzierte Kobra Khan Mini-Statue
Beweglichkeit:
Schulter- und Handgelenke lassen sich gewohnt frei bewegen, die Beine hingegen lassen sich überraschenderweise nur sehr schwer in eine sitzende Position drehen. Dabei läuft man sogar Gefahr, Farbabschürfungen zu verursachen oder gar ein Bein abzubrechen. Immerhin aber besitzt Kobra Khan nun endlich auch ein Hüftgelenk, sowie einen beweglichen Oberkiefer, welcher hoch und runter klappt. Dies sind absolut geniale Verbesserungen gegenüber der alten Figur und sehr löblich.
Zubehör:
Als Waffe wurde der Figur wieder einmal nur eine einzige Pistole beigefügt. Diese allerdings ist völlig neu geformt und kann schon wie Man-E-Faces? Waffe ein Geschoss abfeuern. Dabei wirkt diese Waffe aber bei weitem nicht so überproportional groß, wie die Pistole des Helden. Die 4Hm legten hier auch auf Details wieder großen Wert; so stellt die Spitze des Geschosses z.B. einen Schlangenkopf dar. Eine exzellente Neumodellierung der alten Kanone. Das Feature funktioniert recht ordentlich, auch bleibt das Projektil endlich in der Waffe stecken, anstatt selbständig loszugehen. Einzig der Auslöser wirkt etwas dünn, als könnte er abbrechen. Kobra Khan kann die Pistole problemlos in der Hand halten. Der Griff wurde zusätzlich verstärkt, um nicht wie bei Man-E-Faces schnell abbrechen zu können und insgesamt ist die Waffe leicht genug, um von der ohnehin sehr sicher stehenden Figur problemlos gehalten zu werden.
Actionfeature:
Kobra Khans Action-Feature wurde nahezu 1:1 von seinem Vorgänger übernommen: Kopf ab, Wasser in den hohlen Torso, Kopf drauf und runterdrücken und Wasser spritzt aus dem Maul. Das Feature funktioniert gewohnt einwandfrei, allerdings verschießt Kobra Khan nun statt einem Sprühnebel einen scharfen Wasserstrahl. Eigentlich kein Grund zur Klage, nur bleibt zu hoffen dass ? sollte es ihn jemals als neue Figur geben ? die Neuversion von Snout Spout nicht das gleiche Feature erhalten wird.
Fazit:
Auch wenn Kobra Khan durch die schlechte Umsetzung der eigentlich gut angedachten Hautfalte an Punkten einbüsst, steckt die übrige Figur voller ausgezeichneter Neuerungen. Der bewegliche Kiefer und nicht zuletzt die Verbesserungen Mattels an der Waffe im Vergleich zu Man-E-Faces können ebenso begeistern, wie die hervorragende Modellierung, auch wenn man sich doch noch etwas mehr Zubehör wünschen könnte. Durch die negativen Punkte ist Kobra Khan zwar keine annähernd ?perfekte?, aber dennoch eine sehr gute Figur, die sich sowohl der kleine als auch große Fan bedenkenlos zulegen kann!
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